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WackenDoc
26.05.2019, 09:29
Man kann sich übrigens auch anonym! an die Aufsichtsperson der zuständigen Berufsgenossenschaft (meist BGW) oder auch an die Gewerbeaufsicht wenden.
... seit einigen Monaten gilt in etwa die jetzt im VKA -Gebiet gültige Dienstplan-Regelung mit Zuschlägen fürs freiwillige Einspringen.
d.h.?? Ich find's grad nicht im Tarifvertrag
Sie meint, dass es das bei ihr an der Klinik in Fulda schon gibt. Freiwillig.
Autolyse
26.05.2019, 12:01
[...]Je nach Klinik findet man außerdem ober- und chefärztlicherseits auch keine Unterstützung, oder schlimmer, eine systematische Unterschlagung bestehender Regelungen. [...]
Klar haben die da kein Interesse dran. Dann müssten sich die hohen Herren anstatt mit der Teppichetage Kaffee zu trinken mit denen rumärgern und über sowas wie Personalbemesserung sprechen oder sehen gar ihre Boni gefährdet (Schreck lass nach).
Sie meint, dass es das bei ihr an der Klinik in Fulda schon gibt. Freiwillig.
ist mir schon klar; ich würde gern wissen wie die konkrete Regelung im VKA lautet (bzw. ja anscheinend in FD schon lautet)!
Anne1970
26.05.2019, 14:52
In Fulda gibts eine spezielle BV dazu: also Zuschläge für Einspringen in Dienste- entspricht nicht deckungsgleich der VKA - Regelung sondern ist in Teilen vorteilhafter :-)
Feuerblick
26.05.2019, 17:37
Der Knackpunkt wird wieder sein (wie Anne schon schrieb), dass die beste Neuregelung nichts bringt, wenn die Betroffenen nicht den A**** in der Hose haben, deren Umsetzung auch durchzusetzen.
Kreuzverhör beim Chef wegen Überstunden? Spieß rumdrehen und den Chef fragen, wie er sich das Ganze ohne Überstunden denn so vorstellt. Ob man dann bittedanke Briefe oder AHB-Anträge oder sonstwas liegenlassen darf/soll oder ob er gern helfen möchte. Oder einfach mal Dienst ohne Überstunden machen (wenn Chef der Meinung ist, dass es keine braucht) und die Karre an die Wand fahren.
Der Chef ist weder Gott noch Alleinherrscher und muss entweder lernen, dass junge Assistenz- und Fachärzte auf den Befehl „Spring!“ nicht mehr fragen „Wie hoch?“ sondern „Warum und was bekomm ich dafür?“ oder muss auf eben jene Assistenz- und Fachärzte verzichten. Zeit wirds!
Relaxometrie
26.05.2019, 18:30
Wenn man sich selbst nicht engagiert, dann muss man eben mit dem leben, was die eigene Interessenvertretung rausverhandelt. Oder eben selbst aktiv werden. Oder sich einen anderen Job suchen.
Das Ergebnis passiv abzuwarten und dann "scheisse" zu schreien ist etwas arm.
Danke, Sebastian!!!
Und Dir, Anne1970, vielen Dank für die Erläuterungen.
Ich war ein paar Tage auf Fortbildung, bin heute zurück gekommen und muß die gesammelten Infos bzgl. der Verhandlungsergebnisse zwischen VKA und MB jetzt erstmal lesen und sacken lassen.
Ich würde mich freuen, wenn die Diskussion in diesem Thread noch lange Zeit aktiv bleiben würde und viele von uns hier im Thread Anregungen geben und bekommen werden, damit jeder Einzelne dazu beitragen kann, daß die Verhandlungsergebnisse von den Krankenhäusern im Laufe der Zeit auch in die Tat umgesetzt werden!!!
Ich war ein paar Tage auf Fortbildung, bin heute zurück gekommen und muß die gesammelten Infos bzgl. der Verhandlungsergebnisse zwischen VKA und MB jetzt erstmal lesen und sacken lassen.
Das mit dem Lesen würde mich auch interessieren... bisher hab ich viele Eckpunkte gelesen aber irgendwie noch keine Paragraphen. Die würden mich interessieren. Also wie die ganz genauen Paragraphen nun lauten. Und idealerweise das Ganze als Gegenüberstellung: alter Vertrag - neuer Vertrag und dann in rot was neu ist oder was sich geändert hat. Wenn die DAS mal machen würden. Das wäre so mein Traum. Denn den Tarifvertrag (die 6. Version) hab ich mir schon sehr oft durchgelesen. Da würde interessieren welches Wort ganz genau geändert wird...
Mr. Pink online
26.05.2019, 21:14
Der Chef ist weder Gott noch Alleinherrscher und muss entweder lernen, dass junge Assistenz- und Fachärzte auf den Befehl „Spring!“ nicht mehr fragen „Wie hoch?“ sondern „Warum und was bekomm ich dafür?“ oder muss auf eben jene Assistenz- und Fachärzte verzichten. Zeit wirds!
Ich bin deiner Meinung, aber wie genau soll man als Assistenzarzt denn aus diesem Abhängigkeitsverhältnis ausbrechen?! Man braucht OPs, Intensiverfahrung, Funktionen etc. Es gibt viele Nadelöhre bis zum Erlangen des FA und wenn man jedes Mal kündigt, weil in der entsprechenden Klinik der TV Ä nicht umgesetzt wird, wird der Weg u. U. noch viel steiniger. Wenn ich mich im Kollegenkreis umhöre, kommt man ja häufig vom Regen in die Traufe.
Ich bin deiner Meinung, aber wie genau soll man als Assistenzarzt denn aus diesem Abhängigkeitsverhältnis ausbrechen?! Man braucht OPs, Intensiverfahrung, Funktionen etc. Es gibt viele Nadelöhre bis zum Erlangen des FA und wenn man jedes Mal kündigt, weil in der entsprechenden Klinik der TV Ä nicht umgesetzt wird, wird der Weg u. U. noch viel steiniger. Wenn ich mich im Kollegenkreis umhöre, kommt man ja häufig vom Regen in die Traufe.
Danke, dass das auch mal jemand anspricht (wobei ich bisher immer in Kliniken gearbeitet habe, wo peinlich genau auf die Einhalt der Arbeitszeitvorschriften geachtet wurde - was nicht immer vorteilhaft für den Arbeitnehmer sein muss). Es ist eben ein Unterschied, ob ich in einem Großkonzern einen festen Arbeitsvertrag als Stahlarbeiter habe und den bis zur Rente so weiter ausüben werde oder ob ich als Assistenzarzt auf das Wohlwollen eines Chefarztes angewiesen der sicher nicht gerne zum Vorstand zitiert wird, weil sich jemand aus seiner Abteilung beschwert hat...
Das ist immer die gleiche Diskussion: die Idealisten, die sagen "ich würde mir das nie gefallen lassen, es gibt Gesetze usw.", die Realisten, die ein Angebot des Oberarztes von wegen "wenn du dich ausstempelst (um 17 Uhr) assistiert ich dir den Eingriff noch" annehmen und die Schleimer die in vorauseilendem Gehorsam in jeden Arsch kriechen der auch nur in der Nähe ist.
Für mich persönlich ist wichtig, dass man sich seine eigenen Limits setzt. Wo ist die Grenze bis zu der man mitmacht. Und die aber dann einhalten. Oder man legt gleich fest dass man bis zu einem bestimmten Termin oder bis zu einem gewissen Ziel (OA-Stelle, CA-Stelle, Habil...) kein Limit hat.
Feuerblick
27.05.2019, 08:07
Es ist Aufgabe der Weiterbildner, die Assistenten weiterzubilden und dabei das AZG einzuhalten. Wie sie das schaffen (mehr Personal wäre ein Anfang), ist NICHT das Problem der Assistenzärzte. Es ist einfach nur ihr gutes Recht. Und es ist Aufgabe der Assistenten, das, wenn nötig einzufordern.
Wer von vornherein mit sich selbst irgendwelche „Deals“ aushandelt, weil er meint, dass er sonst seine WB nicht schafft, der unterläuft das System und besch**** sich selbst und andere. Dann kann man sich Tarifverhandlungen auch gleich sparen.
Entweder es ziehen alle an einem Strang und es ändert sich was (und die Kliniken können Assistenten eben nicht mehr mit dem Argument „Wenn du länger bleibst und inoffizielle, unbezahlte Überstunden machst, dann bekommst du...“ übers Ohr hauen) oder es bleibt alles, wie es ist.
Interessant übrigens, dass diese „Ich kann nur in Diensten und mit Überstunden auf meine Zahlen kommen“-Argumente fast ausschließlich aus chirurgischen Fachrichtungen kommen... Hab ich schon zu Beginn meines PJ nicht verstanden. Hat nix mit Idealismus zu tun sondern einfach damit, dass sich nur was ändert, wenn der Mangel erkennbar ist.
und über sowas wie Personalbemesserung sprechen
Autsch! Ich wußte ja, daß die Sitten in der Chirurgie ja rustikal sind, aber daß man soweit gehen würde *duckundweg*
Und idealerweise das Ganze als Gegenüberstellung: alter Vertrag - neuer Vertrag und dann in rot was neu ist oder was sich geändert hat. Wenn die DAS mal machen würden.
Nicht Dein Ernst, oder? Eine Hochschulzugangsberechtigung sollte eigentlich "zum selbstständigen Analysieren von Sachverhalten" etc. führen. Außerdem, warum sollten sie das tun? Einen Haufen Wischiwaschiparagraphen, und in vorherigen Runden hat man auch schon mal die Urlaubstage, die Fortbildungstage und die Gratifikationen (Weihnachtsgeld usw) reduziert oder ganz abgeschafft. Sähe in einer Gegenüberstelllung doch ein wenig blöd aus...
Wenn man die vorherigen Beiträge anschaut, scheinen aber immer noch einige drauf reinzufallen.
Auch den konkreten Brutto-Stundenlohn pro Stufe wirst Du nirgends finden, stattdessen hier mal 2,5 Stunden pro Woche, da etwas mehr Geld , hier mal eine Stufe extra und dort mal einen Zuschlag (Rhön), aber ohne Taschenrechner erst mal nicht vergleichbar. Und ich tippe, daß in der nächsten Runde Helios dann wieder weniger kriegt und VKA mehr- damit das immer schön auf dem gleichen Level bleibt und nicht irgendwann bestimmten Institutionen alle Mitarbeiter abgeworben wurden. Soviel Marktwirtschaft ist dann eben doch nicht in `schland.
Die MB-Vollversammlung (eine Urabstimmung gab es ja wie immer nicht) hat den Vertrag auch schon ratefiziert, d.h. er wird in den nächsten Wochen online gehen und kann dann hier ausführlich seziert werden:-)
Anne1970
27.05.2019, 11:56
Genau. Wir sind hier quasi Zuschauer beim „work in progress“. Selbst das Eckpunkte-Papier muss noch redaktionell sachlich und juristisch bis ins Detail überprüft und angepasst werden (damit z.B. Bezüge und Querverweise stimmen). Dir wichtigen Punkte sind bekannt. Es ging eher weniger und Geld sondern um Arbeitsbedingungen. Und um den Grundsatz, dass das Tarifeinheitsgesetz in den VKA - Häusern keine Anwendung findet; wenn wir nicht ins Jahr 2005 zurück „gebeamed“ werden wollen.
Ich hab diese Frage mal weitergeleitet und diese offizielle Antwort darauf erhalten:
Danke. Gut, ja, das mit den ausgleichsfreien Tagen ist natürlich schon deckungsgleich genug...
Aber die Frage, wann der Dienstplan fertig sein muss, haben sie offenbar überlesen ;-)
Nicht Dein Ernst, oder? Eine Hochschulzugangsberechtigung sollte eigentlich "zum selbstständigen Analysieren von Sachverhalten" etc. führen. Außerdem, warum sollten sie das tun? Einen Haufen Wischiwaschiparagraphen, und in vorherigen Runden hat man auch schon mal die Urlaubstage, die Fortbildungstage und die Gratifikationen (Weihnachtsgeld usw) reduziert oder ganz abgeschafft. Sähe in einer Gegenüberstelllung doch ein wenig blöd aus...
Schon mein Ernst. Und es geht nicht darum ob ich es KANN. Natürlich KANN ich es. Aber ich WILL NICHT. Weils Arbeit ist. Ich sags ja nur dass das cool wäre. Denn ich werde mir die Paragraphen genau ansehen. Wenn ich da eine Zusammenfassung oder Gegenüberstellung bekomm würde mir das einfach Arbeit erleichtern. Außerdem hab ich bisher immer nur irgendwelche Stichpunkte gelesen ohne die genauen Paragraphen dazu. Und was lernt man wenn man nach einer Hochschulzugangsberechtigung sogar ein Studium abgeschlossen hat? Auch die Quellen (Paragraphen) überprüfen. Nicht nur die Zitate (Presseberichte darüber) daraus. Den nur aus den ursprünglichen Quellen kann man sich selbst am Besten die eigene Meinung bilden... Wissenschaftliches Arbeiten und so. Haste vielleicht schonmal gehört...
Mei, und man darf ja mal träumen. Ich würde es halt cool finden wenn man die Paragraphen endlich im Wortlaut veröffentlicht, ansonsten verläuft sich meiner Meinung nach die Diskussion ein wenig in Spekulationen.
Interessant übrigens, dass diese „Ich kann nur in Diensten und mit Überstunden auf meine Zahlen kommen“-Argumente fast ausschließlich aus chirurgischen Fachrichtungen kommen... Hab ich schon zu Beginn meines PJ nicht verstanden. Hat nix mit Idealismus zu tun sondern einfach damit, dass sich nur was ändert, wenn der Mangel erkennbar ist.
Interessant übrigens, dass dieses "Ich poche auf mein Recht dass der Arbeitgeber mich ausbilden muss"-Argument fast ausschließlich aus nicht-chirurgischen Fachrichtungen kommt... Hab ich schon zu Beginn meines PJ nicht verstanden. Hat auch nix mit Idealismus zu tun sondern einfach mit einer völligen Ignoranz gegenüber dem was bei den Chirurgen abläuft im Vergleich zu dem wie es bei anderen Fachrichtungen abläuft.
Ich kann dir ja auch mal sagen was ich inzwischen mache: ich bin Facharzt und brauche keine OPs mehr nachzuweisen. Das heißt ich kann Assistenzärzten OPs assistieren. Das mache ich auch. Wenn ich der Meinung bin dass es der Kollege (m/w/d) verdient hat. Wer mir aber zum Beispiel auf ausdrückliches Nachfragen noch nicht mal genau sagen kann was der nächste Patient überhaupt hat, was operiert werden soll und wie usw. der bekommt die OP nicht assistiert. Wer operieren will muss den Patienten kennen. Sich nicht hinstellen und sagen: ich hab ein Recht auf die OP. Einen Sch... hast du. In der Gefäßchirurgie: Varizen. Assistenteneingriff. Aber der Kollege muss mindestens entweder die schriftlichen Befunde dazu gut kennen aber idealerweise den Patient selbst angezeichnet haben. Bei selbst angezeichnet ist klar: wer angezeichnet hat, hat sich das Recht verdient die Varize zu operieren. Wer aber erstens nicht angezeichnet hat und zweitens sich nicht mal die Befunde durchgelesen hat die die Kollegen geschrieben haben, der braucht nicht zu erwarten dass ich ihm das assistiere.
Ob der Chef oder mein Arbeitgeber oder wer auch immer eine "Verpflichtung" zur Weiterbildung hat ist nicht mein Problem. Wer gewisse Mindestanforderungen erfüllt dem helfe ich, wer nicht dem nicht.
Feuerblick
27.05.2019, 19:31
Du wirst es kaum glauben, aber ich habe durchaus auch mal chirurgisch gearbeitet und es auch da nicht verstanden, dass man so mit sich umgehen lässt... Als wäre man Bittsteller, der möglichst noch Kohle mitbringen sollte, damit man ihn bittedanke doch etwas ausbildet.
Nochmal: Wer weiterbilden will, der muss es auch tun. Das hat nix mit Belohnungsprinzip oder Rechten zu tun. Und wenn ich Eingriffe nicht bekomme, weil ich nicht unbezahlte Überstunden machen will oder sieben anderweitig nicht „verdient“ habe, dann läuft einfach was falsch. Mit ein Grund, warum ich niemals in der Chirurgie geblieben wäre.
In meiner (auch irgendwie chirurgischen) Fachrichtung sorgen die Chefs dafür, dass du per Rotation deinen Katalog vollbekommst. Geht also. Aber das chirurgische Ego ist da irgendwie in den oberen Etagen noch anders gepolt. Herrschaftsprinzip und so... :-meinung
Moorhühnchen
27.05.2019, 19:37
die Realisten, die ein Angebot des Oberarztes von wegen "wenn du dich ausstempelst (um 17 Uhr) assistiert ich dir den Eingriff noch" annehmen...Wie läuft sowas eigentlich rein versicherungstechnisch??
Welche Versicherung zahlt bei der NSV des Realisten mit anschließender Hep C-Infektion in der Freizeit (weil ja schon ausgestempelt)? Oder wird der OA den Fehler, den der Realist während der OP macht, dann auf seine Kappe nehmen, weil der Realist ja offiziell zuhause auf der Couch sitzt?
Ein solcher Realist ist offensichtlich ziemlich doof. :-meinung
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