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DrArzt
17.01.2020, 22:48
Ganz ehrlich, der MB ist ein Verein voller Flachpfeifen!

Ich arbeite meine 10h täglich Minimum (!) für dasselbe Gehalt, das ein einfacher Bachelor Ingenieur (natürlich wenn er in dieser glücklichen Situation ist) in irgendeinem mittelständischen IGM-Unternehmen für 35 h die Woche bekommt. De facto müsste ich da bei einem fairen Tarifvertrag mind. 40 % mehr verdienen und das nicht deshalb, weil ich mich als Arzt überlegen fühle (das kommt aber dennoch hinzu, einfach aufgrund der höherwertigen Qualifikation), sondern einfach nur weil ich mehr Zeit am Arbeitsplatz verbringen muss.

Ebenfalls außen vor ist die hohe Belastung aufgrund der Taktung am UK, die Relevanz und die Verantwortung der Tätigkeit usw.

Unter +30% Grundgehalt in der aktuellen Verdienstsituation sollte keiner mehr von uns auch nur einen Finger krumm machen!
Präventiv hat die Politik natürlich vorgesorgt mit massig Leuten, denen ein einfaches vierstelliges Gehalt bereits ausreicht, die mangelnde Qualität der Ausbildung und der Versorgung nimmt man in Kauf, solange man selbst aufgrund der konservierten Zweiklassenmedizin nicht betroffen sein muss.

kartoffelbrei
17.01.2020, 23:36
Wenn man für 10 h Arbeitszeit entsprechend mehr Geld haben möchte, wäre ein erster Schritt, sich einen Arbeitgeber zu suchen, der Überstunden bezahlt...

Genauso auch das mit den selbst zu bezahlenden Fortbildungen: Ich habe bis jetzt keine Fortbildung selbst bezahlen müssen, nur um die Übernachtung musste ich mich kümmern!

Man sollte nicht seine Erfahrungen auf die gesamte Ärzteschaft übertragen, wenn vielleicht nur der eigene Arbeitgeber schlecht ist.

Zur Bezahlung an Wochenenden und nachts wurde alles gesagt, da schließe ich mich vollumfänglich an.

ehem-user-31-01-2020-1555
18.01.2020, 00:24
Es scheint ja, wenn man sich hier im Forum umsieht, einige Assitenzärzte zu geben, die sich durch Dienste und Überstunden einiges dazuverdienen (ich rede nicht von 250 Euro). An einer Klinik ohne FZA oder Ausbezahlung der ÜS würde ich nicht anfangen. Es sei denn, es gibt keine realistische Möglichkeit in meinem Wunschfach und man ist familiär gebunden. Dann kann ich das verstehen.

anignu
18.01.2020, 02:28
Es gibt ja auch beides: Überstunden die man als FZA nimmt / nehmen muss aber gleichzeitig Wochenenden die ausbezahlt werden. Oder 24h-Dienste bei denen halt 8h ausbezahlt werden. Oder oder oder... total unterschiedlich.
Insofern ist es nicht unüblich durch Dienste einiges dazuzuverdienen, aber man kann trotzdem Überstunden frei haben.

daCapo
18.01.2020, 09:37
Bei mir im Haus werden auch ordentlich Überstunden gemacht, aber es gibt eine elektronische Zeiterfassung und alles wird anstandslos bezahlt. Umziehzeit ist Arbeitszeit und es gibt eine Umkleide. Wasser gibt's auch umsonst... Ist natürlich auch nicht alles flauschig rosa, aber zumindest für die Grundbedürfnisse wird gesorgt.

Das hört sich gut an, unser Chef ist zwar auch fair und menschlich, es gibt eine wirklich 80er Jahre anmutende DINA3 Stunden-Zettel (mit Durchschrift), wo man Dienste und Überstunden aufschreibt.
Elektronische Zeiterfassung, sollte in Zeiten, wo jeder einen Dienstausweis hat, verpflichtend sein.

Sait
18.01.2020, 11:07
Wenn man für 10 h Arbeitszeit entsprechend mehr Geld haben möchte, wäre ein erster Schritt, sich einen Arbeitgeber zu suchen, der Überstunden bezahlt...

Genauso auch das mit den selbst zu bezahlenden Fortbildungen: Ich habe bis jetzt keine Fortbildung selbst bezahlen müssen, nur um die Übernachtung musste ich mich kümmern!

Man sollte nicht seine Erfahrungen auf die gesamte Ärzteschaft übertragen, wenn vielleicht nur der eigene Arbeitgeber schlecht ist.

Zur Bezahlung an Wochenenden und nachts wurde alles gesagt, da schließe ich mich vollumfänglich an.

Mit Sicherheit gibt es solche guten Arbeitgeber ... Aber es wird hier im Forum immer so getan, als gäbe es diese wie Sand am Meer. Ich denke, dass was @DrArzt aber auch viele andere User bereits geschildert haben eher der Regelfall ist. Vor allem ist dies so, wenn man als junger Arzt nicht unbedingt irgendwo im Nirgendwo wohnen möchte.

qvk60
18.01.2020, 11:25
Wenn man für 10 h Arbeitszeit entsprechend mehr Geld haben möchte, wäre ein erster Schritt, sich einen Arbeitgeber zu suchen, der Überstunden bezahlt...


Das Prinzip einer Gewerkschaft hast du aber schon verstanden? Nicht jeder ist mobil und ungebunden und kann sich irgendwo in Europa einen neuen AG suchen.

daCapo
18.01.2020, 11:54
Das Prinzip einer Gewerkschaft hast du aber schon verstanden? Nicht jeder ist mobil und ungebunden und kann sich irgendwo in Europa einen neuen AG suchen.

Vor allem sollten auch Arbeitgeber nicht über dem Gesetz stehen können und einfach die geleisteten Stunden a) dokumentieren und b) bezahlen oder FZA.

kartoffelbrei
18.01.2020, 12:25
Das Prinzip einer Gewerkschaft hast du aber schon verstanden? Nicht jeder ist mobil und ungebunden und kann sich irgendwo in Europa einen neuen AG suchen.

Es ist auch nicht Aufgabe einer Gewerkschaft, finanziellen Ausgleich dafür zu schaffen, dass sich Arbeitgeber nicht an geltende Gesetze halten. Wenn einen der Arbeitgeber um einen Teil des Lohns betrügt (und nichts anderes ist es, wenn Überstunden nicht erfasst werden), kann doch nicht die einzige Konsequenz sein, dass man einen höheren Stundenlohn fordert...

ehem-user-31-01-2020-1555
18.01.2020, 14:51
Mit der Entscheidung der EU zur verpflichtenden Arbeitszeiterfassung aus dem letzten Jahr, müssten die Ärzte doch jetzt eigentlich ein gutes Druckmittel gegen den Arbeitgeber in der Hand haben.

Zitat

„ Kommt die Pflicht zur Arbeitszeiterfassung, haben es Arbeitnehmer fortan leichter ihre Rechte durchzusetzen. Daneben ist es aber auch fraglich, ob die systematische Arbeitszeiterfassung auch tatsächlich überall praktiziert wird. Und eins ist klar: Wer der Dokumentation entkommen will, findet sicher einen Weg.“

Letzterer Satz spricht ja auch wieder für sich...

FirebirdUSA
18.01.2020, 19:44
Sorry wer den MB als Pfeife bezeichnet weil er es selber nicht schafft seine Überstunden sich bezahlen zu lassen klagt an der falschen Stelle... nur wenn die Mehrzahl der Ärzte unbezahlte Überstunden akzeptiert dann liegt das Problem nicht an der Gewerkschaft.

daCapo
18.01.2020, 20:45
Wer glaubt, dass das Ingenieursleben immer so rosig wie das von Medizinern ist (was die Stellensituation betrifft), dem ist nicht mehr zu helfen :-))

N guter Kumpel hat nen Maschbau Master mit 1,x vom KIT und hat fast n Jahr lang nen Job in unserer etwas ländlicheren Region gesucht und nix gefunden. Jetzt ist er als Leiharbeiteringenieur bei Daimler und verdient mit seinem Abschluss weniger als ich, der noch im staatlichen Auftrag studiert.

So ist es, viele bleiben nach dem Studium auch noch an der Uni und verdienen deutlich weniger im Jahr (ca. 40-50 Tsd), allerdings ohne 24h Dienste, inadäquate Diskussionen mit anderen Berufsgruppen/Vorgesetzten/Patienten (mit der Diagnose Incompliance, Drogenkonsum), auch gibt es bei Ingenieuren deutlich weniger Gewalt (körperlich und auch seelisch) und einen sachlicheren Umgangston.
Der Gehaltsunterschied kommt vor allem durch die Dienste (kann ja mal viel werden je nach Personalsituation).


Das ist eben das Besondere am Arztberuf, das man bei diesen Berufsvergleichen nicht vergessen sollte. Man ist unabhängig und kann von heute auf morgen den Arbeitgeber wechseln (oder je nach Fachrichtung auch in die eigene Praxis gehen). Das können Lehrer, Ingenieure usw. nicht mal eben so, wenn sie mit ihrem Chef unzufrieden sind, da heißt es durchhalten und leiden.


Das ist nicht korrekt. Wenn man alle 6 Monate die Stelle wechselt, ist man bei Arbeitgebern nicht gerade erste Wahl, er könnte meinen das ist vielleicht eine unbequeme Person. Wenn man nicht mehr kann aus welchen Gründen, sollte man natürlich wechseln. Wenn es irgendwelche Kompromißlösungen auf Zeit gibt, würde ich empfehlen mind. 2 Jahre zu bleiben. Dann kann man beim neuen Arbeitgeber anbringen, ich möchte meine Kenntnisse in bestimmten Bereichen vertiefen und das ist beim jetzigen Arbeitgeber nicht möglich (kann auch gut der Wahrheit entsprechen.
Nee auch Lehrer und Ingenieure können ihren Arbeitsstätte wechseln, sollte kein Problem sind, beides wird gesucht (je nach Fachrichtung/Qualifikation).



Das Problem ist denke ich auch garnicht mal das Gehalt, welches man für seine 40 Stunden bekommt. Ich denke, das ist schon angemessen und es wird ja mit der Zeit auch immer mehr.

Das wirkliche Problem liegt wie schon bereits erwähnt doch darin, dass die Dienste sehr undankbar bezahlt werden, insbesondere die 24 Stunden Dienste. Wenn ich hier Beiträge von einigen Usern lese, die meinen, es sei okay für die Nächte nicht wirklich bezahlt zu werden, weil man ja angeblich schlafen könnte, dann wird mir schon echt übel.

Auch hatte ich genug Kollegen, die meinten, es sei in Ordnung unbezahlte Überstunden zu machen - das gehöre wohl dazu, vor allem in einer Uniklinik.

Davon abgesehen ist echt lächerlich, dass die Pflege kein Blut abnehmen oder Vigos legen darf. Ich meine, das Gesetz hatte man damals als solches so eingeführt, um die Lohnspanne zwischen Pflegepersonal und der Ärzte auszugleichen. (...)

Die skandinavischen Kollegen lachen sich kaputt, wenn ich denen erzähle wie es bei uns abläuft.

Das ist vollkommen richtig
a) die Bezahlung sollte adäquat sein und b) die Personaldecke sollte ausreichend sein
c) ja die Pflegekräfte sind aus meiner Erfahrung in Deutschland trotz 10-30 Jahre Berufserfahrung+Fachweiterbilund zum Teil sehr unerfahren. Man lernt sich ja auf der Station so nach 2 Monaten kennen und weiß, welche Pflege erfahren ist und wer nicht.
Es gibt sehr gute, erfahrene Pflege mit der man zusammen Schmerzeinstellung oder Palliativmedizin machen kann und von deren Erfahrung man lernen kann.
Auf der anderen Seite: um 3 Uhr nachts für Viggo, halbe Schlaftablette, 30° Novalin anrufen (obwohl Bedarfsmedikation) oder einfach nur erzählen, was in der Schicht so passiert, Delegieren von Transporttätigkeiten an den Arzt (Blut, Patienten etc in Off-Zeiten, Delegieren von Sekretärinnenarbeit z.B. Krankenhaus/Hausarzt XY möchte Arztbrief gefaxt haben (die Pfelgekraft behauptet im PC diesen nicht finden zu können usw.) bis hin zu schweren Fehlern. Dabei ist die Pflege wegen der "Pflegenot" zu 90-100% geschützt und darf praktisch machen, was sie möchte inkl. verbale Gewalt und unprofessionellen Verhalten.


Insgesamt würde es den Work-Flow auf der Station deutlich vereinfachen, wenn die Pflege Blutabnahmen, Transfusionen, CTx, Viggos macht und nicht ständig dafür anruft.

Habe jetzt ca. 2,5 - 3 Jahre auf Stationen verbracht und möchte das möglichst nie wieder machen.

DrArzt
19.01.2020, 01:01
Liebe Leute,

versteht mich nicht falsch, meine Überstunden an der UK werden mir ausgezahlt.

Es geht mir aber um die utopischen 42 h, für die erhalte ich nicht mehr Gehalt, als jemand der die 35 h abarbeitet. Ergo ist der Punkt, dass der grundsätzliche Tarifvertrag nicht angemessen verhandelt ist. Warum gibt es denn kein zusätzliches Monatsgehalt oder andere Zusatzleistungen? Warum sind solche Geschichten laut unserem Tarifvertrag bereits mit dem Grundgehalt abgegolten? Die Begründung aus der Zeit war ja, sofern ich das richtig verstanden habe, dass das Grundgehalt für die damaligen Verhältnisse sehr hoch war.. Heute ist es das definitiv nicht.

Nur aufgrund von Diensten ein Delta erreichen zu können ist doch sicherlich kein Argument für die aktuell geltenden Zahlen und Arbeitsbedingungen, das ist doch nicht Euer Ernst oder?

daCapo
19.01.2020, 08:27
a) Das verstehe ich nicht. Wer arbeitet denn 35h und erhält dasselbe Gehalt wie jmd. mit 42h (Vorrausgesetzt dieselbe Einstufung?). Meiner Ansicht nach ist der Tarifvertrag für Assistenten gut verhandelt, nur in der Schweiz, skandinavischen Ländern ist die Entlohnung besser bei höheren Lebenshaltungskosten. In Frankreich, GB, Österreich werden Assistenten ungefähr dasselbe erhalten.
Berufseinsteiger erhalten somit relativ viel laut diesem Vertrag.
Fachärzte können mehr erhalten in Praxen oder sie erhalten eine Oberarztposition + Zuschlag. Haben wir bereits mal diskutiert.

b) Schön wäre es mal die Gesetze bzgl. Arbeitszeit und Arbeitserfassung einzuhalten, eine ausreichende Personaldecke als Verpflichtend einzuführen. Ein Dienstplan könnte 2-3 Monate vorher veröffentlicht sein.

c) Ideal wäre es von der Politik weiter Krankenhausbetten abzubauen und somit Personalkapazitäten freizugeben und Kosten im Gesundheitswesen zu senken.

d) PKV/GKV abschaffen zugunsten einer Einheitsversicherung (Verwaltungskosten sind zu sparen): Es ist unfair, dass die PKV sich eine gut betuchte, oft krankheitsfreie Klientel aussuchen darf, die teuren Patienten darf dann die AOK nehmen.
Neue Medikamente sollten nur verschrieben werden können, wenn auch ein nachgewiesener Nutzen gegenüber dem Goldstandard vorhanden ist. Beispiel: In den 2010 Jahren fingen Cardiologen an anstatt dem altbewährten Ramipril, plötzlich Aliskiren als 1. Blutdrucksenker aufzuschreiben. Die Beiträge zur Krankenversicherung ließen sich somit deutlich reduzieren bei gleich bleibender Versorgung ohne Schnick/Schnack.

davo
19.01.2020, 08:43
Schweden ist in Skandinavien, und nein, dort ist die Bezahlung nicht besser :-))

Weiter Krankenhausbetten abbauen? Obwohl schon jetzt viele Krankenhäuser am Limit operieren? Klingt nicht sehr schlau... c) und d) klingt verdächtig nach England oder Schweden. Nur noch Minimalversorgung...

freak1
19.01.2020, 09:09
Die Politik will vor allem an die 200+ Mrd Reserven der PKV ran. Damit kann man viele schöne andere (wahlwirksame) Dinge finanzieren. ;-)
Das Thema Querfinanzierung der PKV und das sie insgesamt proportional mehr pro Versichertem ins Gesundheitssystem "einzahlt" wurde hier ja schon mehrfach besprochen. Um das zu halten wäre bei einer Einheitsversicherung letztlich höhere Beiträge nötig - Oder ein Aushungern der Ärzte. *Komisch, wo sind denn all die Fachärzte hin? Ausland??!* => Ausreisesperre für Ärzte aufgrund des Reichs... äh... Bundeswichtigen Jobs.

daCapo
19.01.2020, 09:33
Schweden ist in Skandinavien, und nein, dort ist die Bezahlung nicht besser :-))

Weiter Krankenhausbetten abbauen? Obwohl schon jetzt viele Krankenhäuser am Limit operieren? Klingt nicht sehr schlau... c) und d) klingt verdächtig nach England oder Schweden. Nur noch Minimalversorgung...

a) Doch ist sehr schlau, andere Länder haben die Hälfte und die Leute leben genausolang.
#https://de.statista.com/statistik/daten/studie/77168/umfrage/anzahl-von-krankenhausbetten-in-oecd-laendern/

b) Yep, wer mehr zahlen will kann das aus eigener Tasche tun. Gesundheitssystem ist eine Solidargemeinschaft, entsprechend ist mit den Geldern schonend umzugehen. Es sollte das bezahlt werden, was notwendig nicht, aber mehr auch nicht.


Die Politik will vor allem an die 200+ Mrd Reserven der PKV ran. Damit kann man viele schöne andere (wahlwirksame) Dinge finanzieren. ;-)
Das Thema Querfinanzierung der PKV und das sie insgesamt proportional mehr pro Versichertem ins Gesundheitssystem "einzahlt" wurde hier ja schon mehrfach besprochen. Um das zu halten wäre bei einer Einheitsversicherung letztlich höhere Beiträge nötig - Oder ein Aushungern der Ärzte. *Komisch, wo sind denn all die Fachärzte hin? Ausland??!* => Ausreisesperre für Ärzte aufgrund des Reichs... äh... Bundeswichtigen Jobs.

Nee das sehe ich anders. Wie man im Ausland sieht: Bei einer Einheitsversicherung gibt es niedrigere Beiträge, natürlich kann man dann nicht jedes Jahr ein neues CT/ da Vinci System mehr kaufen. Möglicherweise würde Deutschland von Platz 1 der MRT Dichte fallen:
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/182664/umfrage/kernspintomographen-anzahl-in-europa/

Es würde dann sehr viel Personal und Geld frei, so dass die Arbeitsbedingungen für alle im Gesundheitswesen besser bzw. auf normalen Niveau sein könnten.

Die Ärzte, die nach Deutschland kommen, sind eher selten aus GB, Frankreich, Schweden (weil es ja da so furchtbar ist). Der Großteil kommt momentan südlich des Mittelmeers.

daCapo
19.01.2020, 09:43
Hier z.B. ein Klassiker: Omi oder Obdachloser (also Soziales Problem, kommt alleine nicht zu Hause mehr zu Recht) wird operiert oder erhält irgendeine internistische Untersuchung/Intervention, wird dann auf Station "vergessen" (erholt sich vom Eingriff denkt der Arzt), liegt dort ja gut, Sozialdienst wird erst 7 Tage später eingeschaltet--> ein Krankenhausbett wird 7 Tage blockiert; der MDK wird da zwar einiges streichen, aber am Ende des Jahres kann man sagen: Wir sind gut ausgelastet-->Weiter so

Hier ein weiterer Klassiker: Oberärztin, Innere Medizin nimmt Pat. aus Mittelmeerraum bei Unklaren Schmerzen (Ganzkörperschmerz) auf (eigentlich Problem der Schmerzen ist eine Depression). Schonmal falsche Abteilung. Dann fällt noch ein schlecht eingesteller Diabetes Typ II auf, den die Oberärztin aus den 90er Jahren Stationär einstellt (!) . Das wird der MDK ihr 100% streichen, trotzdem ist das Bett gut belegt mit einem Patient, der auch wunderbar ambulant behandelt werden kann.

Ein weiterer Klassiker: In einer Spezialabteilung wird die Bettenstation insbesondere bei Privatpatienten als Hotel genutzt (wegen weiter anreise), nebenbei wird noch viel notwendige Diagnostik gemacht, die man auch ambulant machen kann.

Absolute Arrhythmie
19.01.2020, 10:10
Und du weißt bei einem Patienten aus dem Mittelmeerraum adhoc dass Schmerzen auf jeden Fall psychosomatischen Ursprungs sind?
Krasse Aussage, ich lasse das mal unkommentiert stehen.

daCapo
19.01.2020, 10:16
Und du weißt bei einem Patienten aus dem Mittelmeerraum adhoc dass Schmerzen auf jeden Fall psychosomatischen Ursprungs sind?
Krasse Aussage, ich lasse das mal unkommentiert stehen.

Das war ein realer Fall, mit Übersetzer und Psychologen haben wir das rausgefunden und konnten der Patientin auch helfen.
Entweder hätte man mit Übersetzer und Psychologe das im Idealfall in der Notaufnahme gemacht oder 1-2 Tage Innere Medizin stationär maximal, aber nicht 15 Tage.

Diese Unterstellung/Angriff finde ich unprofessionell. Nirgendwo habe ich geschrieben, dass bei Pat. aus dem Mittelmeerraum Schmerzen immer psychosomatisch sind. In diesem Fall steckte eine Depression dahinter und die Aufenthaltsdauer war zu lang und zwar nicht wegen der Depression, sonder dem Diabetes.