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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Studiengebührenboykott - seid Ihr dabei?



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alley_cat75
15.01.2007, 18:08
Edit: Die Praktika, die unsere Jungs gemacht haben, waren bis auf eine Ausnahme nicht bezahlt.

Vorsicht, solche Infos darfst Du hier nicht posten. Wo doch nur die Medizinstudenten ausgebeutet werden und alle anderen für Praktika Geld bekommen. ;o) Mein Freund hat auch Ingenieurswesen studiert und musste ebenso alle Praktika unentgeldlich absolvieren.

Ansonsten noch zu meinen (lieben!) Eltern und erwähntem Steuerfreibetrag. Das Studium war bei mir eine Zweitausbildung, daher kein Steuerfreibetrag. Aber ist auch egal. Das Arbeiten hat mir gut getan und mir trotz allem eine Regelstudienzeit mit besten Noten beschert.

Smartinchen
16.01.2007, 22:28
Ich finde Studiengebühren ebenfalls vernünftig - denn sie verbessern Lehre und Studienumfeld (mehr Bücher für alle in den Biblios) und hindern bestimmte Leute daran, 10 Jahre und mehr zu studieren.


Wie ich aus anderen Threads (bezüglich Bezahlung im PJ...) ersehe, findest du alles vernünftig, was dich nicht mehr negativ betrifft bzw. heute als Steuerzahlerin positiv betrifft... "Nach mir die Sintflut" oder wie?

Von seinen Eltern bis zum Abschluss der ersten Berufsausbildung Unterhalt (nicht: ein Luxusleben!) von den Eltern zu fordern, hat meiner Meinung nach nichts mit Schmarotzerei zu tun. Man verdient als Student nunmal nichts und die Eltern sind zurecht in der Pflicht, dem Kind solange zu helfen, bis es auf eigenen Beinen steht, also sein eigenes Gehalt verdient (und damit meine ich nicht den Studijob an der Tanke...).
Auch als Bafög-Empfänger leb ich übrigens nicht wie Alice im Wunderland...und zahle immerhin die Hälfte zurück. Ich kann dir garantieren, dass die meisten (!) Leute, die von den Eltern Unterhalt bekommen, später nichts zurückzahlen werden...

Ist ja schön, dass du es auch ganz allein geschafft hast, viele andere schaffen es aber nicht, zumal bei Minijobs - und das sind 99% aller angebotenen Studijobs - die Höchstgrenze bei 400 Euro liegt, sobald du mehr verdienst, musst du so viel versteuern, dass du netto mit noch weniger rausgehst. Zudem fallen dann Krankenkasse, Pflegeversicherung etc. an.

Außerdem hat doch gerade ständiges Jobben neben dem Studium den Effekt, dass man es nicht in Regelstudienzeit schafft (bei dir war es nicht so, aber das ist eher die Ausnahme).

Smartinchen
16.01.2007, 23:00
Ob ich bei so einer Aktion mitmachen würde, weiss ich nicht. Denke nicht, da sie in meinen Augen nichts bringt. Würde mich lieber dafür einsetzen, dass wir ein Mitspracherecht bekommen würden wie es verwendet wird.


Genau, und dann setzen wir 1985765 deutschen Studenten uns an einen großen Tisch und fangen schön an zu zanken, wofür das Geld denn jetzt am besten verwendet werden soll:
- Die Ökotrophologen hätten gerne die Komplettumstellung des Mensa-Essens auf ovo-lacto-vegetarische Ernährung aus 100% biologischem Anbau,
- Die BWLer, die eh schon alles haben, sagen "Kragen...äh Daumen hoch für vergoldete Namensschildchen für jeden Studenten" und
- die Mediziner, die sich den Hintern in den zahlreichen Vorlesungen ischämisch gesessen haben, plädieren für elektrische Liegesessel in allen Hörsälen...


Ich hab das jetzt vielleicht ein klein wenig ;-) überspitzt, aber selbst wenn du jedem Fachbereich seinen eigenen Anteil zuteilst oder sogar jedem Semester ne Summe gibst, wird man sich nie einigen.
Ich als einzelner Student würde hingegen genau da investieren, wo es mir am meisten bringt, und sei es, dass ich in Zeit (zum Lernen) statt Arbeiten investiere...

alley_cat75
17.01.2007, 07:49
Wie ich aus anderen Threads ersehe, findest du alles vernünftig, was dich nicht mehr negativ betrifft bzw. heute als Steuerzahlerin positiv betrifft. [...] Höchstgrenze bei 400 Euro, sobald du mehr verdienst, musst du so viel versteuern, dass du netto mit noch weniger rausgehst. Zudem fallen dann Krankenkasse, Pflegeversicherung etc. an.


Dass ich gegen Bezahlung im PJ und pro Studiengebühren bin, hat nichts damit zu tun, dass ich bereits mit beiden Beinen im Berufsleben stehe. Sicherlich wirst Du die anderen threads aufmerksam gelesen haben und meine Argumente dafür kennen. Ich gebe Dir jedoch insofern Recht, dass mein jetzt anderer Blickwinkel auf PJler/Medizinstudenten meine Haltung bestärkt. Mit Ignoranz und schnellem Vergessen hat das allerdings nichts zu tun.

Ich stimme Dir ebenfalls in dem Punkt zu, dass man ab 400 Euro Einkommen verpflichtet ist, Steuern und Sozialabgaben zu zahlen. Dieses Problem hatte ich während meiner Studienzeit, jedoch war es nur ein relatives Problem, denn die Steuern bekommst Du wieder zurück (Einkommenssteuererklärung). Mehr Krankenkassenbeitrag zahlst Du erst, wenn Du als Student ein bestimmtes Bruttojahreseinkommen überschreitest (und das sind deutlich mehr als 4800 Euro).

Ich habe nicht behauptet, dass Bafög-Empfänger wie im Paradis leben und nicht zusätzlich nebenbei arbeiten müssen. Es ging um den Vorschlag einiger Leute hier, dass nur Nicht-Bafög-Empfänger Studiengebühren bezahlen sollten. Da halte ich vehement dagegen, da Euch der Staat mehrere tausend Euro schenkt und Leuten wie mir ebend nicht. Entweder für alle (mit entsprechenden Möglichkeiten für Stipendien!) oder für keinen.

Ehemaliger User 20130505
17.01.2007, 12:12
Es ging um den Vorschlag einiger Leute hier, dass nur Nicht-Bafög-Empfänger Studiengebühren bezahlen sollten. Da möchte ich aber nochmal daran erinnern, dass ich nur gesagt hatte, man sollte zumindest von Bafög-Berechtigten keine Studiengebühren verlangen. Damit hatte ich nicht zwangsläufig für Studiengebühren plädiert. Ich bin gegen Studiengebühren während der Regelstudienzeit; wer diese jedoch deutlich überschreitet, sollte im Normalfall (Ausnahmen mags geben) kräftig Studiengebühren bezahlen.

alley_cat75
17.01.2007, 12:14
Pssst, ich habe extra keine Namen genannt, damit Du nicht anfängst, Dich hier zu rechtfertigen. Du weisst doch, wie schnell derartige Diskussionen ausufern können. :-keks

Roxane
17.01.2007, 15:09
Pssst, ich habe extra keine Namen genannt, damit Du nicht anfängst, Dich hier zu rechtfertigen. Du weisst doch, wie schnell derartige Diskussionen ausufern können. :-keks

Muss dieser provokante Ton, der sich übrigens bei Dir in allen Threads durchzieht, eigentlich sein?

alley_cat75
17.01.2007, 17:09
Muss dieser provokante Ton, der sich übrigens bei Dir in allen Threads durchzieht, eigentlich sein?

Ich erkenne an obiger Formulierung wirklich nichts Provokantes. Und interessant ist und bleibt, dass einige Leute immer wieder Töne oder Stimmungen aus Zeilen und/oder zwischen den Zeilen herauslesen können. :-sleppy Scheinbar kennst Du nicht alle meine threads *schade*, denn dann würdest Du mir nicht Derartiges unterstellen. :-dagegen

Und wieder back to the topic. *dreimalzwinker*

die chondropathia
17.01.2007, 17:18
Ich erkenne an obiger Formulierung wirklich nichts Provokantes.

Noja, schon. Das muß ja selbst ich konstatieren. Das ist imho sogar reinste Provokation, da ansonsten inhaltsflach.

Manchmal hilft es, sich zurückzulehnen und sich in aller Ehrlichkeit die Frage zu stellen, ob man vor lauter Omni(prä)potenz noch Fragen hat, die man sich selbst nicht gerade am besten beantworten kann... :-nix

alley_cat75
17.01.2007, 17:48
*tränenkullernübermeinGesicht*. Ich flitze mal schnell in den anderen thread zurück, in dem ich Dir gerade lauter :-)) :-)) :-)) habe zukommen lassen. :-dance

P.S. Hörst Du jetzt etwa auch Stimmen? Das war nicht beabsichtigt.

DocOliver
17.01.2007, 18:16
Muss dieser provokante Ton, der sich übrigens bei Dir in allen Threads durchzieht, eigentlich sein?

Wenn sich überhaupt jemand provoziert fühlen sollte, dann ist es Chris06... Ich kann zumindestens in alleycats letzten Äußerungen nichts Provokantes finden. Dies soll doch ein Forum zum diskutieren sein. Da muss man schon mal die eine oder andere Spitze ertragen. Und wenn Du tatsächlich aufmerksam in anderen threads mitlesen würdest, könntest Du erkennen, dass alleycat nichts böses im Schilde führt. Ich würde das mal als "Aufrütteln" bezeichnen.

Im Übrigen bin und bleibe ich ebenso für die Einführung von Studiengebühren. Ich denke, die meisten Gelder würden dann schon den Unis zu Gute kommen. Für amerikanische Verhältnisse bin ich jedoch nicht. Die Einführung vernünftiger Stipendien-Vergabesysteme ist ein absolutes Muss.

astrophys
17.01.2007, 20:25
Ich bin schon etwas erschüttert, wieviele hier Studiengebühren hinnehmen, bzw. sogar dafür sind.
Die Politiker wissen, dass die Studentenlobby quasi nicht existent ist, die Aussicht auf Kohle ist hier also recht hoch. An der Gesundheitsreform z.B. sieht man doch schon, dass man sich das Geld nicht da holt wo man mit erheblichem Widerstand zu rechnen hat.
Allerdings ist es schon erstaunlich, wie sich viele mit den üblichen Studiengebührenargumenten zufriedengeben: "Das Geld sorgt für bessere Studienbedingungen", "die Profs kümmern sich mehr um die Studenten" etc.

Und das es Leute gibt, die trotz 20-30 Stunden Arbeit die Woche das Studium in Regelstudienzeit mit sehr guten Noten durchzieht, lässt entweder auf eine äusserst hohe Begabung, Hilfe von aussen oder einen recht anspruchslosen Studiengang schliessen.

HalloBallo
17.01.2007, 22:20
Mit welcher Berechtigung soll denn ein Studium kostenlos sein, wenn selbst der Kindergarten (welcher elementare Dinge fürs Leben lehrt) Geld kostet.
Für mich ist in dieser Hinsicht nicht entscheidend, ob es Studiengebühren gibt oder nicht, sondern ob es trotzdem jedem ermöglicht bleibt zu studieren! D.h. es müssen faire Studienkredite/Bafög etc. verfügbar sein; andernfalls bin auch ich gegen die Einführung von Studiengebühren.
Gerne bringe ich den Vergleich mit dem Eigenheim an: Vermutlich planen 80-90% von euch später mal ein Haus zu kaufen. Überlegt euch mal, wie hoch die Kredite für ein Haus sind und vergleicht das mit den ca. 10 000 Euro für ein Studium, welches die GRUNDLAGE für jeglichen Wohlstand in eurer Zukunft legt.

Grüße

astrophys
17.01.2007, 22:36
Es gibt für einkommensschwache Familien durchaus kostenfreie Kindergartenplätze.

Davon abgesehen, wieso ist der Kindergarten nicht generell umsonst oder wieso kostet ein Schulbesuch kein Geld. Das ist in meinen Augen kein Argument sondern sieht eher nach Willkür aus. Jahrzehntelang war das Studium kostenfrei, warum jetzt auf einmal Studiengebühren, die zudem nur einen Bruchteil der tatsächlichen Kosten decken?

Roxane
18.01.2007, 11:16
Mit welcher Berechtigung soll denn ein Studium kostenlos sein, wenn selbst der Kindergarten (welcher elementare Dinge fürs Leben lehrt) Geld kostet.
Für mich ist in dieser Hinsicht nicht entscheidend, ob es Studiengebühren gibt oder nicht, sondern ob es trotzdem jedem ermöglicht bleibt zu studieren! D.h. es müssen faire Studienkredite/Bafög etc. verfügbar sein; andernfalls bin auch ich gegen die Einführung von Studiengebühren.
Gerne bringe ich den Vergleich mit dem Eigenheim an: Vermutlich planen 80-90% von euch später mal ein Haus zu kaufen. Überlegt euch mal, wie hoch die Kredite für ein Haus sind und vergleicht das mit den ca. 10 000 Euro für ein Studium, welches die GRUNDLAGE für jeglichen Wohlstand in eurer Zukunft legt.

Grüße

Meine Güte, wie unpolitisch kann man eigentlich sein? Kredite und Bafög müssen auch irgendwann einmal zurückgezahlt werden, und in Saus und Braus kann man von Bafög nicht leben. Studiengebühren sind eigentlich nichts anderes als die Verringerung von Bafög.

Das Studium ist nicht nur die Grundlage für unseren Wohlstand, sondern auch für den des Staates. Was glaubst Du, wovon sich der Staat finanziert? Sicherlich nicht von Luft und Liebe, sondern von potenten Steuerzahlern - und ökonomisch potent sind vor allem diejenigen, die akademisch gebildet sind. Grade Berufe wie Arzt, Krankenschwester, etc. sind für den Staat übrigens jenseits der monetären Aspekte wichtig, irgendwie muss die Bevölkerung ja medizinisch versorgt werden. Wenn Studiengebühren, dann nur für diejenigen, die nach Ende des Studiums nicht in die Patientenversorgung gehen, sondern in ein anderes Land abwandern, das keinen Cent in ihre Ausbildung investiert hat.

HalloBallo
18.01.2007, 11:42
... wie unpolitisch kann man eigentlich sein...
nur weil ich nicht wie du die LinksPartei oder die Grünen wählen würde, heißt das doch noch lange nicht, dass ich unpolitisch bin...ganz im Gegenteil übrigens!


... dann nur für diejenigen, die nach Ende des Studiums nicht in die Patientenversorgung gehen, sondern in ein anderes Land abwandern, das keinen Cent in ihre Ausbildung investiert hat...

Wenn du damit sagen willst, dass medizinische Berufe in D-Land teilweise unterbezahlt sind, stimme ich dir da zu...hat jedoch verhältnismäßig wenig mit dem eigentlichen Thema zu tun:
wenn du davon ausgehst, das der Staat nur einen Kleinstanteil an den realen Studiumskosten von dir erhalten möchte, ist das Studium auch weiterhin soziemlich kostenlos. (soweit ich weiß, kostet die Ausbildung eines Mediziners ca. 100 000 Euro....also würdest du nur 10% der eigentlichen kosten tragen müssen)
Und warum war das Studium bislang immer kostenlos? Warum waren die Renten mal höher? Warum steigen die Beiträge für Sozialversicherungssysteme?
WEIL WIR JAHRZEHNTELANG ÜBER UNSERE VERHÄLTNISSE GELEBT HABEN!!!

Da wir politisch vermutlich entgegengesetzter Meinung sind, werden wir uns darüber sowieso nicht einig; wenn du dich jedoch mal ein wenig mit wirtschaftlichen Zusammenhängen auseinandersetzten würdest, würdest du feststellen, dass der gesamte Finanzhaushalt in einem großen Kreislauf gesehen werden kann: würde jetzt aber zulange dauern, das ausführlich dazulegen.
Sicherlich gehörst du auch zu denen, die der deutschen Neidkultur frohnen und an das Geld der Reichen, Schönen und Pharmafirmen wollen. In jedem marktwirtschaftlichen System beruhen Investitionen (auch in die Erforschung von Medikamenten und Technik) darauf am Ende wirtschaftlich besser dazustehen als zuvor. D.h. würde man die Pharmafirmen mehr regulieren, wäre deren Anreiz geringer nach neuen Wirkstoffen zu forschen, da sie kaum Aussicht auf Profit hätten, welcher wieder an deren Wissenschaftler ausgeschüttet wird, welche andernfalls nämlich auch ins Ausland gehen würden.
Weiterhin würde mehr Regulierung ebenfalls den Abfall von Wettbewerb unter den Firmen hervorrufen, was widerum zur Folge hätte, das Preisdruck und Forschungsaktivitäten darunter leiden würden.

Woran D-Land jedoch wirklich sparen könnte, wären Bürokratie, Verwaltung und Regulierung...denn das hat auch schon anderen Ländern aus der Misere geholfen...
Grüße

Jan B.
18.01.2007, 12:08
Hallo zusammen,

auch meine Mitstudenten sind zu einem großen Teil Befürworter. Dabei ist mir aufgefallen, dass bei allen Befürwortern das Geld vollständig von den Eltern an die Uni überwiesen wird. Dass diese Leute kein Problem damit haben ist also kein Wunder. Weil in der Tat die meisten Studenten eher reiche Eltern haben, scheint es wenig Bewusstsein zu geben, dass es nicht jedem finanziell so gut geht.

Bei der Debatte höre ich oft, dass bei uns Studenten Geld wohl weniger ein Problem sei, als bei vielen anderen Bevölkerungsgruppen. Deshalb sei es durchaus gerechtfertigt, das fehlende Geld bei uns zu holen. Dabei wird nicht bemerkt, dass man hier von seinen Eltern redet und nicht von sich selbst. Genug Geld haben fast immer die Eltern, aber nicht der Student.

Mein Hauptkritikpunkt am Gebührengesetz ist deswegen die Regelung zu Krediten. Zumindest in BW müssen dicke Zinsen gezahlt werden. Das heißt im Endeffekt, dass Studenten ohne reiche Eltern am Ende noch erheblich mehr zahlen werden. Das halte ich für sehr ungerecht. Genau von diesen Studenten scheint es in Deutschland ja viel zu wenige zu geben.

Hier wird in Deutschland viel Potential verscheuert und nach Einführung der Studiengebühren werden wohl noch weniger Kinder ärmerer Eltern studieren können/wollen als ohnehin schon. Dabei muss ich betonen, dass dies keineswegs nur an den Gebühren liegt, sondern zum großen Teil auch an Fehlern im Schulsystem.

Gäbe es vernünftige Kredite (Zinsen eher im Bereich der Inflationsrate) und würde das Geld wirklich in die Lehre gesteckt, was offenbar keineswegs der Fall ist, hielte ich Studiengebühren für durchaus vertretbar.

So wie es ist, halte ich das Gesetz zwar kurzfristig wegen des Geldes für attraktiv. Langfristig wird es gerade soziale Probleme verschärfen, Aufstiegschancen verringern und das Bildungsniveau der Bevölkerung sinken lassen. Das sollten auch Kinder reicher Eltern nicht als Ziel unserer Politik akzeptieren.

Daher fühle ich mich verpflichtet, den Boykott zumindest zu versuchen.

Schöne Grüße an alle Diskutierer

HalloBallo
18.01.2007, 12:24
Mein Hauptkritikpunkt am Gebührengesetz ist deswegen die Regelung zu Krediten. Zumindest in BW müssen dicke Zinsen gezahlt werden. Das heißt im Endeffekt, dass Studenten ohne reiche Eltern am Ende noch erheblich mehr zahlen werden. Das halte ich für sehr ungerecht. Genau von diesen Studenten scheint es in Deutschland ja viel zu wenige zu geben. ...

.....Gäbe es vernünftige Kredite (Zinsen eher im Bereich der Inflationsrate) und würde das Geld wirklich in die Lehre gesteckt, was offenbar keineswegs der Fall ist, hielte ich Studiengebühren für durchaus vertretbar.



Mit den Krediten bin ich absolut deiner Meinung; es soll gerade auch den ärmeren "Schichten" durch FAIRE Kredite ermöglicht werden trotzdem zu studieren; andernfalls bin ich auch GEGEN die Einführung von Studiengebühren

DocOliver
18.01.2007, 13:47
- und ökonomisch potent sind vor allem diejenigen, die akademisch gebildet sind. ... Wenn Studiengebühren, dann nur für diejenigen, die nach Ende des Studiums nicht in die Patientenversorgung gehen, sondern in ein anderes Land abwandern, das keinen Cent in ihre Ausbildung investiert hat.

Bei allem Respekt Roxane, diese Zeilen stecken entweder voller Unwissenheit über wirtschaftspolitische Zusammenhänge oder Du trägst Dein Näschen mächtig weit oben. Dir ist doch bewusst, dass das Medizinstudium (und alle anderen Studien) aus Steuern finanziert wird, die nicht nur Akademiker erbringen? Ich möchte sogar behaupten, dass sie dabei den geringsten Teil ausmachen und auch ein Bauunternehmer oder die Betreiberin eines Nagelstudios kann durchaus ökonomisch potent sein. Dein Studium finanzieren überwiegend Verkäufer, Bauarbeiter, Busfahrer, ja sogar die nette Dame, die das Geld im WC einsammelt. Nenne doch mal einen guten Grund, warum ausgerechnet sie Dein Studium oder das von anderen finanzieren sollen. Der Vergleich mit der Gesundheitsreform hinkt mächtig. Der Staat hat die letzten 30 Jahren völlig über seinen Verhältnissen gelebt und jetzt wird die Notbremse gezogen, bevor wir amerikanische Verhältnisse bekommen (ein wenig stecken wir ja schon drin). Das beinhaltet leider höhere Beiträge für das Gesundheitssystem, keine Rentenanpassung ... und Studiengebühren. Wach auf, Du lebst nicht im Paradis!

DocOliver
18.01.2007, 13:52
Und das es Leute gibt, die trotz 20-30 Stunden Arbeit die Woche das Studium in Regelstudienzeit mit sehr guten Noten durchzieht, lässt entweder auf eine äusserst hohe Begabung, Hilfe von aussen oder einen recht anspruchslosen Studiengang schliessen.

Ich habe ebenfalls ohne Mami und Papi und ohne Bafög in der Regelstudienzeit studiert inkl. Auslandsaufenthalten und sehr guten Noten. Ja, begabt sollte man für Medizin schon sein. Gut erkannt. :-top Wie ich sehe, bist Du im 1. Semester?! Vor allem nach der Vorklinik wird alles zeitlich lockerer, so dass eine Halbtagsstelle nebenbei durchaus möglich ist. Zu meiner Zeit mussten die meisten ihren Lebensunterhalt verdienen und haben das auch problemlos (in der Regelstudienzeit) geschafft.