Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Studiengebührenboykott - seid Ihr dabei?
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Da es statisch gesehen häufiger vorkommt, dass der akademische Nachwuchs auch aus Akademikerfamilien empor springt (sei es durch Erziehung, Ausbildung oder genetische Faktoren), so ist es auch in dieser Beziehung sinnvoll, einem Akademiker durch Fortzahlungen von relativ hohen Löhnern die Entscheidung für ein Kind zu erleichtern.
Die Frage ist aber, ob wir wollen, dass akademischer Nachwuchs nur aus besagter Schicht kommt. Du willst das anscheinend und rechtfertigst damit auch Studiengebühren.
Aber mit welche Begründung? Ich kann es nicht so ganz nachvollziehen...
Und dieser dauernde Vergleich mit anderen Ländern...
Es muss doch bei uns nicht alles so sein, wie in den USA. Vielleicht hatten wir da bis jetzt auch ein etwas besseres System...Könnte ja sein. Theoretisch.
Außerdem hätte ich gerne mal ein richtiges Argument für Studiengebühren, in der der Höhe, in der sie jetzt eingeführt werden. Das fehlt mir noch etwas. Denn mit Entlastung der Staatskassen kann man das nicht begründen - die Unis sollen ja da genausoviel wie vorher bekommen.
HalloBallo
23.01.2007, 18:38
Die Frage ist aber, ob wir wollen, dass akademischer Nachwuchs nur aus besagter Schicht kommt. Du willst das anscheinend und rechtfertigst damit auch Studiengebühren.
Aber mit welche Begründung? Ich kann es nicht so ganz nachvollziehen...
....
Das möchte ich ganz gewiss nicht!!! Was ich jedoch möchte ist, dass AUCH Akademikerkinder wieder vermehrt geboren werden. Ohne dass ich dazu genaue Quellen habe, glaube ich mich zu entsinnen, dass die Geburtenrate von Akademikern im Europäischen Vergleich bei den Deutschen am geringsten ist....und das sollte nämlich auch keiner wollen.
Es ist absolut richtig, dass noch sehr sehr viel Nachholbedarf darin besteht, auch Kinder aus den "ärmeren" Schichten den Zugang zu Hochschulen zu erleichtern. Dieses Problem ist auch seit Jahren bekannt und es wird meines Erachtens auch dran gearbeitet..(z.B. Ganztagsbetreuungsprogramme, Überlegungen Kindergarten kostenlos zu machen etc...) wenn auch noch stark ausbaufähig!!!
Die 500 Euro Studiengebühren sind wirklich schwer zu rechtfertigen, da sie den Hochschulen kaum was bringen und den Studenten ersteinmal Geld "aus der Tasche ziehen"...vermutlich werden diese aber auf kurz oder lang auch an den internationalen Standard angeglichen, was dann auch eine positive Auswirkung auf die Lehre der Hochschulen inkl. deren Ausstattung haben wird.
Siehe England: Studiengebühren wurden gerade auf 3000 GBP/ 4500 Euro pro Jahr erhöht...was schon einiges heftiger und diskussionswürdiger ist, als die 1000 Euro pro Jahr hier in D.
EDIT:
Es wird hier immer davon geredet, dass der Staat "hochqualifizierte Kräfte" braucht, was ja auch sehr richtig ist...nur....der Staat braucht genauso die Handwerker und sämtliche Ausbildungsberufe, die gerade den sog. hochqualifizierten Kräften sehr tatkräftig zur Seite stehen. Das geht bei der Reinigunskraft für Labore/Forschungszentren/OPs los und endet bei der netten Dame im Hotel, welche den hochqualifizierten :-)) Gast auf seiner Dienstreise im Hotel empfängt.
Es steht jedem frei zu studieren...sollte er das wollen, muss er jedoch auch bereit sein etwas dafür zu geben, um anschließend gerechtfertigterweise auch davon zu profitieren.
Siehe England: Studiengebühren wurden gerade auf 3000 GBP/ 4500 Euro pro Jahr erhöht...was schon einiges heftiger und diskussionswürdiger ist, als die 1000 Euro pro Jahr hier in D.
Aber die Studiengebühren bezahlt man auch nicht während des Studiums, sonder je nach Verdienst danach. Und auch nicht für unbegrenzte Zeit. Meiner Meinung nach ein viel besseres System, obwohl natürlich ach diskussionswürdig.
Es steht jedem frei zu studieren...sollte er das wollen, muss er jedoch auch bereit sein etwas dafür zu geben, um anschließend gerechtfertigterweise auch davon zu profitieren.
Jemand, der eine Ausbildung macht, profitiert davon doch auch. Und er wird sogar noch bezahlt dafür.
Klar, er vedient in den meisten Fällen weniger, aber so ausgeprägt ist das Gefälle da nicht mehr.
Die 500 Euro Studiengebühren sind wirklich schwer zu rechtfertigen, da sie den Hochschulen kaum was bringen und den Studenten ersteinmal Geld "aus der Tasche ziehen".
Dann sind wir uns ja in einem Punkt einig;) Warum bist du dann nicht gegen diese Studiengebühren?
HalloBallo
23.01.2007, 19:01
....
Jemand, der eine Ausbildung macht, profitiert davon doch auch. Und er wird sogar noch bezahlt dafür.
Klar, er vedient in den meisten Fällen weniger, aber so ausgeprägt ist das Gefälle da nicht mehr.
Bezogen auf 30-40 Jahre Berufsleben, zahlt sich das in aller Regel schon irgendwann aus. Es ist ja auch nicht nur der Verdienst, sondern eben auch Verantwortung und Status, welcher für sein Ego schon enorm wohltuend sein kann. (finde ich auch nicht verwerflich)
Dann sind wir uns ja in einem Punkt einig;) Warum bist du dann nicht gegen diese Studiengebühren?
Weil wir noch am Anfang stehen und das ganze System noch viel Entwicklungsraum hat. Wie du selber sagst, könnte man z.B. über ein ähnliches System wie in England nachdenken...
Weil wir noch am Anfang stehen und das ganze System noch viel Entwicklungsraum hat. Wie du selber sagst, könnte man z.B. über ein ähnliches System wie in England nachdenken...
Das könnte man, aber völlig überstürzt da ein völlig unausgereiftes System zu entwerfen, nur weil mal eben ein Gericht gesagt hat, dass das zulässig ist...
Das halte ich für etwas bedenklich.
HalloBallo
23.01.2007, 19:26
Das könnte man, aber völlig überstürzt da ein völlig unausgereiftes System zu entwerfen, nur weil mal eben ein Gericht gesagt hat, dass das zulässig ist...
Das halte ich für etwas bedenklich.
dafür sind wir aber eben auch erst bei 1000 Euro im Jahr und nicht bei 4500 Euro...
Jemand, der eine Ausbildung macht, profitiert davon doch auch. Und er wird sogar noch bezahlt dafür.
So eine Aussage kann eigentlich fast nur von jemandem kommen, der noch nie richtig arbeiten musste. Das ist wie Äpfel und Birnen zu vergleichen.
alley_cat75
23.01.2007, 21:21
Kinders, Kinders, kaum ist man mal eine Weile nicht da, kratzt ihr euch fast die Augen aus. :-dagegen
Außerdem hätte ich gerne mal ein richtiges Argument für Studiengebühren, in der der Höhe, in der sie jetzt eingeführt werden.
1. Die Hochschulen benötigen Geld (wozu wurde hier bereits eingehend erläutert) und da die öffentlichen Kassen leer sind, gibt es die Möglichkeit, die Studierenden für das Studium einen finanziellen Beitrag leisten zu lassen, der den Hochschulen zugute kommt.
2. Wenn die Studenten für ihr Studium zahlen, gelten sie zugleich als Kunden. Als Kunden haben sie einen größeren Einfluss als bisher auf die Qualität dessen, was ihnen geboten wird. Mein persönliches Top-Argument! Wer schon mal im Ausland studiert hat, weiß, was genau das bedeutet.
3. Das vermutlich gewichtigste Argument lautet: Es ist sozial gerecht, wenn Studenten für ihr Studium bezahlen, weil sie von ihrer Hochschulausbildung später ja auch beruflich und vor allem finanziell profitieren. Schließlich wollen wir alle mehr verdienen, als die nette Dame bei EDEKA.
Und für alle, die der Meinung sind, der deutsche Staat hätte doch Geld ohne Ende, empfehle ich die Site www.steuerzahler.de - dort kann man die aktuelle Staatsverschuldung ansehen. Was ist denn schon dabei, wenn der Staat Schulden macht. Wen interessieren schon die Maastrichter-Verträge, die uns Neuverschuldung nur bis zu einem bestimmten Prozentsatz erlauben! Und überhaupt, sollen sich doch unsere Kinder mit den Schulden herum ärgern. Nach uns die Sinnflut! :-dafür
So eine Aussage kann eigentlich fast nur von jemandem kommen, der noch nie richtig arbeiten musste. Das ist wie Äpfel und Birnen zu vergleichen.
Es ist ja nun auch nicht so, dass man als Student nichts tun würde...
1. Die Hochschulen benötigen Geld (wozu wurde hier bereits eingehend erläutert) und da die öffentlichen Kassen leer sind, gibt es die Möglichkeit, die Studierenden für das Studium einen finanziellen Beitrag leisten zu lassen, der den Hochschulen zugute kommt.
Dass das Argument nicht für die 500€ anzuwenden ist, damit waren wir uns sogar schon relativ einig.
Wenn die Studenten für ihr Studium zahlen, gelten sie zugleich als Kunden. Als Kunden haben sie einen größeren Einfluss als bisher auf die Qualität dessen, was ihnen geboten wird. Mein persönliches Top-Argument! Wer schon mal im Ausland studiert hat, weiß, was genau das bedeutet.
Und wie erklärst du dir dann, dass gleichzeitig mit der Einführung der Studiengebühren versucht wird, das Mitspracherecht der Studenten mehr und mehr zu reduzieren?
Das Argument könnte zählen, wenn die studentische Mitbestimmung im Zuge mit der Einführung der Studiengebühren ausgebaut wird. Leider ist das Gegenteil der Fall...
Und für alle, die der Meinung sind, der deutsche Staat hätte doch Geld ohne Ende, empfehle ich die Site www.steuerzahler.de - dort kann man die aktuelle Staatsverschuldung ansehen.
Jaja, das hatten wir doch schon. Es geht darum, wofür der Staat Geld ausgibt und wo er seine Prioritäten setzt.
Und da du ja überhaupt keine anderen Posts zur Kenntnis nimmst:
Der Staat zahlt nach eigener Aussage den Hochschulen trotz Studiengebühren noch genausoviel...
Man, man, man...
2. Wenn die Studenten für ihr Studium zahlen, gelten sie zugleich als Kunden. Als Kunden haben sie einen größeren Einfluss als bisher auf die Qualität dessen, was ihnen geboten wird. Mein persönliches Top-Argument! Wer schon mal im Ausland studiert hat, weiß, was genau das bedeutet.
Auch mein Lieblingsargument. Definitiv :-dafür
Wer für Leistung bezahlt, hat Leistung zu bekommen. Alles andere nennt sich Betrug.
Auch mein Lieblingsargument. Definitiv :-dafür
Wer für Leistung bezahlt, hat Leistung zu bekommen. Alles andere nennt sich Betrug.
Dann bitte meinen Beitrag eins weiter oben lesen.
Pass du erst mal auf mit Attributierungen von Menschen, die du nicht mal im Ansatz kennst.
Ansonsten interessiert mich München nicht die Bohne (Warum bezahlen wir eigentlich nicht jedem ein Penthouse in Malibu?), es geht darum, dass Ansprüche von Menschen in den Himmel gehen, während niemand bereit ist etwas dafür zu tun. WER soll das alles bezahlen?
;-)
Sag mal, was für eine Aggressionsbohne hast Du denn heute verputzt??? Leicht reizbares Medium....
Meinst Du ehrlich, ich wäre freiwillig von München weggegangen? Mein Vater war fast 10 Jahre arbeitslos, teilweise unverschuldet, manchmal hat er sich auch einfach aufs hohe Ross gesetzt (und frag nicht, wie sehr auf ihn eingeredet haben). Aber er und meine ganze Familie kommt auf Generationen hinaus aus München, ist da sehr stolz drauf, und hat alles daran gesetzt, nicht weg zu müssen.
Meinst Du im Ernst, dass ALLE Arbeitslosen und Sozialhilfeempfänger aus München aussiedeln müssen, weil es zu teuer ist, in dieser Stadt zu leben???
So klang es zumindest.
Ich habe Dich übrigens mit keinem Attribut versehen, ich habe nur zu Bedenken gegeben, dass das Leben nicht schwarz und weiß ist wie in einem amerikanischen Hollywood-Film, sondern beständig grau mit Schattierungen. Nicht mehr und nicht weniger.
alley_cat75
24.01.2007, 08:56
Und wie erklärst du dir dann, dass gleichzeitig mit der Einführung der Studiengebühren versucht wird, das Mitspracherecht der Studenten mehr und mehr zu reduzieren? [...] Der Staat zahlt nach eigener Aussage den Hochschulen trotz Studiengebühren noch genausoviel...
Quelle oder Zitat dafür, dass Studenten mehr und mehr das Mitspracherecht an den Universitäten gestrichen wird? :-??? In Berlin ist davon rein gar nichts zu spüren, ganz im Gegenteil. Desweiteren hat die Berliner Landesregierung den Etat für die Unis deutlich gekürzt. Deine letzte Aussage erübrigt sich damit ebenfalls.
DocOliver
24.01.2007, 09:00
Quelle oder Zitat dafür, dass Studenten mehr und mehr das Mitspracherecht an den Universitäten gestrichen wird? :-??? In Berlin ist davon rein gar nichts zu spüren, ganz im Gegenteil. Desweiteren hat die Berliner Landesregierung den Etat für die Unis deutlich gekürzt. Deine letzte Aussage erübrigt sich damit ebenfalls.
In HH, und so weit ich den Überblick habe, auch in Lübeck und Kiel, wird das Mitspracherecht der Studenten ebenfalls ausgebaut. Auch bei uns wurden die Senatsgelder für die Uni deutlich reduziert und die Unis damit aufgefordert, eigene Gelder in die Kassen zu bringen - mittels Studiengebühren.
Quelle oder Zitat dafür, dass Studenten mehr und mehr das Mitspracherecht an den Universitäten gestrichen wird? :-??? In Berlin ist davon rein gar nichts zu spüren, ganz im Gegenteil. Desweiteren hat die Berliner Landesregierung den Etat für die Unis deutlich gekürzt.
Und das ganz ohne Studiengebühren - ist ja der Hammer!
An welcher Universität wurde die Satzung hinsichtlich der Mitspracherechte von Studenten nach Einführung von Studiengebühren geändert?
Die Universität sollte nicht zu einer Dienstleistungsgesellschaft degradieren.
HalloBallo
24.01.2007, 10:16
Die Universität sollte nicht zu einer Dienstleistungsgesellschaft degradieren.
Doch, würde ich sehr begrüßen; ich wüsste nicht, welche Nachteile eine Dienstleistungsgesellschaft für uns Studenten mitsichbringen würde. (in der Annahme, dass Studiengebühren bereits beschlossen sind)
Die Marktwirtschaftslogik würde keine Freiheit der Forschung und Lehre, sowie an Unikliniken konsequent durchgeführt auch keine Behandlung unprofitabler Fälle mehr neben sich dulden. Das kann niemand wollen. Diese Grundwerte sind nicht verhandelbar.
HalloBallo
24.01.2007, 10:35
Die Marktwirtschaftslogik würde keine Freiheit der Forschung und Lehre, sowie an Unikliniken konsequent durchgeführt auch keine Behandlung unprofitabler Fälle mehr neben sich dulden. Das kann niemand wollen. Diese Grundwerte sind nicht verhandelbar.
ja, ja, ich merke schon...da spricht der Kommunist....mit denen ist wirklich nichts verhandelbar...viele Grüße und alles Gute in deiner Scheinwelt, die bis jetzt noch in keinem Land dieser Welt erfolgsversprechend aussah und grundsätzlich mehr Armut für die gesamte Bevölkerung gebracht hat und zu bekannten Regiemen geführt hat.
Das sind Grundwerte der Aufklärung und der Demokratie, nicht des Kommunismus.
HalloBallo
24.01.2007, 10:52
Das sind Grundwerte der Aufklärung und der Demokratie, nicht des Kommunismus.
sicherlich sind das Grundwerte, auf die ein Recht besteht: nur ist die Argumentaion zu behaupten, dass Dienstleistungsgesellschaften eine Grundversorgung/teure Behandlungen/Forschung etc. der deutschen Bevölkerung verbauen würden total absurd.
Da aber auch du zu denjenigen gehören zu scheinst, die die marktwirtschaftlichen Grundlagen und deren "Kettenreaktionen" nur sehr oberflächlich betrachtet haben, habe ich keine Lust diese gesamte Kettenargumentation erneut zu erläutern.
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