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Relaxometrie
25.01.2020, 09:24
Ich bin sehr für den Mindestlohn. Wer einem ehrlichen Job nachgeht, der gesellschaftlich gewünscht ist, soll auch davon leben können. Alles andere (parallel zur Arbeit erst aufstocken, später dann eine Rente an der Armutsgrenze und konsekutiv beantragen von Leistungen) halte ich erstens der ehrlich arbeitenden Person gegenüber für unwürdig und -ohne verschärfte Ahnung von BWL/ VWL zu haben- auch vermutlich nicht für kostensparend, weil dieses ganze Beantragen von Transferleistungen ja auch Zeit/ Nerven/ Sachbearbeiter/ Papier/ Organisation/ Bürokratie/ Kontrollmechanismen bedarf.

hebdo
25.01.2020, 10:58
https://www.healthrelations.de/verdienst-arzt-privatklinik/

Relaxometrie
25.01.2020, 11:20
https://www.healthrelations.de/verdienst-arzt-privatklinik/
Jo, ganz netter Artikel. Aber viele Faktoren, die das Gehalt beeinflussen, werden nicht genannt (Dienstarten, Diensthäufigkeit, Schicht vs 24-Stundendienste).
Besonders gefallen mir die Beschriftungen der x-Achse und der y-Achse des Balkendiagramms "Gehalt als Facharzt in Uniklinik und Privatklinik" :-))

freak1
25.01.2020, 11:29
Eben. Bei mir haben die Dienste (2. WBJ Uni) alleine knapp 20.000€ Brutto ausgemacht letztes Jahr.

daCapo
25.01.2020, 22:16
Bei mir waren die Dienste/Ü-Stunden ähnlich ca. 1/4 - 1/3 des Gehalts, dafür ist man viel Zeit in der Klinik mit 24h Diensten und dürftiger personeller Besetzung.

Jukka666
26.01.2020, 07:43
@Hein81:
Ich bin auch sehr froh, dass du kein Arzt wirst. Mit ziemlicher Sicherheit wirst du genau einer dieser Wirtschaftsheinis, die uns dann die Arbeitsbedingungen vermiesen, weil sie selbst als Mediziner nix taugen. So einen haben wir auch gerade an der Konzernspitze (studierter „Mediziner“ aber halt keinen Tag gearbeitet).

Samariter muss man nicht sein, aber was du hier für einen Unsinn verzapfst bzgl. polit. Haltung hat nix mit der Arbeit am Menschen zu tun.

Meine persönliche Meinung: schade um deinen Studienplatz!

daCapo
26.01.2020, 11:19
Don't feed the troll ... so heißt es doch?

h3nni
26.01.2020, 12:19
Mal ehrlich: ich bin mir auch nicht sicher, ob ich mir den ganzen Stress im Krankenhaus oder insbesondere auch der Praxis antun will.
Ja, ich arbeite noch nicht und habe dementsprechend noch keine Ahnung, aber was mein Hausarzt mir an Ordnern der KV gezeigt hat bzgl. Verordnungen, die man machen durfte oder nicht und ja nicht zu viel Medikament X verordnen, weil ja zu teuer usw... da hab ich ehrlich gesagt wenig Lust drauf, so einen Großteil meines Arbeitslebens zu verbringen. Mit Vorschriften noch und nöcher, die mit der Evidenz nichts zu tun haben, sondern nur mit einem Kostendiktat.

Und im Krankenhaus unter lauter Business Administrators zu arbeiten, die mir dieses und jenes vorschreiben wollen oder anderweitig keine guten Chefs sind... weiß nicht.

Eine wirkliche Alternative kenne ich leider nicht. Und eigentlich habe ich schon angefangen zu studieren, um als Arzt zu arbeiten...

daCapo
26.01.2020, 13:01
Erstmal anfangen zu arbeiten, eigene Erfahrungen sammeln, und dann sehen?

tarumo
26.01.2020, 13:51
Bezüglich Mindestlohn hoffe ich übrigens, dass es sehr viele Ärzte gibt, die auch anderen Berufsgruppen gönnen, von einem Vollzeitjob vernünftig leben zu können...

Ich gönne auch der Pflege deutlich höhere Gehälter- hier hat ver.di genauso "versagt" wie der MB. Letztendlich aber kein Wunder, ist doch die Führungsschicht von ver.di ebenfalls mit der Gegenseite "verquickt", gut zu erkennnen in Person des unlängst verstorbenen Fritz Schösser, der sowohl bei ver.di als auch bei der AOK Bayern Vizeämter bekleidete und sich entscheiden mußte, ob das Geld lieber bei der AOK für üppige SoFa Gehälter (14x/Jahr) verschwendet wird oder doch an die Krankenhäuser ausgezahlt- er hat sich seinerzeit für Ersteres entschieden, was zu dem Kuriosum führte, daß sich ein "Gewerkschafter" GEGEN Streiks aussprach...
Gefühlt habe ich jedoch den Eindruck, daß sich die Pflege von solchen Funktionärsheinis nicht so sehr veraxxxxx läßt wie die Ärzteschaft.
Linkssozialistische Tendenzen mit akademischer Selbstgeißelung lassen sich im übrigen beim Verein Demokratischer Ärztinnen und Ärzte -DeDeÄr, sorry, vdää, ausleben....

h3nni
26.01.2020, 14:07
Erstmal anfangen zu arbeiten, eigene Erfahrungen sammeln, und dann sehen?

Ich würde halt gerne promovieren, das hat sich bis jetzt noch nicht so ergeben. Nebenher stelle ich mir schwer vor, dann gäbe es noch die Möglichkeit, direkt im Anschluss ans Studium nen Master zu machen, der gefördert würde usw. Und ich lasse mich da, ähnlich wie Hein, durchaus von Horrorgeschichten beeinflussen in meiner Zukunftsaussicht. Wahrscheinlich ist es am Ende am sinnvollsten, wirklich einfach anzufangen, das ist aber noch so weit weg...

daCapo
26.01.2020, 14:07
Gehält und Arbeitsbedingungen sollten fair sein, was bringen mir 100.000 € Gehalt bei miserablen Arbeitsbedingungen/schlechter Weiterbildung.


Ich würde halt gerne promovieren, das hat sich bis jetzt noch nicht so ergeben. Nebenher stelle ich mir schwer vor, dann gäbe es noch die Möglichkeit, direkt im Anschluss ans Studium nen Master zu machen, der gefördert würde usw. Und ich lasse mich da, ähnlich wie Hein, durchaus von Horrorgeschichten beeinflussen in meiner Zukunftsaussicht. Wahrscheinlich ist es am Ende am sinnvollsten, wirklich einfach anzufangen, das ist aber noch so weit weg...

Ja dann promoviere doch. Wer an einer Uniklinik arbeitet, muss das eh tun innerhalb von 6 Jahren und die meisten schaffen es auch. Master in Business Administration? Machen auch viele.
Nicht alle Schreiber haben sich hier durch sachliche Aussagen hervorgetan (um es vorsichtig zu formulieren, bitte nicht böse nehmen). Würde erstmal anfangen und auf jeden Fall PJ oder Famulatur im Ausland machen, um auch mal andere Gesundheitssystem und auch Kulturen kennenzulernen.
Kennst du das https://de.wikipedia.org/wiki/German_Angst ?

tarumo
26.01.2020, 14:10
Ja die Aussagen der Dame sind maximal unvorteilhaft gewählt, gerade als Politiker sollte man diplomatisch agieren und nicht wie der Elefant im Porzellanladen. Vielleicht hat sie noch nicht mitbekommen, dass sich in den letzten 20 Jahren der Arbeitsaufwand pro Patient mehr geworden ist. Auch eher fachfremde Aufgaben (z.B. Codieren oder Labor transportieren dürfen Ärzte übernehmen)

Du darfst sicher sein, die Wortwahl ist bewußt gewählt und sie weiß als Gesundheitsministerin GENAU, was abgeht. Möglicherweise auch noch mehr (Insider...) .Es ist jedes Wort so gemeint wie gesagt. Aus anderen Ecken (Spahn...) kommt ja sinngemäß regelmäßig Ähnliches. Rückschlüsse und Konsequenzen darf jeder für sich selbst ziehen. Aber bitte nicht auf Hilfe der Politik hoffen...
Die Vita der GM hatte ich schon mal im Thread zur Landarztquote in Bayern thematisiert. Im diversen Reden im Landtag wurde da beklagt, daß Leute, die auf Staatskosten studiert haben und sich anschließend "unsolidarisch" der Patientenversorgung entziehen (also wie die Ministerin), gefälligst sanktioniert werden müssen... kritische Nachfragen der Presse gleich null. Umso mehr tritt frau dort als "Ärztin" auf.
Ähnliches gilt im übrigen auch für SPD- "Gesundheitsexperte" Karl Lauterbach, der immerhin mehr als ein Jahrzehnt nach Studienabschluss (und erst nach AiP-Abschaffung) die Approbation beantragt hat, um hinfort in Talkshow als "Arzt" zu glänzen.

tarumo
26.01.2020, 14:12
Gehält und Arbeitsbedingungen sollten fair sein, was bringen mir 100.000 € Gehalt bei miserablen Arbeitsbedingungen.

...auf jeden Fall mehr als 40.000 Gehalt EUR bei miserablen Arbeitsbedingungen...und wenn es nur für die Rente ist...

daCapo
26.01.2020, 14:22
Ähnliches gilt im übrigen auch für SPD- "Gesundheitsexperte" Karl Lauterbach, der immerhin mehr als ein Jahrzehnt nach Studienabschluss (und erst nach AiP-Abschaffung) die Approbation beantragt hat, um hinfort in Talkshow als "Arzt" zu glänzen.

Ja warum soll er auch, wenn nicht ärztlich tätig? AiP wurde bereits 2004 abgeschafft. War im wiss. Bereich aktiv und sagt das auch. Hätte ihn besser gefunden als das jetzige Duo Borjan/Esken.
https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Lauterbach_(Politiker,_1963)

h3nni
26.01.2020, 14:27
Ja dann promoviere doch. Wer an einer Uniklinik arbeitet, muss das eh tun innerhalb von 6 Jahren und die meisten schaffen es auch. Master in Business Administration? Machen auch viele.


Ich habe dann eher an ne Vollzeit-Promo gedacht, vielleicht auch PhD-mäßig. Einfach, um möglichst lange im System "Studium" zu bleiben. Eher nen Master in Statistik oder verwandten Gebieten (ja, wahrscheinlich hab ich einen an der Klatsche), um mich eben für potentielle Forschung gut aufzustellen. Und am liebsten wiederum Vollzeit, um möglichst lange "sorgenfrei" zu studieren und das mit dem Arbeiten rauszuzögern (außerdem krieg ich vielleicht ne Weiterförderung für nen Master direkt nachm Studium).




Würde erstmal anfangen und auf jeden Fall PJ oder Famulatur im Ausland machen, um auch mal andere Gesundheitssystem und auch Kulturen kennenzulernen.


Woanders ist es auch nicht besser. Bin gerade unterwegs, hier wird das deutsche System in den Himmel gelobt und soll in diese Richtung verändert werden. Gibt auch Ärztemangel, weil die Leute eben Richtung Deutschland abwandern.



Kennst du das https://de.wikipedia.org/wiki/German_Angst ?

Gehört schon mal. Ich glaube, ich kann mich ein bisschen damit identifizieren.

tarumo
26.01.2020, 14:38
Ja warum soll er auch, wenn nicht ärztlich tätig? AiP wurde bereits 2004 abgeschafft. War im wiss. Bereich aktiv und sagt das auch. Hätte ihn besser gefunden als das jetzige Duo Borjan/Esken.
https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Lauterbach_(Politiker,_1963)

Warum sollte er jetzt? Er arbeitet nun genausowenig in der Patientenversorgung. Jetzt geht es um Imagepflege und PR und vorher um das eingesparte AiP inkl. aller Schinderei und den Ärztekammerbeitrag. Der "wissenschaftliche Bereich" (im patientenfernen Bereich!) ist im übrigen auch umstritten- wer mag, kann ja mal nach seiner Habil suchen...
Im übrigen ging es um das von der Politik beklagte "unsolidarische" Entziehen aus der Patientenversorgung, nachdem man auf Staatskosten studiert hat. Und da spielt es keine Rolle, ob man in die Schweiz oder Skandinavien geht oder eine lukrative und (sogar für Personal und Patienten eher schädliche) Politikkarriere einschlägt...
Daß er die PKV aufs heftigste bekämpft, sich aber gleichzeitig privat krankenversichert, anstatt "solidarisch" die GKV-Minderleistungen zu nutzen, paßt da genau ins Bild.

schnix25
26.01.2020, 15:00
Warum sollte er jetzt? Er arbeitet nun genausowenig in der Patientenversorgung. Jetzt geht es um Imagepflege und PR und vorher um das eingesparte AiP inkl. aller Schinderei und den Ärztekammerbeitrag. Der "wissenschaftliche Bereich" (im patientenfernen Bereich!) ist im übrigen auch umstritten- wer mag, kann ja mal nach seiner Habil suchen...
Im übrigen ging es um das von der Politik beklagte "unsolidarische" Entziehen aus der Patientenversorgung, nachdem man auf Staatskosten studiert hat. Und da spielt es keine Rolle, ob man in die Schweiz oder Skandinavien geht oder eine lukrative und (sogar für Personal und Patienten eher schädliche) Politikkarriere einschlägt...
Daß er die PKV aufs heftigste bekämpft, sich aber gleichzeitig privat krankenversichert, anstatt "solidarisch" die GKV-Minderleistungen zu nutzen, paßt da genau ins Bild.

Vllt um rezeptfrei Medikamente in der Apotheke zu holen? ;) Nein, das stört mich ehrlich gesagt nicht. Er hat einen Abschluss in Medizin und war jahrelang nur in der Forschung tätig. Jetzt hat er halt die Approbation und sei es nur aus Prestigegründen, ist sein gutes Recht sie zu beantragen. So wie viele in der Medizin nur die Promotion wegen dem Titel machen und nicht wegen ernsthaftem Interesse an Forschung. Da sagt auch keiner was. Ebenso was die Habil angeht. Ich habe mich damit nicht beschäftigt und weiß nur grob, dass er meine ich iwas mit Epidemiologie gemacht hat. Aber dünne Promotionen und dünne Habils ohne wesentlichen Beitrag für die Forschung trifft wahrscheinlich auf einen Großteil der Mediziner zu.
Ich finde man kann durchaus für die Abschaffung der PKV sein und dennoch als Beamter eben sich selbst privat versichern. Man kann auch höhere Steuern fordern, ohne freiwillig Spenden an den Staat zu zahlen. Man kann das System ja aus vielen Gründen kritisieren. Aber man musst sich ja nicht selbst bestrafen und freiwillig mehr zahlen indem er sich freiwillig gesetzlich versichert. Zumal das ja auch gar nicht geht, wenn er mal privat war.

daCapo
26.01.2020, 16:48
Vllt um rezeptfrei Medikamente in der Apotheke zu holen? ;) Nein, das stört mich ehrlich gesagt nicht. Er hat einen Abschluss in Medizin und war jahrelang nur in der Forschung tätig. Jetzt hat er halt die Approbation und sei es nur aus Prestigegründen, ist sein gutes Recht sie zu beantragen. So wie viele in der Medizin nur die Promotion wegen dem Titel machen und nicht wegen ernsthaftem Interesse an Forschung. Da sagt auch keiner was. Ebenso was die Habil angeht. Ich habe mich damit nicht beschäftigt und weiß nur grob, dass er meine ich iwas mit Epidemiologie gemacht hat. Aber dünne Promotionen und dünne Habils ohne wesentlichen Beitrag für die Forschung trifft wahrscheinlich auf einen Großteil der Mediziner zu.
Ich finde man kann durchaus für die Abschaffung der PKV sein und dennoch als Beamter eben sich selbst privat versichern. Man kann auch höhere Steuern fordern, ohne freiwillig Spenden an den Staat zu zahlen. Man kann das System ja aus vielen Gründen kritisieren. Aber man musst sich ja nicht selbst bestrafen und freiwillig mehr zahlen indem er sich freiwillig gesetzlich versichert. Zumal das ja auch gar nicht geht, wenn er mal privat war.

Genauso ist es. Immer rumkriteln kann jeder, am besten selbst in eine Partei gehen (oder gründen), überzeugen und alles besser machen. Gerade ist doch alles im Umschwung, das alte Parteiensystem verändert sich.

daCapo
26.01.2020, 17:00
Ich habe dann eher an ne Vollzeit-Promo gedacht, vielleicht auch PhD-mäßig. Einfach, um möglichst lange im System "Studium" zu bleiben. Eher nen Master in Statistik oder verwandten Gebieten (ja, wahrscheinlich hab ich einen an der Klatsche), um mich eben für potentielle Forschung gut aufzustellen. Und am liebsten wiederum Vollzeit, um möglichst lange "sorgenfrei" zu studieren und das mit dem Arbeiten rauszuzögern (außerdem krieg ich vielleicht ne Weiterförderung für nen Master direkt nachm Studium).



Woanders ist es auch nicht besser. Bin gerade unterwegs, hier wird das deutsche System in den Himmel gelobt und soll in diese Richtung verändert werden. Gibt auch Ärztemangel, weil die Leute eben Richtung Deutschland abwandern.



Gehört schon mal. Ich glaube, ich kann mich ein bisschen damit identifizieren.

Aha, dann sind wir grundverschieden, ich wollte unbedingt aus dem System Studium raus nach 12-13 Semestern. Habe ein Semester noch die Promotion weitgehend zu Ende gebracht, auch weil ich die Stadt verlassen wollte. Man braucht keine Angst haben vor der Arbeitswelt meiner Ansicht nach. Würde Vollzeitpromotion PhD nur bei echtem Interesse machen.

Hmm... und das hier https://medizinernachwuchs.de/chancen-im-ausland/2017/06/assistenzaerztin-in-daenemark-mein-weg-nach-kopenhagen

Ich habe einige Kollegen, die ins Ausland gegangen sind nach einiger Zeit in DE (aus verschiedensten Gründen): UK, Schweden, Norwegen, Portugal

Aha: Neben German Angst gibt es auch noch Unhöflichkeit und dauernd Meckern als charakteristisch empfundene, gesellschaftliche und politische, kollektive Verhaltensweisen .