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Interview mit Christian Helbig (Arzt im Praktikum)

Das Medizinstudium - Interview mit praktizierenden Ärzten

Redaktion (MEDI-LEARN)

Mit welcher Motivation haben Sie das Medizinstudium begonnen, sprich warum haben Sie sich entschieden, Medizin zu studieren? Gab es den entscheidenden Augenblick/Situation, mit dem feststand „Jetzt weiss ich es: ich studiere Medizin“?

Um ehrlich zu sein, ich habe es vor allem als eine Art Herausforderung gesehen, wobei aber auch großes Interesse an der Medizin eine entscheidende Rolle spielte. Anderen Leuten ev. helfen zu können, hat die Entscheidung sicher sehr erleichtert, war aber nicht maßgeblich. Noch weniger wichtig war es mir möglichst viel Geld zu verdienen.

Dieser Illusion habe ich mich zum Glück nie hingegeben. Wichtiger war mir da wohl der relativ hohe soziale Status als Arzt. Der Bau und die Funktion des menschlichen Körpers haben mich zwar schon von klein auf sehr fasziniert, der Entschluß zum Medizinstudium ist aber erst in den letzten beiden Schuljahren gereift. Alles andere erschien mir irgendwie zu trocken und langweilig. Ich hatte damals aber auch keine Ahnung, wie trocken und theoretisch das Medizinstudium bisweilen sein kann (langweilig war es allerdings nie). Einen entscheidenden Augenblick oder eine bestimmte Situation gab es bei mir nicht.


Wie bewerten Sie diese Motivation rückblickend? Hat sie sich während des Studiums aufrechterhalten oder in welcher Form hat sie sich geändert?

Im Grunde ist die Motivation geblieben, obwohl ich mir mehr vom Studium erwartet habe und streckenweise schon recht enttäuscht war. In solchen Fällen hat mich wohl v.a. mein Ehrgeiz bei der Stange gehalten.


Wie sieht der Alltag als Arzt für Sie heute aus? Was macht Ihnen am meisten Spass? Was am wenigsten?

Ich beginne gerade mein AiP, kann also leider noch wenig dazu sagen. Momentan besteht mein Alltag darin mich in den „Alltag“ auf Station einzufinden, Inkompetenzgefühle zu überwinden und trotz fehlender Routine vor den Patienten und dem Pflegepersonal, aber auch den Kollegen das „Gesicht zu wahren“. Spaß macht es irgendwie trotzdem, auch wenn es sich jetzt nicht so anhört. Ich glaube es ist wieder diese Herausforderung, der Ehrgeiz, das in einen gesetzte Vertrauen nicht zu enttäuschen. Der Patientenkontakt wird wohl mit steigender Routine das Schönste an der Arbeit sein, den ganzen Schreibkram wünsche ich dagegen schon jetzt zum Teufel.


Welche Tipps würden Sie Studenten, die jetzt vor der Entscheidung stehen, Medizin zu studieren, mit auf den Weg geben?

So althergebracht es klingen mag: Laßt Euch von Eurem Gefühl leiten.

Wenn ihr auf viel Geld oder ein stressfreies Leben aus seid, dann lasst lieber die Finger davon. Das Studium ist abwechslungsreich und bietet einem eine Fülle von Möglichkeiten, ist aber bekanntlich sehr zeitintensiv. Man braucht schon Ehrgeiz und Durchhaltevermögen. Trotz allem ist es bei weitem nicht so schlecht wie sein Ruf, es liegt halt nun mal v.a. an einem selbst, was man daraus macht. Immerhin ist es auch ein Privileg, Medizin studieren zu dürfen. Die Reformpläne versprechen zudem eine praxisorientiertere Ausbildung als bisher. Und bis Ihr fertig seid wird sich auch in den Kliniken einiges geändert haben (ob nur zum Besseren bleibt allerdings abzuwarten).
Nur Mut, es werden immer gute Leute gebraucht!
(Wenn ich noch mal die Wahl hätte, würde ich es wieder genauso machen!)


Vielen Dank für die Beantwortung der Fragen!

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