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Famulatur in einer Notaufnahme in Dublin

Klinikerfahrungen auf der Insel

Eva R. Krause

 

Eigentlich bin ich ja eher ein ‚Angsthase'. Mein Englisch ist schlecht, ich habe Orientierungsprobleme in fremden Städten und eher ein zurückhaltender Typ. Nicht gerade die besten Voraussetzungen für eine Famulatur im Ausland. Aber familiäre Beziehungen zwangen mir in diesem Jahr geradezu die Chance auf, eine Famulatur in Dublin zu machen. Der innere Schweinehund hatte trotzdem mindestens die Größe einer Deutschen Dogge, so dass meine Bewerbungen für einen Monat Famulatur im August erst im März zur Post gingen. Wie ich die Stelle erhalten habe und was ich alles erlebt habe, davon möchte ich im folgenden berichten.

Famulieren bei den Iren

Per Internet hatte ich mir Adressen der Kliniken in Dublin herausgesucht und diese angeschrieben. Zunächst kam für Wochen überhaupt keine Reaktion. Erst nach mehrfachem, hartnäckigen Nachtelefonieren bekam ich eine Zusage aus einer etwas außerhalb der Stadt gelegenen Klinik und nach weiteren, noch aufdringlicheren Telefonaten endlich die erhoffte Zusage, in der Notaufnahme des St. Vincent University Hospital (SVUH) famulieren zu können. Wer in Irland famulieren möchte, sollte von vornherein wissen, dass im Grunde nur der Monat August in Frage kommt für ausländische Studenten, hin und wieder werden wohl auch Ausnahmen gemacht, doch darauf sollte man sich nicht verlassen. Im August haben die irischen StudentInnen frei, so dass dann Ausbildungsplätze in den Kliniken frei sind. Es gibt mehrere geeignete Kliniken. Besonders beliebt ist das Mater Misericordiae in der Stadtmitte, das zur Bewerbung sehr genaue Angaben auf eigenen, frühzeitig anzufordernden Bewerbungsformularen erwartet und zudem eine Gebühr von 100 Euro erhebt. Doch auch z. B. das Beaumont Hospital, das Rotunda Hospital, das St. Vincents University Hospital und das St. Columcilles (etwas außerhalb gelegen, in Loughlinstown) nehmen FamulantInnen an. Ein formloses Bewerbungsschreiben mit Lebenslauf und mindestens einem Letter of recommendation (stellt der Studiendekan der Heimatuniversität aus) sind in der Regel ausreichend.

Surftipp

Auslandserfahrungen

Anreise und Unterkunft

Die Anreise empfiehlt sich mit dem Flugzeug. Innerhalb von Dublin und in den angrenzenden Stadtgebieten kann man sich hervorragend mit öffentlichen Verkehrsmitteln bewegen, wenn man mehr vom Land sehen möchte, kann man mit der Eisenbahn z. B. an die Westküste fahren, es gibt immer wieder preiswerte Angebote der Irish Railway. Oder man kann sich ein Auto leihen, das ist immer noch preiswerter und stressfreier als die Anreise mit Kfz und Fähre. Von Rhein und Ruhr aus fliegt man am günstigsten mit Aer Lingus (www.aerlingus.com) von Düsseldorf oder mit Germanwings (www.hlx.com) vom Flughafen Köln-Bonn aus. Das war aber auch schon alles zum Thema ‚preiswert' und ‚grüne Insel' - Irland, insbesondere Dublin, ist extrem teuer. In Dublin ist alles, auch Grundnahrungsmittel etc., um den Faktor 1,5 bis 2,5 teuerer als in Deutschland - nur Golf spielen ist sehr preiswert und ohne komplizierte Mitgliedschaften möglich! Von einem B&B (bed and breakfast) als Unterkunft sollte man absehen, Preise von 70 - 90 Euro pro Nacht sind eher die Norm. Da ich eine private Unterkunft hatte, entfiel für mich die Zimmersuche, andere FamulantInnen sind aber preiswert in Studentenwohnheimen des UCD (University College Dublin) untergekommen. Wenn die Zusage für die Famulatur vorliegt, kann man am besten bei der entsprechenden Klinik nachfragen oder sich direkt an das UCD wenden.

Der erste Tag

An meinem ersten Famulaturtag sollte ich mich um 10.00 h irischer Zeit in der Medical Administration melden. Wann ich wo erscheinen sollte und welche ‚Ausrüstung' ich brauche, habe ich übrigens auch nur auf eigene Nachfrage erfahren. Hier kam ich zum ersten Mal in Berührung mit der irischen ‚should be ok!'-Mentalität. Von meinen Bewerbungsunterlagen war nichts aufzufinden, meine Kontaktperson in der Klinik hatte Urlaub...und in der Notaufnahme, wo ich ja hin wollte, waren eigentlich schon zwei andere ausländische Studenten... Aber es war kein Problem - should be ok! Ich bekam ein Namensschild und wurde zur A&E-Abteilung (= Accident and Emergency) geführt. Dort nahm mich der leitende Arzt Dr. Ryan sehr herzlich in Empfang.
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