PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : ungefähres Gehalt als AA



Seiten : 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 [11] 12 13

Relaxometrie
26.01.2020, 17:07
Ich habe dann eher an ne Vollzeit-Promo gedacht, vielleicht auch PhD-mäßig. Einfach, um möglichst lange im System "Studium" zu bleiben.
Das Studium ist doch kein Hauptberuf, sondern soll einen nach Abschluß dazu befähigen, einen Beruf auszuüben.
Wenn man Dauergeldgeber oder sonstige Einnahmequellen hat, kann man natürlich auch sein Leben lang studieren (genug interessante Fachgebiete gibt es auf jeden Fall). Wenn man aber vor dem Medizinstudium bereits die Tücken sowohl des stationären, als auch des ambulanten Gesundheitssystem erkannt hat, sollte man eigentlich konsequenterweise nicht Medizin studieren, anstatt durch ein künstlich in die Länge gezogenes Medizinstudium die Berufswelt zu vermeiden.

davo
26.01.2020, 17:25
@h3nni:

Erstens ist in Deutschland nicht alles schlecht. Es gibt auch in Deutschland Abteilungen und Kliniken, an denen man menschenwürdig arbeiten kann. Zweitens gibt es nicht überall anders dieselben Probleme. Schweden zum Beispiel ist in vielerlei Hinsicht völlig anders - was einige Vorteile für die Ärzte mit sich bringt und einige Nachteile für die Patienten. (Aber letzteres nicht unbedingt als Folge von ersterem.)

Ewig weiterzustudieren halte auch ich für keine Lösung - aber das bedeutet noch lange nicht, dass das Medizinstudium die falsche Wahl war. Es gibt eben sehr viele Optionen, auch in der Patientenversorgung, auch in Deutschland. Und man kann ja auch ins Ausland gehen. Man muss einfach nur den besten "fit" für sich selbst finden. Vom Arbeitsumfeld her, und vielleicht auch vom Gesundheitssystem her.

Und evidenzferne Vorschriften, Kostendiktat, keine guten Chefs - das wirst du in absolut jedem Job finden. Da ist die Medizin nicht anders als der Rest des Arbeitsmarktes.

Ich glaube also, dass du viel zu radikal, viel zu dogmatisch vorgehst, wenn du sagst, dass du, aufgrund dieser Probleme, die es tatsächlich häufig gibt, das gesamte Gesundheitssystem verdammst und meinst, darin keinen einzigen für dich passenden Job finden zu können. Such dir einfach einen Job, der gut zu dir passt. Durch die große Vielfalt an Optionen wird das bestimmt klappen.

h3nni
26.01.2020, 17:58
Ich habe einige Kollegen, die ins Ausland gegangen sind nach einiger Zeit in DE (aus verschiedensten Gründen): UK, Schweden, Norwegen, Portugal

Aha: Neben German Angst gibt es auch noch Unhöflichkeit und dauernd Meckern als charakteristisch empfundene, gesellschaftliche und politische, kollektive Verhaltensweisen .

Ausland bin ich mir nicht sicher, wie das mit Sprachkenntnissen klappt. Ich meine, ich hatte 8 Jahre Englisch in der Schule und benutze es jetzt auch noch öfters (wenn auch meist passiv) und weiß nicht, ob ich als englischer Patient mit mir so sprechen wollte. Ich glaube, in seiner Erstsprache zu arbeiten, hat schon nen guten Vorteil.

Mecker ich dir wohl zu sehr? :-???


Das Studium ist doch kein Hauptberuf, sondern soll einen nach Abschluß dazu befähigen, einen Beruf auszuüben.
Wenn man aber vor dem Medizinstudium bereits die Tücken sowohl des stationären, als auch des ambulanten Gesundheitssystem erkannt hat, sollte man eigentlich konsequenterweise nicht Medizin studieren, anstatt durch ein künstlich in die Länge gezogenes Medizinstudium die Berufswelt zu vermeiden.

Das ist mir schon bewusst. Allerdings erhoffe ich mir durch die längere Zeit, ein vielleicht noch besser passendes Gebiet zu finden. Je mehr ich sehe, desto besser.
Ich hatte die Tücken nicht vorher erkannt, das hat sich erst im Verlauf und durch Gespräche und durch die eher negativen Ansichten einiger hier aus dem Forum so entwickelt.


@h3nni:

Erstens ist in Deutschland nicht alles schlecht. Es gibt auch in Deutschland Abteilungen und Kliniken, an denen man menschenwürdig arbeiten kann. Zweitens gibt es nicht überall anders dieselben Probleme. Schweden zum Beispiel ist in vielerlei Hinsicht völlig anders - was einige Vorteile für die Ärzte mit sich bringt und einige Nachteile für die Patienten. (Aber letzteres nicht unbedingt als Folge von ersterem.)
vom menschenwürdigen Arbeiten bin ich in meinen derzeitigen/bisherigen Wunschrichtungen auch ausgegangen. Nur ist zwischen "gerade legal" und "Selbstverwirklichung" doch eine gewisse Spannweite. Und wie weiter oben in diesem Beitrag schon gesagt fällt mir Ausland wegen der Sprache schwer. Ich weiß nicht mal, ob ich ein C1-Level angemessen fände, um zu praktizieren.

Ewig weiterzustudieren halte auch ich für keine Lösung - aber das bedeutet noch lange nicht, dass das Medizinstudium die falsche Wahl war. Es gibt eben sehr viele Optionen, auch in der Patientenversorgung, auch in Deutschland. Und man kann ja auch ins Ausland gehen. Man muss einfach nur den besten "fit" für sich selbst finden. Vom Arbeitsumfeld her, und vielleicht auch vom Gesundheitssystem her.
ist es auch nicht, sehe ich schon auch so. Allerdings hatte ich kaum Wartezeit vorm Studium und bin auch sonst relativ jung, sodass ich mir irgendwie noch Zeit nehmen will. Wie gesagt, ich mag das Studium und das Fach schon. Mit meiner Studienentscheidung an sich hadere ich nicht. Aber eben mit den Aussichten in der ärztlichen Tätigkeit, wie sie von vielen beschrieben wird.

Ich glaube also, dass du viel zu radikal, viel zu dogmatisch vorgehst, wenn du sagst, dass du, aufgrund dieser Probleme, die es tatsächlich häufig gibt, das gesamte Gesundheitssystem verdammst und meinst, darin keinen einzigen für dich passenden Job finden zu können. Such dir einfach einen Job, der gut zu dir passt. Durch die große Vielfalt an Optionen wird das bestimmt klappen.
Die große Anzahl der Optionen ist das nächste Problem. Woher weiß man, was wirklich zu einem passt? Eine Hospitation oder auch Famulatur kann sicherlich Einblicke liefern, der Arbeitsalltag ist aber doch ein anderer. Und wenn man dann immer weiter nach dem besten "fit" sucht, kommt man nie irgendwie zur Ruhe.

daCapo
26.01.2020, 19:22
Ausland bin ich mir nicht sicher, wie das mit Sprachkenntnissen klappt. Ich meine, ich hatte 8 Jahre Englisch in der Schule und benutze es jetzt auch noch öfters (wenn auch meist passiv) und weiß nicht, ob ich als englischer Patient mit mir so sprechen wollte. Ich glaube, in seiner Erstsprache zu arbeiten, hat schon nen guten Vorteil.

Mecker ich dir wohl zu sehr? :-???



Das ist mir schon bewusst. Allerdings erhoffe ich mir durch die längere Zeit, ein vielleicht noch besser passendes Gebiet zu finden. Je mehr ich sehe, desto besser.
Ich hatte die Tücken nicht vorher erkannt, das hat sich erst im Verlauf und durch Gespräche und durch die eher negativen Ansichten einiger hier aus dem Forum so entwickelt.





Also ich hatte schon Kollegen mit sehr rudimentären Sprachkenntnissen (und auch welche mit sehr guten). Eher eine Frage der Motivation.

Es gibt so viele Arten von ärztlicher Tätigkeiten oder auch Optionen in der Wissenschaft/Behörden, es gibt Fächer mit wenig Patientenkontakt und sehr viel. Wir wiederholen uns jetzt: Man muss irgendwo anfangen, wo man denkt: Das könnte passen. Und möglicherweise passt es und man macht seine Facharzt im Fach XY und ist zufrieden. Und wenn es doch nicht das richtige ist, wechselt man. Alles perfekt planen für die nächsten 10-20 Jahre ist nicht immer für jeden möglich.

arbeiter79
28.02.2020, 18:27
Also ich hatte diesen Monat als AA zum ersten Mal regulär (also ohne irgendwelchen Nachzahlungen o.ä.) über 6000 netto (bei über 9000 brutto), bei Steuerklasse 3 und gesetzlich Versicherter.

dissection
28.02.2020, 22:13
Also ich hatte diesen Monat als AA zum ersten Mal regulär (also ohne irgendwelchen Nachzahlungen o.ä.) über 6000 netto (bei über 9000 brutto), bei Steuerklasse 3 und gesetzlich Versicherter.

Biste Straßenapotheker geworden oder woot? Ergo: Tarif, WBJ, Fachrichtung, Dienstlast, Poolbeteiligung ?

arbeiter79
03.03.2020, 12:59
Biste Straßenapotheker geworden oder woot? Ergo: Tarif, WBJ, Fachrichtung, Dienstlast, Poolbeteiligung ?

Also bin der höchsten Gehaltsstufe für AÄ, beim privaten Klinikkonzern und werde da nach MB-Tarif bezahlt. Pool ist da nicht dabei, wie gesagt nur das normale Grundgehalt plus Dienste. Dienstbelastung war natürlich hoch. U.a. hatte ich an 3 WE (24h-)Dienste.

So extrem über dem was zumindest manche Kollegen hier an Diensten jeden Monat machen war es aber auch nicht, 2 WE mit Diensten (Fr.,Sa.,So.) sind für viele völlig normal. Mit anderen Worten um die 8000 verdienen hier einige AÄ jeden Monat.

Dann nutzen ein paar regelmäßig ein frei-nach-Dienst noch um auswärts Notarzt zufahren, dann kommen nochmal knapp 1000€ oben drauf- für mich ist das nichts, ich hab nach 24h genug...

Markian
03.03.2020, 13:26
Stellt das rechtlich kein Problem da? Da muss man seinen Job schon echt lieben oder seinen Lebenspartner/in hassen.

davo
03.03.2020, 14:39
Bei uns ist es zum Glück normal, dass man drei Wochenenden im Monat frei hat... :-))

WackenDoc
03.03.2020, 18:44
Ich biete 4-5 freie Wochenenden pro Monat.

Partyarthy
23.06.2021, 19:33
Hi,

wie ist es mit dem Gehalt bei einem MVZ? Bekommt man das, was ein Assistenzarzt auch in der Klinik nebenan bekommt oder wird das gesondert gehandhabt?

daCapo
24.06.2021, 11:58
Für s MVZ gibt's keinen Tarifvertrag soweit mir bekannt. Die TV können jedoch hilfreich zur Orientierung sein.

Partyarthy
06.09.2021, 19:51
Eine Frage vor allem an die, die ihre erste Stelle in einer Praxis hatten: In welchem Rahmen bewegt sich dort das Gehalt?
Ich habe mal von einem Arbeitsrechtler gehört, dass die Praxen gerne weniger zahlen als Krankenhäuser und Kliniken, man aber nicht unter 80% des ortsüblichen Tariflohns gehen sollte. Jetzt ist die Frage wie man diesen ermittelt.
Kann jemand helfen?

Bonnerin
06.09.2021, 20:12
Also bei mir ist die Wochenarbeitszeit 40h. Das heißt, die Bezahlung orientiert sich am TV-Ärzte VKA der kommunalen Kliniken.
Ich kriege 3 Jahre lang mehr als den Basis-Tariflohn und 1 Jahr (5. WBJ) ein kleines bisschen weniger als das Basisgehalt, das ich in der Klinik kriegen würde. Bonuszahlungen gibts auch, aber natürlich weniger Geld als bei 4 24h-Diensten/Monat. Dafür muss ich aber halt keine Schicht- und/oder Bereitschaftsdienste machen, da nehme ich den wirklich geringen finanziellen Verlust gerne in Kauf.
Ansonsten kann man aber ja auch versuchen, weitere Vergünstigungen, z.B. zusätzliche Pendelvergütung, kostengünstigeres ÖPNV-Ticket etc. rauszuhandeln.

Partyarthy
07.09.2021, 14:21
@Bonnerin: Immerhin bekommst du mindestens den Basis-Tariflohn. Das würde mir schon reichen. Ich muss nicht das absolut Meiste von meinem Arbeitgeber rauspressen.
Wenn ich mir die Häuser in der Umgebung angucke, dann liegt die Spanne zwischen gut 4200 (kirchlicher Träger) und gut 5100 (das grüne H). Das ist also das, was ein Einsteiger hier zurzeit erwarten darf.
Aber wenn, sagen wir, ca. 4500 der Durchschnitt wäre, dann wären 80% nur 3600. Und das find ich wiederum zu wenig im Vergleich zu den anderen. Würdet ihr an meiner Stelle darauf bestehen, dass es nicht weniger als gut 4200 sind?

Bonnerin
07.09.2021, 21:36
Also für deutlich weniger als den Basislohn würde ich auch nicht arbeiten. Punkt. Es geht ja erstmal auch nicht darum, irgendwas "rauszupressen". Aber ist ein klassisches Mediziner:innen-Problem, dass die Leute sich immer gerne deutlich unter Wert verkaufen.

Ich würde halt so vorgehen, wie ich es beschrieben habe. Rausfinden, wie viele Stunden du die Woche arbeitest, und dann den am ehesten äquivalenten Tariflohn nehmen. Denn die privaten haben i.d.R. 42 Arbeitsstunden, die Unikliniken 42,5h und die kirchlichen etwas weniger. Das wäre so die Schmerzensgrenze, also ausloten, ob du ein bisschen mehr rausholen kannst.

Endoplasmatisches Reticulum
07.09.2021, 22:08
Nutzenmaximierung ist das Ziel jeder Geschäftsbeziehung. Welcher Arbeitgeber schlägt dir aus Wohlwollen einfach mal 10 % auf den Tariflohn drauf, um nicht "das meiste aus dir rauszupressen"? Ich würde da meine Herangehensweise überdenken.

Partyarthy
08.09.2021, 11:20
Nutzenmaximierung ist das Ziel jeder Geschäftsbeziehung. Welcher Arbeitgeber schlägt dir aus Wohlwollen einfach mal 10 % auf den Tariflohn drauf, um nicht "das meiste aus dir rauszupressen"? Ich würde da meine Herangehensweise überdenken.
Irgendwie bin ich mir nicht sicher was du meinst. Kannst du das nochmal erläutern?

Cor_magna
08.09.2021, 12:13
Er meint dass eine Geschäftsbeziehung keinen Raum für Emotionen oder Nettigkeiten bieten sollte, sondern im Sinne der eigenen Interessen bzw Nutzensmaximierung geführt werden sollte. Dein Geschäftspartner macht nämlich exakt das selbe.
Auf Gut Deutsch: Hol an Geld raus was es für deine Qualifikationen zu holen gibt, es dankt dir keiner wenn du nett bist und drauf verzichtest.

Partyarthy
08.09.2021, 12:44
Ja gut, meine Qualifikation ist: ich habe eine Approbation und sonst nix :-oopss So wie viele Anfänger.
Nur habe ich eben diese Aussage mit den 80% im Kopf. Und ja, da finde ich es zu wenig im Vergleich zu denen, die nicht in einer Praxis anfangen. Aber es muss ja einen Grund geben, warum die Praxen nicht mehr bezahlen können/wollen. Und da wollte ich einfach fragen, ob die anderen hier ebenfalls auf das Minimum (Tariflohn bei kirchlichen Trägern) bestehen würden. Natürlich will jeder das Maximale rausholen, aber irgendwann wird es doch einfach unverschämt. Deswegen wollte ich mal hören, wie es bei denen aussieht, die auch in einer Praxis arbeiten.
Habe mal von einem gehört, der in eine radiologische Praxis wollte und dafür 10k verlangt hat als AA (welches WB-Jahr weiß ich nicht).