Die Krankenpflegeausbildung als Sprungbrett ins Medizinstudium
Medizin auf den „zweiten Blick“
Peter Christian Artz
Abitur im zweiten Anlauf
Nachdem ich meine Ausbildung erfolgreich beendet hatte, ergriff ich die Gelegenheit und arbeitete ein Jahr berufsfremd als Redakteur und Programmierer bei MEDI-LEARN. Nach einem Jahr entschied ich mich dann kurzfristig mein Abitur nachzuholen. Letztlich entschied ich mich zu Gunsten einer Tagesschule des 2. Bildungsweges, denn ich erhielt dort ab dem ersten Tag das sogenannte Schüler-BAföG, das elternunabhängig für die gesamte Weiterbildungszeit gezahlt wurde, und konnte mich so quasi „Vollzeit“ auf mein Abitur vorbereiten.
Nach meinem Abschied aus Kiel, bewarb ich mich kurzfristig heimatnah in Neuss beim Friedrich-Spee-Kolleg, einer Schule, die in Tagesform unter kirchlicher Trägerschaft in 3 Jahren auf das Abitur hinführt. Schließlich rückte ich etwas verspätet und mit ein wenig Glück noch im laufenden Semester eine Woche nach Beginn der Unterrichtszeit nach.So drückte ich ab August 2005 von morgens 8:15 bis nachmittags um 14:20 wieder die Schulbank und beschäftigte mich mit Fächern wie Mathe, Bio, Religion aber auch Volkswirtschaftslehre und Latein. Als Leistungskurse belegte ich Latein und Mathematik und belegte Biologie als schriftlichen und Volkswirtschaftslehre als mündlichen Grundkurs im Abitur. Knappe 3 Jahre später stand dann endlich das Zentralabitur in NRW an. Letztlich reichte es mit viel Arbeit und Ehrgeiz zu einer 1,3 – Medizinstudium ich komme!
Zwischenzeitig bin ich durch Zufall an eine Dozentenstelle in der Krankenpflegeausbildung gekommen, in der ich seit Januar 2007 nebenbei jobbe, was mir unheimlich viel Spaß macht, da ich mich wieder mehr mit der Medizin als nur mit Integralen, Seneca und dem EZB-System beschäftigen konnte. Als ich im Juni 2008 dann endlich das ersehnte Zeugnis in Händen hielt, war mir richtig schwummerig. Denn dieses Stück Papier berechtigte mich endlich, mich um einen Medizinstudienplatz zu bewerben. Dies erledigte ich auch sofort und hoffte darauf, dass ich nicht allzu lange warten musste, bis endlich der Zulassungsbescheid eintrifft. Im Mai hatte ich sicherheitshalber den Medizinertest – genauer gesagt den TMS – in Bochum absolviert, da ich im Mai noch nicht wusste, wie ich im Abitur abschneiden würde. So hätte ich dann wenigstens über das AdH-Verfahren (Auswahlverfahren der Hochschule, weitere Informationen siehe Unten) z.B. in Baden-Württemberg durch einen guten TMS und meine Ausbildung bessere Chancen auf einen Studienplatz als in NRW.