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Ich verstehe ehrlich gesagt nicht, wozu man bei Krankenkassen einen Wettbewerb bräuchte. Was soll das denn bringen? Dass man darauf spekuliert, ach, ich werde bestimmt nie eine psychiatrische Erkrankung bekommen, da verzichte hier mal auf Leistungen, dafür sichere ich mich beim Diabetes lieber etwas besser ab? Jeder Mensch sollte doch genau die medizinische Brhandlung bekommen, die er braucht. Und für einen Flachbildfernseher im Einzelzimmer kann er meientwegen extra zahlen. Das hat für mich aber schon nichts mehr mit Medizin zu tun.
Feuerblick
14.09.2021, 09:16
Realistisch gesehen gibt es ja auch kaum einen Wettbewerb bei den Krankenkassen. Ja, die eine zahlt das, die andere das, die eine ist hier billiger, die andere dort. Aber insgesamt sind die Unterschiede marginal - was logisch ist, weil man als Kasse GKV-Leistungen nun mal nicht beliebig zahlen oder nicht zahlen kann. Unterschiede machen da allenfalls die Satzungsleistungen und die Kulanz bei Off-Label, neuen Behandlungsmethoden etc.. Das aber kann Otto-Normalversicherter nicht vor einem Wechsel beurteilen.
Das mit der Bürgerversicherung ist am Ende doch nur eine Stellvertreterdiskussion. Es wäre schlauer, das Gesundheitswesen an sich zu reformieren. DRG und Co funktionieren nicht und die Anspruchshaltung der Menschen, 24/7 auch in Kleinkleckersdorf wegen jedem Zipperlein Arzt, MRT und sonstwas bekommen zu können, passt nicht zu dem, was das System leisten kann. Daran würde die Bügerversicherung genauso wenig ändern wie an der Zwei-Klassen-Gesellschaft in der Medizin (denn diejenigen, die es sich leisten können, kaufen sich die Sonderleistungen halt dazu, der Rest bekommt weiter das, was GKV-Leistung ist). :-nix
@lava: Das Problem ist, dass zwischen der Definition „ausreichend, zweckmäßig, wirtschaftlich“ und dem, was Menschen und manche Ärzte für notwendig halten, eine riesige Lücke klafft. Zum einen, weil natürlich jeder seine neuen fancy Methoden an Mann/Frau bringen will und zum anderen, weil das System bei Neuerungen so wahnsinnig langsam reagiert, dass es ewig dauert, bis sinnvolle Neuerungen zur GKV-Leistung werden.
Und man müsste endlich mal die Gebührenordnungen, sowohl ärztlich als auch zahnärztlich, überarbeiten und anpassen, die sind ja noch auf dem Stand der späten 80er Jahre. Damit würden sich vielleicht auch manche Probleme lösen lassen. Allerdings vermisse ich das Thema Gesundheit im derzeitigen Wahlkampf, v.a.in diversen duellen/triellen/quartellen :-nix
Feuerblick
14.09.2021, 10:31
Tja, vermutlich aus gutem Grund. ;-)
Kackbratze
14.09.2021, 10:32
Es fehlen viele wichtige Themen bei den Fernsehdiskussionen. Was erwartest Du? Fakten? Die wollen gewählt werden. Für deine Stimme schenken die Dir Pelzstifeletten, wenn es helfen würde.
Und ein bißchen Traumsand, in der jeweiligen Nuance, damit Du glücklich bist.
Mal klimaneutral hergestellt, mal ein bißchen rot, mal ein bißchen so wie immer, damit Du Dich nicht an neuen Sand gewöhnen musst und natürlich alles mit einem neuen Preisschild. Du kannst den neuen Preis erahnen, was er aber am Ende kostet, siehst du erst auf dem Bon nach dem Kassiervorgang.
Feuerblick
14.09.2021, 10:40
Wäre ein bisschen wie bei IKEA. Du suchst dir nur Kleinigkeiten aus und an der Kasse guckst du dann blöd aus wer Wäsche… So etwa, Kackbratze? :-))
Kackbratze
14.09.2021, 11:58
Und zu Hause merkst du, dass du eigentlich einen neuen Küchentisch und eine komplette Schlafzimmereinrichtung brauchst, das aber vergessen wurde.
Feuerblick
14.09.2021, 13:56
:-) :-) :-)
Thomas24
14.09.2021, 15:58
Es erstaunt mich sehr, wie wenig Überblick bei vielen vorhanden ist.
Stark emotional aufgeladene Ansichten bei gleichzeitiger Faktenfreiheit? Vielleicht symptomatisch für unsere Zeit. Gestern wurden beispielsweise im Spiegel die Ergebnisse einer Umfrage vom Deutschen Bankenverband bei 700 Jugendlichen veröffentlicht. 44% wussten nicht, was überhaupt eine Inflationsrate :-(( ist. Ich gehe dennoch davon aus, dass diese 44% sehr vehement ihre Positionen zu einer "gerechteren Gesellschaft" oder zur Bekämpfung des Klimawandels vertreten würden, und wie man dieses politisch gesellschaftliche Utopia wohl am besten erreichen möge (Spoiler: einfach mehr umverteilen!) :-nix.
Eine Einheitskrankenkasse wäre gut? Klare Sache. Statt das eigentliche Problem der GKV und unseres Gesundheitssystems insgesamt, nämlich die zunehmende Diskrepanz zwischen dem unbegrenzten Leistungsversprechen, mit dem weiterhin alle Politiker wider besseren Wissens hausieren gehen, und den begrenzten Ressourcen wenigstens irgendwie zu diskutieren und nach Lösungen im gesellschaftlichen Konsens zu suchen, will man einfach mehr Beitragszahler zur Einzahlung zwingen. Die Einheitskasse wird zwar dafür sorgen, dass die Bezahlung einzelner Leistungen noch steiler nach unten geht, aber diesen Ärzten geht es doch immer noch zu gut. (In diesem Zusammenhang erstaunt übrigens, wie unfassbar ahnungslos und naiv die meisten Ärzte in Bezug auf die eigene Berufspolitik unterwegs sind. Jammert dann halt nicht über eure miese (Dienst-)Bezahlung und eure miesen Arbeitsbedingungen, denn die entstammen größtenteils den von euch so glorifizierten „gerechten“ Systemen).
Auch das völlig richtig. Ich frage mich manchmal, ob sogar unter uns allen im Forum bekannt ist, das im Sozialgesetzbuch nicht "im Himmel ist Jahrmarkt und natürlich bekommt- jeder- Patient- sofort- alles- und- zwar- kostenlos- und- in - unbegrenzter- Menge" Prinzip drinsteht, sondern etwas von "wirtschaftlich, ausreichend, zweckmässig und notwendig". Und direkt dahinter: (das Maß der Versorgung) darf das notwendige nicht überschreiten. Da steht nirgendwo etwas drin, von der qualitativ bestmöglichen Versorgung für jeden Patienten (und zwar sofort und zum Nulltarif). Aber beim Wähler käme sowas natürlich gar nicht gut an, und ich weiß nicht, ob das allen Kollegen hier im Forum Paragraph 12, SGB V überhaupt ein Begriff ist.
Eine Einheitsrentenversicherungskasse wäre gut? Klare Sache. Es ist zwar mittlerweile mehr als offensichtlich, dass das aktuelle Prinzip der direkten Umlage dauerhaft nicht funktionieren kann; aber scheiss drauf! Wir lassen alle enteignen und in das sehenden Auges vor die Wand fahrende System einzahlen, weil es so schön wohlig nach „Gerechtigkeit“ klingt; die aktuellen Renten sichern wir damit, und was diejenigen betrifft, die in 15-20 Jahren auch eine Rente haben wollen - na, da wird uns halt schon etwas einfallen, irgendwie. Später.
Tja, das wäre dann wohl unsere Generation, Gen X, die im worst Case Szenario voll am Wickel wäre. Wir wären die letzte Generation, die noch voll in eine berufständische Versorgung einzahlen dürfte, dann zusehen dürfte, wie der angesparte Kapitalstock aus Gründen der sozialen Gereichtigkeit in ein dem Untergang geweihtes Umlagesystem überführt und sofort verbraten würde - und 15 Jahre später wären wir dann auch die erste Generation, die den Umbau in ein hybrides System mit Umlage plus kapitalgedecktem Anteil mitfinanzieren dürfte.
Das alles hat mit der vielbeschworenen „Gerechtigkeit“ nur insoweit zu tun, als dass es letztlich allen gleich schlecht gehen wird, weil man alle Reserven, die einzelne Menschen mühsam gebildet haben, verbrennen wird, um ja nicht in die Verlegenheit zu kommen, zugeben zu müssen, dass die Systeme das unbegrenzte Leistungsversprechen nicht mehr hergeben, und nie mehr hergeben werden. Die Pflicht, dies zuzugeben, wird einfach von einem Bundestag zum nächsten weitergereicht, weil niemand die eigene politische Karriere ruinieren will.
Ja, aber Menschen wählen immer den bequemen Weg. Immer wenn Dir ein Politiker/Führungsperson/ Verkäufer erzählen will, hey, alles wird gut - wir nehmen es anderen weg- dafür wird es euch dann besser gehen, dann hören Menschen eben gerne zu. Oder um Doug Casey zu zitieren: "Democracy means- four Coyotes and a lamb vote on Dinner... and in a Democracy spenders always will outnumber the savers".
Alexandra Ocasio Cortez kam gestern (unmaskiert) in die Met Gala mit einem "Tax the Rich!" Kleid... das kam bei ihren linken Anhängern bestimmt gut an. Fun fact: Karten für die Met Gala kosten zwar zwischen 30 und 50.000 USD- aber hey, so ein bisschen Bigotterie wird man AOC doch nachsehen. Das ist eben, was ihre eigene Anhängerschaft hören und lesen möchte. Tax the rich.
Tax the rich.
Wobei das in den USA vielleicht mal zumindest ein wenig gemacht werden könnte. Im Unterschied zu uns hier zahlen dort Leute wie Trump ja tatsächlich kaum Steuern, und gerade Trump ist auch keiner von denen, die "Werte schaffen", wie ein sympathischer Mensch vor fast 2 Jahrzehnten mal sagte.
Außerdem wünsche ich allen schon mal viel Spaß dabei, ab dem Start der Bürgerversicherung mit jedem Patienten über mögliche Zuzahlungen oder privatleistungen zu diskutieren :-)) ;-)
Diese Diskussionen gibt's schon jetzt. Und auch PKVs zahlen je nach Tarif dies und das nicht.
Ja klar als "Unternehmer" mit Praxis hätte ich auch gern, dass möglichst viele Leistungen (egal ob Cortisonspritzen, Eigenbluttherapie, Stoßwellentherapie, usw. vergütet werden) sprich möglichst viel. Ganz unternehmerisch mache ich auch die Sachen, die ganz gut vergütet werden, wenn ich die Wahl habe.
Der Orthopädie, der seine xx Knie-TEPs im Jahr hinbekommen muss, wird bei Patienten mit grenzwertigen Beschwerden&Befunden/im Graubereich ganz möglicherweise, also nur ganz theoretisch, eher zur OP raten.
Daher wäre es am besten, die Kassen zahlen einfach alles. Leistungskürzungen stören da in vielerlei Hinsicht.
John Silver
15.09.2021, 07:46
Der Benutzer, der immer über dieselben Dinge jammert, kann sich möglicherweise, also nur theoretisch, überlegen, wie das Bejammerte zustande kommt. Die schlechten Arbeitsbedingungen, die zu großzügig gestellten OP-Indikationen, die schwankende Vergütung etc. Eine Begrenzung der Bezahlung bei unbegrenzter Forderung nach Leistung und so. Aber man will ja nur über DE-Systemprofiteure jammern; denken stört da nur.
Also mich stören diese ewiggleichen herablassenden Kommentare über die wahnsinnig vielen Ungebildeten, die gar nichts verstehen, während die Schreiber diese Kommentare ja die Wahrheit mit Löffeln gefressen haben, ohne wirklich konstruktive Vorschläge zu bringen. Das würgt jede Diskussion ab.
John Silver
15.09.2021, 22:49
Und mich stören diese ewig gleichen Aussagen über „Gerechtigkeit“, „Systemprofiteure“ etc., die nur mit gefühlter Temperatur begründet werden; und wer da nicht zustimmt, ist halt ein böser Kapitalist. Bei daCapo hat die Schallplatte eh einen Sprung und hängt.
Da wird bspw. nur zu gern darüber geschwafelt, was „Unternehmer“ dieses und jenes gerne täten und tun (Stichwort IGeL), ohne dabei auch nur die blasseste Ahnung davon zu haben. Es wird einfach a priori unterstellt, dass Niedergelassene nur nach dem Geld gehen und den Menschen alle möglichen unnötigen Therapien aufschwatzen. Erwartest Du wirklich eine argumentierte Diskussion auf dieser Grundlage? Mit einem Einstieg aus
Beleidigung und Unterstellung einer Straftat? Sorry, aber man bekommt da keine Lust, sachlich zu antworten; da sagt man hat demjenigen welchen, wohin er sich seine dämlichen Behauptungen stecken kann. Wenn man eine sachliche Diskussion haben will, muss man sie auch so eröffnen.
Ansonsten bist Du, liebe Fr. Pelz, auf ganz konkrete und durchaus sachliche Antworten auf Deine Gerechtigkeitsrede gar nicht eingegangen.
Der Benutzer, der immer über dieselben Dinge jammert, kann sich möglicherweise, also nur theoretisch, überlegen, wie das Bejammerte zustande kommt. Die schlechten Arbeitsbedingungen, die zu großzügig gestellten OP-Indikationen
Ich habe keine schlechten Arbeitsbedingungen...kann nicht klagen.
Da wird bspw. nur zu gern darüber geschwafelt, was „Unternehmer“ dieses und jenes gerne täten und tun (Stichwort IGeL), ohne dabei auch nur die blasseste Ahnung davon zu haben. Es wird einfach a priori unterstellt, dass Niedergelassene nur nach dem Geld gehen und den Menschen alle möglichen unnötigen Therapien aufschwatzen. Erwartest Du wirklich eine argumentierte Diskussion auf dieser Grundlage?
Ja, aber als Unternehmer muss man auch wirtschaftlich denken. Irgendwie will doch jeder zunächst mal die Unkosten (Personal, Miiete, Sachausgaben) raushaben und dann sein Haus, Auto, die Brötchen usw. bezahlen. Und wenn es da Möglichkeiten gibt mehr rauszuholen à la IGEL, großzügige Indikationsstellung, Therapie trotz niedriger Fallzahlen, stationär statt ambulant...wer soll's denn verdenken. Egal ob Klinik oder ambulanter Bereich. Es gibt die Möglichkeit so zu handeln. Das ist nicht illegal oder verwerflich den Max-Profit rauszuholen. Die Möglichkeiten sind doch politisch geschaffen worden.
Ansonsten bist Du, liebe Fr. Pelz, auf ganz konkrete und durchaus sachliche Antworten auf Deine Gerechtigkeitsrede gar nicht eingegangen.
In Bezug auf die GKV? Brutus Antwort fand ich gut, die Idee nur 5 Kassen zu haben würde schon mal einiges an Ressourcen freisetzen- aber auch da würden die FDPler "Regulierung" kritisieren.
Die Antwort von dir handelte doch wieder größtenteils davon, dass das alles nicht klappen kann und wie naiv alle wäre wären. Mag ja stimmen, bringt aber nicht weiter.
Und auch mal was ganz unsachliches Anekdotisches von mir: ich betreue gerade eine ca 80jährige Patientin, privat versichert. Sie ist furchtbar enttäuscht und verängstigt: ihr und ihrem Mann wurden damals niedrige Beiträge versprochen, die sie auch eine Zeit lang gezahlt haben. Mittlerweile ist ihr Mann im Pflegeheim, sie braucht einen Pflegedienst und weiß nicht, wie sie das alles bezahlen soll, da die PKV-Beitrage hoch sind und vieles von der PKV nicht erstattet wird. (Das führt dann zb dazu, dass sie nur Ibu 800 nimmt, andere Analgetika und auch eine niedrigere Dosierung wird nicht erstattet und der nötige Rollator eben auch nicht, ihre Nieren und ihre Knie machen langsam schlapp)
Klar kann man sie jetzt auch als naiv und unwissend betiteln, sie hätte sich ja vorher informieren können - aber für mich ist das ein Symptom, wie die Verlockungen eines Systems, das auch noch Gewinne für die Versicherungen abwerfen muss, eben nicht gut ist vor allem für die Schwächsten. Und ja, auch Naive und Unwissende sind halt "schwach".
Toll, wir haben Wettbewerb - aber am Ende müssen dann doch wieder die Sozialsysteme den auffangen, der im Wettbewerb verliert und es ist das alte Schema, dass Gewinne an einzelne gehen und Verluste von der Gesellschaft getragen werden müssen.
Feuerblick
16.09.2021, 07:35
Sicher, dass Medikamente (in-Label) nicht erstattet werden? Seit wann kann man so etwas in der PKV auswählen?
Und falls das bei Vertragsabschluss tatsächlich gewählt werden konnte: Da wird nun „billig“ halt teuer bezahlt. Muss man alle Menschen vor sich selbst retten?
Sicher, dass Medikamente (in-Label) nicht erstattet werden? Seit wann kann man so etwas in der PKV auswählen?
Und falls das bei Vertragsabschluss tatsächlich gewählt werden konnte: Da wird nun „billig“ halt teuer bezahlt. Muss man alle Menschen vor sich selbst retten?
Ich hab jetzt nicht selbst in den Vertrag geguckt, sie hat es so erzählt. Und ich kenne natürlich auch ihren Kontostand nicht.
"Vor sich selbst retten" - Naja die Frage ist halt, ob es nicht doch teurer für die Solidarsysteme ist am Ende. Irgendwann ist ihr Geld alle und dann wird sie Hilfen aus den Sozialsystemen bekommen müssen. Blöd wenn sie dann schon an der Dialyse hängt, weil sie vorher nur Ibuprofen genommen hat.
Feuerblick
16.09.2021, 07:57
Wie gesagt: So ganz glaube ich nicht, dass die PKV gängige Analgetika nicht erstatten will.
Wie gesagt: So ganz glaube ich nicht, dass die PKV gängige Analgetika nicht erstatten will.
Glaube ich auch nicht, wäre sehr ungewöhnlich.
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