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Famulatur in Panama

Klinikeinblicke aus Mittelamerika

Patrik Roser

Die Zusage für ein Tertial meines Praktischen Jahres an der Partneruniversität auf Cuba brachte mich auf den Plan, noch vor dem 2. Staatsexamen eine Famulatur in Zentralamerika zu absolvieren. Sie sollte mir Gelegenheit geben, mich mit der dortigen medizinischen Versorgung, den Arbeitsweisen und der Terminologie vertraut zu machen. Da die Entscheidung recht spontan kam und die Fristen für ein dfa-Programm bereits abgelaufen waren, organisierte ich mir die Famulatur über das Internet selbst. Eine freundliche Zusage des Hospital Nacional in Panamá-Stadt nahm ich sodann auch gleich an.

Vor dem PJ vertraut machen mit Zentralamerika

Zur Vorbereitung auf den Aufenthalt in Panamá dienten mir der Reiseführer Know-How „Panamá“, der Rough Guide „Central America“ und das Internet, wobei Erfahrungsberichte über dieses Land leider noch nicht zur Verfügung standen. In Hinsicht auf die medizinische Terminologie belegte ich einen Mediziner-Sprachkurs an meiner Uni. Vor Ort half mir das Thieme-Büchlein „Spanisch für Mediziner“. Die erforderlichen Kenntnisse der spanischen Sprache eignete ich mir schon vor längerer Zeit an einer Sprachschule in Spanien und am Sprachenzentrum meiner Uni an. Zur Einreise ist ein Studenten- oder Arbeitsvisum nicht erforderlich. Das Touristenvisum mit einer Gültigkeit von drei Monaten, das man am Flughafen erhält, reicht vollkommen für die Einreise als auch für die Ausreise aus. Das Tropeninstitut schreibt keine Schutzimpfungen vor, empfiehlt aber eine Impfung gegen Hepatitis A, Hepatitis B, Gelbfieber und eventuell Typhus sowie eine Malaria-Stand-by-Prophylaxe. Eine konservative Einteilung in fachspezifische Stationen mit entsprechenden Stationsärzten gibt es nicht. Alle Fachgebiete werden abgedeckt, jeder Patient hat seinen eigenen Facharzt

Meine Tätigkeit als Famulus: OP, Radiologie und Rettungsstelle

Das Hospital Nacional ist ein modernes privates Krankenhaus mit einer Kapazität von 80 Betten. Entsprechend liest sich entgegen meiner Erwartungen auch die Ausstattung: OP, Intensivstation, Radiologie, Herzkatheter, Koronarangiographie, CT, MRT, Hämodialyse, Ultrasonographie, Neonatologie, Labor, Blutbank, Pathologie, physikalische Therapie und Rettungsstelle.
Die Fachärzte sind in einem benachbarten Gebäude untergebracht und betreuen sowohl die zugehörigen stationären Patienten als auch Patienten, die ambulant in deren Büros und Arztzimmern vorstellig werden. Auch die Operationen (Allgemeinchirurgie, Herzchirurgie, Gynäkologie, Geburtshilfe und die kleineren operativen Fächer) werden von diesen Fachärzten selbst durchgeführt.

Meine Tätigkeit als Famulus war aufgrund dieser Gegebenheiten wenig umrissen und arg limitiert. Klassische Stationsarbeit war nicht möglich. Jeder Patient gehörte einem spezifischen Fachgebiet an und hatte seinen eigenen betreuenden Facharzt. Folglich gab es auch keinen klassischen Visitenrundgang. Die Ärzte kamen nur für ihre eigenen Patienten zu einer nicht festgelegten Zeit vorbei. Darüber hinaus war es aufgrund des Privatpatientenstatus nicht möglich, selbst am Patienten tätig zu werden. Folglich beschränkte sich meine Tätigkeit auf den technischen Aspekt der Medizin: OP, Radiologie und Rettungsstelle. In diesen Bereichen war hingegen (fast) alles möglich. Da ich nicht an einen festen Arzt gebunden war, konnte ich mich frei nach Interesse im Krankenhaus bewegen. Ich entschied mich für den wöchentlichen Rhythmus zwischen Rettungsstelle, wo ich Patienten aufnehmen und mit dem Arzt diskutieren konnte, und OP, wo ich bei den unterschiedlichsten Operationen assistieren durfte. Überall wurde ich sehr freundlich und interessiert aufgenommen und niemals hatte ich das Gefühl, im Wege zu stehen. Gerade im OP waren die Ärzte für meine Anwesenheit sehr dankbar, da es generell keine Studenten zum Instrumentieren gab. Alle Ärzte waren an einem Austausch mit einem ausländischen Gaststudenten sehr interessiert, entsprechend bekam ich auch alles detailliert gezeigt und erklärt.
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