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Akupunktur bei Kniearthrose besser als Standardtherapie, aber es muss nicht TCM sein

Als Erfolg definierte man eine mindestens 36%ige Verbesserung

Dr. Annette Tuffs

Gelauscht (Foren)

Akupunktur
Auf der Basis der Ergebnisse dieser Studie hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) am 18.04.2006 empfohlen, dass (neben Rückenschmerzen) Akupunktur - als Teil einer multimodalen Behandlung - bei chronischen Knieschmerzen zukünftig Regelleistung der gesetzlichen Krankenkassen wird. Grundlage des Beschlusses der GBA war die in den gerac-Studien festgestellte Überlegenheit der Akupunktur über die Standardtherapie in den Indikationen Knieschmerz und Rückenschmerz. Dies war bei Migräne und Spannungskopfschmerz nicht der Fall, weshalb die Akupunktur für diese beiden Indikationen nicht als Kassenleistung anerkannt wurde.

Fazit:

  • Die derzeitige Standardversorgung von Patienten mit chronischen gonarthrosebedingten Schmerzen ist unzureichend, daher ist weitere Forschung im Bereich Patientenversorgung dringend notwendig.
  • Durch Einbeziehung einer Akupunkturbehandlung in ein multimodales Behandlungskonzept kann das Befinden der Patienten und die Wirksamkeit deutlich verbessert werden.
  • Gleichzeitig kann der Bedarf an Schmerzmitteln (und das damit verbundene Risiko unerwünschter Nebenwirkungen) reduziert werden.
  • Wesentliche Unterschiede in der Wirkung einer TCM-Akupunktur und einer "Schein"-Akupunktur mit oberflächlichem Stechen an Nicht-TCM-Punkten existieren nicht; die Notwendigkeit eines Stechens tiefer als 0.5 cm ist daher zu hinterfragen. Offenbar wurde auch die Bedeutung der Punktspezifität der Akupunktur bislang überschätzt.
  • Bei dem für die Studie definierten "Schein"-Akupunkturschema handelt es sich wahrscheinlich um eine "echte" Akupunktur im Sinne einer Minimalakupunktur und nicht um eine Placebo-Akupunktur, bei der - für die Patienten nicht ersichtlich - gar nicht gestochen wird.
  • Die Kritiker der Akupunktur werden durch die Ergebnisse aufgefordert, ihre ablehnende Haltung zu dieser Therapieform kritisch zu überdenken.
  • Die Vertreter der Akupunktur nach Regeln der TCM sind durch die Ergebnisse aufgefordert, ihre Akupunkturschemata zur Behandlung chronischer Knieschmerzen im Sinne eines wirksamen minimal-invasiven Vorgehens zu optimieren.
  •  Patienten mit chronischen Knieschmerzen können in Zukunft (wahrscheinlich ab dem 1.Oktober 2006) Akupunkturtherapie auf Kassenkosten beanspruchen, allerdings nur einmal pro Jahr und nur bei qualifizierten Ärzten (dies wären momentan lediglich 1.400 im gesamten Bundesgebiet!). An einer Akupunkturbehandlung interessierte Patienten sollten sich deshalb umgehend bei ihrer Kasse über in Frage kommende Ärzte und Behandlungsmethoden informieren.
  • Hanns-Peter Scharf, Ulrich Mansmann, Konrad Streitberger, Steffen Witte, Jürgen Krämer, Christoph Maier, Hans-Joachim Trampisch and Norbert Victor: Acupunture and Knee Osteoarthritis. A three-armed randomized trial; Ann Intern Med 2006; 145: 12-20.

    **gerac = German Acupuncture Trials


    Quelle: idw - Informationsdienst Wissenschaft
     
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