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Pünktchen
18.08.2004, 14:31
@scrotum
um das klar zu stellen.

verschmutze Wunde:
passiv - Antitoxin/Hyperimmunglobulin - 1ml Tetagam (250IE) i.m.
+
aktiv - Tetanustoxoid - 0,5 ml Tetanol i.m.
(bei fehlendem Tetanusschutz/Nachweis über Schutz)

Scrotum
18.08.2004, 21:44
@Pünktchen

Danke, das war mir schon klar. Ich beziehe mich auf die Berechnungen vom Froschkönig bei manifestem Tetanus. Kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, wie ich 24ml i.m. spritzen soll.

Froschkönig
18.08.2004, 21:50
Ich beziehe mich auf die Berechnungen vom Froschkönig bei manifestem Tetanus. Kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, wie ich 24ml i.m. spritzen soll.Um ehrlich zu sein: Ich mir auch nicht...aber die Angaben in meinem Pharma-Therapie Buch sagen "nur" 6000 IE i.m...nicht über welchen Zeitraum...vielleicht läßt es sich damit lösen....oder aber das Buch ist einfach mist :-D

Evil
06.02.2005, 18:41
Is ja gut, ich mach keine Chirurgenwitze mehr (ui, jetz hab ich mir aber was vorgenommen... :-)) :-wow )


Aber mal was neues, relativ typischer Fall:

männlicher Patient kommt in die chirurgische Ambulanz mit seit 1 Tag schmerzender und geschwollener Hand, kann sich meist nicht genau an einen Verletzungsvorgang erinnern, druckschmerzhaft über Metacarpale IV und/oder V.

Was ist die wahrscheinliche Verletzung (Ursache)?
Was muß man noch untersuchen?

Lava
06.02.2005, 21:59
Hm, macht er Karate oder Tea Kwon Do? :-)) Auf alle Fälle mal Motorik/Sensibilität/Durchblutung prüfen.

Und ich verschieb das mal an die richtige Stelle.

Zoidberg
06.02.2005, 22:33
danach würde ich mir erstmal den Patienten anschauen, abschätzen wie alt er ist und nochmal nachfragen, wie es passiert ist, ob noch etwas anderes wehtut, Vorerkrankungen, Medikamente erfragen

Evil
07.02.2005, 15:10
Hups, war im falschen Thread gelandet....

Janine ist schon auf dem richtigen Dampfer, aber warum kann er sich meist nicht genau an den Hergang erinnern? Und worin besteht die klassische Verletzung?

Lava
07.02.2005, 16:35
Ich muss raten, weil ich Chirurgie ja noch nicht hatte. Aber ich hätte halt spontan mal an eine Fraktur der Metakarpalknochen gedacht, die bei Handkantenschlägen ja vielleicht mal vorkommen können. ;-) Die Schwellung deutet entweder auf eine Entzündung hin oder auf eine Blutung. Da verläuft ja auch irgendsoeine bogenförmige Arterie, die es mal in Mitleidenschaft gezogen haben kann. Vielleicht kommt auch eine Entzündung des Bandapparates oder ein Bänderriss in Betracht? Und dazu, dass er sich nicht mehr erinnern kann, würde mir nur einfallen, dass die Beschwerden erst später eingesetzt und sich verschlechtert haben. Vielleicht gab es initial keinen Schmerz oder aber der Schmerz ist schnell wieder abgeklungen - den Endorphinen sei Dank. Außerdem ist die Hand ja recht gut verpackt in Faszien und Aponeurosen. Eine Schwellung hat also nicht viel Platz um sich auszubreiten...

Zoidberg
07.02.2005, 20:52
wenn er sich nicht mehr dran erinnern kann, dann könnte man auf ein Schädelhirntrauma tippen oder an Intoxikation mit Alkohol oder anderen Drogen.
Vielleicht hat er sich im Alkoholrausch geprügelt?

Lava
07.02.2005, 21:21
Auf so eine naheliegende Idee komm ich natürlich mal wieder nicht *patsch* :-))

JanK
08.02.2005, 09:16
wegen der erinnerungslücken wäre eine etwas detailliertere untersuchung des kopfes von interesse, inklusive pupillenstatus
=> V.a. Commotio

was sagt der blutdruck?

außerdem bzgl hobbys: kampfsport? was hat er denn dann gestern gemacht? (oder seit wann ihm seine hand weh tut...)
schlägerei? sturz?

Evil
08.02.2005, 16:12
Üblicherweise war es tatsächlich eine Schlägerei, und bei genauerem Nachfragen wird das dann meist auch zugegeben (wie schnell eine Amnesie doch manchmal geheilt wird... :-)) ).

Die Verletzung zeigt sich dann meist im Rö als Fraktur des Metacarpale IV und/oder V. (Boxer-Verletzung)

Worauf man dann noch achten muß:

- Rotationsfehlstellung
- Scaphoid#
- Bißverletzung (falls er die Zähne seines "Gegners" getroffen hat, kann eine böse Osteomyelitis geben, dann ggnf Antibiotika)

Faust601
01.04.2005, 14:12
So, meine Lieben. Keine Müdigkeit vortäuschen im Ambulanzbetrieb, der nächste Patient ist im Anmarsch.

Es handelt sich um eine 47-jährige Frau mit Schmerzen in der rechten Hand...

NanaH
01.04.2005, 14:56
Seit wann bestehen die Schmerzen?

Aktuelles Traume?

Faust601
01.04.2005, 17:12
Die Schmerzen bestehen so seit drei oder vier Wochen, ganz genau kann die Patientin das nicht mehr sagen.

Damals ist sie tatsächlich auch auf die Hand gestürzt, woraufhin sie zum niedergelassenen Orthopäden gegangen ist. Der meinte nach einer Röntgenaufnahme, gebrochen sei nichts, das "werde schon wieder".

Die Schmerzen seien seitdem aber eher schlimmer geworden.

NanaH
01.04.2005, 17:31
Sturz auf die extendierte Hand?

Ist danach noch einmal eine Röntgen-Kontrolle erfolgt?

Tabatière druckschmerzhaft?

Bewegungseinschränkungen?

*habe Vermutung auf eine Scapoid-Fraktur* :-blush

Faust601
01.04.2005, 20:37
Wie genau sie mit der Hand aufgekommen ist, kann die Patientin dir nicht mehr genau beschreiben. Als du ihr das Ganze aber mit der dorsalextendierten Hand "vormachst", meint sie, so könne das vielleicht schon gewesen sein.

Die Röntgen-Aufnahme direkt nach dem Sturz war die einzige, die bisher angefertigt wurde.

Als du auch nur ansatzweise einen Tabatière-Druckschmerz prüfen möchtest, bricht die Frau bereits in Tränen aus, es sei ja alles so furchtbar und täte so schrecklich weh.

Als du die Frau aufforderst, die Hand zu bewegen, fällt eine deutliche Einschränkung der Beweglichkeit sowohl im Bereich des Handgelenks als auch in den Fingergelenken auf.


P.S.: Immer dran denken, ich gehe hier nur auf das ein, wonach ausdrücklich gefragt wurde... ;-)

Pünktchen
01.04.2005, 20:43
hat die Patientin die Röntgenaufnahmen mitgebracht?
Sind sie gut beurteilbar? Wirklich keine Fraktur sichtbar?

Wie wurde die Hand bis jetzt behandelt? (Ruhigstellung?)

Wie sieht denn die Hand überhaupt aus :-)) Farbe, Temperatur, Bewegungsumfang in Handgelenk und Fingergelenken, Sensibilität

Die Niere
01.04.2005, 22:43
Vor allen Dingen: Schwellung, Muskulatur, Behaarung

Denk an: Sudeck-Dystrophie

gruesse, die niere

Faust601
02.04.2005, 09:03
Die alten Röntgenaufnahmen hat die Patientin leider nicht mitgebracht.

Eine Ruhigstellung der Hand erfolgte nicht, die Patientin hat sie nur von sich aus etwas geschont. Außerdem hat sie von Zeit zu Zeit mal Voltaren-Gel draufgeschmiert, hat aber nichts gebracht.

Also gut, wir schauen uns die Hand mal an:

Im Vergleich zur Gegenseite ist die gesamte Hand inklusive der Finger deutlich geschwollen und leicht livide verfärbt. Sie erscheint außerdem geringfügig wärmer. Die Behaarung ist unauffällig im Vergleich zur Gegenseite, Muskelatrophien lassen sich nicht abgrenzen.

Zum Bewegungsumfang: Um das hier mal nicht ausufern zu lassen, ich hoffe, euch genügen folgende Angaben: Im Handgelenk Dorsalext. / Palmarflex. 10-0-10°, die Finger können weder vollständig gestreckt werden, noch ist der Faustschluss möglich. Die Patientin erreicht mit dem Daumen die Langfinger gerade eben so.

Die Sensibilität erscheint unauffällig, die Patientin hat bei der Untersuchung aber Schmerzen.

Und nun?