Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Studiengebührenboykott - seid Ihr dabei?
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Der angesprochene Bauarbeiter hat auch ein Recht auf ein Studium, genau wie jeder Bürger, der seine Hochschulreife hat, zu der auch jeder berechtigt ist, sie zu erwerben.
Hellequin
18.01.2007, 18:35
Träum weiter, wenn alle diese Dinge eingerechnet wären, würde das pro Student in die Millionen gehen. Allein der Präpkurs kostet pro Student laut Professor so um die 20.000 Euro pro Student (Kühlung, Räume, Personal, Transport und Beerdigung der Leichen, etc., etc.) Die übrigen Praktikas mit Geräten die teilweise auch hundertausende kosten tun ihr übriges.
Stammt wie dein Link vom statistischen Bundesamt. Wenn das nicht stimmt, stimmen deine Angaben auch nicht.
Die Räume werden aber nicht pro Präpkurs neu gebaut, sondern von zig Generationen von Studenten genutzt.
Die ganzen Professoren sind selbst zu Präpkurszeiten nur zu 50% in der Lehre tätig, die studentischen Tutoren arbeiten für ein Appel und ein Ei.
Die Leichen werden anonym auf einen Urnenfeld bestattet.
Die 20.000 € pro Student/Präpkurs halte ich für ein Gerücht.
Und ich hab in keinen Praktikum ein Gerät zu Gesicht bekommen, was für 100.000 € extra für Medizinstudenten angeschafft worden wäre.
Stimme ich Hellequin zu. Vor allem in der Vorklinik ist es zudem so, dass man ja fast nix 'Eigenes' hat, sondern nur die Räumlichkeiten, Labore etc. der Physiker, Chemiker usw. mitbenutzt. Es ist kein billiges Studium, da sind wir uns zweifelsohne einig, aber die 20.000 halte ich für stark übertrieben. Euer Prof wollte wahrscheinlich nur erreichen, dass Ihr Eure Ausbildung gebührend würdigt ;-)
KingLoui
18.01.2007, 18:45
Dann erklärt mir aber mal wie die 13000 bei den Tiermedizinern jährlich zusammenkommen. Da gibts sicher nicht so viele Kliniken, Einrichtungen und Apotheken. Weiterhin möchte ich dann noch die Studiengebühren von vielen tausend Dollar in den USA gerechtfertigt bekommen.
Der angesprochene Bauarbeiter hat auch ein Recht auf ein Studium, genau wie jeder Bürger, der seine Hochschulreife hat, zu der auch jeder berechtigt ist, sie zu erwerben.
Grundsätzlich richtig - nur hat nicht jeder dazu die Chance.
Sei es durch mangelnde Unterstützung des Elternhauses oder allein aus finanziellen Gründen dem Kind den Zugang zur Erwerb der Hochschulreife nicht finanzieren zu können.
Schaut euch die heutigen Erstklässer doch einfach mal an - unter welchen Voraussetzungen viele starten und schon von Anfang an keine Chance haben werden, jemals auf dem Gymnasium zu landen ...!!
Es ist einfach nicht finanzierbar, zigtausenden ein gutes Studium ohne deren finanzielle Eigenbeteiligung zu ermöglichen.
Und nochmal die Frage:
Warum muss der Kindergarten bezahlt werden mit mehrern hundert EURO pro Monat, während das Studium (für ein verschwindend kleine Minderheit an Bürgern oder Ausländern) kostenfrei bleibt?
Und warum ist das in den USA, GB u.v.a Ländern nicht so ein Drama wie hier?
Klar stört es mich auch massiv, jetzt auf einmal soviel Geld zahlen zu müssen -aber es fehlt an jeder Ecke Geld, wer soll die Massen an Unis denn finanzieren?
Es ist immer leicht zu sagen, spart halt woanders - aber fangt nicht grad bei mir an.
Wir sind eben jetzt der Anteil an Studenten, die am wenigstens von den Studiengebühren haben werden, aber ich hoffe langfristig auf eine Verbesserung der Lehre mittels Studiengebühren - ob diese Hoffnung erfüllt wird, bleibt abzuwarten ...
HalloBallo
18.01.2007, 18:56
Wenn man das alles etwas pragmatisch sieht; gibt es auch diese Art der Betrachtung: 500 Euro pro Semester bedeutet ca. 2,80 Euro am Tag!. Wenn so manch einer dafür das Rauchen einstellt oder beim geliebten "Abfeiern" mal nen Bier weniger trinkt und die Eltern vielleicht doch noch 20-30 Euro mehr im Monat hinzusteuern könnten, sind diese ca. 80 Euro im Monat auch für die Leute verkraftbar, die hier auf die Tränendrüse drücken und nicht verstehen wollen, warum Vater Staat nicht alles zu 100% finanzieren kann.
Kann mich Solara und HalloBallo nur anschließen. Was sind insgesamt 6000 EUR Studiengebühren? 2-3 Monatslöhne. Wer nicht bereit ist in seine Bildung zu investieren, wird nie weit kommen.
Das Studium ist die Basis für das spätere Berufsleben. Wenn man den Benefit zusammenrechnet, den man während seines Arbeitslebens aufgrund dieses Studiums erwirtschaftet, sind solche Beträge verschwindend gering.
Zugang zu Know-How wird nie wieder so billig werden, wie an der Uni ;)
surfsmurf
18.01.2007, 19:38
Wer ist hier eigentlich gegen
a) sozial verträgliche Studiengebühren, die
b) direkt der Uni und der Lehre zugute kommen?
Sozial verträglich würde hier beispielsweise heißen: Nachgelagert und relativ zum Einkommen (Beispiel: Australien oder Witten-Herdecke= x Jahre x % des Gehalts an die Uni). Imho gibt es gegen solcherlich gestalteten Studiengebühren keine Argumente.
Dass die jetzt geplanten Gebühren davon wohl erheblich differieren werde, ist offenkundig. Und gerade deswegen frage ich mich weiterhin, warum hier immer noch über Sinn oder Unsinn von Studiengebühren im allgemeinen diskutiert wird und damit in meinen Augen die Chance verpasst wird, die Umsetzung in eine andere Richtung zu lenken. Es sollte in meinen Augen inzwischen nicht mehr darum gehen, sich gegenseitig Zahlen an den Kopf zu werfen, die Sozialneiddebatte zum 300. Mal aufzuwärmen oder Senatsgebäude zu besetzen; sondern darum, Wege zu suchen, um das Recht einzufordern, als Studenten konstruktiv daran mitarbeiten zu dürfen, dass die Gebühren möglichst sinnvoll verwendet und sozial verträglich gestaltet werden. Alles andere ist meiner Meinung nach sonntäglicher Ideologie-Smalltalk ohne realpolitische Relevanz.
Smartinchen
18.01.2007, 19:52
Wer ist hier eigentlich gegen
a) sozial verträgliche Studiengebühren, die
b) direkt der Uni und der Lehre zugute kommen?
Ich! Denn wenn ich die 500 Euro in jedem Semester für mich behalte, kann ich mir davon mehrere Famulaturen außerhalb Deutschlands; Nachhilfe, wo ich sie brauche und Materialien für das Studium leisten. Ich kann das Geld genau da ausgeben, wo es was für MEIN Studium bringt.
Kann mich Solara und HalloBallo nur anschließen. Was sind insgesamt 6000 EUR Studiengebühren? 2-3 Monatslöhne. Wer nicht bereit ist in seine Bildung zu investieren, wird nie weit kommen.
Dann ist es ja bedauerlich, dass wir in Deutschland bis jetzt NUR Akademiker haben, die nicht weit gekommen sind...
Smartinchen
18.01.2007, 19:56
Wenn man das alles etwas pragmatisch sieht; gibt es auch diese Art der Betrachtung: 500 Euro pro Semester bedeutet ca. 2,80 Euro am Tag!. Wenn so manch einer dafür das Rauchen einstellt oder beim geliebten "Abfeiern" mal nen Bier weniger trinkt und die Eltern vielleicht doch noch 20-30 Euro mehr im Monat hinzusteuern könnten, sind diese ca. 80 Euro im Monat auch für die Leute verkraftbar, die hier auf die Tränendrüse drücken und nicht verstehen wollen, warum Vater Staat nicht alles zu 100% finanzieren kann.
Es gibt aber auch Leute, die Nichtraucher sind, schon jetzt kaum feiern gehen und deren Eltern schon jetzt so viel geben, wie es eben gerade geht. Es sind schließlich nicht "nur" die 500 Euro, die der Student zu bezahlen hat. Wer jetzt schon streng kalkulieren muss, für den sind 80 Euro Mehrbelastung im Monat viel.
Nebenbei bemerkt: Der Staat müsste ohne Gebühren doch keinen Cent mehr zahlen, da ja angeblich alles ZUSÄTZLICHE Mittel sind!
surfsmurf
18.01.2007, 22:15
Ich! Denn wenn ich die 500 Euro in jedem Semester für mich behalte, kann ich mir davon mehrere Famulaturen außerhalb Deutschlands; Nachhilfe, wo ich sie brauche und Materialien für das Studium leisten. Ich kann das Geld genau da ausgeben, wo es was für MEIN Studium bringt.
Den Teil meines Postings, wo ich von NACHGELAGERTEN Studiengebühren sprach, hast Du wohl nicht gelesen? :-sleppy
Lifendhil
18.01.2007, 22:37
Ich hatte schon so eine Ahnung, dass ich lieber nicht hier lesen sollte... und nach den letzten drei Seiten stell ich das Lesen auch lieber wieder ein. Die Argumente, die hier gebracht werden, finde ich einfach nur erschreckend. Da gibt es so viele Studien, die zeigen, wie besch.... das deutsche Bildungssystem vom Kindergarten bis zur Uni ist (ich beziehe mich hier vor allem auf die soziale Gerechtigkeit - wie war das mit dem UN-Botschafter, der mal nicht nach Afrika ging?) und dann ist die Bildungselite sogar in Teilen für Studiengebühren (achja... in den USA zahlen sie ja noch viel mehr). Aber wie sagte mal jemand so schön... in Deutschland studiert zum größten Teil eh nur die Schicht, die das Geld hat. Also warum dann nicht auch Studiengebühren??
*seufz*
((in solchen Momenten bekomm ich tatsächlich so ein klein wenig das Bedürfnis in meine zweite Heimat Finnland auszuwandern (schließlich will ich ja mal Kinder). Da haben die Menschen kapiert, wie wichtig die Bildung für alle ist (auch für den Staat selbst - das wird hier ja irgendwie ganz vergessen).))
Abgesehen davon macht ihr alle zusammen einen Fehler:
wir zahlen nicht 500 Euro. Wir zahlen 624 Euro (zumindest hier in Regensburg):
500 Euro Studiengebühr
74 Euro Studentenwerksbeitrag
50 Euro Verwaltungsgebühr
Das wird ja deswegen nicht erlassen, weil es einfach andere Stellen betrifft.
Aber das ist eine ganze Menge Holz auf´s Jahr gerechnet. Dafür arbeite ich auf dem Oktoberfest knapp 180 Stunden. Und das sind harte Stunden.
Smartinchen
19.01.2007, 10:23
Den Teil meines Postings, wo ich von NACHGELAGERTEN Studiengebühren sprach, hast Du wohl nicht gelesen? :-sleppy
Doch, aber SIND die Studiengebühren nachgelagert?? Das ist im Moment nicht der Fall und das wird aller Voraussicht nach auch nicht kommen...
In Frankfurt werden es sogar 750€ werden...
alley_cat75
19.01.2007, 12:29
Denn wenn ich die 500 Euro in jedem Semester für mich behalte, kann ich mir davon mehrere Famulaturen außerhalb Deutschlands; Nachhilfe, wo ich sie brauche und Materialien für das Studium leisten. Ich kann das Geld genau da ausgeben, wo es was für MEIN Studium bringt.
Das wichtigste ist doch bei dieser Diskussion, dass wir uns selbst am nächsten sind. Hoch lebe das Solidaritätsprinzip. :-top
@lifendhil: :-winky Bitte werte meine Frage nicht als Provokation (diese Phase haben wir zum Glück hinter uns gelassen), aber ich wüsste gern, warum Du in Deutschland lebst und nicht in Finnland, wo doch dort alles soviel besser ist?
Lifendhil
19.01.2007, 13:07
@lifendhil: :-winky Bitte werte meine Frage nicht als Provokation (diese Phase haben wir zum Glück hinter uns gelassen), aber ich wüsste gern, warum Du in Deutschland lebst und nicht in Finnland, wo doch dort alles soviel besser ist?
Wo hab ich das geschrieben? Wo hab ich geschrieben, dass alles besser ist? Der Meinung bin ich absolut nicht. Ich lebe gerne hier und find hier auch nicht alles schlecht ;-) . Aber was das Bildungssystem und die Familienpolitik angeht, bin ich der Meinung, dass Deutschland wirklich extremen Nachholbedarf hat (vor allem in den Köpfen). In Finnland gibt es auch Bereiche, die nicht ideal laufen, das ist in jedem Land so.
Ich finde es nur so traurig, dass sich dieses Land scheinbar völlig in die falsche Richtung bewegt, nachdem man nun langsam erkennt, dass etwas getan werden muss. Bildung ist kein Luxus des einzelnen, den man sich erkaufen muss, sondern das wertvollste Gut, das ein Land hat (zumindest wenn kein Öl da ist). Es ist im Sinne des Staates, dass möglichst viele Menschen sehr gut ausgebíldet werden. Da muss man investieren und zwar der Staat und nicht der einzelne Student. Das Ziel sollte sein, möglichst viele Menschen gut auszubilden. Ich denke nicht, dass die Studiengebühren dazu beitragen.
Für mich persönlich sind die Studiengebühren kein Grund zum Auswandern. Ich habe das Glück, dass ich mir über Geld den Kopf nicht zerbrechen muss (ich arbeite zum Spaß - was für ein Luxus). Trotzdem empfinde ich die Studiengebühren als einen großen Schritt in die falsche Richtung und vom Staat selbst als extrem kurzsichtig. :-meinung
Ich kann verstehen, dass du diese Frage stellst, aber ich möchte an dem Beispiel Finnland nur zeigen, dass es sich lohnt mal in die andere Richtung zu denken und nicht immer nur Länder wie die USA und Großbritannien als Beispiel zu nennen. Es geht halt auch anders und sozial gerechter!
KingLoui
19.01.2007, 14:11
Guter Post Lifendhil, hatte dich eigentlich schon etwas abgeschrieben ;-)
Du hast schon recht mit dem hohen Gut der Bildung, allerdings sind 500 Euro meiner Meinung nach wirklich für jeden erschwinglich, denn auch wenn jemand einen Kredit aufnehmen muss so kann dieser nun wirklich später mit 2-3 Monatsgehältern abgezahlt werden. Natürlich gibt es Härtefälle, aber die gibt es immer und es muss sowieso von vormeherein jeder für sein tägliches überleben aufkommen!
Ich denke gerade diese 500 Euro werden bei vielen Studenten vielleicht auch mal diese Null Bock Haltung abschaffen. Denn Bildung ist nunmal nichts was vom Himmel fällt sondern etwas was man sich in vielerlei Hinsicht verdienen muss. Allerdings gilt dies auch wirklich nur für diesen Betrag jenseits der 1000 Euro hört der Spaß wirklich auf.
Dann ist es ja bedauerlich, dass wir in Deutschland bis jetzt NUR Akademiker haben, die nicht weit gekommen sind...
Die Äußerung von mir bezog sich nicht allein auf die Studiengebühren. Und ich bin mir sicher, dass erfolgreiche Akademiker auch Geld in die Hand nehmen mussten, um erfolgreich zu sein.
Was mich immer wieder bei solchen Diskussionen stört, ist dieser "Staatsbegriff". Als ob "der Staat" für das Seelenheil jedes einzelnen verantwortlich wäre. Grundsätzlich ist jeder seines eigenen Glückes Schmied. Und jeder studiert aus dem Egoismus heraus, weil er es will. Zumindest hoffe ich das. Und machne werden irgendwann auch noch merken, dass nichts umsonst ist, nur der Tod und der kostets Leben :-D
Wer Probleme mit 6000 EUR Schulden hat, sollte nie im Leben an ne eigene Praxis oder ein eigenes Haus denken.
HalloBallo
19.01.2007, 16:30
....
Was mich immer wieder bei solchen Diskussionen stört, ist dieser "Staatsbegriff". Als ob "der Staat" für das Seelenheil jedes einzelnen verantwortlich wäre. Grundsätzlich ist jeder seines eigenen Glückes Schmied. Und jeder studiert aus dem Egoismus heraus, weil er es will. Zumindest hoffe ich das. Und machne werden irgendwann auch noch merken, dass nichts umsonst ist, nur der Tod und der kostets Leben :-D
Wer Probleme mit 6000 EUR Schulden hat, sollte nie im Leben an ne eigene Praxis oder ein eigenes Haus denken.
Du sprichst mir da echt aus der Seele ;-) Leider werden solche Diskussionen immer offen enden, da man einfach merkt, wer Vater Staat als Seelenheilbringer sieht, der für alles und jeden im vollsten Umfang Verantwortung trägt oder wer sich für sich selbst verantwortlich fühlt.
Wenn diese Leute, die oben beschriebenes hier rüberbringen auch damit einverstanden sind, wenn Vater Staat sie nach Ende ihrer Ausbildung dahin versetzten darf, wo es am nötigsten ist (Landarzt in Meck-Pomm), dann akzeptiere ich auch die Meinung, dass Vater Staat gefälligst für alle Unkosten der Ausbildung aufzukommen hat.
Grüße
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