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Lava
15.08.2011, 17:15
Neue Frage: was benutzt ihr zur Analgosedierung bei Schulterreposition (oder auch Ellenbogen, Hüfte, etc.)? Was macht ihr selbst, was lasst ihr vom Anästhesisten machen?

emergency doc
17.08.2011, 16:51
Ich mach das immer selbst. Je nach Patient kann man eine Kurznarkose mit Ketanest/Dormicum machen oder eine reine Analgesierung mit vorsichtiger Titration von Fentanyl. Die Anästhesie bekommt von mir nur die Info darüber, schliesslich ist ja eine Nachüberwachung auf ITS/Aufwachraum sinnvoll.
In dieser Art und Weise habe ich schon einige hundert Repositionen durchgeführt.
Die einzige echte Komplikation die ich hatte war einmal ein fehlender Ambubeutel, als ein Patient etwas apnoeisch wurde. Den hatte irgendein Verwaltungssklave von seinem Platz in der Radiologie entfernen lassen, da in Notfällen ja eh ein Rea-Team kommen würde... :-wand
Naja, da kam ich dann halt in den Genuss, eine echte Mund-zu-Mund Beatmung durchführen zu dürfen... Muss man halt alles mal erlebt haben ... :-peng

Achja: Vor der Medikamentengabe macht man besser eine komplette Aufklärung, ist ja sonst blöd, wenn man sagt "Bis gleich" und der Patient wacht 3 Stunden und eine offene Reposition im OP später auf, und weiss von nix...
:-meinung

sodbrennen
17.08.2011, 17:02
Neue Frage: was benutzt ihr zur Analgosedierung bei Schulterreposition (oder auch Ellenbogen, Hüfte, etc.)? Was macht ihr selbst, was lasst ihr vom Anästhesisten machen?

In Österreich wird es nach Möglichkeit ohne irgendeine Schmerzmedikation geschweige denn Analgosedierung gemacht, dann spart man sich nämlich das Bett. :-nix

emergency doc
17.08.2011, 17:12
Ohne Analgesie? Aua! Analgesiert und ggf. noch sediert geht es sogar bei richtig muskulösen Patienten ohne Instabilität oft sehr gut und einfach. Ich würd mich echt "bedanken", wenn 4 Leute ohne Analgesie an meiner luxierten Schulter reissen würden...

eve05
17.08.2011, 17:51
Naja, je nach Repositionstechnik ist es ja manchmal auch mehr ein etwas verstärktes Führen der Schulter, hab das auch schon ohne Medis gesehen/ durchgeführt bzw. unter "leichter" Medikation mit PErfalgan/ Novalgin. Wir machen das aber auch unter Medikation (normalerweise Dipi/ Dormikum) und meistens selbst, zumindest bei den jungen Leuts.

Bei den Älteren und bei Vorerkrankungen bin ich nach Bezeugen eines extrem unschönen Erlebnisses bei einer HTEP-Luxation sehr vor vorsichtig und da gibt es mitlerweile auch die Ansage das unter Medikation nur mit Anästhesie-Anwesenheit im Op durchzuführen.

eva_luna
24.08.2011, 14:32
Hey,

bei halbwegs fitten Patienten nehmen wir meistens Propofol und machen's selbst. Funktioniert prima und die Patienten sind hinterher nicht so abgeschossen wie mit Dormicum/Ketanest. Ich hole mir allerdings (da ich immer noch nicht auf Intensivrotation war...) immer einen notarzt-fahrenden, erfahreneren Kollegen in "Rufweite", falls doch mal ein Patient abschmieren sollte.

Die Anästhesisten hole ich nur bei zu erwartender schwieriger Reposition (hintere Schulterlux etc.), Kindern, alten kranken Patienten, Epileptikern oder wenn ich ganz alleine wäre, nachdem ein Anästhesie-Oberarzt tatsächlich mal bei einem Fall die Nüchternheit abwarten wollte. Hallo?!!? Schon mal 6 Stunden mit ner luxierten Hüfte rumgelegen?

Hat von Euch schon mal jemand eine Schulterlux nach Stimson (in Bauchlage) reponiert? Funktioniert das? Halbwegs angenehm für den Patienten? Ich würde das gerne mal versuchen, aber hatte jetzt seit einer Ewigkeit keine Lux mehr.

Gruß,
eva_luna

Bille11
24.08.2011, 16:27
Funktioniert gut, die Repo in Bauchlage, wenn der Pat mitspielt (Umlagerung).. :-)

god0t
06.09.2011, 10:41
Hey,

bei halbwegs fitten Patienten nehmen wir meistens Propofol und machen's selbst. Funktioniert prima und die Patienten sind hinterher nicht so abgeschossen wie mit Dormicum/Ketanest. Ich hole mir allerdings (da ich immer noch nicht auf Intensivrotation war...) immer einen notarzt-fahrenden, erfahreneren Kollegen in "Rufweite", falls doch mal ein Patient abschmieren sollte.

Die Anästhesisten hole ich nur bei zu erwartender schwieriger Reposition (hintere Schulterlux etc.), Kindern, alten kranken Patienten, Epileptikern oder wenn ich ganz alleine wäre, nachdem ein Anästhesie-Oberarzt tatsächlich mal bei einem Fall die Nüchternheit abwarten wollte. Hallo?!!? Schon mal 6 Stunden mit ner luxierten Hüfte rumgelegen?

Hat von Euch schon mal jemand eine Schulterlux nach Stimson (in Bauchlage) reponiert? Funktioniert das? Halbwegs angenehm für den Patienten? Ich würde das gerne mal versuchen, aber hatte jetzt seit einer Ewigkeit keine Lux mehr.

Gruß,
eva_luna

Wann lernt man sowas "selbst zu machen"? Ich will auch! :)

sunrise10086
08.09.2011, 13:19
Antwort zu zwei Fragen:

1. Gegenbrechen: NUR in Vollnarkose durch einen netten FA für Anästhesie bereit gestellt. Ich vergewaltige keine Kinder, die kommen nicht wieder und der Schaden durch Mundpropaganda ist m.E. immens wenn die Leute Auswahl haben. In der letzten Dorfklitsche kann man sich sowas vielleicht leisten, aber nicht da, wo Konkurrenzunternehmen tätig sind...

2. Schulterrepos:
Analgosedierung durch den Anästhesisten. Das mag feige sein, aber ich bin mit den ganzen Betäubungssachen vielleicht so fit, die Leute plattzumachen, aber bei einer richtigen Komplikation (Aspiration, massive Hypotension usw) bin ich mit Sicherheit nicht cool genug. An meinem Arbeitsplatz gibt es die Möglichkeit, sich jemanden zu holen und davon mache ich auch Gebrauch. Ich halte Selbstüberschätzung für sehr sehr gefährlich aber leider auch in unserem Fach für sehr sehr verbreitet.

Als kleine Anekdote dazu: Hatte neulich einen Patienten mit Schulterlux, der so dagegen gespannt hat mit Analgosedierung, dass der kurz mal nen Tubus und Relaxanz sehen musste. Ansonsten: keine Chance gehabt, das Ding reinzuziehen. :-nix

Medimatze
11.09.2011, 07:08
Ich meinte nur, dass ich bisher auch so oft genug in der Ambulanz war. Wenn ich mal alle Tage zusammen zähle, komme ich locker auf anderthalb Monate - und da sind Wochenend- und Nachtdienste noch nicht mitgerechnet!

Oft genug?! Wenn ich alle Tage zusammenzähle...

...6 Monate Abulanz,,, Vertretung, Dienste (6-8/Monat)... komme ich sicher auf 350... TAGE!!!

Lava
12.09.2011, 19:18
Wann hab ich das denn geschrieben? Inzwischen will ich lieber gar nicht nachzählen, wieviel Zeit ich da verbracht habe... :-oopss

god0t
24.11.2011, 00:03
Welche orthopädischen Journals lest ihr bzw. könnt ihr empfehlen? CORR? JBJS? Ortho und Unfallchirurgie up 2 Date? Lässt mal hören. Gerne auch mit Abopreis / -Umfang. Würde mich sehr interessieren.

Eventuell auch, ob ihr Mitglied in Gesellschaften seid und Journals inklusive sind..

god0t
28.11.2011, 11:24
Welche orthopädischen Journals lest ihr bzw. könnt ihr empfehlen? CORR? JBJS? Ortho und Unfallchirurgie up 2 Date? Lässt mal hören. Gerne auch mit Abopreis / -Umfang. Würde mich sehr interessieren.

Eventuell auch, ob ihr Mitglied in Gesellschaften seid und Journals inklusive sind..

Liest denn keiner irgendetwas?

Lava
28.11.2011, 15:40
Nein, ich (noch) nicht. Ich hab genug Fachbücher im Regal zu stehen, in die ich viel zu selten reinschaue. Hab mit auf dem DKOU ein Probeabo von Unfallchirurg geholt. Ich denke, ich abonniere entweder den oder up2date :-nix

Ich bin Mitglied in der DGU, aber von denen gibt's nur so'n Käseblatt mit Mitteilungen, die keiner liest. Außer neulich, da war die neue Leitlinie Polytrauma als Extra dabei. Aber als DGU Mitglied ist die Teilnahme am DKOU kostenlos, von daher lohnt es sich schon, wenn man hinfahren möchte.

Lava
13.01.2012, 16:25
Hmmm.... erschreckenderweise komme ich bald ins vierte Weiterbildungsjahr. Ins VIERTE!!!! Das ist nicht mehr so lang bis zum Facharzt! :-(( Wenn ich dran denke, was man dann eigentlich alles können muss, dreht sich mir der Kopf. Vor allem operativ gibt es noch sooooo viel, was ich überhaupt noch nie gemacht habe! Und es fehlt mir ja noch die Orthozeit! Wann soll ich das denn alles lernen? :-?
Wir haben einen frisch gebackenen OA bei uns, den hat's neulich im dienst richtig heftig erwischt... DHS, Unterschenkelnagel und zu allem Überfluss noch ne kindliche suprakondyläre Humerusfraktur... auweia!

eve05
13.01.2012, 16:56
:-party Lava,

habe heute auch mit Schrecken festgestellt, dass bald schon das 5. Jahr ansteht und dann ist das 6. auch nicht mehr fern:-(( Aber andersrum sind das auch erst 2/3 der Facharztzeit- dann klingts nur noch halb so schlimm und so langsam hab ich diese "Teenagerzeit" des Assi-Daseins auch satt ;-)

Blauer Engel
13.01.2012, 16:59
Ich bin in der AGA und beziehe damit jetzt auch die Zeitschrift Arthroskopie. Mag zwar für einen Anfänger vielleicht sehr speziell sein, aber es interessiert mich sehr. Ich glaube man sollte auch Interesse am Inhalt haben, dann liest man es auch wirklich durch...
Ich habe überlegt, welches Fachbuch gut ist. Habe mich jetzt für "Standardverfahren operative Chirurgie" empfohlen. Oder was sagt ihr?


Ich hätte da noch mal ne Frage: kann jemand einen Grundlagenkurs Arthroskopie empfehlen?

Bille11
13.01.2012, 18:03
ja. zb. wolkenstein.

rogerM
14.01.2012, 02:00
Hi liebe Ortho/unfallfreunde

Mich würde mal interessieren was ihr bei eurer intensiv zeit so gemacht habt.
Bin an einem kleinen Haus und mach Narkosen Vormittag und Nachmittag dann its mit invasiven Sachen wie lavage aszitispunktionen etc oder halt normalen stationskram. Die its ist interdisziplinär wobei das meiste internistenkram ist.
Aber irgendwie komme ich mir nach 3 Monaten immer noch so unfit vor.

Muriel
14.01.2012, 10:42
Du bist UCHler und machst Narkosen? Oder verstehe ich das jetzt völlig falsch?