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Zwischen Panaritium und Autounfall

Erfahrungsbericht Famulatur

Fotini Tachou

 

Eine Ambulanzfamulatur zu organisieren ist gar nicht so einfach, vor allem wenn man sich auf den letzten Drücker dazu entscheidet. Die wenigen Allgemeinmediziner, die Praktikanten zu ihrer Praxis lassen, waren entweder im Urlaub oder hatten schon jemand anders. Was ich noch lernen müsste, ist, dass nicht alle Krankenhäuser auch unbedingt ihre Notaufnahme, bzw. Ambulanz ständig mit einem Arzt besetzt haben.

Die Bewerbung

Die wenigen, die dies problemlos taten, hatten deren Praktikantenstellen schon längst besetzt. Somit erweiterte ich meinen Radius und fing an E-Mails zu schreiben. Am nächsten Tag und vor dem Rande der Verzweiflung bekam ich eine positive Antwort vom Chefarzt selbst. Natürlich ließ ich mir die Chance nicht entgehen und sagte der Famulaturstelle in der chirurgischen Ambulanz zu. Am nächsten Tag schon organisierte ich Monatskarte, Babysitter, etc.

Das Krankenhaus

Mit der U9 fuhr ich täglich vom Hbf zum „KOK“. Das Karl-Olga Krankenhaus liegt in Stuttgart Ost und ist ein akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Ulm. Im KOK sind drei Kliniken zusammengeschlossen. Die Urologische Klinik Prof. Reuters, die orthopädische Baumann-Klinik und natürlich das Karl-Olga-Krankenhaus in dem sowohl Chirurgie, Innere, HNO, Anästhesie als auch Radiologie integriert sind.

Alltag aber nicht Routine

Um 7:40 Uhr trafen sich alle im Besprechungsraum zur Frühbesprechung. Dort informierte der diensthabende Arzt über alle Ereignisse in der Nacht, Neuaufnahmen, etc. Der „Ambulanz-Arzt“ wurde nach anstehenden kurzzeitchirurgischen bzw. ambulanten OPs bzw. stationären Aufnahmen gefragt. Es wurde über mögliche Entlassungen gesprochen bzw. über die gesundheitliche Lage mancher Patienten und wo noch die „Großen“ noch mal nachgucken müssten. Danach ging’s für die meisten in den OP oder auf Station. Ich ging dann immer direkt auf die Ambulanz. Meistens war es in den ersten 2 Stunden ganz ruhig, wobei ich mir die Röntgenbilder der Nacht anguckte oder auf den OP-Plan spitzelte, ob an dem Tag was interessantes lief. Dies war immer die Ruhe vor dem Sturm. Danach ging’s rund. Es kamen Patienten, die stationär aufgenommen werden mussten bzw. bei denen ein ambulant chirurgischer Eingriff bevorstand oder auch BG-Patienten zu Nachsorgeterminen oder Patienten zu postoperativen Kontrollen. Da durfte ich natürlich Blut abnehmen, Braunülen legen, Drainagen ziehen, Faden bzw. Klammer entfernen, etc. Gleichzeitig nicht täglich aber abwechselnd fanden auch die Spezialsprechstunden statt. So bekam ich, dank eines sehr netten OA’s, einen Einblick in die Gefäßchirurgie und wie man Thrombosen ausschließt bzw. wie man einen kompletten Gefäßstatus erheben kann. Oder ich durfte bei periduralen Infiltrationen dabei sein. Da die Ambulanz natürlich auch eine Notaufnahme war, kamen zwischendurch auch Unfälle mit den Krankenwagen zu uns. So durfte ich auch meine erste Kopfplatzwunde vernähen, Sturzunfälle orthopädisch und neurologisch untersuchen, die Erstversorgung bei Schnittwunden unter Anleitung natürlich übernehmen, ja sogar gipsen wurde mir beigebracht, was nicht so einfach und nicht als selbstverständlich anzusehen ist.

Um 14:45 Uhr ging es dann in die Röntgenbesprechung wobei die täglichen Fälle vom Radiologen vorgestellt wurden und somit interdisziplinär Diagnosen und Therapiemöglichkeiten gebannt wurden. Gleich danach fand die Nachmittagsbesprechung statt, wobei die Dringlichkeit möglicher Indikation bzw. die Möglichkeit der Entlassungen besprochen wurde.

Unterricht/Fortbildung

Jeden Dienstag Nachmittag gab es PJ-Unterricht, wobei auch die Famulanten dies zu schätzen wussten. Jeden Freitag nach der Frühbesprechung übernahm einer vom Team die interne Fortbildung. Alle - vor allem die Assistenzärzte - wurden zu Fortbildungen vom Arbeitnehmer eingeladen. Die Röntgenbesprechung war auch ziemlich lehrreich sobald man natürlich den Patienten und seine Vorgeschichte kannte.
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