PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : ungefähres Gehalt als AA



Seiten : 1 2 3 4 [5] 6 7 8 9 10 11 12 13

ehem-user-31-01-2020-1555
15.01.2020, 18:33
Ich finde es schon interessant, dass sehr viele Ärzte gewerkschaftlich organisiert sind, Kann mir kaum vorstellen, dass die alle so rot sind. Und trotzdem haben sie im Bezug auf ÜS und Doku nicht viel erreicht

Absolute Arrhythmie
15.01.2020, 18:40
Da gibt es auch große Unterschiede zwischen den Arbeitgebern und da kann man auch mit den Füßen abstimmen...
Bei mir im Haus werden auch ordentlich Überstunden gemacht, aber es gibt eine elektronische Zeiterfassung und alles wird anstandslos bezahlt. Umziehzeit ist Arbeitszeit und es gibt eine Umkleide. Wasser gibt's auch umsonst... Ist natürlich auch nicht alles flauschig rosa, aber zumindest für die Grundbedürfnisse wird gesorgt.

Shairon
15.01.2020, 18:45
Das ist eben das Besondere am Arztberuf, das man bei diesen Berufsvergleichen nicht vergessen sollte. Man ist unabhängig und kann von heute auf morgen den Arbeitgeber wechseln (oder je nach Fachrichtung auch in die eigene Praxis gehen). Das können Lehrer, Ingenieure usw. nicht mal eben so, wenn sie mit ihrem Chef unzufrieden sind, da heißt es durchhalten und leiden.

ehem-user-31-01-2020-1555
15.01.2020, 19:01
Bei vielen Stellen in der freien Wirtschaft (Ing./IT) sind ÜS auch an der Tagedordnung, aber mit dem Gehalt schon abgegolten. Habe selbst bei so einer Firma gearbeitet

Jukka666
16.01.2020, 09:53
Ich glaube auch, dass wir Ärzte bei "ordentlichen Verhältnissen", d.h. als "normaler" Klinikarzt mit unbefristeter Festanstellung nicht schlecht bezahlt sind.

Dennoch fällt mir manchmal folgendes auf:
- Als Arzt muss man sich bei anderen Berufsgruppen schon fast schämen - v.a. vor Kollegen der Pflegeberufe - warum man "so viel" verdient. Weil "man macht ja auch "nur" Medizin".. Dieser Gedanke für gute Arbeit und viel Engagement viel zu verdienen, ist in Deutschland nur schambehaftet zu führen.
- Im Vergleich zu anderen Berufen hat man doch mehr Verantwortung den Menschen gegenüber. Ich will nicht sagen, dass man ständig mit einem Bein im Gefängnis steht, aber Ingenieure müssen sich keine Gedanken über Haftpflichtabdeckung, Regressforderungen, Schadensersatzforderungen, Körperverletzung, Aufklärungen etc. machen. Das schlägt sich natürlich auch auf das Arztgehalt nieder (z.B. beim Notarztfahren oder Praxisvertretungen etc., wo ich alles selbst versichern muss).

- Wie die Kollegin bereits gesagt hatte, sind v.a. Zuschläge und Extra-Arbeit (Dienste, WE-Arbeit etc.) lächerlich vergütet. Keine andere Berufsgruppe würde sich für diese verantwortungsvolle Tätigkeit so abspeisen lassen wie wir. Das kommt in Gesprächen mit Freunden immer wieder raus. Und muss auch gegen das höhere Grundgehalt relativiert werden.

- Wenn ich mir anschaue, dass ich praktisch jede Fort- und Weiterbildung, die mir persönlich - und damit den Patienten! - direkt nützt (zB ALS-Kurse, Zusatzbezeichnungen, EKG-Kurse, Sono-Kurse), über die Jahre fast vollständig selbst bezahlen muss (und zwar steuerlich geltend machen kann wie jeder andere auch), der Ingenieur aber fast alles von der Firma kriegt, inkl. Auslandsreisen, dann relativiert das das vielleicht höhere Gehalt auch wieder. Auslandskongresse? Vergiss es.

Das alles aufgerechnet gegen den sicheren Arbeitsplatz in D macht Arztsein trotzdem attraktiv und besser bezahlt als den Durchschnittsjob, aber von "elitär" sind wir doch sehr weit weg..

Sait
17.01.2020, 11:18
Das Problem ist denke ich auch garnicht mal das Gehalt, welches man für seine 40 Stunden bekommt. Ich denke, das ist schon angemessen und es wird ja mit der Zeit auch immer mehr.

Das wirkliche Problem liegt wie schon bereits erwähnt doch darin, dass die Dienste sehr undankbar bezahlt werden, insbesondere die 24 Stunden Dienste. Wenn ich hier Beiträge von einigen Usern lese, die meinen, es sei okay für die Nächte nicht wirklich bezahlt zu werden, weil man ja angeblich schlafen könnte, dann wird mir schon echt übel.

Auch hatte ich genug Kollegen, die meinten, es sei in Ordnung unbezahlte Überstunden zu machen - das gehöre wohl dazu, vor allem in einer Uniklinik.

Davon abgesehen ist echt lächerlich, dass die Pflege kein Blut abnehmen oder Vigos legen darf. Ich meine, das Gesetz hatte man damals als solches so eingeführt, um die Lohnspanne zwischen Pflegepersonal und der Ärzte auszugleichen. In den letzten Jahren hat sich aber einiges was die Löhne der Pflege angeht getan, bei den Ärzten aber nicht. Jeder der schon mal um 2 oder 3 Uhr morgens geweckt wurde um Vigos zu legen weiß was ich meine. In jedem anderen europäischen Land darf die Pflege mehr machen! Ich verstehe einfach nicht, wieso wir in so vielen Punkten, auch was die Ausbildung angeht, als solch ein reiches Industrieland so rückständig sind?

Die skandinavischen Kollegen lachen sich kaputt, wenn ich denen erzähle wie es bei uns abläuft.

JumpRopeQueen
17.01.2020, 13:20
Wtf, wie kommt man überhaupt auf die Idee die Löhne von Pflegern und Ärzten auszugleichen, wenn die Pflege nur eine 3-jährige Ausbildung ist, wo man schon im ersten Azubi-Monat Geld verdient, wohingegen die Ärzte 6,5 Jahre lang studieren und auch noch Dr-Arbeit schreiben, was übrigens auch nicht mit den Diplomarbeiten in anderen Ländern (s. Tschechien, Österreich etc.) vergleichbar wäre.

Markian
17.01.2020, 13:40
Wtf, wie kommt man überhaupt auf die Idee die Löhne von Pflegern und Ärzten auszugleichen, wenn die Pflege nur eine 3-jährige Ausbildung ist, wo man schon im ersten Azubi-Monat Geld verdient, wohingegen die Ärzte 6,5 Jahre lang studieren und auch noch Dr-Arbeit schreiben, was übrigens auch nicht mit den Diplomarbeiten in anderen Ländern (s. Tschechien, Österreich etc.) vergleichbar wäre.

Ein langes Studium ist immer eine schlechtes Argument. Das Studium dauert nur bedingt länger als Bachelor + Master. Eine Doktorarbeit musst du ja nicht machen, das ist nur ein Bonus für dich. Wenn muss man das Gehalt am Grad der Verantwortung festmachen, der doch deutlich darüber hinausgeht was so in der Pflege gemacht wird. Falsches Medikament Patient ist tot, wenn Frau X heute mal nicht gewaschen wird ist es nicht so schlimm. Die Pflege ist ein wichtiger Zuarbeiter, aber als Arzt hältst du am Ende eben für alles den Kopf hin.

Mukopolysaccharid
17.01.2020, 13:41
Da ändert sich erst was, wenn’s zu spät ist. Will doch niemand wissen, ob Ärzte überarbeitet sind. Nein, denn Ärzte haben jeden Mittwoch frei und fahren Porsche. Nur die Pflege ist überlastet und im Notstand.

Markian
17.01.2020, 13:46
Da ändert sich erst was, wenn’s zu spät ist. Will doch niemand wissen, ob Ärzte überarbeitet sind. Nein, denn Ärzte haben jeden Mittwoch frei und fahren Porsche. Nur die Pflege ist überlastet und im Notstand.

Es gibt eben zu wenig Widerstand gegen unfaire Arbeitsbedingungen. Leider gibt es auch zu viele Kollegen aka Kameradenschweine, die die Ausbeutung im Sinne von unbezahlten Überstunden und maximale Entbehrung mittragen oder sogar selber fordern. Herr Spahn ist halt auch zu viel damit beschäftigt in Tschechien noch mehr unfähige Pfleger zu rekrutieren, anstatt die Arbeit im Krankenhaus für alle attraktiv zu gestalten.

JumpRopeQueen
17.01.2020, 14:01
Ein langes Studium ist immer eine schlechtes Argument. Das Studium dauert nur bedingt länger als Bachelor + Master.

Ich rede ja nicht von anderen Berufen, sondern nur von Pflege, die ja zumindest in Deutschland immer noch nur eine 3-jährige Ausbildung macht. Und bzgl. Doktortitel: in anderen Ländern ist man fast automatisch Doktor nach dem Uni-Abschluss. Und, zumindest in Tschechien, macht kein Arzt Blutentnahmen oder Viggos.

Mukopolysaccharid
17.01.2020, 14:24
Hast Recht, wie schreien nicht laut genug und machen nicht aufmerksam auf missstände.
Es gibt eben zu wenig Widerstand gegen unfaire Arbeitsbedingungen. Leider gibt es auch zu viele Kollegen aka Kameradenschweine, die die Ausbeutung im Sinne von unbezahlten Überstunden und maximale Entbehrung mittragen oder sogar selber fordern. Herr Spahn ist halt auch zu viel damit beschäftigt in Tschechien noch mehr unfähige Pfleger zu rekrutieren, anstatt die Arbeit im Krankenhaus für alle attraktiv zu gestalten.

McLaren422
17.01.2020, 16:38
Ich rede ja nicht von anderen Berufen, sondern nur von Pflege, die ja zumindest in Deutschland immer noch nur eine 3-jährige Ausbildung macht. Und bzgl. Doktortitel: in anderen Ländern ist man fast automatisch Doktor nach dem Uni-Abschluss. Und, zumindest in Tschechien, macht kein Arzt Blutentnahmen oder Viggos.

geilo, ich wander nach Tschechien aus :D

ehem-user-31-01-2020-1555
17.01.2020, 18:21
Streik und „Arbeitskampf“ ist nun auch mal nicht jedermanns Sache. Gewerkschaften sind politisch schon sehr rot. Und Ärzte sind meist nicht rot eingestellt. Mich wundert, dass da früher mal bei ver.di waren. Ein Verein, für den jeder Arzt fast schon Klassenfeind sein müsste und die auf Allgemeinpolitischen Demos Seit an Seit mit DKP, SDAJ und dem schwarzen Block marschieren.

JumpRopeQueen
17.01.2020, 18:40
geilo, ich wander nach Tschechien aus :D
Na ja, so ist es halt. In Deutschland ist man nach dem Abschluss ohne Diss immer noch der Max Mustermann, in Tschechien hingegen ein MUDr, und das steht dann auf allen Papieren und Ausweisen. In Österreich ja auch.

Philip_MHH
17.01.2020, 18:50
Na ja, so ist es halt. In Deutschland ist man nach dem Abschluss ohne Diss immer noch der Max Mustermann, in Tschechien hingegen ein MUDr, und das steht dann auf allen Papieren und Ausweisen. In Österreich ja auch.+

und? was kann man sich von den zwei Buchstaben kaufen?

nie
17.01.2020, 19:19
Der Dr. med. univ. steht in Österreich übrigens nicht im Ausweis und auch den rumänischen Dr. medic. steht nicht in de Papieren, glaube kaum dass es mit dem tschechischen Berufsdoktorat anders aussieht.

Und selbst wenn, dann steht halt Dr. Max Mustermann in deinen Papieren. Und weiter? Was hat man davon?

Cor_magna
17.01.2020, 19:45
Es soll Menschen geben denen diese zwei Buchstaben ein Gefühl der Überlegenheit gibt. Ach ja und mancher Mann macht es da angeblich die Frauen drauf stehen. :-angel

][truba][
17.01.2020, 19:45
Schreib doch ne Diss wenn du dich an dem Dr. so aufhängst.

davo
17.01.2020, 22:12
Und, zumindest in Tschechien, macht kein Arzt Blutentnahmen oder Viggos.

Das ist in Österreich seit ein paar Jahren (mit wenigen Ausnahmen) ganz genauso.


Der Dr. med. univ. steht in Österreich übrigens nicht im Ausweis [...]

Selbstverständlich tut er das! Da würden die österreichischen Ärzte einen Herzinfarkt bekommen, wenn er das nicht täte :-))