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Ekel in der Medizin

Igitt! Was sollen Mediziner tun wenn sie sich ekeln?

Gastartikel der Zeitschrift Lege artis (Thieme)

Aus den Augen, aus dem Sinn

Eine weitere Methode, Distanz herzustellen, ist ganz einfach: Verdecken Sie Ekliges, z. B. durch Tücher oder Pflegeschaum. Dieses Vorgehen kann jedoch bewirken, dass die Gewöhnung verzögert abläuft oder im schlimmsten Fall scheitert. In Folge würden ähnliche Situationen immer wieder als ekelhaft erlebt, gibt Pfarrer Maas zu bedenken.

Üble Gerüche übertünchen

Auch Gerüche können Sie überdecken – indem Sie für frische Luft sorgen.
  • Öffnen Sie bei üblen Gerüchen das Fenster.
  • Vielen Menschen hilft es, durch den Mund statt durch die Nase zu atmen.
  • Auch das Lutschen von Bonbons kann für angenehmen Geruch sorgen sowie
  • Das Verwenden einer gut riechenden Handcreme.

Gelassenheit und Humor

Es nützt niemandem – weder Ihnen noch dem Patienten – wenn Sie Ekelgefühle krampfhaft unterdrücken. Gelingt es dagegen, nega­tive Gefühle entspannt oder humorvoll zu äußern, kann dies das Miteinander von Ärzten, Pflegenden und Patienten erleichtern. Ein „Oh, das sieht ja aus. Aber wir kriegen das schon wieder hin“ ist besser, als hektisch und genervt den Schaden zu beseitigen.

unser Tipp

Davor ekeln sich Ärzte besonders (Nach Angaben von Theodor Maas und anderen Gesprächspartnern)

  • Mangelnde Körperhygiene, hier v. a.: die Kombination aus Schweiß, Alkohol und Nikotin, dreckige Körperzwischenräume, sehr schlechter Zahnstatus mit fauligem Mundgeruch
  • Urin / Exkremente in der Kleidung eingetrocknet
  • Patienten, die sich und Gegenstände mit Kot beschmieren: besonders der Anblick von Kot im und um den Mund herum
  • Patient mit Ungezieferbefall
  • extreme Adipositas

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Cave

Humor ist eine Gratwanderung – nicht jeder versteht einen Witz oder eine satirische Bemerkung richtig. Daher ­besteht in Grenzsituationen immer die Gefahr, den Patienten zu entwürdigen. 
  • Es darf nie der Eindruck entstehen, man mache sich über den Patienten lustig!

Was tun, wenn der Ekel stärker ist?

Wenn die Maskierung des Ekels nicht gelingt, löst die Reaktion meist nicht nur beim Patienten Verstörung oder Scham aus, sondern auch beim Arzt. Allerdings lässt sich selbst diese Situation retten – ähnlich wie mit Humor. Pfarrer Theodor Maas rät in diesem Fall:
  • Versuchen Sie, die Situation ins Positive zu wenden.
  • So kann z. B. eine Entschuldigung mit einer sachlichen Erklärung, warum Sie so reagiert haben, die Beziehung zum Patienten wieder herstellen.
  • Bieten Sie ihm dann an, die Ursache für den Ekel gemeinsam mit ihm zu beseitigen.

Stell Dir vor ... Bäh!

Über seine Gefühle reden zu dürfen und können, hält Maas für sehr hilfreich und wichtig für die Psychohygiene – auch und vor allem bei der Verarbeitung von Ekel. Der Pfarrer empfiehlt dafür den Austausch mit vertrauten Personen.
  • Das können Kollegen sein, mit denen man sich – so wie PJler Jürgen Krehmer – über seine Erlebnisse offen austauscht. Schon ein „Stell Dir vor ... Bäh!“ kann hier befreiend wirken.
  • Familienangehörige und Freunde können gute Ansprechpartner sein.
  • Fachforen im Internet bieten die Möglichkeit des Austausches, ohne die eigene Identität preisgeben zu müssen.
  • Wenn an Ihrer Klinik Krankenhausseelsorger tätig sind, können Sie sich auch an diese wenden. Sie sind zur Verschwiegenheit verpflichtet.

Quelle: Erhard D. Igitt! Ekel in der Medizin. Lege artis 2011; 1: 304-307

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