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Kandra
19.09.2024, 20:40
Aber wieso mache ich Sonos, wenn ich garnichts sehen will? Und darauf läuft es doch hinaus, wenn ich MFAs etc schallen lasse, am besten noch auf dem 20 Jahre alten Gerät, auf dem man eh nur Gegrissel sieht. Die Ausbildung der WBAs ist in der Regel ja schon scheiße, die hatten aber wenigstens Anatomie und Radiologie im Studium.

Trenn
19.09.2024, 21:47
Aus Gruppenzwang? Weil eine Hausarztpraxis ohne Sono nicht "modern" ist? Weil man nicht ständig überweisen will? Weil man die Hoffnung hat, es irgendwann doch ambulant lernen zu können? Warum werden Igel Carotis Sonos angeboten, obwohl der Untersucher nicht nach Nascet graduieren kann? Keine vollständige Untersuchung machen kann, weil ohne Sektorschallkopf intrakraniell die Nebenkriterien nicht überprüfen werden können? Das System an sich ist doch inhärent kaputt, aber wenn alles noch bürokratischer wird, haben noch wenige Bock auf die Niederlassung. Alles bisschen wie ein Kuhhandel....

Dooly
20.09.2024, 11:23
Bin aktuell in einem Schweizer Unispital tätig und die APNs (= sog. "Pflegeexperten) sind maximal nervig, übergriffig und eine Zumutung im ärztlichen Alltag. Ich werde in keiner Station mit solchen Personal mehr arbeiten. Wer Arzt sein will, soll bitte Medizin studieren und auch entsprechend dokumentieren und eigenständig haften und nicht sich die Rosinen rauspicken und versuchen Assistenzärzte als Anordnungs- und Dokumentieraffen zu missbrauchen und sich über diese zu ordnen.Oh no. Wir waren jetzt auf nem Arbeitstreffen und da hat eine AiW/Assistentin Combo das Konzept in deren privatwirtschaftlichen Unternehmen vorgestellt. Hatten aber alle vorhandenen Eminenzen in der Luft zerfetzt. In meinem Fach gibt es eigenes Assistenzpersonal, welches richtig wissenschaftlich ausgebildet ist, Nawis, nicht die PAs. Ich finde, es gibt meist so nen ganz markanten Unterschied zwischen wissenschaftlichem und nicht-wissenschaftlichem Personal. Letzteres will immer mitreden, sich einmischen, aber wenn man denen die Verantwortung für etwas übertragen will, dann sind sie ganz schnell weg. Eine Frage zu dem o. g. Vortrag war, ob die Nawis mit diesem Job glücklich sind. Bio ist oft brotlos, aber wenn ich mal überlege, dass es in derselben Einrichtung auch Nawis mit wissenschaftlichem Job gibt, find ich die Gefahr unglücklich zu werden, echt hoch. Wobei, wenn die einzige Karriereoption Lehrer*in wäre, dann ist meiner Meinung nach Assistenz schon das bessere.


Das System an sich ist doch inhärent kaputtJupp und es wird einfach so schlecht repariert. Ärztlichen Personalmangel mit PAs auszugleichen ist einfach so stupid.

rafiki
20.09.2024, 12:28
ch finde, es gibt meist so nen ganz markanten Unterschied zwischen wissenschaftlichem und nicht-wissenschaftlichem Personal. Letzteres will immer mitreden, sich einmischen, aber wenn man denen die Verantwortung für etwas übertragen will, dann sind sie ganz schnell weg.

In meinem Fach verhält es sich aber auch mit wissenschaftlich ausgebildetem "Assistenzpersonal" ganz genau so: echte Verantwortung können und wollen die nicht übernehmen, der Arzt hält am Ende immer seinen Kopf hin.

Dooly
20.09.2024, 13:24
Ah ja, ich hab mich gefragt, ob das nicht eben auch ein "Machtproblem" werden könnte, interessant, dass es bei euch eher nicht so ist.

Das Problem mit dem PAs ist, dass Sie keine eigenen Aufgabenbereiche haben, sondern delegierte ärztliche Aufgaben übernehmen. Natürlich übergibt man keine ärztlichen Aufgaben vollverantwortlich an PAs. Dem nicht-wissenschaftlichen Personal überträgt man ja nur die Verantwortung in ihrem eigenen Bereich.
Es ist eben nur Assistenzpersonal mit allen Nachteilen und in dem Rahmen würde ich auch keine Verantwortung übernehmen.

Einfach überflüssig wie ein Kropf dieser Beruf.

Willen_braucht_man..
20.10.2024, 16:39
.......... erledigt.

Cobalamin12
02.02.2025, 16:01
https://www.youtube.com/watch?v=pvzLaltpOXk

Also nach der ganzen Situation in Großbritannien bin ich SEHR gespannt, wie bzw. ob sich das auf PAs in Deutschland auswirkt.

OhDaeSu
02.02.2025, 17:33
Gar nicht wirkt sich das aus. In Deutschland ist man unfähig aus den Fehlern oder Erfolgen anderer Staaten zu lernen. Gepaart mit einer völlig unfähigen Standesvertretung und (teils in Personalunion mit) einer lahmen Gewerkschaft, immer neuen med. Fakultäten, beispiellos niedrigen fachlichen, formalen und sprachlichen Hürden bei der Anerkennung ausländischer Abschlüsse sowie der 'Konsolidierung' der stationären Versorgung wird das drastische Auswirkungen auf den ärztlichen Arbeitsmarkt haben.

jo1u
02.02.2025, 17:56
Was meinst du damit? Führe das nochmal an konkreten Beispielen aus, gerade mit Blick auf den zukünftigen Arbeitsmarkt

Nefazodon
02.02.2025, 20:12
https://www.youtube.com/watch?v=pvzLaltpOXk

Also nach der ganzen Situation in Großbritannien bin ich SEHR gespannt, wie bzw. ob sich das auf PAs in Deutschland auswirkt.

Sehr interessant.
Aber bei näherer Betrachtung dient die Aussage, dass es im NHS keinen Platz für Physician Assistants gäbe nur als Aufreisser.
Die nächsten beiden Sprecher (eine PA und ein Arzt) widersprechen dem ja direkt.
Danach wird darauf eingegangen, dass es eine Kostenfrage ist, und PAs ja viel günstiger als Ärzte sind und ein anderer Diskussionsteilnehmer berichtet, dass die Konkurrenz um Arztstellen NACH der Facharztausbildung wesentlich härter geworden ist.
Wohlgemerkt....es handelt sich bei diesen Beiträgen jeweils um Einzelmeinungen. Zahlen dazu werden nicht geliefert.
Aber wenn es danach geht, müsste die Frage wohl eher lauten, ob sich das auf *Ärzte* in Deutschland auswirkt...

WENN man daraus irgendetwas für das deutsche Gesundheitssystem ableiten kann, dann am ehesten, dass PAs bleiben werden...und sei es nur, weil sie *wesentlich* günstiger sind als Ärzte.
Wie sich davon abgesehen die Änderungen, die momentan im Gesundheitswesen stattfinden (Stichwort Krankenhausreform), auf den Arbeitsmarkt für Ärzte auswirken werden, lässt sich schwer absehen. Ich halte es aber durchaus für möglich, dass das Ergebnis sein wird, dass die Stellensituation für Ärzte hierzulande in ein paar Jahren aussehen wird, wie im Beitrag beschrieben...

Cobalamin12
02.02.2025, 20:44
Ja das stimmt alles. Das Video sollte jetzt war nur das letzte Stück, das ich zufällig gefunden habe.

Allerdings tut sich relativ viel momentan. Die Leng Review (1) sollte in der nächsten Zeit erscheinen. Die Royal College of General Practicioners hat mehrmals betont, dass PAs nicht in die Allgemeinmedizin gehören (2) -> was ja insbesondere interessant ist, weil in Deutschland auch Studien mit PAs bei Hausärzten laufen. Und die Klage gegen General Medical Council von Anaesthetists United kommt auch noch vor Ostern vor Gericht (3).

Also, ich bin mir relativ sicher, dass PAs in irgendeiner Form bleiben, aber wie gesagt - es besteht jetzt zumindest das Potential das etwas entscheidendes passiert.

(1) https://www.gov.uk/government/publications/independent-review-of-physician-and-anaesthesia-associates-terms-of-reference/leng-review-independent-review-of-physician-associate-and-anaesthesia-associate-professions-terms-of-reference
(2) https://www.rcgp.org.uk/getmedia/273f7aba-d307-4c61-8b93-3dc32763e137/RCGP-letter-to-Professor-Gillian-Leng-CBE.pdf
(3) https://anaesthetistsunited.com/court-gives-us-the-go-ahead/

Pampelmuse
31.05.2025, 14:47
Ich hatte jetzt vor ein paar Wochen das erste Mal die Situation, dass eine PA-Studentin an einer Fortbildung / praktischen Kurs teilgenommen hat. Hmmm.