Die mündliche Prüfung
Die letzte Hürde zum Titel
MEDI-LEARN (Redaktion)
Stelle dich gleich zu Beginn beim Patienten vor und nenne den Grund für Anamnese und Untersuchung. Lasse ihn viel frei berichten und orientiere dich anfangs an den Grundfragen: Was? Wo? Wie? Wann/seit wann? Warum? In Hinblick auf die Beschwerden, beziehungsweise nutze den Anamnesebogen, wenn du einen bekommen hast.
Üben für das Schreiben der Arztbriefe
Dein Fallbericht soll je nach Uni eine bis vier Seiten lang sein. Gliedere ihn und achte unbedingt auf die äußere Form. Das Wichtigste sind die jetzige Anamnese und die Differenzialdiagnosen. Du brauchst nicht alles aufzuzählen, was du überhaupt über den Patienten erfahren hast. Dafür solltest du sämtliche Befunde beschreiben, die im Zusammenhang mit der Erkrankung deines Patienten stehen könnten und dabei auch Normalbefunde notieren. Grob kannst du den Bericht zum Beispiel gliedern in: Anamnese, Untersuchungsbefund inklusive Befundung apparativer Untersuchungen, Leitsymptom, Differenzialdiagnosen, Nebendiagnosen, weitere Diagnostik und Therapie. Am Ende könnten die Prognose und eine Epikrise stehen. Eine Epikrise ist noch einmal eine kurze Zusammenfassung des Falles.
Sieh nach, ob für deine Prüfer schon ein Prüfungsprotokoll existiert:
„Ich hätte mir vor allem ein großes Buch zu Anamnese und Untersuchung gekauft,“ sagt ein junger Arzt im Rückblick auf sein Studium. Diese beiden Dinge sind etwas so Grundsätzliches im Arztberuf, dass du dich nicht nur für die Prüfung damit beschäftigen solltest. Nutze einerseits die theoretischen Möglichkeiten: Bücher, Skripte, Material aus dem U-Kurs, eigene Notizen aus Blockpraktika und PJ, ... Vielleicht helfen dir Videos aus dem Internet. Da du aber niemals eine theoretische Untersuchung durchführen wirst, besteht ein Großteil der Vorbereitung aus dem praktischen Üben. Einige Unis haben dafür ein SkillsLab oder Ähnliches, doch auch beim Unterricht am Krankenbett, im Blockpraktikum, der Famulatur und dem PJ kannst du immer wieder fragen und üben, sowie dir Techniken und Tricks von Kollegen abschauen. Stelle lieber jetzt im Studium eine Frage zu viel, als dass du es als Arzt immer noch nicht weißt und eventuelle einen Patienten gefährdest.
Nicht nur die Patientenuntersuchung, auch die Prüfung selbst findet meistens im Krankenhaus statt. Das kann deine Uniklinik oder auch ein peripheres Lehrkrankenhaus sein. Die Prüfungskommission besteht aus einem Vorsitzenden und drei bis vier weiteren Prüfern – diese müssen nicht zwangsläufig der Universität angehören. Bei der Benotung trifft die Prüfungskommission ihre Entscheidung mit Stimmenmehrheit. Bei Stimmengleichheit gibt die Stimme des Vorsitzenden den Ausschlag.. Die Chance, durch ungerechte Prüfer „herausgeprüft“ zu werden, ist gering: Mündliche Prüfungen fallen bundesweit im Durchschnitt um etwa eine Note besser aus als die schriftlichen.
Bei der Vorbereitung solltest du dir wie immer zuerst einen Überblick verschaffen. Arbeite dich vom Allgemeinen eines jeden Faches in die Details vor. Einen Einstieg bietet zum Beispiel das Inhaltsverzeichnis eines guten Lehrbuches. Wenn du ein winziges Detail nicht weißt, wirst du garantiert nicht durch die Prüfung fallen. Eher schon, wenn du durch Detaillernen in einem Thema in Zeitnot geraten bist und deshalb ein anderes Thema auslassen musstest. Bilde dir deshalb zu jedem Thema erst eine Struktur im Kopf und ordne alles neu Gelernte in diese Struktur ein – das hilft ungemein beim Merken. Lege Wert darauf, dass du Häufigkeiten einordnen kannst, und denke, anders als bei der schriftlichen Prüfung, immer zuerst an die häufigsten Ursachen.