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Famulatur in Oslo

Faszination Skandinavien

Kirsten Krämer

Nach meiner Bewerbung für Norwegen bekam ich Ende April die Nachricht, dass ich nach Oslo gehen würde. So konnte ich mich schon mal um meine Reise kümmern, noch bevor ich die Card of Acceptance mit den weiteren Informationen hatte. Im Mai stand dann auch fest, dass ich meine Famulatur in Radiologie im Ullevål Universitätskrankenhaus machen würde. Zwar war Radiologie keine meiner Wünsche, aber ich beschloss, mich einfach mal überraschen zu lassen.

Vor die Faszination Skandinavien haben die Götter die Formalitäten gesetzt

Die Idee nach Norwegen zu gehen resultierte aus meiner Faszination für Skandinavien mit der Idee, dass es eine Sprache ist, von der ich zumindest ein wenig verstehe. Weiterhin war mir bekannt, dass in Norwegen viele Lehrbücher auf englisch sind, so dass alle Ärzte dort englisch sprechen. So hatte ich keine Angst, dass ich auf große sprachliche Barrieren treffen würde.In Oslo angekommen wurde ich am Bahnhof abgeholt, zu meinem Zimmer gebracht und gleich noch zum Essen eingeladen. Wir waren in einem Wohnheim für Mitarbeiter des Krankenhauses untergebracht, dass sich auf dem Gelände befand, so dass unser Weg zur Arbeit sehr kurz war. Am nächsten Morgen traf ich dann eine Studentin von IFMSA Oslo und zwei andere Austauschstudenten, um mit ihnen zusammen in unsere Abteilungen des Krankenhauses zu gehen. Diese Studentin sammelte auch den MRSA-Test von uns ein, um ihn der Verwaltung zu zeigen. Der Test ist unbedingt nötig, da die Norweger in dieser Angelegenheit sehr strikt sind. Sogar Patienten, die Kontakt zu Ärzten oder Krankenhäusern im Ausland hatten, waren aufgefordert, sich zu melden und bekamen Antibiotika. 

Radiologie und Orthopädie standen auf dem Programm

Nach der ersten Demonstration traf ich dann den Radiologen, dem ich die nächste Zeit folgen sollte. Da zu dieser Zeit in Norwegen Ferien sind, waren nicht viele Ärzte da und dieser Arzt musste auch noch die Arbeit von Kollegen erledigen. So folgte ich ihm einfach, was am Anfang für mich sehr verwirrend war, da wir von Raum zu Raum gingen um auf verschiedenen PCs die Bilder anzuschauen. Zwar sagte ich ihm, dass ich zwar etwas norwegisch verstehe, aber es nicht sprechen kann, dennoch wechselte er immer wieder zwischen den Sprachen hin und her. Glücklicherweise konnte ich ihm trotzdem einigermaßen folgen, sonst hatte ich ja die Gelegenheit zu fragen. Er erklärte mir die verschiedenen Röntgenbilder, fragte mich ab und zu ein paar Fragen und nahm mich zu verschiedenen radiologischen Untersuchungen mit. So sah ich verschiedene Arthrographien und Biopsien der Lunge unter CT-Kontrolle. Manchmal ging ich auch mit andere Ärzten mit, so dass ich auch sonographische Untersuchungen und Punktionen sehen konnte.
Nach zwei Wochen wollte ich gerne noch etwas anderes sehen. So fragte ich die Orthopäden, für die der Radiologe jeden Tag die Demonstration nachte, ob ich die restliche Zeit in ihrer Abteilung bleiben könnte. Ich war froh, als ich eine positive Antwort erhielt, denn so hatte ich die Möglichkeit die Patienten zu den Röntgenbildern zu sehen. Gleich an meinem ersten Tag in der Orthopädie, was an diesem Krankenhaus eher der Unfallchirurgie entsprach, durfte ich mit in den OP und auch gleich bei einer OP assistieren. Vor der OP ging der Chirurg mit mir die Röntgenbilder und erklärte mir, was er tun würde, und auch während der OP wurde ich über jeden Schritt informiert. Ich ging immer mit verschiedenen Ärzten mit, abhängig davon, wer da war und wer welche Operation durchführen sollte. Alle sprachen englisch mit mir und übersetzen mehr als nötig. Es war mir freigestellt, was ich machte: ich konnte entweder in den OP gehen, mit zur Visite oder in die Notaufnahme gehen. Am ersten Tag in der Orthopädie erhielt ich eine Karte, mit der ich die Türen zu den verschiedenen Bereichen öffnen konnte, so dass ich unabhängig war. Wo ich auch hinkam waren alle immer sehr bemüht, dass ich alles sehen konnte und auch alles erklärt bekam. Einmal blieb ich bis halb zwei in der Nacht dort, wodurch die verschiedene Untersuchungen eines Traumapatienten sehen konnte und zuletzt auch noch eine OP assistierte.
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