PJ in der Paediatrie
Komfo Anokye Teaching Hospital in Kumasi / Ghana
Katrin de Haas
17.02 bis 25.05. 2003
Mein Wahltertial des Praktischen Jahres habe ich in Pädiatrie im Komfo Anokye Teaching Hospital (K.A.T.H.) in Kumasi / Ghana absolviert.
In Ghana kann man an zwei Universitäten Medizin studieren: am Korle-Bu Teaching Hospital in der Hauptstadt Accra und am K.A.T.H. in der alten Hauptstadt der Ashanti Kumasi. Insgesamt gibt es rund 100 Studenten/innen pro Studienjahr an jeder Universität.
Es fallen für den ghanaischen Studenten keine Studiengebühren an. Ausländische Studenten zahlen für je acht Wochen jeweils 50 US$ registration fee. Da die Abwanderungsrate der ghanaischen Ärzte vor allem in die Staaten und nach UK sehr hoch ist, werden in Zukunft die Studenten verpflichtet nach Absolvierung ihres Studium mindestens fünf Jahre in ihrem Land zu arbeiten.
Das Krankenhaus ist im Zentrum Kumasis auf einer kleinen Anhöhe gelegen. Es hat etwa 1200 Betten, wobei die Anzahl der Betten nichts über die Patientenzahl aussagt, da häufig Betten geteilt werden oder auf der Kinderstation 3 – 4 Kinder in einem Bett liegen. Am K.A.T.H. werden etwa 150 000 Patienten jährlich ambulant behandelt.
Jeden Monat werden hier ca. 1000 Kinder auf die Welt gebracht.
Warum gerade Ghana?
Meine Motivation nach Ghana zu gehen lag einmal in den Berichten der PJ –Studenten, die in der Kinderklinik an der Frankfurter Uni gewesen sind, die mich nicht sonderlich motivierten.
Des weiteren hatte mir meine Famulatur in Tanzania 1999 sehr viel Spaß gemacht und ich hatte große Lust auf eine weiteren „sinnvollen“ Afrikaaufenthalt. Zudem erhoffte ich mir möglichst viel Kinder zu sehen und untersuchen zu dürfen.
Durch eine Freund der in Ghana Gynäkologe ist, bekam ich dann die Adressen der medical schools. Über email hatte ich gar keinen Erfolg, daher zog sich die Bewerbungszeit etwas hin.
Kwame Nkrumah University of Science and Technology
School of medical sciences
University post office
Kumasi
Ghana, West Africa
Tel 233-51-60295
Fax 233-51-60302
Vorbereitung des Aufenthaltes
Der „einzige wahre“ Ghanaführer aus dem Peter Meyer Verlag von Jojo Cobbinah hat wahrscheinlich jeder deutschsprechender Ghanareisende und ist in seiner Kompaktheit sicherlich einmalig. Natürlich kann nicht alles auf neustem Stand sein, aber ein bisschen möchte man sich ja auch selbst auf Entdeckungsreise begeben. Zur Einstimmung haben mir auch gut die Kurzgeschichten in „Black Women“ im LAMUV Verlag herausgegeben von Y. Vera gefallen.
Fachlich ist sicherlich das immer wieder erwähnte „Medical English“ von Peter Gross aus dem Thieme Verlag sehr zu empfehlen. Für meinen Bereich hat sich auch sehr das englischsprachige Buch „ A manual of tropical paediatrics“ von M. Seear aus dem Cambridge Verlag bewährt, welches allerdings nur schwer zu erwerben ist.
Auch war das Buch „medical practice in devolping countries” herausgegeben von Schäffler und Renz im Jungjohann Verlag sehr hilfreich.
Zufällig wurde bis kurz vor meiner Abreise eine Wanderausstellung über das Leben in Westafrika in Frankfurt gezeigt, die noch ein weiteres Jahr durch Deutschland „tourt“(www.lebeninwestafrika.de) und von einer Vorlesungsreihe in der Uni zu wirtschaftlichen und entwicklungspolitischen Themen begleitet wurde. Ein typischer Arbeitsalltag
Insgesamt gab es drei Kinderstationen und eine mother & baby Unit in der Kinder bis zu drei Monaten aufgenommen wurden.
Die drei Kinderstationen wechselten sich täglich mit der Aufnahme an, so dass meine Station immer Dienstag und Freitag „on duty“ war. Solche Tage begannen für uns als Studenten um 8:00 s.t. mit einer zweistündigen Vorlesung in Pädiatrie. Um 10:15 trafen wir uns dann mit unserem consultant im Consulting Room der Pädiatrie und untersuchten die besonders kritischen Fälle, die uns von der Poliklinik geschickt worden waren, sahen uns poststationär nochmals einbestellte Fälle an oder Patienten, die sich ambulant vorstellen wollten. Hierbei wurde immer ein Student hauptverantwortlich für einen Patient gemacht, musste kurz die Anamnese erheben und seine Einschätzung abgeben, erklären, was er jetzt gerne untersucht hätte oder welche diagnostischen Maßnahmen er gerne durchführen würde.