Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : ungefähres Gehalt als AA
Seiten :
1
2
3
4
5
6
[
7]
8
9
10
11
12
13
Ist klar, das machst du mit Übersetzer in der Notaufnahme.
Wie lange bist du schon berufstätig? Seit 1.1.2020?
@morgoth
Eure ZNA ist wohl nicht gut ausgestattet wenn ihr nicht 24/7 Übersetzer und Psychologen vor Ort habt. :-keks
Ist klar, das machst du mit Übersetzer in der Notaufnahme.
Wie lange bist du schon berufstätig? Seit 1.1.2020?
So wäre es ideal, somit entsteht eine klassische Fehlbelegung. Vielleicht möchtest du dann den MDK Bericht ausfüllen;-)
Wie man im Ausland sieht: Bei einer Einheitsversicherung gibt es niedrigere Beiträge, natürlich kann man dann nicht jedes Jahr ein neues CT/ da Vinci System mehr kaufen. Möglicherweise würde Deutschland von Platz 1 der MRT Dichte fallen:
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/182664/umfrage/kernspintomographen-anzahl-in-europa/
Es würde dann sehr viel Personal und Geld frei, so dass die Arbeitsbedingungen für alle im Gesundheitswesen besser bzw. auf normalen Niveau sein könnten.
Leider ein Trugschluß. Die Statistik belegt zwar eine gleich hohe Morbidität und Mortalität sowie Lebenserwartung in den verglichenen Ländern, man sollte sie aber hüten, die Gesundheitsversorgung allein darauf zu reduzieren.
Nicht zuletzt deshalb arbeiten die meisten Kliniken an der Kapazitätsgrenze, weil 1. die Patienten die Leistungen in genau diesem oder noch höherem Maße einfordern, und 2. eben diese Luxusversorgung sogar von der Politik und der GKV nach außen hin versprochen wird.
Die Schweden und die Briten gehen halt nicht so oft und nicht wegen so vieler Lappalien zum Arzt ;-)
Nur, und da sieht es ähnlich aus wie mit den Renten in Frankreich, die Leute hier sind das jetzt als selbstverständlich gewöhnt und werden es weiter einforden. Versuch hier mal ernsthaft öffentlich (und nicht hintenrum, wie Spahnplatte und GKV-Spitzen das seit Jahren versuchen), britische Verhältnisse einzuführen, dann wirst Du hier auch Gelbwesten bekommen.
Leider ein Trugschluß. Die Statistik belegt zwar eine gleich hohe Morbidität und Mortalität sowie Lebenserwartung in den verglichenen Ländern, man sollte sie aber hüten, die Gesundheitsversorgung allein darauf zu reduzieren.
Nicht zuletzt deshalb arbeiten die meisten Kliniken an der Kapazitätsgrenze, weil 1. die Patienten die Leistungen in genau diesem oder noch höherem Maße einfordern, und 2. eben diese Luxusversorgung sogar von der Politik und der GKV nach außen hin versprochen wird.
Die Schweden und die Briten gehen halt nicht so oft und nicht wegen so vieler Lappalien zum Arzt ;-)
Nur, und da sieht es ähnlich aus wie mit den Renten in Frankreich, die Leute hier sind das jetzt als selbstverständlich gewöhnt und werden es weiter einforden. Versuch hier mal ernsthaft öffentlich (und nicht hintenrum, wie Spahnplatte und GKV-Spitzen das seit Jahren versuchen), britische Verhältnisse einzuführen, dann wirst Du hier auch Gelbwesten bekommen.
Ja ich weiß, es gibt Kliniken, die braucht man nicht, die können ihr Leistungen nicht so gut erbringen wie große Krankenhäuser, aber die Bevölkerung möchte unbedingt ihr Dorfkrankenhaus behalten. Die Richtung ist klar, insgesamt werden Krankenhausbetten reduziert in den letzten Jahrzehnten nur sehr langsam. Es ist unstrittig, dass es zu viele Betten gibt.
https://www.3sat.de/gesellschaft/makro/problemfall-krankenhaus-vorab-interview-mit-anke-simon-100.html
https://www.daserste.de/information/wissen-kultur/w-wie-wissen/krankenhaueser-ueberversorgung-100.html
https://www.fr.de/wirtschaft/viele-betten-viele-kliniken-11161547.html
Persönlich glaube ich nicht, dass hier Gelbwesten erscheinen oder Proteste wie in Frankreich. Ganz andere Mentalität in Deutschland. Mich wundert überhaupt, dass hier ab und zu (sehr selten) sehr halbherzig gestreickt wird.
https://www.igmetall.de/download/20181004_20181004_IGM_Bro_eGehaelter_2018_2020_99x 210mm_12_Seiten_NRW_FIN_8ca46c325bc3ca20a0a16c7d5d 1a9a9c14c85212.PDF
vs.
TV-Ä TdL.
Und hier sind es konkret erst einmal nur die monetären Aussichten. Die weiteren Vereinbarungen und das Kleingedruckte klingen im o.g. Tarif ebenfalls deutlich besser, als das was der MB jemals für uns einfordern könnte.
Gute Tarife:
https://www.hochschulinformationsbuero.de/fileadmin/user/portal/EXTERN/Dokumente/2018/2018_08_21_Brosch_Einstiegsgeha__lter_Absolv_neu_A nsicht.pdf
Laut Stellenanzeigen fängt man als Ingenieur in Entgeltgruppe 12 an.
Dann ist sowas hier ja nicht korrekt: https://www.sueddeutsche.de/karriere/gehalt-nach-welchem-studium-gibt-es-das-hoechste-einstiegsgehalt-1.4098984 ?
Du hast genau dasselbe gepostet wie ich auch. Es geht um den IGM Tarifvertrag für Ingenieure. Da sind sie, die von mir genannten 35 h für teilweise sogar mehr (!) Gehalt als ein Assi bei uns im WBJ1.
Ich hab bereits in einem vorigen Post darauf hingewiesen, dass es sich um die IGM-Ingenieure handelt. Nicht jeder ist einer, das erklärt auch die Statistik aus der SZ. Im Durchschnitt ist der Arzt dann doch oben, aber trotzdem weit unter dem erwartbaren Niveau. Und nur darum ging es mir.
Wenn diese Leute 42 h arbeiten würden.. steht ja auch da, würden sie sämtliche ÜStd ausgeglichen bekommen. So viel zum MB.
Du hast genau dasselbe gepostet wie ich auch. Es geht um den IGM Tarifvertrag für Ingenieure. Da sind sie, die von mir genannten 35 h für teilweise sogar mehr (!) Gehalt als ein Assi bei uns im WBJ1.
Das ist ein Flyer mit verschiedenen Bundesländern, nicht nur NRW. Es ist also nicht dasselbe, sondern ähnlich. Auch interessant, dass es noch Berlin-West dort gibt.
Kann man sich denn aussuchen, ob man 40h oder 35h arbeitet? Macht eher der Chef :-) ; gute Zusatzleistungen, wenn man denn IGM Ingenieur wird (und das kann nicht jeder, während jedes KH an einen Tarif gebunden ist)
Finde Ingenieur und Arzt auch nicht so vergleichbar, die Arbeit ist unterschiedlich. Die Gelder im Gesundheitswesen stammen von der Solidargemeinschaft, die Gelder des Ingenieurs von den Industrieprodukten, den Dienstleistungen für die Produkte.
Ich habe ja dazu geschrieben, dass dies nur ein Ausschnitt mit den monetären Grundlagen des Vertrages ist. Tut ja nichts zur Sache, die Fakten, die ich genannt habe, stimmen.
Die 35h sind der Standard, 40h ist die Ausnahme, die sich aber nicht wenige wünschen. Und alles, was ich gesagt habe, war, dass es, trotz einiger Mängel im Vergleich, deutlich schlechtere Bedingungen unter MB-Tarifen gibt, als unter anderen.
https://www.igmetall.de/download/20181004_20181004_IGM_Bro_eGehaelter_2018_2020_99x 210mm_12_Seiten_NRW_FIN_8ca46c325bc3ca20a0a16c7d5d 1a9a9c14c85212.PDF
vs.
TV-Ä TdL.
Und hier sind es konkret erst einmal nur die monetären Aussichten. Die weiteren Vereinbarungen und das Kleingedruckte klingen im o.g. Tarif ebenfalls deutlich besser, als das was der MB jemals für uns einfordern könnte.
Diesen Abschnitt finde ich bislang noch am Besten :-))
Verschenken Sie kein Geld – achten Sie auf Ihre Arbeitszeit!
Laut einer repräsentativen Umfrage des DGB-In- dex „Gute Arbeit“ 2016 arbeiten 60 Prozent der Beschäftigten mehr als in ihrem Arbeitsvertrag vereinbart. Die Kluft beträgt bei einem Drittel der Beschäftigten bis zu 10 Stunden und mehr. Bei Beschäftigten mit Leitungsfunktion hat sogar ein Viertel wesentlich längere Arbeitszeiten als vereinbart.
Damit verschenken Kolleginnen und Kollegen unter Umständen viel Geld: Ein Maschinenbau- ingenieur beispielsweise verdient im Schnitt
5.191 Euro im Monat (arithmetisches Mittel). Bei einer 40-Stunden-Woche liegt sein Stundenentgelt bei rund 30 Euro. Wenn er zusätzlich 7 Stunden pro Woche unbezahlt arbeitet, sinkt sein Stunden- lohn um 4,46 Euro auf 25,51 Euro. Im Jahr schenkt er seinem Arbeitgeber so rund 10.546 Euro.
Ja ich weiß, es gibt Kliniken, die braucht man nicht, die können ihr Leistungen nicht so gut erbringen wie große Krankenhäuser, aber die Bevölkerung möchte unbedingt ihr Dorfkrankenhaus behalten.
Du hast mich nicht verstanden. Wenn die Bevölkerung ihr Dorfkrankenhaus behalten möchte, dann werden die ganzen Kliniken sehr wohl weiterhin gebraucht. Und bisher wagt es kein Politiker, der Dorfbevölkerung zu sagen, daß er das nicht unterstützt. Das kommt alles hintenrum, wenn mal wieder eine Bertelsmann-Studie auftaucht, nach der am besten ein einziges Mega-Krankenhaus in der Mitte Deutschlands alles behandeln kann ;-)
Und vom ethischen Standpunkt ist das durchaus diskussionswürdig, wie man die Qualität der Gesundheitsversorgung definiert: allein nach den statistischen Zahlen von Morbidität, Mortalität und Lebenserwartung? Oder auch nach wahrgenommener Fürsorge und Aufmerksamkeit für die Bevölkerung?
Interessant, daß ausgerechnet Interessensvertretungen der Allgemeinmedizin wie die DEGAM sich da unter dem Deckmäntelchen der EBM allein für eine rein statistische Betrachtung stark machen. Wer bekommt wohl einen Machtzuwachs, wenn die ambulante Versorgung auf die Hausärzte konzentriert werden soll? Honni soit qui mal y pense....
John Silver
19.01.2020, 22:51
@daCapo:
Wie wär‘s, wenn Du zunächst mal reale Erfahrungen sammelst, statt irgendwelchen neoliberalen Unfug zu wiederholen, nir weil dieser zunächst einleuchtend klingt? Dieses Gelaber von Kosteneinsparungen durch Bettenreduktion... Wenn ein Grundversorger auf dem Lande geschlossen wird, verschwinden dann auch die Patienten? Nein, sie werden dann entweder ambulant geführt, obwohl der Hausarzt überfordert ist und lieber einweisen möchte, aber die Omi weigert sich, 100 km zum nächsten Krankenhaus zu pilgern; oder die Omi wird eingewiesen, und dann platzt das Krankenhaus, oder man gibt das Geld, das man am Dorfkrankenhaus „eingespart“ hat, eben mal für eine Kapazitätserweiterung aus.
Auch die Einheitsversicherung wird die Sache nur verschlimmern, denn wenn man es jetzt mit vielen Kassen zu tun hat, von denen nur einige maligne sind, so wird man dann einen einzigen Player mit sehr viel Malignität und sehr viel Kampfgewicht vor sich haben; die Einheitskasse wird die Preise nach Belieben diktieren und dem Preisdumping eine neue Dimension verleihen; und wer ernsthaft glaubt, dass dann weniger MDK-Schwachsinn käme, ist dumm oder maßlos naiv.
@daCapo:
Wie wär‘s, wenn Du zunächst mal reale Erfahrungen sammelst, statt irgendwelchen neoliberalen Unfug zu wiederholen, nir weil dieser zunächst einleuchtend klingt? Dieses Gelaber von Kosteneinsparungen durch Bettenreduktion... Wenn ein Grundversorger auf dem Lande geschlossen wird, verschwinden dann auch die Patienten? Nein, sie werden dann entweder ambulant geführt, obwohl der Hausarzt überfordert ist und lieber einweisen möchte, aber die Omi weigert sich, 100 km zum nächsten Krankenhaus zu pilgern; oder die Omi wird eingewiesen, und dann platzt das Krankenhaus, oder man gibt das Geld, das man am Dorfkrankenhaus „eingespart“ hat, eben mal für eine Kapazitätserweiterung aus.
Auch die Einheitsversicherung wird die Sache nur verschlimmern, denn wenn man es jetzt mit vielen Kassen zu tun hat, von denen nur einige maligne sind, so wird man dann einen einzigen Player mit sehr viel Malignität und sehr viel Kampfgewicht vor sich haben; die Einheitskasse wird die Preise nach Belieben diktieren und dem Preisdumping eine neue Dimension verleihen; und wer ernsthaft glaubt, dass dann weniger MDK-Schwachsinn käme, ist dumm oder maßlos naiv.
Ach immer direkt persönlich werden und beleidigen.
Das sind persönliche Erfahrungen. Ein Beispiel: Ein Notarzt, der es mit einem darbenden KH gut meint, fährt alle Patienten dorthin. Leider auch den Patient mit Schlaganfall, der natürlich dann direkt weiterreisen kann zu seinen Nachteilen (Time is brain). Denn Neurologie und Stroke Unit gab es dort nicht.
MDK ist auch kein Schwachsinn, sondern achtet mitdarauf, dass das Geld nicht aus dem Fenster geworfen wird. Das sind Beiträge der Solidargemeinschaft und nicht Lottogewinne.
Es gibt keine Begründung, warum manche Patienten stationär sind oder stationär so bleiben, nur weil es vor DRG Einführung Krankenhaustage bezahlt wurden und ein Patient möglichst lange bleiben sollte. Teilweise schreiben Assistenzärzte auf die MDK Berichte: Ist geblieben, weil die Oberärztin es wollte.
Ein Patient sollte auch möglichst lange ambulant geführt werden. Für soziale Gründe gibt es andere Einrichtungen (ohne CT, MRT, Labor usw.) mit ärztlicher Betreuung. Insgesamt wird es eher die Ausnahme sein 100km zu einem Krankenhaus zu fahren. Das Landleben hat nunmal seine Vor-. und Nachteile: Vorteil: Billig Wohnen, Schöne Natur, Ruhig; Nachteil: Weniger Infrastruktur.
Die Reduktion von Bettenkapazitäten läuft bereits seit Jahrzehnten mit gemächlichen Tempo. Es ist unstrittig, dass es zu viele KH gibt.
https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/deutschland-warum-es-zu-viele-krankenhaeuser-gibt-16286526.html
Deine Anmerkungen zur Einheitskasse sind reine Spekulation.
Im Gesundheitswesen kann Neoliberalismus nicht angewendet werden: Hier herrscht kein "freier" Markt. Die Gemeinschaftgelder sollten möglichst schonend ausgegeben. Das begrenzte vorhandene Personal sollte sinnvoll eingesetzt werden.
Du hast mich nicht verstanden. Wenn die Bevölkerung ihr Dorfkrankenhaus behalten möchte, dann werden die ganzen Kliniken sehr wohl weiterhin gebraucht. Und bisher wagt es kein Politiker, der Dorfbevölkerung zu sagen, daß er das nicht unterstützt. Das kommt alles hintenrum, wenn mal wieder eine Bertelsmann-Studie auftaucht, nach der am besten ein einziges Mega-Krankenhaus in der Mitte Deutschlands alles behandeln kann ;-)
Und vom ethischen Standpunkt ist das durchaus diskussionswürdig, wie man die Qualität der Gesundheitsversorgung definiert: allein nach den statistischen Zahlen von Morbidität, Mortalität und Lebenserwartung? Oder auch nach wahrgenommener Fürsorge und Aufmerksamkeit für die Bevölkerung?
Interessant, daß ausgerechnet Interessensvertretungen der Allgemeinmedizin wie die DEGAM sich da unter dem Deckmäntelchen der EBM allein für eine rein statistische Betrachtung stark machen. Wer bekommt wohl einen Machtzuwachs, wenn die ambulante Versorgung auf die Hausärzte konzentriert werden soll? Honni soit qui mal y pense....
Manches Dorfkrankenhaus hält sich mit Hilfe der Politik oder Bürgerinitiative oder Umstrukturierung/Erweiterungen. Insgesamt findet ein Bettenabbau statt.
https://reimbursement.institute/statistiken/anzahl-krankenhausbetten-in-deutschland/
https://www.tagesspiegel.de/politik/besser-versorgt-durch-weniger-krankenhaeuser-experten-fordern-schliessung-vieler-kliniken/24592376.html
Ein Patient sollte auch möglichst lange ambulant geführt werden.
Ich frag mich immer was da dann aus dir spricht. Ich hoffe mal Idealismus. Denn ich stimme dir zu, die Patienten sollten ambulant geführt werden, solange wie es geht. Ich würde mir das auch immer wünschen. Die traurige Realität holt mich nur ständig ein. Da sind diese Patienten die mit mehreren Wochen Rückenschmerzen in die Notaufnahme kommen weil sie keinen Termin beim niedergelassenen Orthopäden bekommen. Die sich dann weigern wieder nach Hause zu gehen, weil sie ja solche Schmerzen haben. Und was machst du dann? Du kannst sie heim schicken. Ich hatte mal so einen Patienten den ich dann am vierten Tag an dem er täglich in die Notaufnahme kam einfach aufgenommen hab. Nicht weils Sinn macht...
Oder gefäßchirurgisch (mein Bereich) wenn Patienten mit schwierigen aber völlig reizlosen Wunden in die Notaufnahme geschickt werden und du weißt sie brauchen einfach nur einen guten ambulanten Pflegedienst. Einen ambulanten Pflegedienst der sich den Wunden auch tatsächlich annimmt. Aber das ist aufwändig. Und das will keiner. Also bekommen sie das nicht. Also paar Tage stationär, dann wieder ambulant, da klappt wieder nichts also wieder stationär usw.
Oder wenn der kassenärztliche Bereitschaftsdienst einfach ein ... ist und der aber Dienst hat. Dann knallt er uns die Notaufnahme aber sowas von voll. Da wird die kleinste Kopfplatzwunde bei der ich dann schwanke zwischen kleben und Steristrips mit einer stationären Einweisung versehen. Auf der Einweisung steht dann aber natürlich "Commotio" und nicht "kleinste Platzwunde für die ich unfähig bin sie zu versorgen". Sonst würde er sich ja angreifbar machen und ggf. in Regress genommen werden.
Usw usw... die Realität ist einfach sowas von traurig. Und es gibt sicherlich einige ambulante Strukturen die hervorragend klappen. Aber manche eben nicht und das schlägt sich dann aufs Krankenhaus durch.
Ein weiterer Klassiker: In einer Spezialabteilung wird die Bettenstation insbesondere bei Privatpatienten als Hotel genutzt (wegen weiter anreise), nebenbei wird noch viel notwendige Diagnostik gemacht, die man auch ambulant machen kann.
Das werden irgendwann Äpfel und Birnen die du vergleichst. Gehts um die Belegung und Bezahlung gesetzlich versicherter Patienten oder Privatpatienten? Was bei Privatpatienten gemacht wird ist wieder was völlig anderes. Da besteht ja alleine schon die Frage ob manche Diagnostik "notwendig" ist. Ich würd mich da in der Argumentation zurückhalten einfach um nicht in einem Durcheinander zu enden.
Apropos Durcheinander: ich war mal in einer Klinik in der wurden vor allem elektiv Kurzlieger operiert. OPs damit von Montag bis Freitag. Damit war Mittwoch bis Freitag der Höhepunkt der Belegung im Krankenhaus, und Sonntag/Montag der Tiefpunkt. Feiertage und vor allem so Sachen wie Weihnachten oder Ostern schlagen dann voll rein. Rein statistisch ist damit die Belegung in dem Krankenhaus teilweise ziemlich mies weil sich die Statistik auf die Durchschnittsbelegung bezieht. In der Realität waren die Betten von Mittwoch bis Freitag voll belegt. Dei spannende Frage ist doch was macht man aus der Statistik. Vermietet man die Betten von Sonntag bis Montag als Hotel an zahlende Gäste? Wer würde das wollen? Reißt man das Gebäude am Samstag ab um es am Dienstag wieder aufzubauen? Die Statistik zeigt dass die Durchschnittsbelegung nicht ausgelastet ist ist nicht falsch. Der Schluss dass es damit in dem entsprechenden Krankenhaus zu viele Betten gibt aber auch nicht richtig.
Und genau das ist es was man verstehen muss.
Manches Dorfkrankenhaus hält sich mit Hilfe der Politik oder Bürgerinitiative oder Umstrukturierung/Erweiterungen. Insgesamt findet ein Bettenabbau statt.
Ja, und in der Konsequenz sind die Notaufnahmen der verbliebenen Maximalversorger immer stärker überlastet. Kapiert das eigentlich niemand von den Entscheidungsträgern oder will es keiner kapieren?
Wenn Krankenhäuser geschlossen werden, werden die Kranken eben nicht weniger.
Man kann sich aber schon fragen, ob von den Krankenhäusern nicht bewusst aus monetären Gründen auch stationäre Fälle generiert werden, die inhaltlich nicht zwingend notwendig sind, wenn ich so an Abrechnungsziffern für Komplexbehandlungen (Stroke, Parkinson...) denke.
Christoph_A
20.01.2020, 12:58
Die ganze Problematik sieht man ja jetzt bereits an den Schwierigkeiten der "kleinen" Fachrichtungen. War vor kurzem hier im reichen München der Fall, dass ein Kleinkind zur Behandlung nach Garmisch Partenkirchen gefahren werden musste, weil in ganz Muc keine Klinikkapazitäten mehr frei waren. Das ist, gelinde gesagt, beschämend und eines der reichsten Länder der Welt unwürdig.
Dieser ganze Klinikabbau wird, wie Evil bereits richtig gesagt hat, nur zu einer Überflutung der Notaufnahmen der Maximalversorger und einer de facto Verschlechterung der medizinischen Versorgung führen. Abgesehen davon, dass viele ältere Patienten auch von ihren Angehörigen/Freunden abgeschnitten werden im Falle einer Hospitalisation, da die halt aufgrund verschiedener Gebrechen dann nicht mal eben 50km zu Oma Luise ins Krankenhaus fahren müssen. Das mag in Kleinstaaten wie Holland oder Dänemark ganz schnieke sein, in einem Flächenland klappt das nicht.
Aber Hauptsache ein Gesundheitsökonom kann sich auf die Schulter klopfen, wie toll er Geld gespart hat.
Diese ganze Sparwut wird uns noch furchtbar auf die Füsse fallen, die Pflegemangeldiskussion zur Zeit ist da nur der Anfang.
Ja, aber man muss sich doch fragen, ob die Betten, die da alle voll sind, wirklich sinnvoll und notwendig belegt sind. In der Kinderheilkunde kann ich das nicht beurteilen, aber in der Neuro ist das sicher nicht der Fall. Da ließe sich mit guter ambulanter Versorgung vieles klären, was derzeit stationär läuft. Und bevor es jetzt heißt, die ambulante Versorgung sei auch am Limit - auch da kann man sich fragen, ob alles so sinnvoll ist, wie es derzeit läuft. Es ist für den Niedergelassenen natürlich viel lukrativer die 100. EEG-Kontrolle bei einem Epilepsie-Patienten ohne Anfälle zu machen als sich mit neuen Patienten auseinander zu setzen.
Christoph_A
20.01.2020, 13:32
Ich bin kein Neurologe, aber niedergelassener Kardiologe, also auch durchaus mit "Wiedergängern" gesegnet. Wir klären bereits vieles mit "guter ambulanter Versorgung", jedoch ist es so, dass wir der Patientenflut, die durch unsere Tür bricht, nicht immer Herr werden können. Viele dieser Wiedergänger sind Patienten, die eigentlich stationär aufgenommen gehören (RR Einstellung bei rezidivierenden hypertensiven Entgleisungen, mäßige kardiale Dekompensationen etc.), aber aufgrund nicht vorhandener Klinikkapizitäten oder einfach überforderter Notaufnahmeassis (was ich verstehen kann, wenn man sich z.B. die frisch gebackene Uniklinik vor meiner Haustüre ansieht, die 2. Jahresassis alleine mit 80 Notfallpatienten pro schicht werkeln lässt) einfach wieder weggeschickt werden und dann als "Notfälle" unseren Praxisalltag durcheinander bringen. Wer mehr in die ambulante Versorgung outsourcen will, muß diese auch fördern und nicht nur motzen, wenn Termine nicht am nächsten tag vorhanden sind. Den Vogel abgeschossen hat da unser Ex Bundesgesundheitsminister mit seiner genialen Ansage, dass jeder Patient, der 4 Wochen keinen FA Termin hatte eine Notaufnahme aufsuchen kann. Hat die Kollegen da sicher gefreut....
Powered by vBulletin® Version 4.2.3 Copyright ©2026 Adduco Digital e.K. und vBulletin Solutions, Inc. Alle Rechte vorbehalten.