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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Niederlassungsberatung: Ich rate davon ab, Arzt in Deutschland zu werden



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tarumo
24.05.2008, 11:36
Nocheinmal:
Die KV weiß NICHTS, ABER AUCH GAR NICHTS über die tatsächliche Ertragslage einer Kassenpraxis. Sie weiß den Umsatz und sonst gar nichts. Punkt.
Alles andere (Unkosten, Kredite, Versicherungen, Miete, Steuerklasse usw.) und auch auf der Einnahmenseite die Privatabrechnungen und die IGel kennt die KV NICHT und somit sind das nur Mutmaßungen.
Die Institution, die über ALLES Bescheid weiß, ist das Finanzamt bzw. die übergeordneten Stellen. Daß man deren Zahlen ausgerechnet hier nicht verwenden will bzw. kann, läßt allerdings tief blicken.
Die KV ist eine KdÖR und somit lediglich Ullas verlängerter Arm. Die gleiche Ulla, die behauptet, es gebe keinen Ärztemangel und sie hätte auch noch nie gehört, daß Ärzte ihre KV-Zulassung zurückgeben wollten. Das war im März, da lief die Rückgabe-Kampagne schon drei Monate...

Ehemaliger User 20130505
24.05.2008, 14:57
Noch einige Zahlen des statistischen Bundesamts. Grundlage sind Angaben, die die Niedergelassenen selbst gemacht haben. Ich denke, man kann davon ausgehen, dass da keiner zu hohe Einnahmen und zu niedrige Aufwendungen angegegeben hat. Falls da ein Bias drin wäre, dürfte er eher in die andere Richtung gehen.

Ich hab' mal drei Fachgebiete (Allgemeinmed., Innere und Radiologie) herausgegegriffen und bei denen Einzel- und Gemeinschaftspraxen verglichen.



Zahlen des statistischen Bundesamts für 2003:

Arztpraxen insgesamt (Einzelpraxen und Gemeinschaftspraxen):

ø Einnahmen je Praxis 354 000 €

ø Anteile an den Einnahmen: 75,0% GKV, 22,2% GKV, 2,7% Sonstige.

ø Einnahmen je Praxisinhaber: 272 000 €

ø Aufwendungen: 53,6% der Einnahmen

ø Reinertrag je Praxisinhaber: 126 000 € (46,4% der Einnahmen)


Einzelpraxen insgesamt:

ø Einnahmen: : 258 000 €, davon 75,3% GKV, 22,0% GKV, 2,7% Sonstige.

ø Aufwendungen: 54,7 der Einnahmen

ø Reinertrag: 117 000 € (45,3% der Einnahmen)




Einzelpraxen Allgemeinmedizin/prakt. Ärzte:

ø Einnahmen: : 219 000 €, davon 82,9 % GKV, 15,0% GKV, 2,1% Sonstige.

ø Aufwendungen: 52,8% der Einnahmen

ø Reinertrag: 104 000 € (47,2 % der Einnahmen)



Einzelpraxen Internisten:

ø Einnahmen: : 287 000 €, davon 77,3 % GKV, 20,4 % GKV, 2,3 % Sonstige.

ø Aufwendungen: 56,0 % der Einnahmen

ø Reinertrag: 126 000 € (44,0 % der Einnahmen)





Einzelpraxen Radiologen und Nuklearmediziner:

ø Einnahmen: : 673 000 €, davon 62,0 % GKV, 35,0 % GKV, 3,1 % Sonstige.

Aufwendungen: ø 68,9 % der Einnahmen

ø Reinertrag: 209 000 € (31,1 % der Einnahmen)





Gemeinschaftspraxen insgesamt:

ø Einnahmen je Praxis: 676 000 €

ø davon 74,7 % GKV, 22,5 % GKV, 2,8 % Sonstige.

ø Einnahmen je Praxisinhaber: 299 000 €,

ø Aufwendungen: 52,5 % der Einnahmen

ø Reinertrag je Praxisinhaber: 142 000 € ( 47,5 % der Einnahmen)




Gemeinschaftspraxen Allg.med./prakt. Ärzte:

ø Einnahmen je Praxis: : 425 000 €,

davon ø 84,2 % GKV, 13,8 % GKV, 2,0 % Sonstige.

ø Einnahmen je Praxisinhaber: 194 000 €

ø Aufwendungen: 46,4 % der Einnahmen

Durchschnittl. Reinertrag je Praxisinhaber: 104 000 € (53,6 % der Einnahmen)


Gemeinschaftspraxen Internisten:

ø Einnahmen je Praxis: : 908 000 €,

davon ø 82,1 % GKV, 16,0 % GKV, 1,9 % Sonstige.

ø Einnahmen je Praxisinhaber: 393 000 €

ø Aufwendungen: 57,1 % der Einnahmen

Durchschnittl. Reinertrag je Praxisinhaber: 169 000 € (42,9 % der Einnahmen)


Gemeinschaftspraxen Rad. und Nukl.med.:


ø Einnahmen je Praxis: : 2 324 000€,

davon ø 64,1 % GKV, 32,6 % GKV, 3,4 % Sonstige.

ø Einnahmen je Praxisinhaber: 699 000 €

Aufwendungen: ø 67,2 % der Einnahmen

Durchschnittl.Reinertrag je Praxisinhaber: 229 000 € (32,8 % der Einnahmen)


https://www-ec.destatis.de/csp/shop/sfg/bpm.html.cms.cBroker.cls?cmspath=struktur,vollanze ige.csp&ID=1018854


Edit.:

Die Aufwendungen (Praxiskosten) in Prozent der Einnahmen liegen bis auf drei Ausnahmen zwischen ca. 55 und 60 Prozent. (S. 13)

Die Chirurgen liegen knapp über 60 %, Rad. bei ca. 70 % und Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie bei ca. 50 %.

Abgesehen von denen der Radiologen liegen diese Prozentsätze etwa in dem Bereich, in dem auch die von der KBV verwendeten Werte für die Anteile der Praxiskosten liegen.

Edit. 2:

Noch ein paar Vergleiche der Zahlen aus dem ftd-Artikel mit denen des statistischen Bundesamts:


.
Der durchschnittliche Reinertrag je Praxis habe 2003 in Deutschland rund 126.000 Euro betragen.
Davon gingen noch Steuern und die Aufwendungen für die Altersvorsorge ab. Die Zahlen, mit denen Lauterbach argumentiert, wurden 2006 vom Statistischen Bundesamt veröffentlicht, jüngere gibt es noch nicht.
Diesen Zahlen zufolge kommen beispielsweise Radiologen jährlich im Schnitt auf 229.000 Euro Reinertrag, Orthopäden auf 195.000 Euro, Frauenärzte auf 169.000, Kinderärzte auf 120.000 Euro und Allgemeinärzte immerhin noch auf 104.000 Euro. Vergleich mit destatis:

durchschnittlicher Reinertrag je Praxisinhaber laut destatis: 126 000 Euro.

durchschnittliche Reinerträge der Radiologen pro Praxisinhaber laut destatis:
in Einzelpraxen: 209 000 €
in Gemeinschaftspraxen: 229 000 €

durchschnittliche Reinerträge der Orthopäden pro Praxisinhaber laut destatis:
in Einzelpraxen: 160 000 €
in Gemeinschaftspraxen: 195 000 €

durchschnittliche Reinerträge der Gynäkologen pro Praxisinhaber laut destatis:
in Einzelpraxen: 119 000 €
in der Gemeinschaftspraxen: 169 000 €

durchschnittliche Reinerträge der Kinderärzte pro Praxisinhaber laut destatis:
in Einzelpraxen: 115 000 €
in der Gemeinschaftspraxen: 120 000 €

durchschnittliche Reinerträge der Allgemeinmediziner pro Praxisinhaber laut destatis:
in Einzelpraxen: 104 000 €
in der Gemeinschaftspraxen: 104 000 €

Demnach stehen bei der Finacial Time D. die durchschnittlichen Reinerträge pro Praxisinhaber, die in Gemeinschaftspraxen erwirtschaftet worden sind.

Dass die Reinerträge pro Praxisinhaber in Gemeinschaftspraxen in bei vielen Fachgruppen deutlich höher sind als in Einzelpraxen, zeigt btw auch, dass sich gemeinsames Nutzen von Ressourcen wie erwartet offensichtlich lohnt.


Auf die niedrigen Netto-Zahlen kommt die Ärzteschaft auch, weil sie hierbei einfach den Anteil der Privatpatienten herausrechnet. "Etwa in einem Drittel der rund 100.000 Praxen in Deutschland hat der einzelne Arzt 1400 bis 1700 Euro netto im Monat aus seinen Abrechnungen mit der GKV", sagte Stahl.
Ein weiteres Drittel der Mediziner komme auf 1800 bis 3500 netto, der Rest auf 3600 bis 7000 oder 8000 Euro.
Wie hoch das Einkommen dann tatsächlich ist, hängt also von der Zahl der Privatpatienten ab: "Es gibt Praxen mit einem Anteil von bis zu 30 Prozent Privatpatienten - aber das ist bei weitem nicht der Normalfall", sagte Stahl. Gerade in den neuen Ländern sei nur gut ein Prozent der Menschen privat versichert. Zahlen von destatis zu den relativen PKV-Anteilen der .Praxisinhaber an den einzelnen Einnahmengruppen:


Beispiel Einzelpraxen Allgemeinmedizin:

Einnahmen // durchschn.PKV-Anteil // durchschn. Reinertrag: :

11 %: <125 000 € // 13,9% // 39 000 €
86 % 125 000 bis 500 000 € // 14,1% // 104 000 €
3 %: 500 000 € und mehr // 37,7 % // 294 000 €

Hier haben Praxisinhaber mit den höchsten Einnahmen und Reinerträgen auch einen sehr hohen PKV-Anteil.



Beispiel Internistische Einzelpraxen:

Einnahmen // durchschn.PKV-Anteil // durchschn. Reinertrag: :

4,9 %: <125 000 € // 15,9% // 31 000 €
83,7 % 125 000 bis 500 000 € // 19,9 % // 117 000 €
11,4 %: 500 000 € und mehr // 23,2 % // 334 000 €

Hier haben die Praxisinhaber mit den höchsten Einnahmen und Reinerträgen zwar auch einen etwas höheren PKV-Anteil als die anderen, aber mit 23,5 % ist er nicht sehr viel höher als der Durchschnitt von 20,4 %.

Anders gesagt, die Praxisinhaber mit 500 000 € und mehr an Einnahmen und 334 000 Euro und mehr an Reinertrag haben 74,5 % ihres Reinertrags mit GKV-Honoraren erwirtschaftet (Durchschnitt liegt bei 77,3 %)



Beispiel: Internistische Gemeinschaftspraxen:

Durchschnitte:
Anteil der Praxen:Einnahmen // PKV-Anteil // GKV-Antei//Reinertrag je Praxis// Reinertrag je Praxisinhaber:

15%: < 500 000 € // 16,4 % // 172 000 € // 84 000 €
85 % > 500 000 € // 15,9 % // 5 645 000 € // 223 000 €

habichnicht
24.05.2008, 20:01
Na nu rechne mal.... Hab ich gerade gemacht: :-)


Reinertrag Allgemeinärzte wird mit 104 000 Euro/ Jahr angegeben. Davon gingen noch Steuern und Rente ab...Bei Steuerklasse 1 kommst du auf rund 55 000 Euro/ Jahr netto, davon sind noch nicht unerhebliche Rentenvorsorgen zu zahlen. .... Der Gehaltsrechner kommt bei Steuerklasse I auf netto ca. 52 000 Euro/Jahr, aber nach Abzug der Einkommensteuer UND der Beiträge für Rente (=Ärzteversorgungswerk), Krankenversicherung und Pflegeversicherung.

Du zahlst als Freiberufler den gleichen (Einkommens-)Steuersatz wie als Angestellter. Allerdings geht von Deinem Reinertrag etwa doppelt so viel für Altersvorsorge/Rente (Versorgungswerk), Krankenversicherung und Pflegeversicherung weg, weil Du keinen Arbeitgeberanteil bekommst.


Die 104 000 Euro Reinertrag (dem Durchschnitt eines Hausarztes laut statistischem Bundesamt) entsprächen bei einem Angestellten ca. 94 000 Euro brutto/Jahr:

Berechnung für 94 000 Euro brutto aus Arbeitnehmersicht:


Lohnsteuer: 29 683.00 Euro
Solidaritätszuschlag :1 632.56 Euro
8% Kirchensteuer : 2 374.64 Euro

Summe der Steuern 33 690.20 Euro

Rentenversicherung: 6328.20 Euro
Arbeitslosenversicherung: 1049.40 Euro
eigener Anteil private Krankenversicherung 900.00 Euro

Summe der Sozialversicherungsbeitäge 8277.60 Euro

Nettolohn: 52 032.20 Euro
=====================


Bei einem Angestellten mit 94 000 Euro brutto hat der Arbeitgeber diese Kosten:

Arbeitgeberanteil Rentenversicherung: 6328.20 Euro
Arbeitslosenversicherung: 1049.40 Euro
Zuschuss zur privaten Krankenversicherung 900.00 Euro
U1 Umlage: (1.2%) 763.20 Euro
U2 Umlage: (0.18%)114.48 Euro
Beitrag Berufsgenossenschaft: (0.8%)752.00 Euro

Summe Arbeitgeberanteil: 9907.28 Euro

=> Gesamtbelastung für den Arbeitgeber: 103 907.28 Euro
==========================================

=> Als Freiberufler bräuchtest Du bei Steuerklasse 1 etwa 104 000 Euro/Jahr brutto, um netto etwa das zu haben, was ein Angestellter mit einem brutto-Jahresgehalt von 94 000 € brutto netto rausbekommt.


Ich vergleiche das jetzt mal mit einem Oberarztgehalt. Das Grundgehalt liegt laut TV-Ä an einem kommunalen KH bei ca. 6 000 €/Monat bzw. 72 000 €/Jahr.


Als PKV-Prämie nehme ich für einen gesunden jungen Mann mal 150 €/Monat bzw. 1800 €/Jahr an.

Der Gehaltsrechner sagt für 72 000 €/Jahr bei St.Kl. 1:

Lohnsteuer :20443.00 Euro
Solidaritätszuschlag :1124.35 Euro
8% Kirchensteuer :1635.44 Euro

Summe der Steuern23202.79 Euro

Rentenversicherung: 6328.20 Euro
Arbeitslosenversicherung: 1049.40 Euro
eigener Anteil private Krankenversicherung 900.00 Euro

Summe der Sozialversicherungsbeitäge 8 277.60 Euro

Nettolohn: 40 519.61 Euro/Jahr
===============================

Also: Bei einem Reinertrag von 104 000 Euro läge man nach Abzug von Steuern, Altersvorsorge, Kranken- und Pflegeversicherung ganz grob geschätzt ca. 20 % über dem netto-Grundgehalt eines Oberarztes gleicher Steuerklasse bzw. etwa im Bereich eines netto-Oberarztgehalts inclusive Diensten, Überstunden, Poolbeteiligung.

Und wenn Du für Kauf und Einrichtung der Praxis einen Kredit aufgenommen hättest, gingen von Deinem netto-Einkommen auch noch die Tilgungsraten weg; die Zinsen allerdings NICHT, denn die wären schon in den Praxisaufwendungen enthalten.

Fazit: Mit 104 000 Euro Reinetrag nagte man zwar nicht am Hungertuch, aber ein üppiges Einkommen wäre es wirklich nicht. (Für den Porsche müsste man da schon etwas länge sparen).

John Silver
24.05.2008, 20:26
Das Hauptproblem liegt m.E. darin, daß die Öffentlichkeit nur zu gern die Lügen schluckt, die in den Artikeln wie dem gerade diskutierten verbreitet werden. Ich habe bisher keinen Artikel gelesen und keine Reportage im TV gesehen, die wirklich sachlich das Thema behandelt und die Tatsachen auf den Tisch gelegt hätte. Immer wieder werden entweder unzufriedene Ärzte interviewt, aber niemals die Grundlage der Unzufriedenheit objektiv und sachlich beleuchtet, sondern immer nur auf die Tränendrüse gedrückt; oder aber es kommt so ein unterbelichteter Quatsch zustande, wie in der Financial Times, indem der Journalist einfach auf althergebrachten Stereotypen herumreitet und sich nicht mal die Mühe macht, die Infos, die er aus Google in 5 Minuten zusammengetragen hat, zu hinterfragen.

Zu Karl Lauterbach sagt eigentlich das alte Sprichwort alles: "Wes Brot ich eß, des Lied ich sing".

Und dann tauchen immer wieder solche Naivlinge wie Karlsson auf, die meinen, sie wüßten, wo's lang geht, obwohl sie eigentlich keine Ahnung haben. Das ist doch in Wahrheit die Crux: alle wichtigen Entscheidungen werden immer von irgendwelchen Leuten getroffen, die schlicht und ergreifend keine Ahnung haben, wie der Hase läuft. Sie haben nur bestimmte Bilder vor Augen, Wunschvorstellungen, nicht mehr. Sie kennen alles rein theoretisch. Patienten, Ärzte, Pflegekräfte etc. sind für diese Menschen nichts weiter als Zahlen auf dem Papier. Und wenn diese Leute anfangen, Entscheidungen zu treffen, dann bauen sie immer mehr oder weniger viel Mist, weil die Entscheidungen auf ihre Vorstellungen von der Medizinwelt, nicht auf die realen Verhältnisse, ausgerichtet sind. Ich meine, hey, einige der Punkte, die Karlsson anspricht, sind gar nicht mal soo verkehrt, aber dann verliert er sich in Floskeln und Allgemeinplätzen, und weiß nicht weiter, wenn man ihn auffordert, mal mehr als einen Schritt weiterzudenken. Hier liegt auch der Hase im Pfeffer. Wenn es um die Einkünfte der Niedergelassenen geht, dann werden immer irgendwelche theoretischen Einkünfte auf Grundlage ziemlich vager Umsatzangaben ausgerechnet. Dann rechnet man sich die Zahlen noch ein Wenig zurecht, je nachdem, in welche Richtung man argumentieren möchte, und schon geht's los. Aber dann wird die ganze Zeit hitzig über Zahlen diskutiert, die völlig nichtssagend sind. Und da sie so nichtssagend und irgendwie losgelöst von der Realität sind, kann man sie sich zurechtbiegen wie man lustig ist, denn wo es keine direkte Verbindung zur Realität gibt, gibt es auch keine Überprüfung. Das ist Demagogie, nichts weiter.

Ehemaliger User 20130505
25.05.2008, 10:06
Mal abgesehen von der Arbeitsbelastung - 45000 Euro netto /Jahr finde ich überhaupt nicht schlecht. Welche Berufsgruppen verdienen schon derartige Summen ?

Das Problem ist nur...das sind Durchschnittsgehälter...ich habe sowohl in meiner Familie als auch im näheren Bekanntenkreis meiner Eltern zuviele Beispiele von Praxen gesehen, die weniger als 45000 Euro netto /Jahr erwirtschaften...signifikant weniger, sodaß ich es gut nachvollziehen kann, wenn Assistenzärzte nicht unbedingt wild auf eine spätere Niederlassung sind, da zumindest hinsichtlich des Einkommens keine Verbesserung zu erwarten ist.Stimmt. Die Durchschnitte sind gar nicht so schlecht, aber die Streuung ist sehr groß. Und was mir dabei vor allem auffällt: Die Unterschiede kommen nicht nur durch unterschiedlich hohe Anteile an Privatpatienten zustande.

Es gibt auch innerhalb der einzelnen Fachgruppen bei den Einnahmen, die aus der GKV stammen, eine ganz enorme Streuung, die sich imho weder mit unterschiedlichen Anteilen an Kassenpatienten, noch mit regional unterschiedlichen Punktwerten, noch mit unterschiedlich langen Arbeitszeiten ausreichend erklären lassen.

Beispiel Einzelpraxen von Internisten:

Anteil der Praxen: Einnahmen // PKV-Anteil //GKV-Anteil// durchschn. Reinertrag

4,9 %: <125 000 € // 15,9% // 80,4 % // 31 000 €

83,7 % 125 000 bis 500 000 € // 19,9 % // 77,9 % // 117 000 €

11,4 %: 500 000 € und mehr // 23,2 % // 74,5 % // 334 000 €


Wenn ich die GKV-Einnahmen in Euro umrechne, sieht das so aus:


Anteil der Praxen: Einnahmen //GKV-Anteil (%)// GKV in € // durchschn. Reinertrag

4,9 %:< 125 000 € // 80,4 % // >100 500 € // 31 000 €

83,7 % 125 000 bis 500 000 € // 77,9 % // 97 765 bis 389 500 € // 117 000 €

11,4 %: 500 000 € und mehr // 74,5 % // 372 500 € und mehr // 334 000 € und mehr

Das heißt: Die GKV-Einnahmen der internistischen Einzelpraxen lagen 2003 zwischen knapp 100 000 Euro und knapp 400 000 Euro, obwohl die prozentualen Anteile der GKV-Einahmen an den Gesamteinnahmen anscheinend gar nicht soooo unterschiedlich waren. Auch die Praxen mit den Spitzeneinnahmen und Spitzen-Reinerträgen hatten ca. 75 Prozent davon mit Kassenpatienten erwirtschaftet.
Ich frage mich, wie bei im Prinzip gleicher Tätigkeit solche enormen Unterschiede zustande kommen.

Evil
25.05.2008, 11:12
:-nix Hat Kalle da etwas anderes behauptet?:-nix
Ist doch klar: Gleiche Leistung - gleiches Geld. Mehr Leistung - mehr Geld.

EKG oder Gastroskopie beim Kassenpatienten = EKG oder Gastro beim PP. Oder stellen EKG, Gastro etc. beim Privatpatienten eine größere Leistung dar als beim Kassenpatienten?

:-nix:-nix Wer, wann, wo?

p.s.:
Oder meinst Du das so: Wer eine zahlungsfreudige Versicherung hat, bekommst auch gern mal etwas mehr? Manchmal sogar etwas mehr als ihm gut tut?
Du liest zuviel von Karlsson und übernimmst seinen polemischen Stil ;-)
Die Pläne von Lauterbach sind klar, er will die Behandlungssätze von PKV auf GKV-Niveau senken, das hat er bereits mehrmals geäussert. Und das bedeutet mehr Leistung = gleiches Geld, um bei Deinem simplen Gleichungsschema zu bleiben

Man könnte es auch so nennen, Goggomobil zahlen und Porsche fahren, aber das wäre selbstverständlich ebenfalls polemisch :-))

LasseReinböng
25.05.2008, 11:14
Das heißt: Die GKV-Einnahmen der internistischen Einzelpraxen lagen 2003 zwischen knapp 100 000 Euro und knapp 400 000 Euro, obwohl die prozentualen Anteile der GKV-Einahmen an den Gesamteinnahmen anscheinend gar nicht soooo unterschiedlich waren. Auch die Praxen mit den Spitzeneinnahmen und Spitzen-Reinerträgen hatten ca. 75 Prozent davon mit Kassenpatienten erwirtschaftet.
Ich frage mich, wie bei im Prinzip gleicher Tätigkeit solche enormen Unterschiede zustande kommen.

Es könnte schlichtweg an der Anzahl der Patienten pro Quartal liegen...die Masse machts ?!

Ein Dilemma ist sicherlich, daß in den meisten deutschen Großstädten im Westen die Arztdichte sehr hoch ist, oft zu hoch. Das bedeutet nicht unbedingt, daß in manchen Praxen nur Däumchen gedreht werden...die Patienten sind da, das Wartezimmer erscheint gefüllt, aber im deutschen System kann das zu wenig sein. In manchen Fachrichtungen, wie z.B. der Pädiatrie oder der Dermatologie braucht man schon so seine 100-120 Patienten am Tag, wenn man zu den Durschnittsverdienern bis "Gutverdienern" gehören will ...nachdem, was ich von vielen niedergelassenen Ärzten gehört habe. Und da kann man sich gut vorstellen, daß für ein derartiges "turnover" schlichtweg nicht genug Patienten da sind bzw. zuviele Ärzte um ein endliche Anzahl von Patienten kämpfen...also eine tatsächlich relativ zu hohe Arztdichte, die durch die schlechte Bezahlung der medizinischen Leistungen bedingt ist.
Man kann theoretisch immer noch sehr gut verdienen als Niedergelassener, aber dann muß man willens sein (sind sicherlich die meisten), seine Praxis wie eine Fabrik zu betreiben und eben an die dafür notwendigen Patienten gelangen ( ist bei der hohen erforderlichen Anzahl von Patienten und der Konkurrenz oft nicht möglich).

rate mal
25.05.2008, 12:01
Die Pläne von Lauterbach sind klar, er will die Behandlungssätze von PKV auf GKV-Niveau senken, das hat er bereits mehrmals geäussert.Das hab ich von ihm noch nie gehört bzw.gelesen, sondern nur als Unterstellung durch seine Gegner.

Schade, dass Du meinen Link http://www.stefan-gress.eu/mediapool/40/403223/data/165.pdf

nicht lesen oder wenigstens kurz überfliegen wolltest. Ich finde, er ist zumindest diskussionswürdig:


"Vergütungsunterschiede im ärztlichen Bereich zwischen PKV und GKV auf Basis des standar-disierten Leistungsniveaus der GKV und Modelle der Vergütungsangleichung"

Diskussionsbeitrag aus dem Fachbereich Wirtschaftswissenschaften Universität Duisburg-Essen Campus Essen Nr. 165, Februar 2008:

Bericht zu einem von der Hans-Böckler-Stiftung geförderten Projekt

Anke Walendzik1, Stefan Greß2, Maral Manouguian1, Jürgen Wasem1

1 Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftungslehrstuhl für Medizin- management, Universität Duisburg-Essen
2 Professur für Versorgungsforschung und Gesundheitsökonomie, Hochschule Fulda Da geht es nicht um das Absenken der PKV-Honorare auf das jetztige GKV-Niveau, sondern um eine Angleichung der Honorare für gewisse ausgewählte Leistungen (eine Art Basisleistungen, auf die sowohl Kassen- als auch Privatpatienten einen Anspruch haben) auf ein Niveau, das zwischen dem jetztigen GKV- Niveau und dem jetztigen PKV-Niveau läge. Auf der Basis der Zahlen für das Jahr 2003 haben die errechnet, dass die GKV in diesem Jahr 3,2 Milliarden Euro mehr an die niedergelassenen Ärzte hätte zahlen müssen, die PKV im Gegenzug aber 3,2 Milliarden weniger, wenn die niedergelassenen Ärzte für die betrachteten/verglichenen Leistungen bei Kassen- und Privatpatienten jeweils gleich hohe Honorare bekommen hätten.



...Im letzten Schritt der Untersuchung haben wir die Belastungswirkungen für die ge-setzliche Krankenversicherung beziehungsweise die Entlastungswirkungen für die private Krankenversicherung für den Fall quantifiziert, dass die Unterschiede in den Vergütungssystemen zwischen den beiden Krankenversicherungssystem in der am-bulanten ärztlichen Versorgung aufgehoben werden würden. Dabei sind wir davon ausgegangen, dass sich das Vergütungsniveau – die Summe der Einnahmen aus der Behandlung von privat versicherten und gesetzlich versicherten Patienten – für die Ärzte insgesamt nicht verändert. In einem solchen Szenario würde sich für die gesetzliche Krankenversicherung eine Belastung von etwa 3,2 Mrd. € ergeben. Dies entspricht in etwa 0,34 Beitragssatzpunkten. Für die Ausgabenträger der privat kran-kenversicherten Patienten würde sich eine Entlastung in gleicher Höhe ergeben. Da-von würden in etwa zwei Drittel auf die privaten Krankenversicherungen und etwa ein Drittel auf die Beihilfeträger entfallen. Die Frage möglicher Gegenfinanzierungen von Be- und Entlastungen der unterschiedlichen Kostenträger wird in diesem Papier nicht thematisiert....

John Silver
25.05.2008, 12:01
Die Masse macht's nicht. Ab einer bestimmten Anzahl von Behandlungen pro Quartal sinkt der Punktwert.

Und das mit dem Ärzteüberschuß ist auch so nicht richtig. Es ist kein Ärzteüberschuß, der die Probleme macht, sondern die zu niedrigen Honorare. Würde die erbrachte Leistung angemessen entlohnt, müßte keiner 100 Patienten pro Tag durchschleusen. Denn wenn es weniger Praxen geben sollte, würde dieses Problem nicht gelöst. Die übriggebliebenen Ärzte würden nach wie vor zuviele Behandlungen pro Tag durchführen, und dementsprechend nicht mal ansatzweise genug Zeit pro Patient haben. Es würden aber noch längere Wartezeiten auf Termine für die Patienten hinzukommen.

LasseReinböng
25.05.2008, 13:22
Die Masse macht's nicht. Ab einer bestimmten Anzahl von Behandlungen pro Quartal sinkt der Punktwert.

Und das mit dem Ärzteüberschuß ist auch so nicht richtig. Es ist kein Ärzteüberschuß, der die Probleme macht, sondern die zu niedrigen Honorare. Würde die erbrachte Leistung angemessen entlohnt, müßte keiner 100 Patienten pro Tag durchschleusen. Denn wenn es weniger Praxen geben sollte, würde dieses Problem nicht gelöst. Die übriggebliebenen Ärzte würden nach wie vor zuviele Behandlungen pro Tag durchführen, und dementsprechend nicht mal ansatzweise genug Zeit pro Patient haben. Es würden aber noch längere Wartezeiten auf Termine für die Patienten hinzukommen.

Bzgl. Ärzteüberschuß - ich meinte in meinem obigen Beitrag, daß das Vehältnis
<notwendige Anzahl von Patienten> zu <Anzahl der niedergelassenen Ärzte> angesichts des Systems ungünstig ist...weil man eben absurde Patientenzahlen abfertigen muß...weil die Honorare zu niedrig sind...daher meine Formulierung der "relativ" zu hohen Arztdichte.

Evil
25.05.2008, 13:46
@ ratemal: den Artikel habe ich durchaus überflogen, aber bei besagter Leistungsanpassung kämen Mehrkosten >3 Mrd auf die GKV zu, was ja nicht überraschend ist. Eleganterweise klammern die Autoren die Frage der Gegenfinanzierung von vorneherein aus :-))

Und möchtest Du mir jetzt allen Ernstes sagen, daß Lauterbach entsprechend mehr Kohle ins Gesundheitssystem (= Beitragserhöhung) reinstecken möchte? Diesbezüglich hat er bislang nicht gesagt, daß er die Leistungen kürzen möchte, das stimmt, aber genausowenig hat er von Erhöhungen gesprochen... honni soit qui mal y pense ;-)

John Silver
25.05.2008, 14:46
Bzgl. Ärzteüberschuß - ich meinte in meinem obigen Beitrag, daß das Vehältnis
<notwendige Anzahl von Patienten> zu <Anzahl der niedergelassenen Ärzte> angesichts des Systems ungünstig ist...weil man eben absurde Patientenzahlen abfertigen muß...weil die Honorare zu niedrig sind...daher meine Formulierung der "relativ" zu hohen Arztdichte.

Ja, das ist auch die Formulierung, die von vielen Dummschwätzern aus der Politik verwendet wird. Sie ist aber irreführend, denn allein dadurch, daß man von "zu hoher Ärztedichte" redet, suggeriert man bei einem Laien automatisch, es gebe zuviele Ärzte, und das ist schlicht falsch. Deswegen bin ich dafür, daß man diese Formulierung verläßt und die tatsächliche Ursache des Problems direkt benennt, nämlich die absurd niedrigen Honorare, und danach einen Punkt macht und den Satz auf die Leute wirken läßt.

Außerdem gibt es da das bereits von mir erwähnte Problem des Punktwerts. Behandelt man mehr als eine bestimmte Anzahl an Patienten pro Quartal, sinkt der Punktwert; dadurch muß man eine ordentliche Schippe Patientendurchsatz drauflegen, um auf die gleiche Summe zu kommen, wie bei normalem Punktwert. Anders ausgedrückt, man verrichtet jede Menge Arbeit umsonst. Das wollen die meisten verständlicherweise nicht machen. Ich kenne nicht wenige Fachärzte, die die Anzahl der Behandlungen gesetzlich versicherter Patienten pro Quartal einfach begrenzen, und bei Erreichen der Maximalzahl, bei der der Punktwert noch nicht sinkt, einfach aufhören, gesetzlich versicherte Patienten zu behandeln, und zwar bis Quartalsende. Aus diesem Grund müssen gesetzlich versichterte Patienten gegen Quartalsende mit noch längeren Wartezeiten rechnen. Und dann kommt Karl "Eunuchenstimme" Lauterbach, und labert sich den Mund fusselig über die ach so ungerechte Behandlung der Patienten, Zweiklassenmedizin und bla. Und das ist natürlich schön publikumswirksam, da schreit die Öffentlichkeit empört auf, was diese Ärzte sich erlaubten.

LasseReinböng
25.05.2008, 17:50
Ja, das ist auch die Formulierung, die von vielen Dummschwätzern aus der Politik verwendet wird. Sie ist aber irreführend, denn allein dadurch, daß man von "zu hoher Ärztedichte" redet, suggeriert man bei einem Laien automatisch, es gebe zuviele Ärzte, und das ist schlicht falsch. Deswegen bin ich dafür, daß man diese Formulierung verläßt und die tatsächliche Ursache des Problems direkt benennt, nämlich die absurd niedrigen Honorare, und danach einen Punkt macht und den Satz auf die Leute wirken läßt.


Diese Formulierung war auch ironisch gemeint :-)) .

Leider ist es so, daß die absurd niedrige Vergütung nicht deutlich genug zur Sprache kommt...wenn diese einmal von Ärzten beklagt wird, kommen gleich Plasberg,Christiansen, Illner & Co mit den bekannten, kursierenden Zahlen über die Bruttoeinnahmen, nach dem Motto: Was wollt ihr denn, über 100.000 € brutto/Jahr, alles nur Gejammere auf hohem Niveau ! Für die Gegenseite (AOK-Vorsitzender Hans-Jürgen Ahrens, Kalle und Ulla ) dann der perfekte Einstieg in die Diskussion...

John Silver
25.05.2008, 19:56
Naja, es ist doch letztlich so: in dieser Gesellschaft hat sich das Bild des reichen Onkel Doktor mit Kohle ohne Ende etabliert, und das wird von Politikern und politikhörigen Medien auch fleißig aufrechterhalten. All das Diskutieren bringt nichts, wenn die Gegenseite nicht bereit ist, anzuerkennen, daß es überhaupt ein Problem gibt. Jede öffentliche Diskussion verläuft ziemlich schnell und zuverlässig im Sande. Ich hoffe daher sehr, daß zumindest in einem Bundesland der Systemausstieg klappt, denn das wäre ein Signal, daß die Politik und die Öffentlichkeit nicht mehr ignorieren könnten.

Relaxometrie
25.05.2008, 22:22
Ich hoffe daher sehr, daß zumindest in einem Bundesland der Systemausstieg klappt, denn das wäre ein Signal, daß die Politik und die Öffentlichkeit nicht mehr ignorieren könnten.
Meinst Du die Ärzteproteste in Bayern? Ich weiß gar nicht, wie da der Stand der Dinge ist.

John Silver
25.05.2008, 23:58
Soweit ich weiß, haben Niedergelassene auch in einigen anderen Bundesländern ähnliche Überlegungen. Es ist aber wohl noch nirgendwo beschlossene Sache. Ist ja auch klar, ein Systemausstieg ist kein Zuckerschlecken und ist mit einigen Risiken verbunden.

tarumo
26.05.2008, 15:00
Zitat:

"Vergütungsunterschiede im ärztlichen Bereich zwischen PKV und GKV auf Basis des standar-disierten Leistungsniveaus der GKV und Modelle der Vergütungsangleichung"


Sorry, aber das heißt für mich, eine Anpassung der PKV-Vergütungssätze (die GOÄ ist übrigens seit 1996 unverändert) nach UNTEN auf den Level der GKV. Die verheerenden Auswirkungen kann man bereits heute in den Regionen beobachten, wo es keine oder kaum Privateinnahmen gibt. Offizieller Regierungssprech dazu ist ja die "work-life-balance" irgendwelcher egoistischer vergnügungssüchtiger Mediziner, an der Vergütung kann es ja gar nicht liegen, denn die ist ja sooo toll....

Fünf Sekunden Nachdenken hätten vielleicht auch die Erkenntnis gebracht, dass Propellerkarl bestimmt nicht Geld von der AOK, Barmer und Co. kassiert, um ihr Unkosten in Milliardenhöhe durch eine überfällige deutliche Erhöhung der GKV-Vergütung aufs Auge zu drücken.

In der Sendung „Hart aber fair“ letzte Woche (vielleicht gibt es den Mitschnitt irgendwo im Internet) nennt er außerdem ganz zum Schluß nochmals explizit die Abschaffung der Einzelpraxis als wichtiges Ziel. Alleine schon dieses Ziel, von einem Mitglied der Regierung geäußert, sollte eigentlich dazu führen, irgendwelche Niederlassungspläne ganz schnell ad acta zu legen. Denn ein Hinterbänkler ist K.L. ganz gewiß nicht.

docmoechtegern
27.05.2008, 05:19
Lauterbach hat ein Konzept gegen den Ärztemangel (http://www.sz-online.de/nachrichten/artikel.asp?id=1838028).

;-)


Sorry for offtopic, aber das hab ich gerade gefunden, als ich nachgesehen hab, ob es von diesem Herrrn mit der Fliege etwas Neues gibt. ;-)

John Silver
27.05.2008, 12:28
Naja, das ist ja eine Frau Lauterbach :-)

Das "Konzept" ist im Übrigen, gelinde gesagt, dämlich, und besteht nur aus sinnlosem Geschwätz. Im Grunde wird ein Thema aufgegriffen, das mit den bestehenden Problemen nichts zu tun hat. NC ist keine Zulassungsbeschränkung, sondern ein Auswahlkriterium. Man mag über dieses Kriterium streiten, aber selbst das Aussetzen der Auswahl nach NC wird nichts am Problem des Ärztemangels ändern. Momentan liegt der NC bei 1,3 oder so. Das bedeutet schlicht und ergreifend, daß es weit mehr Bewerber um Studienplätze gibt, als Plätze zur Verfügung stehen. Es ist also nicht das Problem, genügend Studienanfänger zu finden. Selbst wenn der NC abgeschafft wird, wird es nicht mehr Studienplätze, und folglich nicht mehr Studenten geben. Die gute Frau Lauterbach, als Linke, labert nur amok in Richtung "soziale Gerechtigkeit". Die Anzahl der Studienanfänger ist mit rund 13.000 per anno eigentlich völlig ausreichend, eventuell sogar etwas zu hoch. Das Problem besteht darin, daß momentan nur rund die Hälfte der Studienanfänger letztlich nach abgeschlossenem Studium in der Patientenversorgung landen. Hier liegt der Hase im Pfeffer. Und genau hier muß man ansetzen, wenn man tatsächlich etwas ändern, und nicht bloß die eigene Fresse in Presseartikeln zwecks Eigenwerbung sehen will.

logorrhoe
27.05.2008, 16:07
Hier kann man die Sendung "Hart aber fair" online anschauen...

Hart aber fair v. 21.5.08 (http://www.ardmediathek.de/ard/servlet/content/602626)