teaser bild

Benutzername:

Passwort:

Jetzt registrieren

Passwort futsch!?

;-)

Europäische Arzneimittelpreise im Vergleich: Deutschland im Mittelfeld

Im Brennpunkt: Ausgaben für Arzneimittel

Forschende Pharma-Unternehmen (vfa)

Steigende Zahlen

Ein Blick auf die Ausgaben der Gesetzlichen Krankenkassen 2009 zeigt: Unter den Kostenblöcken rangieren die Arzneimittel nach den Ausgaben für die Krankenhausbehandlung und gleichauf mit der Behandlung durch niedergelassene Ärzte. Und die Ausgabensteigerung verlief bei allen großen Ausgabensegmenten deutlich steiler als bei den Arzneimitteln. Die derzeit größten Kostentreiber sind demnach die Ausgaben für die ärztliche Behandlung (+ 7,4 %) und das Krankengeld (+ 10,5 %).

Die wichtigsten Ausgabeblöcke der GKV, Ausgaben 2009:

  1. Krankenhaus: 56,4 Milliarden Euro (+ 6,6 %)
  2. Ärztliche Behandlung: 30,6 Milliarden Euro (+ 7,4 %)
  3. Arzneimittel: 32,4 Milliarden Euro (+ 5,3 %)
  4. Krankengeld: 7,2 Milliarden Euro (+ 10,5 %)
Gesamtausgaben: 171 Mrd. Euro

Quelle: Bundesministerium für Gesundheit

Ausgaben für patentgeschützte Medikamente: ein kleinerer Posten

Von den rund 171 Milliarden Euro, die die Gesetzlichen Krankenversicherungen 2009 ausgeben haben, entfallen nur rund 6,7 Milliarden Euro auf patentgeschützte Präparate. Zudem stehen in diesem und dem nächsten Jahr Patentabläufe für eine große Zahl umsatzstarker Medikamente an, die die Kassen voraussichtlich um 1,2 Milliarden Euro pro Jahr entlasten werden.

Angesichts dieser Fakten erscheint es wenig sinnvoll, Sparziele im Gesundheitswesen selektiv an den patentgeschützten Medikamenten realisieren zu wollen.

Wie lassen sich Effizienzreserven bei Medikamenten sinnvoll heben?

Medikamente sind kein Selbstzweck, sondern Teil von Therapie- und Präventionsmaßnahmen für die Gesundheit der Bürger. Also sollten sie auch als Teil eines Qualitätswettbewerbs um die beste medizinische Versorgung durch die verschiedenen Akteure im Gesundheitswesen betrachtet werden. So gesehen ist nicht mehr allein der Preis eines Medikaments zu betrachten, sondern die durch eine Krankheit bedingten Gesundheitskosten insgesamt. Manchmal ist beispielsweise ein vermeintlich teureres Medikament, dem Kranken frühzeitig gegeben, am Ende kostengünstiger als der Ansatz, so lange irgend möglich mit einem preiswerten, aber weniger wirksamen Medikament zu behandeln.

Kassen und Hersteller sollten solche Betrachtungen künftig stärker berücksichtigen und in Verträgen regeln, die sie miteinander über die Lieferkonditionen von Medikamenten abschließen. Auf diese Weise ist im Gesundheitswesen mehr zu sparen - bei wachsender Qualität der Versorgung - als mit dirigistischen Maßnahmen wie Preisfestsetzungen oder Zwangsrabatten, die letztlich nur dazu dienen, eine globale Wachstumsbranche im weltweiten Zukunftsmarkt der Gesundheitswirtschaft in Deutschland unnötig zu schwächen.

Im Übrigen ist darauf zu verweisen, dass die forschenden Pharma-Unternehmen gerade in den beiden letzten Jahren in der wirtschaftlichen Krise ein Stabilitätsanker für Deutschland waren. Sie haben Arbeitsplätze stabil gehalten und haben Investitionen nach Deutschland gebracht. Gesundheitspolitiker sollten deshalb nicht auf die Idee kommen, einer deutschen Zukunftsbranche die Krise nachträglich zu verordnen.

Quelle: www.vfa.de
Weiter
auf Seite