Aktuelle bildgebende Diagnostik der Wirbelsäulenerkrankungen - Teil IV
Beitrag aus Der Chirurg Heft 10/08 Springer Verlag
B. Baumert, J. Blautzik, M. Körner, M. Reiser und U. Linsenmaier
Wir freuen uns, den Besuchern unserer Webseite an dieser Stelle in regelmäßiger Reihenfolge lesenswerte Auszüge aus der neuen E-Paper Reihe des Springer Medizin Verlages präsentieren zu können. Am Ende dieses Artikels findet sich ein Hinweis auf 3 Ausgaben in Form eines Probeabos.
Heutiger Gastbeitrag:
Aktuelle bildgebende Diagnostik der Wirbelsäulenerkrankungen
Quelle: Springer Medizin Verlag
Der Chirurg Heft 10, 2008, S. 35-46Spondylophyten und Spondylarthrose
Chondromalazische Knorpelveränderungen, knöcherne Erosionen und synoviale Ergüsse bedingen Deformierungen, Hypertrophie und ausgeprägte Fehlstellungen der kleinen Wirbelgelenke. Diese Veränderungen lassen sich am besten in den wassersensitiven MRT-Sequenzenmit Fettunterdrückung (z. B. STIR) nachweisen, die knöchernen Veränderungenmit der CT. Radiographisch sind neben subchondralen Sklerosierungen die osteophytären Anbauten von Relevanz, welche konsekutiv zur Einengung der Foraminaintervertebralia führen können.
Degenerative Spondylolisthese:
Bei der degenerativ bedingten (Pseudo-)Spondylolisthesis verschieben und verkippensich zwei benachbarte Wirbel gegeneinander. Das Ausmaß wird üblicherweiseauf konventionellen Seitaufnahmen nach Meyerding Grad 1–5 quantifiziert, ergänzende Funktionsaufnahmen in In- und Reklination können Hinweise auf eine Instabilitätliefern (s.Abb. 5, s.Tab. 3).
Spinalkanalstenose
Dorsale Spondylophytenbildung, hypertrophe Spondylarthrose, verdickte Ligg.flava und Synovialzysten sowie Bandscheibenprotrusionen können zur Verengung des Spinalkanals mit Verlegung des lateralen Rezessus oder der Neuroforamina und konsekutiv zur Myelomalazieführen. Auf konventionellen Röntgenbildern sollte der Sagittaldurchmesser des Spinalkanals der HWS den des zugehörigen Wirbelkörpers nicht unterschreiten. In den a.p. Aufnahmen beträgt die Interpedikulardistanz auf Höhe der HWS>25 mm und auf Höhe der LWS >15 mm. Die MDCT ist die Methode der Wahl zum Nachweis und zur Quantifizierung derspinalen Stenose. Absolut beträgt der Normalwertdes sagittalen Durchmessers der HWS >13 mm, der BWS >14 mm und der LWS >15 mm liegt. Die kritische Grenze liegt bei einer Fläche von 0.75 cm2.