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„Danach wird alles besser“

Nach dem Physikum wird zumindest einiges anders

MEDI-LEARN (Redaktion)

 

Du hast einen Studienplatz erhalten, dich durch vier Semester und unzählige Klausuren gekämpft und das Physikum bestanden. All das, um deinem Traumberuf ein Stück näher zu kommen. Nach dem Physikum, offiziell „1. Abschnitt der Ärztlichen Prüfung“ genannt, folgt der klinische Studienabschnitt. Viele gepeinigte Studenten der Vorklinik überstehen die Vorbereitung auf das Physikum nur, weil sie sich einreden und einreden lassen, dass danach alles besser wird. Sicher ist zumindest, dass danach vieles anders wird. Im Forum von MEDI-LEARN stellt jemand die Frage: „Wird die pro Semester zu bewältigende Stoffmenge evtl. gar nicht weniger?“
Auch im klinischen Studienabschnitt, also für mindestens sechs weitere Semester, steckst du in einem der anspruchsvollsten Studiengänge überhaupt und häufig ist zu hören „Vom Umfang ändert sich nichts.“ Davon abgesehen „ist es eine philosophische Frage,“ ob denn die Klinik wirklich besser als die Vorklinik ist. Ein paar Punkte sind jedoch unbestreitbar:
Das bestandene Physikum ist sehr gut für dein Ego. „Während der ersten beiden Jahre arbeitet man ja nur auf das Physikum hin,“ und dabei herrscht bei vielen Studenten die ständige Angst, zu wenig zu wissen, z.B. da sie bestimmte Fächer in der Schule abgewählt hatten oder da ihre Schulzeit schon eine Weile zurückliegt. Als Pflegepraktikanten lechzen sie danach, auch Blut abzunehmen, im OP zu stehen und von den Ärzten etwas zu lernen. Während der Praktika, der vielen theoretischen Fächer und der wochenlangen Lernphase vor dem Physikum können sie nie ganz sicher sein, ob sie dieses denn auch bestehen, ob sie weiterstudieren dürfen und ob sie für ihren gewählten Beruf geeignet sind. Sicher kann man sich da wohl nie sein, aber dieses hellblaue A4-Blatt namens „Zeugnis über den 1. Abschnitt der Ärztlichen Prüfung“ ist schon eine gewisse Bestätigung, dass du fähig bist.

Dinge, die man später gebrauchen kann

Statt Biochemie, Physik und Anatomie stehen in der Klinik Chirurgie, Kinderheilkunde und Psychiatrie auf dem Lehrplan. Der Bezug zur ärztlichen Tätigkeit, die viele zur Aufnahme des Medizinstudiums gebracht hat, ist sehr viel stärker. Das hilft auf jeden Fall bei der Motivation, da es jetzt offensichtlicher ist, wofür du etwas Bestimmtes lernst: „In der Klinik hat man dann endlich mal das Gefühl, auch wirklich Sinnvolles zu lernen. Dinge, die man später gebrauchen kann.“
Außerdem hat jeder Student jetzt, nachdem er zwangsläufig viele Klausuren und das Physikum bestanden haben muss, eine gewisse Lernstrategie entwickelt, die ihm auch bei den klinischen Klausuren helfen wird. Viele Studenten sagen, dass Auswendiglernen deutlich seltener nötig ist und dass sie nicht mehr das Gefühl haben, dass einzelne Dozenten darauf aus sind, Leute „herauszuprüfen“ - viele Dozenten sprechen ihre Studenten jetzt sogar mit „Kollegen“ an. Sie handeln häufig auch kollegialer als die vor dem Physikum: „Ich finde nicht, dass es weniger zu lernen ist. Aber meist sind die Dozenten entspannter und nicht so größenwahnsinnig. Die meisten versuchen in meinen Augen, Medizin zu vermitteln - so nach dem Motto:„Was wir euch nicht zeigen, macht ihr später am Patienten falsch." Ein User merkt noch an: „Wenn wir heute kritisieren, dann wird die Kritik ernst genommen.“
„Das Studium wird nicht weniger anstrengend, aber interessanter,“ fasst ein Student die von ihm gehörten Meinungen zusammen. Ein anderer fügt hinzu „... wenn man wirklich das richtige Fach studiert und sich für die Dinge interessiert.“ Der Stressfaktor ist auch weiterhin abhängig von der persönlichen Lerntechnik: „Die Klinik ist wesentlich leichter und interessanter, aber ich ackere auch nicht alle dicken Bücher durch – wozu gibt es Kurzlehrbücher?“ Weitere Kommentare zu diesem Thema sind „Je nach Uni braucht man für ein Fach auch mal gar keine Bücher“ und „Der Altklausuranteil ist ziemlich hoch.“

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