Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Ortho/Unfall Diskussion
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MissGarfield83
23.01.2012, 21:00
@bille : Danke für die sehr sehr ausführliche Antwort - gibt es ein gutes Buch was du empfehlen kansnt wo man die Repotechnik nach Kocher z.b. gut nachvollziehen kann ? :)
Ich glaube, das muss dir einer zeigen, sonst rafft man das nie ^^
zeigen lassen, selbst machen.
gugg mal hier:
http://shoulderdislocation.net/relocation/kochers - ich hab immer "etwas" axialen zug (unter ablenkung!!, so dass kein wesentlicher schmerzreiz/keine kontraktion hinzukam) mit abduktion um ca 20-30° hinzugefügt.
in welchem rahmen denn buch?? studium? unfallchirurgie-assitenten-dasein?
http://shoulderdislocation.net/relocation/kochers
Das sieht ja zu einfach aus, um wahr zu sein!
optimalfall: ruhiger und entspannter patient, ruhiger und entspannter relocateur & es sind gestellte bilder. aber ich hatte das auchn paar mal nahezu genauso cool und entspannt. redenredenreden. wenndunixzusagenhast, muss dein/e pfleger /schwester redenredenredenreden. :-D
Ich geb eigentlich gern Dormicum/Ketanest, mach das Licht schön dunkel und alles still, damit die Leute einpennen ^^
MissGarfield83
23.01.2012, 21:14
Ui danke - die Seite ist ja echt toll - wenn dann dachte ich schon an ein Buch fürs Assistentendasein, auch wenn das wohl noch etwas hin ist - aber Ortho-/ UCh ist wohl mein Ding ....
Andere Frage: "Hochrasanztrauma". Gibt es dafür eigentlich eine Definition? Was macht ihr mit Patienten, die einen Verkehrsunfall hatten, denen es aber klinisch gut geht? Ab wann nehmt ihr jemanden auf?
Hatte gestern mal wieder so einen Fall: mit 100km/h auf der Autobahn verunfallt. Zwar nicht direkt mit 100km/h in die Leitplanke, aber so genau weiß man's ja nicht, wie schnell sie noch waren. Beide hatten klinisch wenig zu bieten: ein bisschen Nackenschmerzen, ein bisschen Schulterschmerzen, ein Finger war blau. Keine Fraktur, Sono unauffällig. Ich hab die stationäre Aufnahme empfohlen wegen des Unfallsmechanismus. Ich denke, andere Kollegen von mir hätten die auch gleich gehen lassen. Wie ist das bei Motorradfahrern? Neulich hatten wir mal einen, der war bei 50km/h gestürzt und hatte nur ein paar Prellungen. Den haben wir auch sicherheitshalber aufgenommen. Aber ab wieviel km/h kann man jemanden ruhigen Gewissens gehen lassen? :-nix
sodbrennen
27.01.2012, 15:01
redenredenreden. wenndunixzusagenhast, muss dein/e pfleger /schwester redenredenredenreden. :-D
Hehe, bei mir hat das nicht geholfen. Ich hab dann (als Patient) nämlich nur gemeint: "Auf den Trick fall ich nicht drauf rein". :-D Dormicum o.Ä. wollten sie aber auch nicht geben. :-nix Das nächste Mal geh ich zu Lava. ;-)
WackenDoc
27.01.2012, 15:15
@Lava: In der Notaufnahme, wo ich mal nen halbes Jahr AvD gespielt hab war die Definition für Hochrasanztrauma und damit sogar Schockraumindikation 30km/h.
Es gibt echt Leute, die ne Schulter so reponieren ohne alles? Meinen letzten hab ich präklinisch mit Keta/Do platt gemacht und dann haben die Anästhesisten später noch mitgeholfen.
@Lava: In der Notaufnahme, wo ich mal nen halbes Jahr AvD gespielt hab war die Definition für Hochrasanztrauma und damit sogar Schockraumindikation 30km/h.
Darf ich mal ganz laut lachen? Dann hätten wir pro Tag 5 Schockräume! Mir wäre das egal - aber ich schätze, die Kollegen der anderen Fachrichtungen würden sich dann ziemlich bald beschweren :-D Und wenn wir dann bei jedem auch noch ne Traumaspirale fahren, leuchten bald alle Einwohner der Gegend im Dunkeln :-))
So gut Leitlinien und Standards auch sind - ein bisschen individuelle Abwägung sollte es schon geben :-nix
netfinder
27.01.2012, 19:34
@Lava: In der Notaufnahme, wo ich mal nen halbes Jahr AvD gespielt hab war die Definition für Hochrasanztrauma und damit sogar Schockraumindikation 30km/h.
Es gibt echt Leute, die ne Schulter so reponieren ohne alles? Meinen letzten hab ich präklinisch mit Keta/Do platt gemacht und dann haben die Anästhesisten später noch mitgeholfen.
Ich würd mich bedanken...nur noch Schockräume...
Die leitlinie sagt uebrigens:
Auszug aus der aktuellen leitlinie polytrauma (07/11, hrsg dgu)
"73. Bei folgenden Verletzungen soll das Trauma-/Schockraumteam aktiviert werden: A - systolischer Blutdruck unter 90 mmHg nach Trauma
- Vorliegen von penetrierenden Verletzungen der Rumpf-Hals-Region
- Schussverletzungen der Rumpf-Hals-Region
- GCS unter 9 nach Trauma
- bei Atemstörungen /Intubationspflicht nach Trauma - Frakturen von mehr als 2 proximalen Knochen
- instabiler Thorax
- Beckenfrakturen
- Amputationsverletzung proximal der Hände/Füße
- Querschnittsverletzung
- offene Schädelverletzungen
Verbrennungen > 20 % und Grad ≥ 2b
74. Bei folgenden zusätzlichen Kriterien sollte das Trauma-/Schockraumteam aktiviert werden: B - nach einem Sturz aus über 3 Metern Höhe
- nach einem Verkehrsunfall (VU) mit
- Frontalaufprall mit Intrusion mehr als 50 – 75
- einer Geschwindigkeitsveränderung von delta > 30 km/h - Fußgänger/Zweirad-Kollision
- Tod eines Insassen
- Ejektion eines Insassen"
Leitlinie schön und gut. Ich halte es für unrealistisch, das zu 100% umzusetzen. Es gibt auch irgendeine Leitlinie, die besagt, man müsse bei jedem Patienten, der sich den Kopf gestoßen hat und Kopfschmerzen angibt, ein CT machen :-rolleyes
Meinst Du diese?
Schädel-Hirn-Trauma im Erwachsenenalter (http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/008-001_S2e_Schaedel-Hirn-Trauma_im_Erwachsenenalter_leitlinientext_07-2007_07-2012.pdf)
Da wird in der Tat ein CCT empfohlen, aber nur wenn zu den Kopfschmerzen noch neurologische Auffälligkeiten dazukommen (z.B. Doppelbilder).
Fragt sich, was man als neurologische Symptome gelten lässt; ich habe schon erlebt, dass jemand über Schwindel klagte und nach dem Zunähen der Kopfwunde wieder heimgeschickt wurde...sofern keine Bewusstlosigkeit vorlag und die Pupillen keine Auffälligkeiten zeigen, habe ich noch nie gesehen dass irgendwer ein CT gemacht hätte.
WackenDoc
28.01.2012, 20:39
Und du hast jetzt wieviel (unfall)chirurgische Erfahrung?
Zu genau dem Thema gab es übrigens vor ner Weile einen Artikel in der "Notfall-und Rettungsmedizin"
Fragt sich, was man als neurologische Symptome gelten lässt
Ein bißchen Schwindel ist keine neurologische Auffälligkeit, das sollte schon ein in der Untersuchung feststellbarer Befund sein, z.B. eindeutige Gangunsicherheit, pathologischer Nystagmus, Fallneigung zu einer Seite.
Wenn Du das genau wissen willst, schafft ein Lehrbuch für Neurologie Abhilfe :-top
netfinder
29.01.2012, 10:40
Leitlinie schön und gut. Ich halte es für unrealistisch, das zu 100% umzusetzen. Es gibt auch irgendeine Leitlinie, die besagt, man müsse bei jedem Patienten, der sich den Kopf gestoßen hat und Kopfschmerzen angibt, ein CT machen :-rolleyes
Leider wird die nur zu oft umgesetzt...
zeigen lassen, selbst machen.
gugg mal hier:
http://shoulderdislocation.net/relocation/kochers - ich hab immer "etwas" axialen zug (unter ablenkung!!, so dass kein wesentlicher schmerzreiz/keine kontraktion hinzukam) mit abduktion um ca 20-30° hinzugefügt.
in welchem rahmen denn buch?? studium? unfallchirurgie-assitenten-dasein?
hab die variante gerstern im dienst mal getestet hab die pat. allerdings vorher unter 0,2 fentanyl 10 min so sitzen lassen:
http://shoulderdislocation.net/relocation/boss-holzach-matter ging ohne probleme wieder rein
lg
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