Absolutes Muss: Die Haftpflichtversicherung
Klartext im Versicherungsdschungel - Teil 1
Peter Dahlhausen (Deutsche Ärzte-Versicherung)
Versicherungen - nein danke! So hört man in Kreisen der (Medizin-) Studierenden. Versicherungen sind mindestens ein lästiges Übel, wenn nicht gar überflüssig. Doch: Ohne sie scheint es auch nicht zu gehen.
Für einige Risiken wie z.B. das Auto fahren oder den finanziellen Schutz bei Krankheiten schreibt der Gesetzgeber eine Versicherungspflicht vor, bei anderen wie z.B. der Unfallversicherung, ist man ohne gefragt zu werden über die Berufsgenossenschaft in die staatliche Fürsorge mit eingeschlossen.
Für wieder andere hätte man vielleicht gerne eine Versicherung, z.B. für seinen Laptop, sein Mountainbike oder sein Aquarium.
Versicherungen gehören also auch zum studentischen Alltag. Zumeist wird jedoch bei diesem Thema nur die Preisfrage diskutiert, was bei den üblicherweise schmalen Budgets nicht verwunderlich ist. MEDI-LEARN geht jedoch mit der Artikelserie "Klartext im Versicherungsdschungel" einer ganz anderen Fragestellung nach:
Was sind denn die wichtigsten Versicherungen für Medizinstudenten und angehende Ärzte? Und worauf muss ich bei Abschluss einer Versicherung achten? Wo steckt der Teufel im Detail der Versicherungsbedingungen? Auf welche Leistungen kann man getrost verzichten, welche sind unabdingbar?
Zur Beantwortung dieser Fragen haben wir mit Peter Dahlhausen von unserem Kooperationspartner Deutsche Ärzte-Versicherung einen sachkundigen Autor gewinnen können, der, mit der heutigen Ausgabe beginnend, in 9 Beiträgen für Klartext im Versicherungsdschungel sorgt.
Die Themen im Überblick:
1. Ein absolutes Muss: Die Haftpflichtversicherung
2. Recht haben und Recht bekommen: Die Rechtsschutzversicherung
3. Per Gesetz verordnet: Die KFZ-Versicherung
4. Versicherungen für "Hab und Gut": Hausrat, Laptop und Fahrrad
5. Versicherungsschutz auf Auslandsreisen
6. Berufsunfähigkeitsversicherung: Auf die Bedingungen kommt es an!
7. Krankenversicherung: Pflicht und Kür
8. Unfallversicherung: Gefahren lauern nicht nur in der Uni
9. "Muss - Soll - Kann" - Der Versicherungs-Check-Up für junge Mediziner.
Ein absolutes Muss: Die Haftpflichtversicherung
von Peter Dahlhausen (Deutsche Ärzte-Versicherung)
Haftung kann weltweit und zu jeder Zeit eingefordert werden, wenn ein Schaden - bei der Ausübung des Berufes oder als Privatperson - durch eigenes Verschulden entstanden ist. Dabei ergibt sich lediglich die Unterscheidung nach Berufs- und Privathaftpflicht, die allerdings für Ärzte von enormer Bedeutung ist, da die beruflichen in der Regel die privaten Risiken deutlich übersteigen.
Die Privathaftpflicht für Medizinstudenten stellt immer dann kein echtes Problem dar, wenn sie über die Privathaftpflicht der Eltern versichert ist. Diese gilt dann i.d.R. bis zum Abschluss des Studiums, aber Achtung: Bei Heirat oder auch dann, wenn das Medizinstudium ein Zweitstudium ist oder einer (abgebrochenen) Berufsausbildung folgt, muss man selbst für die Privathaftpflicht sorgen. Noch anders stellt sich die Situation in Sachen Berufshaftpflicht dar.