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rogerM
14.01.2012, 11:32
ich bin noch nicht ganz UCHler sondern mach gerade meinen Common tunk und da meine ITS zeit. Mein chef möchte das ich da auch narkosen mache. Bei uns geht es irgendwie total durch den gemüsegarten letztens hab ich eine leistenhernie eingeleitet und stand 10 min später am tisch, mein chef hat dann mehrere OP´s betreut.

deshalb meine frage was ihr so während its gemacht habt.

grüsse

Lava
14.01.2012, 15:40
Was ich so gemacht hab? An Perfusoren rumgeschraubt, mehr Wasser, weniger Wasser, Verbände gewechselt, mit Nadeln hantiert. Keine Narkosen (das gehört ja auch irgendwie nicht zur Intensivstation) und - leider, muss man schon fast sagen - keine einzige Rea. :-nix

Fazit: war ja auch nur die Wachstation, quasi "Intensivmedizin light", aber ich bin heilfroh, dass der Mist vorbei ist. Intensivmedizin ist nichts für mich.

Dafür möchte eine andere Kollegin von mir jetzt in die Anästhesie wechseln. Wahrscheinlich kommt sie nach ihrer Intensivzeit gar nicht mehr zu uns zurück, sondern bleibt gleich da. :-?

rogerM
14.01.2012, 17:13
na da bin ich anscheinend garnicht so schleccht dabei. das mit den narkosen hat den hintergrund für die hausdienste fit zu sein und ist ne gute vorbereitung für den notarzt. bei uns ist im dienst kein anästhesist im haus und mein hintergrund in rufbereitschaft. wir hatten letztens so einen fall mit lungenembolie der dann vom kreislauf und atmung instabil wurde, da ist es schon ganz praktisch wenn man ihn abschiesen und anschließend intubieren kann.

grüße

Lava
14.01.2012, 17:26
wir hatten letztens so einen fall mit lungenembolie der dann vom kreislauf und atmung instabil wurde, da ist es schon ganz praktisch wenn man ihn abschiesen und anschließend intubieren kann.

grüße

Habt ihr etwa kein Rea-Team im Haus? Keine ITS?? Was ist denn das für ein Krankenhaus??? :-((

rogerM
14.01.2012, 17:29
tagsüber schon aber nicht am wochenende etc. doch its gibt es, der Pat. kam mit dem rettungsdienst und musste dann in der rettungsstelle versorgt werden. ist ein kleines haus auf dem land.

Lava
14.01.2012, 17:34
Hm, aber ne Lungenembolie ist doch primär mal ein internistisches Problem. Dann müssten doch die den Patienten intubieren ;-)

dreamchaser
14.01.2012, 18:33
Aber ob der Internist in dem beschriebenen Haus intubieren kann?? In welcher Region liegt dieses Haus denn, in dem der Chirurg Narkose und Operation gleichzeitig macht?? Klingt ja sehr abenteuerlich.

rogerM
14.01.2012, 18:36
lol ja war wirklich etwas abenteuerlich aber wir waren wirklich ziemlich unterbesetzt an dem tag, sonst geht es im allgemeinen ziemlich geregelt zu. der internist konnte leider nicht intubieren.

Lava
15.01.2012, 18:22
Das war dann aber auch keine Glanzleistung vom Rettungdienst, oder war der Patient vorher so stabil und unauffällig? Na gut, Mist kann immer mal passieren. Bin wahrscheinlich von meinem großen Haus verwöhnt, in dem Nachts bestimmt ein halbes Dutzend Menschen Dienst machen, die tausendsmal besser intubieren können als ich.

MissGarfield83
23.01.2012, 17:30
Thema traumatische Schulterlux : Wie reponiert ihr und warum ? Nach Arlt, Hippokrates, Bosley& Miles .... Welche Vorteile hat welches Verfahren und welche das geringste Risiko für Leitungsbahnenverletzungen? Gibt es Unterschiede bei vorderer oder hinterer Lux? Wann Rekonstruktion bei Bankart Läsion ? Wie behandelt ihr nach ?

Bille11
23.01.2012, 18:52
hatten wir schon - ganz weit vorne in diesem oder einem anderen uc-/ortho-thread.

MissGarfield83
23.01.2012, 19:02
@bille : Daran hab ich mich erinnert - aber leider nix mit der Suchfunktion gefunden .... :(

Bille11
23.01.2012, 19:14
ca 20-30 beiträge weiter vorne steht schonmal etwas drin.. *weitersuch*

nachtrag: ansonsten steht anscheinend nicht wirklich etwas in diesem forum dazu drin. ich lasse den echten uch/orthos mal den vortritt :-D (kann aber auch gerne meine unmassgebliche meinung dazu äussern)

MissGarfield83
23.01.2012, 19:25
@bille : Da gehts ja nur um das für und wider einer Analgesie mit oder ohne Anästhesist ;) Mich interessierte halt wann welche Repotechnik - oder ob das Geschmackssache ist usw ...

Wie hälst du es denn ?

Lava
23.01.2012, 19:49
Ehrlich gesagt hab ichs bis auf eine Ausnahme immer nach Hippokrates gemacht. Ich weiß, soll man nicht bei Patienten >60 und begleitenden Frakturen... in so einem Fall würde ichs dann mal nach Arlt probieren.

ein Kollege von mir schwört ja darauf, dass es reicht, die Patienten auf den Bauch zu legen und den Arm runterhängen zu lassen. Würde dann ganz allein reinflutschen :-nix

Ein Oberarzt macht immer dieses hin und her und Drehen und Schießmichtotmanöver. Nach Kocher, glaube ich. Sieht sehr elegant aus. Ich kann mir aber die Bewegungsabfolge nie merken :-blush

Bille11
23.01.2012, 19:58
also...

repositionstechniken gibt es viele. die beste ist die, die der reponierende - mit seinem helfer (1-2 helfer ist optimal - so als frau gesagt) - beherrscht. du hast arlt, hippokrates, bosley&miles genannt..

"arlt" (sitzend, stuhl als hypomochlion in der achsel) und "hippokrates" (sitzend, halbliegend, liegend, fuss als hypomochlion in der achsel -setzt langes bein voraus;-)) sind sicher die gebräuchlichsten, die auch die pfleger und schwestern in einer otto-normal-notaufnahme gut kennen. etwas perfalgan, etwas novalgin, etwas dipidolor & die sache ist gegessen. hippokrates kann man auch in kurznarkose mit nettem anästhesisten machen, der den patienten quasi relaxiert & dir die chance der laxen weichteile gibt.

bosley&miles ist in bauchlage, mit manuellem gegendruck des reponierenden am scapulahals - setzt einen sehr kooperativen patienten voraus, der sich in bauchlage begibt. laut meines damaligen oberarztes, der diese reposition mehrfach erfolgreich durchgeführt hat, ein sehr schonendes verfahren, weil der humeruskopf unter physikalischen gesichtspunkten rasch zurück-ploppt. habe ich nie gemacht, hätte ich gern mal gemacht. schon allein, weil es "cool" und unter obigem gesichtspunkt relativ atraumatisch geht. nachteil: du kannst den patienten kaum schmerztherapeutisch angreifen (n bissl perfalgan, n bissl novalgin), fast jeder anästhesist würde dich verständnislos anschauen, wie er den patienten als standby rasch versorgen solle, falls was passiert (bauchlage). ähnlich ist auch "stimson".

die reposition nach "white/milch" wird sitzend/liegend/halbsitzend unter elevation und axialem zug, dann von kaudal (achselseits) unterstützendem druck nach schulteraussenseits durchgeführt & ist bei rezidivluxationen mit compliantem patienten unter relativ guter analgosedierung gut durchführbar. da man den glenoidunterrand palpiert & dort hinüberspringt, bei ínferioren frakturen des glenoids eher mit vorsicht zu geniessen.

mein favorit :-love ist die reposition nach "kocher" sitzend/liegend/halbsitzend unter elevation und axialem zug in aussenrotation, dann unter abduktion & anschliessender adduktion ein plopp. ähnlich wie bei der reposition von "white/milch" kann man von kaudal/axillär unterstützend nachdrücken.
ich habe gute erfahrungen bei erstluxationsereignissen & laxen rezidivluxationen mit wenig analgesie (perfalgan 10min vorher im schuss & vorher novalgin über 20 min in einer laufenden 500er nacl/ionosteril) unter ablenkendem gespräch mit dem patienten mit 1-2 helfern (axialer zug am arm, handtuch um patienten zum schutz des "mitrutschens", unterstützender druck von achselseits) durchgeführt. auch mal mit midazolam (nicht zu viel^^) unterstützt.. wo ich absolut keinen erfolg mit hatte, waren ängstliche patienten mit rezidivluxationen, die nicht lax genug waren & sich verkrampft haben. da dann lieber kurznarkose & dann "arlt" oder "kocher".
(wie auch bei white/milch ist der springende punkt hier die neutralisation der gesamtmuskelzugkräfte auf den 0-punkt nach schlagmichtotwem)

--

ein risiko für leitungsbahnverletzungen gibt es bei jeder reposition, deswegen sollte die dms postinterventionell rasch geprüft & dokumentiert werden. ich sehe das risiko am grössten bei den hypomochlion-repositionen, geringer bei bosley/miles, white&milch, kocher.

--

unterschiede bei der vorderen und hinteren luxation gibt es, wie auch der unfallhergang sich anders gestaltet. eine hintere luxation kann man nicht/schlechter nach kocher oder white/milch durchführen, besser aber in den bauchlage-repositionsformen z.b. nach bosley&miles.

--

reko nach bankart-läsion ist ein thema komplett für sich. fragmentgrösse & lokalisation, stufe der läsion, begleitende labrum-läsionen sind mit-entscheidende faktoren. man macht ein ct & entscheidet danach. ich persönlich würde nach jeder erstluxation ein ct durchgeführt haben wollen & dann weiter entscheiden (ruhigstellung, funktionelle beübung, weitere therapie)

Lava
23.01.2012, 20:13
ich persönlich würde nach jeder erstluxation ein ct durchgeführt haben wollen & dann weiter entscheiden (ruhigstellung, funktionelle beübung, weitere therapie)

Interessant. Bei jungen Patienten, bei denen das Röntgenbild unauffällig ist, also keine knöchernen Läsionen erkennbar, machen wir eigentlich immer ein MRT :-nix

Bille11
23.01.2012, 20:15
mit dem mrt hast du absolut recht - (n bissl bin ich ja auch raus aus der nummer)
wegen labrum und kapsel. :-top

Lava
23.01.2012, 20:22
Aber du bist doch meine Schultergöttin!

Bille11
23.01.2012, 20:28
oh! :-wow merci :-love

aber dennoch kann ich ja in manchen feinheiten das procedere nicht mehr so gaaaanz.. :-))

booaaah - will mal wieder schulternarkosen machen.. *sfz* aber erstmal URLAUB :-D