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][truba][
12.02.2024, 18:08
Und wird es auch an die Oberen herangetragen?
Wenn alle AssÄ gleichzeitig kündigen, kann der Chef ja noch 10 PA mehr einstellen und gucken, wie es dann läuft. ;-)
Am Anfang schlecht, aber in 10 Jahren? Wenn die gut eingearbeitet sind, läuft der Tagdienst schon. Blöd wird es halt ab 16:00.
Ähnlich wie beim letzten Anlauf des privaten Krankenhausträgers wird es so lange laufen, bis der erste richtig schwere Kunstfehler kommt. Dann gibt es ganz viele Fragezeichen in den Augen der verbliebenen Ärzte, die plötzlich dafür haften sollen und dürfen.
Tramaldol
12.02.2024, 19:41
Ähnlich wie beim letzten Anlauf des privaten Krankenhausträgers wird es so lange laufen, bis der erste richtig schwere Kunstfehler kommt. Dann gibt es ganz viele Fragezeichen in den Augen der verbliebenen Ärzte, die plötzlich dafür haften sollen und dürfen.
Mal doch nicht den Teufel an die Wand. Ganz ehrlich in manch einer Inneren möchte ich auch nicht FA/OA sein angesichts der Personalsituation, die jedoch auch der Krankenhausplanung geschuldet ist (andere Diskussion).
Anders als die USA gehen wir aber hier (berufs-!)politisch gewollt den Weg, möglichst billige Ersatzkräfte (sei es aus dem Ausland oder eben PA) zu beschaffen, statt einfach mal die hier ausgebildeten Ärzte besser zu bezahlen und ihnen z.B. Bürokratie abzunehmen.
Die PA-Studentin geht jetzt mit in den OP und kriegt interessante Eingriffe zu sehen, während die Assistenten die Station beackern dürfen und die Notaufnahme noch mit dazu.Wie funktioniert das eigentlich? Studiert sie an einer Hochschule und wird parallel dazu bei euch praktisch ausgebildet und vergütet? Ist das Ziel sie perspektivisch dauerhaft bei euch zu beschäftigen? Eigentlich könnte sie doch auch Rufdienste für OP Assistenz machen, wie studentische Aushilfen oder PJs.
Bonnerin
12.02.2024, 21:47
Anders als die USA gehen wir aber hier (berufs-!)politisch gewollt den Weg, möglichst billige Ersatzkräfte (sei es aus dem Ausland oder eben PA) zu beschaffen, statt einfach mal die hier ausgebildeten Ärzte besser zu bezahlen und ihnen z.B. Bürokratie abzunehmen.
Ich glaub, die USA-Kommentare kann man sich hier bald komplett sparen. Die Panik in den englischsprachigen Subreddits ist bereits da: https://www.reddit.com/r/medicalschool/comments/1ak1gzm/doctor_capital_of_the_united_states_massachusetts/ Da scheint sich jetzt eine ähnliche Entwicklung durchzusetzen wie hier.
Sorry, das ist Quatsch. Die Themen in den USA sind komplett andere. Dort besteht keine Gefahr, dass Weiterbildungsstellen durch PAs ersetzt werden, dort wird keine Arbeit von Assistenzärzten zu PAs verlagert, dort sind die Facharztgehälter nicht unter Druck (ganz im Gegenteil) - dort geht es vielmehr darum, dass die FÄ Angst davor haben, immer mehr PAs supervidieren zu müssen, und damit dann in haftungsrechtliche Probleme zu kommen. Gerade im psychiatrischen Bereich ist die Behandlungsqualität durch PAs oft sehr niedrig, da sie praktisch null psychiatrische Ausbildung haben.
Man kann amerikanische und deutsche PAs ohnehin nicht miteinander vergleichen - da fangen die Probleme ja schon an. Ein amerikanischer PA ist von der Ausbildung her vergleichbar mit einem Absolventen eines leicht verkürzten Medizinstudiums ohne FA-Weiterbildung. Ein deutscher PA ist ein Pfleger mit Zusatzausbildung. Zwei Länder, zwei Welten - bitte nicht durch die identische Berufsbezeichnung verwirren lassen.
Bonnerin
13.02.2024, 12:25
Du hast offenbar nicht gelesen, was verlinkt war. Es bezog sich nicht zwangsläufig auf PA generell, sondern vielmehr auf die Aussage "keine billigen Ersatzkräfte aus dem Ausland", was diese bill nämlich ermöglichen würde. Ärztliches Praktizieren im entsprechenden Bundesstaat ohne residency.
Die Entwicklung geht auch da in Richtung Qualitätsreduktion, wie wir sie ja leider in den Kliniken auf ärztlicher Ebene auch erleben.
...
Man kann amerikanische und deutsche PAs ohnehin nicht miteinander vergleichen - da fangen die Probleme ja schon an. Ein amerikanischer PA ist von der Ausbildung her vergleichbar mit einem Absolventen eines leicht verkürzten Medizinstudiums ohne FA-Weiterbildung. Ein deutscher PA ist ein Pfleger mit Zusatzausbildung. ...
PA sind nicht nur Pfleger.
Voraussetzung:
Abitur oder Fachhochschulreife in Verbindung mit einer 3-jährigen abgeschlossenen, staatlich anerkannten Ausbildung in einem Gesundheits- oder Pflegeberuf
Logopädie, Ergo- oder Physiotherapie
Gesundheits- und Krankenpflege (GuK)
Medizinische:r Fachangestellte:r (MFA)
Operationstechnische:r/chirurgische:r/anästhesietechnische:r Assistent:in
Notfallsanitäter:in, Rettungsassistent:in (kein:e Rettungssanitäter:in)
SaZ im SanD der Bundeswehr (BFD-förderungsfähig)
Hebamme
Arzthelfer:in
und angrenzende Berufsgruppen (individuelle Prüfung)
ohne Abitur/FH-Reife kommen noch 3 Jahre Berufserfahrung im Gesundheitsberuf dazu.
Kackbratze
14.02.2024, 06:16
ohne Abitur/FH-Reife kommen noch 3 Jahre Berufserfahrung im Gesundheitsberuf dazu.
Gibt es Daten, wieviele Abiturienten den PA machen und wieviele über die Berufserfahrung reingehen?
Gefühlte Zahlen aus meinem Krankenhaus haben 1 Abiturientin auf 7 Berufserfahrene aktuell. Aber das ist nicht repräsentativ.
Heerestorte
14.02.2024, 06:55
PA sind nicht nur Pfleger.
Voraussetzung:
Abitur oder Fachhochschulreife in Verbindung mit einer 3-jährigen abgeschlossenen, staatlich anerkannten Ausbildung in einem Gesundheits- oder Pflegeberuf
Logopädie, Ergo- oder Physiotherapie
Gesundheits- und Krankenpflege (GuK)
Medizinische:r Fachangestellte:r (MFA)
Operationstechnische:r/chirurgische:r/anästhesietechnische:r Assistent:in
Notfallsanitäter:in, Rettungsassistent:in (kein:e Rettungssanitäter:in)
SaZ im SanD der Bundeswehr (BFD-förderungsfähig)
Hebamme
Arzthelfer:in
und angrenzende Berufsgruppen (individuelle Prüfung)
ohne Abitur/FH-Reife kommen noch 3 Jahre Berufserfahrung im Gesundheitsberuf dazu.
Das ist so nicht ganz allgemeingültig. In Neu Ulm kann man den Studiengang ohne Berufsausbildung studieren, wenn man mindestens die FH-Reife hat. Die, die dort studieren sind dann nicht mal Pfleger ;-)
][truba][
14.02.2024, 07:28
Ich hab noch nie einen PA gesehen in meinem Lebeb. Schon interessant, wenn es bei KB sogar schon so viele gibt.
Man kann an mehreren Hochschulen PA studieren ohne Vorbildung. Kann mir vorstellen, dass Kackes Gefühl die Realität widerspiegelt, dass es wesentlich mehr Leute mit Ausbildung/Berufserfahrung gibt, als Leute, die direkt nach dem Abi damit anfangen. Zum einen aus historischen Gründen, dadurch, dass das früher quasi eine Weiterbildung für Pflegekräfte war, aber auch, weil dieser Job einfach einen bestimmten Typ anspricht und nach dem Abi den Leuten mehr Türen aufstehen.
Qwert1133
14.02.2024, 12:24
Sorry, das ist Quatsch. Die Themen in den USA sind komplett andere. Dort besteht keine Gefahr, dass Weiterbildungsstellen durch PAs ersetzt werden, dort wird keine Arbeit von Assistenzärzten zu PAs verlagert, dort sind die Facharztgehälter nicht unter Druck (ganz im Gegenteil) - dort geht es vielmehr darum, dass die FÄ Angst davor haben, immer mehr PAs supervidieren zu müssen, und damit dann in haftungsrechtliche Probleme zu kommen.
Also wenn eine Klinik ein paar PAs und Naps einstellt um dort regulär die Gastro/Kolo Abteilung zu schmeißen dann bleiben doch selbstverständlich weniger Eingriffe übrig um von den Assistenzärzten durchgeführt zu werden, wenn sie überhaupt dürfen weil sie die Stationen schmeißen sollen.
Hier ein Paper über die Rolle von PAs in einer amerikanischen Klinik:
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2656625/
In England war jüngst ein ANP 1.Operateur bei der Implantation TAVI.
Natürlich entgehen da den Assistenten extrem wichtige Möglichkeiten eigene Erfahrungen zu sammeln.
Die Problematik, rechtlich das Handeln von PAs abzusichern und auf Zuruf Rezepte zu unterschreiben gibt es selbstverständlich auch.
Endoplasmatisches Reticulum
14.02.2024, 13:21
......
Cor_magna
14.02.2024, 16:06
Hmmmm ...ewig Assistenzarztdasein in der Klinik ( aber ohne Aussicht auf späteren Aufstieg, um dann möglichst viele unangenehmen Tätigkeiten abzudelegieren und die Vergütung deutlich zu steigern ). Lehre und Forschung können PA ja eigentlich auch von Assis übernehmen.
Diese Stellen werden sicherlich überrannt werden von Bewerbern und Interessenten :-))
Bin mir nicht so sicher, ob das Konzept aufgeht, wenn das wirklich mal so kommen sollte.
Wer Angst hat, dass ein Physician Assistant in Zukunft seinen Job übernimmt, sollte sich weniger Gedanken um die PA machen, sondern um die eigenen Fähigkeiten!
Wenn ein Chef zwei Optionen hat:
Option A: Assi der teuer ist, vielleicht auch noch selbstbewusst aufgrund seiner jahrelangen Ausbildung und seines hoffentlichen guten Fähigkeiten und sich deswegen nicht unter Wert verkauft und vielleicht sogar mal aufmuckt
und
Option B: Unterwürfiger, billigerer PA, der nur unterdurchschnittliche Arbeit macht aber nicht so schlecht dass die Abteilung Probleme bekommt und dasfür sorgt dass die Abteilung einigermassen läuft ohne dass die Oberen zu viel behelligt werden(man beachte: Im dt. Gesundheitswesen wird nach QUANTITÄT bezahlt und nicht QUALITÄT)
dann kann ich dir sagen wer eher die Zusage bekommt bzw da bleiben darf :-))
Und ja ich bin zynisch.
Cor_magna
14.02.2024, 16:10
Doppelpost
Die Eingangskriterien, die ich gepostet habe, sind von der eu fh (https://www.eufh.de/bachelor/physician-assistance) mit Standorten in Köln, Rheine, Rostock, Berlin, Stuttgart.
Da bin ich wohl etwas blauaugig von ausgegangen, dass man es übertragen könne.
Zahlen habe ich auch keine. Bei uns 1 Pflege/ 5 Therapie und ob davon jemand Abitur hat, weiß ich nicht.
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