Die Krankenpflegeausbildung als Sprungbrett ins Medizinstudium
Medizin auf den „zweiten Blick“
Peter Christian Artz
Studentisches Jobben als ausgebildete Pflegekraft
In der Zwischenzeit arbeitete ich dann wieder in der Klinik, in der ich meine Ausbildung absolvierte, als Gesundheits- und Krankenpfleger. Zunächst 2 Monate auf einer chirurgischen Station und anschließend auf einer 8-Betten Intermediate Care (vergleichbar einer Intensivstation), mit nicht-invasiv (NIV) beatmeten Patienten. Als dann Anfang September endlich der Zulassungsbescheid eintraf, habe ich sofort mit meinem Arbeitgeber gesprochen und die Möglichkeit bekommen, als studentische Pflegekraft weiterhin am Wochenende auf der Intermediate Care zu arbeiten. Die Pflegeausbildung hat mir also letztlich ins Medizinstudium geholfen und ich bin wirklich froh, eine so fundierte Ausbildung absolviert zu haben. Nebenbei bekomme ich sogar das 3-monatige Pflegepraktikum und den Erste Hilfe Kurs erlassen, die zur Anmeldung zur 1. ärztlichen Prüfung (Physikum) nachgewiesen werden müssen. Außerdem kann ich mein Studium durch meine studentische Pflegetätigkeit auf der Intensivstation selbst sehr gut finanzieren, denn ich werde nach dem gültigen Tarifvertrag als Intensivkrankenpfleger ohne Fachweiterbildung bezahlt.Ausbildung vor dem Studium: kein muss – aber sinnvoll
Zusammenfassend möchte ich jeden dazu motivieren, für den der direkte Weg ins Medizinstudium nicht sofort möglich ist, lieber eine Ausbildung zu machen, als die freie Zeit zu genießen oder sich mit einem Praktikum nach dem anderen durchzuschlagen. Neben den Vorteilen wie Anrechnung auf Pflegepraktikum und Erste Hilfe Kurs, hat man gute Verdienstmöglichkeiten und hat neben bei viele Kollegen und Ansprechpartner im Hinblick auf Famulaturen, PJ-Stellen und Assistensarztstellen. Diese „connections“ sind nicht zu unterschätzen und manchmal essentiell. Heute im Studium bin ich froh, mein pflegerisches Vorwissen und meine praktischen Erfahrung aus der Pflege und von der Intermediate Care mit den Inhalten des Studiums verknüpfen zu können. Denn gerade in den trockenen Phasen der Vorklinik, wenn einem vor lauter Lernerei nicht mehr einfällt warum und wofür man das alles eigentlich macht, erinnert man sich gerne an die ein oder andere Situation auf Station oder in der Ausbildung zurück und weiß: Genau das ist es, warum ich mir das anstrengende Studium antue.
Für mich war die Pflegeausbildung und auch die Frustrationen die die Pflege teilweise mitbringt erst der Anlass Medizin zu studieren, für andere könnte es wiederum die „bloße“ Wartezeitüberbrückung sein. Egal aus welchen Gründen ihr euch zu einer Ausbildung entschließt. Ihr werdet davon profitieren!