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Famulatur in Schottland

Royal Infirmary of Edinburgh

Alex Thies

 

Ein freundliches Betriebsklima

Die gesamte Arbeitsatmosphäre war damit weitaus positiver als ich sie aus Deutschland kannte.Und noch andere Dinge fielen mir auf, die doch sehr von unseren Maßstäben abwichen. Man kennt auf den Stationen keine einzelnen Zimmer. Alle Patienten lagen zusammen in einem Schlafsaal, was die Arbeit fürs Pflegepersonal natürlich vereinfacht. Auf der anderen Seite muss ich sagen, dass ich dort nicht unbedingt liegen möchte. Ständig ist um dich als Patient Unruhe herum. Aber nun ja, die Verhältnisse sind eben andere als in Deutschland. Bedenklich fand ich es , dass auch die Intensivstationen so aufgebaut waren! Man machte es dem MRSA somit nicht sonderlich schwierig. Ich kenne keine Statistiken darüber, wie viele Patienten auf einer ITS bei uns sich einen solchen Keim einhandeln, dort waren es aber wohl einige mehr(im schnitt 20 Patienten in 3 Monaten!).

Soviel dazu, die Schotten hatten dieses Thema betreffend eine grundsätzlich andere Meinung als ich, aber das gehört hier jetzt nicht so direkt hin. Der Aufteilung meiner Famulatur würde ich eine glatte eins geben. Am ersten Tag bekam ich von meinem Supervisor, der Arzt, der sich um die Elective Students kümmert, einen Plan. Demnach war ich fast jeden Tag für einen anderen Op-Saal eingeteilt. So sah ich sehr viele verschiedene Arten der Anästhesie. Insgesamt muss man sagen, dass in Britannien weitaus weniger Vollnarkosen gemacht werden als bei uns, und wenn, dann möglichst ohne Intubation, sondern mit Larynxmaske. Vieles, so z.b. viele Orthopädische Operationen, machte man in Lokalanästhesie. Meiner Meinung nach ist die Anästhesie, wie sie in Edinburgh gelehrt wird, doch ein wenig Moderner und somit auch Patientenfreundlicher als in Deutschland.

Schade war , dass ich dadurch während der gesamten Famulatur leider nur drei mal intubieren durfte. Es gab einfach in sehr wenigen Operationsgebieten(GIT-, Thoraxchiriurgie) die Möglichkeit dazu. Allerdings waren die Vorteile, die sich ergaben weitaus größer. Ich kam in den Genuß, sehr interessante Operationen in sehr vielen verschiedenen Fachrichtungen in nur 4 Wochen zu sehen.

Höhepunkte und Fazit

Höhepukte dabei waren sicherlich die Geburtshilfe, Kinderheilkunde und Herzchirurgie. Weiterhin war ich jeden Tag mit unterschiedlichen Anästhesisten zusammen, so dass ich sehr viele verschiedene Arbeitsweisen kennengelernt habe. Fast alle waren sehr freundlich, haben viel erklärt und mich mitmachen lassen, obwohl sie mich ja nur jeweils einen Tag an ihrer Seite hatten. Anders als in Deutschland kam ich mir nur selten als Anhängsel vor, vielmehr wurde ich mit einbezogen. Pflichten hatte ich als Famulant eigentlich keine. Wenn ich ein paar Tage hätte blau machen wollen, um mir Schottland näher anzusehen, wäre das in absprache mit den Ärzten sicher auch möglich gewesen. Mein Tag begann so gegen 8.30uhr (sehr angenehme Zeit, wie ich finde) und endete je nachdem, wie interessant die Arbeitgebiete waren zwischen Mittags und frühem Abend. Niemand nahm es mir übel, wenn ich um 12.00 Uhr schon ging um die Stadt zu erkunden. Insofern fühlte man sich doch sehr frei in seiner Tagesplanung.

Alles in allem kann ich jedem von Euch eine Auslandsfamulatur nur empfehlen. Ihr macht viele Erfahrungen, die hier in Deutschland eben nicht möglich sind. Edinburgh bietet sich dafür sowohl von der Sprache als auch von der Atmosphäre im Krankenhaus, von der Stadt und ihrer kulturellen Möglichkeiten an.

Bei Rückfragen :
[email protected]
Johannisallee 18
04317 leipzig

Adresse der Electives’ Secretary:
Faculty of Medicine
University of Edinburgh
Teviot Place
Edinburgh EH8 9AG
Scotland
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