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Dr. Jekyll
27.02.2007, 20:15
Die beschriebenen Medizinstudenten mit Krokodilen u. diversen anderen Schriftzügen auf Shirts stellen doch nicht die Mehrheit dar. Während meines Studiums kamen 99% aus normalen mittelständigen Familien, die meisten von uns mussten sich ihren Lebensunterhalt selbst erarbeiten. Keiner fuhr mit Papas Porsche oder gar mit seinem eigenen vor.



das hat sich aber gewaltig geändert. die soziale herkunft würde ich mittlerweile unter den studenten schon als gehoben bezeichnen.
der wandel wird auch noch zunehmen, gerade in medizin.
porsche wird noch nicht gefahren, aber die eigene (!) c-klasse in der vorklinik hab ich schon erlebt am campus


es geht nicht darum, ob nun tatsächlich die kinder aus der unterschicht nicht
studieren, weil ihre eltern sich nicht für die bildung ihrer kinder interessieren.
das stimmt vollkommen . ich hab meinen soziologieschein auch gemacht.
"die haben halt pech gehabt" ich kann mich als staat DA nicht einmischen

Sie sollten aber die Möglichkeit haben können, studieren zu können,
wer nicht will, der soll halt nicht.

weil es bei sozial schwachen familien auch welche gibt, die vor den kosten
zurückschrecken, weil sie das studium finanziell nicht stemmen können,
denen sollte aber die möglichkeit gegeben werden zu studieren

-bafög deckt nicht alles

- 500 euro wird wahrscheinlich nur der "einstiegsbetrag" gewesen sein
das wird wie bei der tabaksteuer enden

da werden vom staat rhetorikfragen aufgestellt, a la:

"Du willst eine gute Ausbildung für dein Kind?
"Na, dann kannst du ja auch einen Teil selbst zahlen"

- Na klar will jeder eine gute ausbildung für sein kind.

und wie soll man die ganzen gebühren mit büchern, krankenkasse, miete
studiengebühren, fahrtgeld allein vom bafög zahlen?
alle bafögempfänger, die ich kenne und die nicht von den eltern geld dazukriegen, jobben nebenbei


und soll ich jetzt nen kuchenbasar veranstalten auf meinem campus,
um für meine uni die studiengebühren zusammenzukriegen?

das sind doch zwei paar schuhe.

warum soll ich denn kein kostenloses studium verlangen,

der Staat langt VOLL zu bei mir und meinen Eltern

wenn du dich mit dem kapitalismus und steuern näher beschäftigst,
wirst du merken, dass deine hartverdiente kohle zu 90 %
vom staat abgegriffen wird.
soll ich mit den letzten 10 % noch mein studium bezahlen?

du merkst es ja nur nicht mit den 90%, und das ist der trick des staates dabei, alley. weil auf deiner steuererklärung 30% draufstehen.



ihr tut alle so, als ob das den staat geld kostet euer studium zu zahlen,
der staat ist doch nicht dämlich.

das ist doch noch ein hintergedanke dabei, du bist gut ausgebildet,
verdienst viel geld und zahlst später viel steuern und zahlst so indirekt dein studium zurück.

Zigfach.

es sei denn man wandert ab, aber das ist ein anderes thema.

und bei 5 millionen arbeitslosen und 50 % nur für soziale ausgaben

+ die ganzen vom staat gestützten jobs
+ die die jobs haben, aber weil es zu wenig ist, schon gar keine
steuern mehr zahlen


da ist doch bildung wohl der beste ausweg.

das kostenlose studium wird diesem staat NICHT das genick brechen,
das sind alle anderen faktoren, aber garantiert nicht die "teuren" studenten

was hat der gemeine arbeiter vom germanistikstudenten????

ich weiß es nicht.

Was hab ich von nem arbeitlosen???

das weiß ich auch nicht,

aber ich zahl trotzdem brav meine steuern und
unterstütze ihn. weil wenn ich anfange so etwas zu fragen, klinke ich mich
doch aus dieser gesellschaft und dem gebilde "staat" aus!

auf der unteren ebene brauchen wir nicht diskutieren, a la "was hab ich genau von dem anderen", weil wir eine Gesellschaft sind.

in diesem sinne

Roxane
27.02.2007, 20:33
Klar, wir haben auch die Fraktion der Tussen, die nur mit zero-Einkaufstaschen in jede Vorlesung kommt und die Uni mit nem Laufsteg verwechselt. Es ist auch so, dass die meisten eher nicht aus armen Schichten kommen. Im Vergleich zu den Wiwis und den Juristen ist aber bei den Medizinern das vulgäre Protzen mit Marken, Autos und ähnlichem eher stark begrenzt. Einige mögen rein charakterlich arrogant sein, die aufgezählten Merkmale findet man aber eher nicht.

Flauscheding
27.02.2007, 20:37
Huhu,
ich muß zunächst einmal im Vorfeld sagen, daß ich auch jetzt nur schnell 2,3 kleine Dinge sagen möchte, zu mehr habe ich im Moment einfach die Zeit und auch die Geduld nicht.

In meinen Augen artet diese ganze Diskussion in eine Sozialneiddebatte aus und kann das grad gar nicht nachvollziehen. Ich find's einfach nciht sinnvoll, eine solche Debatte daraus zu machen.

Auch kann ich nur von meinem FB an meiner Uni sprechen und dort sehe ich vorwiegend Studenten mit wirklich alten Autos oder aber Busfahrer, Fußgänger. Weder Porsche, BMW noch sonst solche "Nobelkarossen" sind zu Hauf vertreten. Und selbst wenns so wäre, wen störts denn? Ich gönne es denen, die es sich leisten können ( wo wir doch schon wieder beim Sozialneid wären ).
Geht einfach mal ne Runde bei den WiWis spazieren, dann seht ihr wirklich versnobte, BMW-fahrende Studis. Und das ist dort die Regel, so zumindest bei uns. Da ich regelmäßig dort zu tun habe, denke ich auch, dass ich mir diebzgl. ein realistisches Bild machen kann.

Darüberhinaus muß ich auch knallhart sagen, dass es noch niemandem geschadet hat, ein bisschen jobben zu gehen. Wenn Bafög für die Gebühren nicht ausreichen, kann man sich nen Job suchen. Ich kenne sicherlich ausreichend anderer Dinge, die ich lieber tun würde, aber was mjuß, das muß eben. Wie gesagt, ich muß sogar während des
Semesters 2-3x/Woche jobben gehen und nciht nur in den Ferien, weil ich eben kein Bafög erhalte und auch keine sonstigen Gelder. Und ich lebe auch noch. Ein bisschen Eigenverantwortung wäre sicherlich angebracht.

Und hey, schön sind die Gebühren nicht, aber letztlich sinds vielleicht 6500€ "Schulden" nach Beendigung des Studiums. Das sollte doch überschaubar sein. Ich weiß grad nicht, wer sagte, dass die KfW "getarnte" Kredite anbietet, aber das stimmt so definitiv nicht. Die Angebote der KfW sind wirklich gut und vielleicht sollte man auch darüber nachdenken, sich ordentlich zu informieren, statt Pauschalurteile im Vorfeld zu fällen. So etwas kann ich persönlich nämlich grad gut leiden.
In diesem Sinne,
Flausche

dumbo
27.02.2007, 20:57
In meinen Augen artet diese ganze Diskussion in eine Sozialneiddebatte aus und kann das grad gar nicht nachvollziehen. Ich find's einfach nciht sinnvoll, eine solche Debatte daraus zu machen.

Flausche

Sozialneid war nie mein Thema, ich habe nur gesagt, daß man es sich leisten können muss für Studiengebühren zu sein.




Darüberhinaus muß ich auch knallhart sagen, dass es noch niemandem geschadet hat, ein bisschen jobben zu gehen. Wenn Bafög für die Gebühren nicht ausreichen, kann man sich nen Job suchen. Ich kenne sicherlich ausreichend anderer Dinge, die ich lieber tun würde, aber was mjuß, das muß eben. Wie gesagt, ich muß sogar während des
Semesters 2-3x/Woche jobben gehen und nciht nur in den Ferien, weil ich eben kein Bafög erhalte und auch keine sonstigen Gelder. Und ich lebe auch noch. Ein bisschen Eigenverantwortung wäre sicherlich angebracht.

Flausche

Eigenverantwortung ist ein Euphemismus, der leider ziemlich oft benutzt wird in der politischen Debatte in letzter Zeit. Man könnte es auch Outsourcing staatlicher Pflichten nennen. Letzten Endes ist in einem Staat- und Solidarsystem wie wir es haben jeder für jeden verantwortlich, indem er Abgaben leistet, von denen andere profitieren. Das sollte man nicht gegeneinander abwiegen.
Toll ist es auch nicht soviel jobben zu müssen, daß man das Lernen vernachlässigt und deswegen länger studieren muss, und noch zusätzlich gebühren bezahlen muss. Sozusagen eine doppelte Bestrafung der Benachteiligten.



Und hey, schön sind die Gebühren nicht, aber letztlich sinds vielleicht 6500€ "Schulden" nach Beendigung des Studiums. Das sollte doch überschaubar sein. Ich weiß grad nicht, wer sagte, dass die KfW "getarnte" Kredite anbietet, aber das stimmt so definitiv nicht. Die Angebote der KfW sind wirklich gut und vielleicht sollte man auch darüber nachdenken, sich ordentlich zu informieren, statt Pauschalurteile im Vorfeld zu fällen. So etwas kann ich persönlich nämlich grad gut leiden.
In diesem Sinne,
Flausche

6500 Euro bei Regelstudienzeit + BaföG-Schulden ergibt schonmal einen Betrag von 10.000 Euro (alles darüber muss man zumindest in NRW nicht mehr zahlen) + Schulden für Lebensunterhalt wenn das geld nicht ausreicht + Schulden wenn die Regelstudienzeit überschritten wurde. Ergibt schnell einen Betrag im fünfstelligen Bereich, und damit soll man in den beruf starten. Klar, wenn ich eine perfekt funktionierende Arbeitsmaschine ohne Kinder (für deren Studium du dann schon mal sparen kannst), alte Eltern oder andere "Kostenfaktoren" bin, sofort einen Job finde, und einen "renditeträchtigen" Studiengang hatte, dann ist das leicht zu schultern. Für viele Leute aber nicht. Und in allen Ländern, die Studiengebühren einführten, wurden diese nach ein paar Jahren erhöht, hier wird es auch so sein.

Dr. Jekyll
27.02.2007, 21:04
ich war das mit den krediten, aber ich finds gut, dass du weißt,
das ich mich nicht informiert habe. :-top

was genau ist das faire daran?
ich führe als staat etwas ein, um dir danach einen lösungsweg zu geben,
wie ich sicher an das geld komme als staat und dann mit 6% ?

so ein kredit wird eingeführt, um kritiker zum schweigen zu bringen.
"wie, du kannst dir das studium nicht leisten?"
"Mensch, dann nimm doch einfach einen Kredit auf!"

"Siehst du, Problem gelöst, so können leute die sich ein studium eigentlich
nicht leisten, doch leisten" Clever gemacht, staat, da kann man als kritiker nichts mehr sagen.

Man kauft nie etwas auf "raten", wenn man sich es nicht leisten kann.
wer sagt mir, dass ich mein studium übergaupt schaffe, oder
das ich eine gutbezahlte stelle hinterher kriege, ich muß ja den kredit so oder
so zurückzahlen!


Du meinst das, oder? (https://www.kfw-formularsammlung.de/KonditionenanzeigerINet/KonditionenAnzeiger?Bankengruppe=1392435951&Programmgruppe=-1833905988&ProgrammNameNr=Studienkredit)

und es ist keine sozialdebatte, mir ist ehrlich gesagt scheißegal
ob jemand den benz fährt oder was er für ein polo-shirt trägt

es geht nur darum, das alle die möglichkeit haben zu studieren,
egal wie sie zur uni kommen und mit welchen klamotten

noch schaffst du es dein studium selbst zu finanzieren, was ist in
5 jahren? oder mit der nächsten generation? man muss
doch mal an die nächste generation denken, es könnte sein
das die 500 € der anfang sind, und die dann ihr studium nicht mehr ganz alleine finanzieren können. mal abgesehen von den ständig steigenden
lebenserhaltungskosten, die ja auch nebenbei "bewältigt" werden müssen

das wird für viele familien jedes jahr knapper, wer überlegt da nicht zweimal
sich noch einen kredit aufzuhalsen?

Flauscheding
27.02.2007, 21:09
Also weißt du, dumbo, mankann sich nciht hinsetzen und warten, dass einem alles in den Schoß fällt. Man benötigt zum studieren keine 60qm-Wohnung. Man kann für seinen Lebensunterhalt arbeiten gehen und trotzdem fleißig studieren. Und wenn man Bafög erhält und nebenbei jobben geht ( Semesterferien bspw. ) kann man gut leben. Aber sich hinzusetzen und zu jammern, was das alles kostet und was man an Schulden anhäuft und das als Argument heranzuziehen, das ist indiskutabel.

Flauscheding
27.02.2007, 21:14
Achso und noch etwas: den Kredit mußt du nciht zurückzaheln, wenn du es nicht kannst. Wenn du keinen Job findest, bürgt der Statt, du gehst kein großes Risiko ein.
Leichter ist es allemal ohne Gegühren, ganz klar, aber sicher nicht nicht machbar für sozial schwächer gestellte Menschen.

So, jetzt geh ich endgültig lernen :).

Dr. Jekyll
27.02.2007, 21:21
Eigenverantwortung ist ein Euphemismus, der leider ziemlich oft benutzt wird in der politischen Debatte in letzter Zeit. Man könnte es auch Outsourcing staatlicher Pflichten nennen. Letzten Endes ist in einem Staat- und Solidarsystem wie wir es haben jeder für jeden verantwortlich, indem er Abgaben leistet, von denen andere profitieren. Das sollte man nicht gegeneinander abwiegen.



du hast vollkommen recht dumbo, endlich mal jemand der
das erkannt hat.


das hat rein gar nichts mit eigenverantwortung zu tun, wenn
ich auf einmal für einen betrag aufkommen muß, den ich vorher
nicht bezahlen musste.


der staat zieht sich immer mehr zurück, er signalisiert dem bürger

"Mach du alleine, lieber Bürger; meine Verantwortung endet ab sofort hier"

sei es rente, studium, krankenkasse...


einziger nachteil:

So bleiben viele menschen immer häufiger auf der strecke. ich erinnere
mal ganz pauschal und subjektiv an die USA

flauscheding kann die 6500 € stemmen, wer sagt das das flauschedings nachbar noch kann?

guck doch mal über deinen eigenen tellerrand, was du kannst
musst doch der nächste nicht können.

und der kann dann nicht studieren, so wie du?

ich muß weder arbeiten, kriege alle bücher, krankenkasse, miete etc. bezahlt,

ich könnt mich bequem hinsetzen und mich fragen, was es mich denn kümmert, 500€ studiengebühren zu zahlen, zahlen doch eh meine eltern.
für mein leben ändert sich ja primär nichts. hab ich doch nen super
leben, was beschwert sich Dr. Jekyll eigentlich?????

Genausowenig kannst du sagen flauscheding: "Na ja, ich schaff das doch,
was beschweren sich die anderen?"

aber was ist mit den anderen, die es nicht so gut haben?
um meine haut mach ich mir keine sorgen.

stichwort "soziale verantwortung", ich muss für meine gesellschaft
kämpfen, dass sie in dieser form erhalten bleibt,
und kann nicht nur mich sehen als einzelindividuum.


@ flausche: aber wenn du kannst, musst du den kredit zurückbezahlen.
außerdem ist das nicht besonders schön von seinem
harten lohn, wenn man mit 28 und vielleicht schon ner kleinen
familie, alles über der grenze abgeben zu müssen.

der staat könnte diesen kredit auch kostenlos geben,
der bund ist träger der bank. der staat hat bei zig billionen im hintergrund,
der muß sich um 500€ keine sorgen machen.
zumal der kreditnehmer ja kein windiger betrüger, sondern einfacher szudent ist.

da hat der staat schon "risikointensivere" dinge ermöglicht

Ps.: die 6 prozent sind nicht fix! außerdem muß bei steigenden
lebenserhaltungkosten (ich erinnere an die Heizung dieses jahr)
z.B der kredit um die eigentlich geplante summe erweitert werden...
so wird aus dem studiengebührenkredit recht schnell ein größerer kredit.
und wie gesagt ich muß für etwas zahlen, was ich vorher nicht zahlen musste.



ach halb so schlimm, hab ja den kredit. den muß ich aber trotzdem zahlen.
darum geht es doch.

catgut
27.02.2007, 23:16
Das ist bitter, aber Du bekommst wenigstens Bafög. Zweifelsohne wäre der ideale Zustand, nur zu studieren und sich nicht mit finanziellen Sorgen herumschlagen zu müssen. Aber, wie schon tausend Mal zitiert, einem nackten Mann (in diesem Falle der Staat) kann man nicht in die Taschen fassen.

Es würde ohne Bafög auch nicht funktionieren, weil meine Eltern mich nicht finanzieren können. Sie sind damit beschäftigt, ihr kleines Häuschen, das sie über 30 Jahre abgezahlt haben, nicht zu verlieren, weil mein Vater über 10 Jahre arbeitslos war, weil er mit Anfang 50 zu alt war für den Arbeitsmarkt in der Münchner Umgebung und er nun für den Rest seines Lebens einen Rentenabzug von 17% hat, um überhaupt das Häuschen zu behalten.
Auf 400 Euro Basis könnte ich nicht mehr arbeiten als ich es jetzt tue, ohne Steuern zu zahlen. Also, woher nehmen und nicht stehlen?


Ich finde es einfach egoistisch, vom Staat ein kostenloses Studium einzufordern. Letztendlich zahlt das der Steuerzahler, d.h. der kleine Lagerarbeiter, der z. B. von einem Germanistikstudenten doch überhaupt nichts hat. Von angehenden Ärzten schon eher, aber die wandern ja früher oder später alle aus...

Stichwort: soziales System

Aber da bin ich meinungstechnisch mit Jackyll so ziemlich eins.

Ich hätte es ja schon fair gefunden, Gebühren so einzuführen, dass es nicht die betrifft, die schon mitten im Studium stecken. Immerhin haben wir ja mit völlig anderen Voraussetzungen angefangen. Und ja, da bin ich egoistisch.

Und mich ärgert auch die Art der Politiker, wie Dinge durchgezogen werden, ohne dass die Bevölkerung groß in Kenntnis gesetzt wird. Oder gefragt.
Das betrifft Studiengebühren genauso wie die Überwachung, oder dass Kopieren von CD´s strafrechtlich härter verfolgt werden darf als Vergewaltigung (überspitzt ausgedrückt).

Oder wie hat Stefan Raab heut so schön gesagt: "Wenn Sie demnächst rauchend mit einer Glühbirne in einer Bar sitzen und Killerspiele am Laptop spielen, kriegen Sie lebenslänglich."

alley_cat75
28.02.2007, 09:08
... Als Akademiker tritt man später ins Berufsleben ein, d.h. man hat einen langen Verdienstausfall, Kosten für Lebensunterhalt, es wird nichts für die Rente angerechnet, während Facharbeiter wesentlich früher Geld verdienen, auch schon während der Ausbildung. Wenn man dann Geld verdient kommen Kosten für evtl vorhandenen Familie, Altersvorsorge und jetzt noch zusätzlich Gebührenschulden dazu.

Herje, was ist das denn für eine Argumentationskette? :-dagegen Als Akademiker hast Du lediglich 6 Jahre (lass es meinetwegen 9 Jahre sein wegen Ausbildung) weniger im Berufsleben gestanden, als ein normaler Arbeiter. Dafür verdienst Du aber auch mehr. Und Dir ist garantiert, dass Du Deinen Job tatsächlich bis zum 67 Lj. machen kannst. Weisst Du eigentlich, wieviele Menschen bereits ab dem 40. Lj. körperliche Wracks sind? Selbst die so gern zitierte Krankenschwester wird es schon mit 50 nicht mehr leicht haben, eine Stelle zu finden. Als Akademiker steigt Dein Gehalt mit zunehmender Berufserfahrung, der Handwerker bekommt 45 Jahre lang (wenn er es denn bekommt) das Gleiche.

Das Studium und sogar Deine Abizeit werden sehr wohl auf die Rente angerechnet. Ich habe das Schwarz auf Weiss. Und Lebensunterhalt müssen wir alle aufbringen, auch der Arbeiter. Oder glaubst Du, der hat die Familie umsonst?


In den USA sind die Gebühren wesentlich höher, aber die Frage ist, wollen wir hier solche Verhältnisse.

Was meinst Du mit Verhältnisse? Ich habe zahlreiche Verwandte und Freunde in den Staaten. Die meisten studieren oder haben studiert, auch die aus sozial schwachen Schichten. Wer dort ein Kind in die Welt setzt, beginnt bereits, Geld für`s College bei Seite zu legen. Wie gesagt, idealerweise ist alles im Leben umsonst. Aber das ist es eben nicht. Mich persönlich kotzt die deutsche Unmündigkeit an. Jeder erwartet, dass Vater Staat alles regelt. Mein Studium, meinen Job, meine Rente. Gab es schon mal in der ehemaligen DDR, hat nur leider nicht funktioniert. Staat pleite!

alley_cat75
28.02.2007, 09:16
... paradox, dass die arme Krankenschwester nicht das Studium des Chefarztes bezahlen soll. Sorry Leute, so ist das Steuersystem: ich besuche keine staatlich subventionierten Opern, Schwimmbäder, fahre kein Auto und brauche auch keine 24-Stunden Überwachung durch die Polizei.

Meiner Meinung nach vergleichst Du hier Äpfel mit Birnen. Ein Studium kommt allein dem Studierenden selbst zu Gute, warum also Finanzierung durch die Allgemeinheit? Opern/Theater, Schwimmbäder, Autobahnen etc. pp sind für alle da. Wenn Du das nicht nutzt, Schuld eigen.





..., denn so üppig verdient die KS ja nicht.

2600 Brutto/Monat finde ich durchaus üppig. Aber das nur mal so am Rande. Jede Krankenschwester wäre in der Lage, ihre Kinder zur Uni zu schicken.




Ein weiteres Pseudoargument ist "wenn der Kindergarten was kostet, wie kann dann die Unis nichts kosten ?" - die logische Antwort müsste doch sein, den Kindergarten kostenlos zu machen, nicht Studiengebühren einzuführen.


Diese Logik erklärst Du mir am besten später nocheinmal. Verstehe ich nämlich gerade nicht.

alley_cat75
28.02.2007, 09:25
Sie sollten aber die Möglichkeit haben können, studieren zu können. ... und wie soll man die ganzen Gebühren mit büchern, Krankenkasse, Miete,
Studiengebühren, Fahrtgeld allein vom bafög zahlen? ... Es sei denn, man wandert ab, aber das ist ein anderes Thema.

Es hat doch jeder in Deutschland die Möglichkeit, zu studieren. Ich bekam weder Geld vom Staat, noch von meinen Eltern und habe dennoch als Student extrem gut gelebt (inkl. Auto und Reisen) und in der Regelstudienzeit studiert. Vielleicht solltest Du, gemeinsam mit den anderen Systemzweiflern, tatsächlich mal eine Weile ins Ausland gehen. Schon um zu sehen, dass es woanders ganz genauso abläuft. Steuern - viel zu viel. Was macht der Staat - nichts. Leben - zu teuer. Sozialsystem - ungerecht. :-sleppy Unzufriedenheit ist zum Glück ein Entwicklungsmotor, also macht mir das alles wenig Sorgen.

catgut
28.02.2007, 11:22
Als Akademiker hast Du lediglich 6 Jahre (lass es meinetwegen 9 Jahre sein wegen Ausbildung) weniger im Berufsleben gestanden, als ein normaler Arbeiter. Dafür verdienst Du aber auch mehr. Und Dir ist garantiert, dass Du Deinen Job tatsächlich bis zum 67 Lj. machen kannst.


Hmmm, mein Freund und sein Vater haben das mal rein aus Interesse ausgerechnet (schon vor einigen Monaten) und festgestellt, dass sich das bis zur Berentung ziemlich ausgleicht. Netto.

D.h., dass ein Akademiker bis zum Zeitpunkt seiner Berentung (immer im Durchschnitt gesehen) von dem, was er im Laufe seines Lebens verdient hat, nicht wesentlich von einem Arbeiter unterscheidet.

Natürlich sind Eventualitäten wie große Karriere, Arbeitslosigkeit, Berufsunfähigkeit, etc. nicht miteingerechnet.

Trotzdem interessant.

wanci
28.02.2007, 13:00
Mich persönlich kotzt die deutsche Unmündigkeit an. Jeder erwartet, dass Vater Staat alles regelt. Mein Studium, meinen Job, meine Rente. Gab es schon mal in der ehemaligen DDR, hat nur leider nicht funktioniert. Staat pleite!

Dieses Argument hat nur einen großen Haken, die es in dieser Diskussion meiner Meinung nach völlig unbrauchbar machen und auf die du nie eingehst, obwohl sie schon desöfteren gefallen sind.

Der Staat hat versprochen, die staatliche Förderung von Universitäten nicht zu reduzieren. Also wird er auch nicht mehr Geld haben. Also ist auch dein Hauptargument absolut unbrauchbar.
Und von wegen armer Staat und so...Für was für Dinge der sonst Geld zu haben scheint...


Meiner Meinung nach vergleichst Du hier Äpfel mit Birnen. Ein Studium kommt allein dem Studierenden selbst zu Gute, warum also Finanzierung durch die Allgemeinheit? Opern/Theater, Schwimmbäder, Autobahnen etc. pp sind für alle da. Wenn Du das nicht nutzt, Schuld eigen.

Eine Autobahn kommt auch nur Führerscheininhabern zugute. Wer jetzt keinen Führerschein / kein Abitur macht, Schuld eigen. Das Abitur kann doch auch jeder machen, genau wie den Führerschein.

my_precious
28.02.2007, 13:11
was diskutiert ihr hier überhaupt noch?

KingLoui
28.02.2007, 13:36
Eine Autobahn kommt auch nur Führerscheininhabern zugute. Wer jetzt keinen Führerschein / kein Abitur macht, Schuld eigen. Das Abitur kann doch auch jeder machen, genau wie den Führerschein.

Was für ein Quatsch! Wenn jemand dringend ein Transplantat braucht kommt ihm die Autobahn sicherlich zugute selbst wenn er keinen Führerschein hat. Auch Polizei, Feuerwehr etc. nutzen die Autobahn um schnell zu helfen.

Seltsamerweise wird der Staat immer nur dann angeführt wenn er etwas für den einzelnen tun kann. Geht es um Geld für die Allgemeinheit von dem man selbst nicht profitiert wird lauthals protestiert.

alley_cat75
28.02.2007, 13:49
Hmmm, mein Freund und sein Vater haben das mal rein aus Interesse ausgerechnet (schon vor einigen Monaten) und festgestellt, dass sich das bis zur Berentung ziemlich ausgleicht. Netto.

Selbst das wäre doch noch annehmbar. Wie gesagt, schau Dir einen Handwerker mit 50 an und einen Arzt im gleichen Alter. Wer wohl verdient sich leichter sein Geld und wer hat grundsätzlich auch noch in diesem Alter die besseren Chancen auf dem Arbeitsmarkt?

alley_cat75
28.02.2007, 13:50
Eine Autobahn kommt auch nur Führerscheininhabern zugute.

Was glaubst Du eigentlich, wie die Brötchen in den Supermarkt bei Dir um die Ecke kommen? Mit kleinen Füsschen?! :-dance Oh man...

alley_cat75
28.02.2007, 13:52
Seltsamerweise wird der Staat immer nur dann angeführt, wenn er etwas für den einzelnen tun kann. Geht es um Geld für die Allgemeinheit von dem man selbst nicht profitiert, wird lauthals protestiert.

:-meinung Das nennt man, glaube ich, schlichtweg Egoismus.

yzBastian
28.02.2007, 16:03
Was glaubst Du eigentlich, wie die Brötchen in den Supermarkt bei Dir um die Ecke kommen? Mit kleinen Füsschen?! :-dance Oh man...


Auch wenn das eine nette Vorstellung ist. Gibt doch in der Plus-Fernsehwerbung auch die lebendigen Preise! ;-)

Laß' dich doch nicht provozieren. Die Standpunkte sind soweit auseinander, dass ihr da wohl keinen Konsens finden werdet.