Thomas24
23.09.2021, 16:04
Don Alphonso würde ALB wählen, ein böser Kommentar, aber inhaltlich natürlich richtig. Grün wählen, muss man sich leisten können :-D
https://www.welt.de/kultur/stuetzen-der-gesellschaft/article233974358/Don-Alphonso-Ich-wuerde-Baerbock-waehlen.html
"...Ungeachtet dessen gibt es dort durchaus lobende Worte für Annalena Baerbock, über die ich in den letzten Wochen wenig Schmeichelhaftes geschrieben habe. Nun, das ist mein Job, ich habe die Pflicht, die Öffentlichkeit über das Hühner-Schweine-Kühemelker-Video zu informieren, und Hochstapeleien im Lebenslauf aufzudecken. Aber privat sieht das natürlich ganz anders aus. Privat nehme ich durchaus anerkennend zur Kenntnis, was in der „taz“, glaube ich, zu lesen war: dass Frau Baerbock Teil der Generation Selbstoptimierung ist, für die das Herausstellen der eigenen Leistung Teil der Selbstbehauptung in der Öffentlichkeit ist. Da hat sich in den letzten Jahrzehnten tatsächlich etwas geändert, denn während man früher schon irgendwann von der eigenen Klasse auf den richtigen Platz gestellt wurde, gibt es inzwischen im internationalen Kapitalismus keine Garantien für Karrieren mehr. Es soll sogar hin und wieder vorkommen, dass selbst Kinder besserer Kreise Vorstellungsgespräche absolvieren müssen und jemand in diesen schwarzen Zeiten ernsthaft Uniabschlüsse von Apothekertöchtern sehen will.
...Manche werden jetzt empört sagen, darum geht es aber bei der Wahl nicht. Ich aber sage: Wenn wir einmal von der politischen Ebene zurücktreten und den Typus Baerbock nüchtern betrachten, mit dem Potsdamer Nobelvorortcharme und dem steten Bemühen, lächelnd und gut gelaunt zu erscheinen, sollten wir auch einmal so ehrlich sein und zugeben, dass wir sie vielleicht, eventuell, doch nicht zur Bundeskanzlerin wählen. Aber der Typus, den sie darstellt, mit dem wohlhabenden Elternhaus, dem Wunsch nach Vorankommen, die Bereitschaft, sich durchzusetzen, der hat auch seine Vorteile, gerade, wenn es um persönliche Beziehungen geht. Manche werden vielleicht sagen, es war unsympathisch, den Coronabonus als Parteivorsitzende zu kassieren. Ich aber sage, dass es in meinen Kreisen genug gibt, die nehmen, was sie kriegen können, und die Meinung vertreten, dass man nur so zu etwas kommt. Die stören sich dann auch nicht am staatlichen Stipendium für die nie abgeschlossene Dissertation: Seien wir ehrlich, so und nur so kommt man zu etwas in dieser Welt. Hätte sie es nicht genommen, hätte es ein anderer kassiert. Was glauben Sie, was mein Ahnherr in der Oberpfalz als Steuereintreiber alles gemacht hat... man muss da tolerant sein.
Genauso ist das mit dem Debakel der Grünen im Saarland und dem Tübinger OB Boris Palmer. Da werden manche sagen, dass sie vorschnell und zu hart reagierte und die Konsequenzen nicht bedacht hat. Ich aber sage, dass uns hier jemand mit einer ordentlichen Portion Durchsetzungsfreude entgegentritt, die nicht lange fackelt, sondern in der Lage ist, lange, quälende Prozesse konsequent abzukürzen. Das ist heute in den Spitzen der Wirtschaft so üblich, das ist vielleicht menschlich nicht immer schön, aber eben auch eine Kompetenz, mit der man heute Prozesse steuert. Ich bin mir sicher, dass Frau Baerbock eine von denen ist, die jeden Morgen die Post öffnet. In ihrem Keller liegt nie Sperrmüll. Was im Weg ist, wird nicht verräumt, sondern mit einem „Hit the road, Boris“ konsequent weggeworfen, und hinderliche Sentimentalitäten halten sie nicht zurück. Für einen bestimmten Typ Mann, der eher konziliant-ausgleichend ist, weil er sich das qua Geburt einfach leisten kann, ist das genau der Typ Frau, der dann harte Entscheidungen erzwingt. Ich mein, was wäre aus Macbeth ohne Lady Macbeth geworden? Eben.
Eine frühere Bekannte, die eine Weile knapp vor einer grünen Parteikarriere stand, nannte mich und diesen Männertypus generell „wohlwollende Patriarchen“, und daran musste ich denken, als sich Reinhard Bütikofer und Jürgen Trittin für Baerbock verwendeten. Manche sagen, Baerbock drücke den Karrierewillen zu überdeutlich auf, die Gier nach Macht wirke befremdlich. Ich aber sage, dass man hier eine Frau bekommt, die bereit ist, einem viel Unangenehmes aus eigenem Antrieb abzunehmen, und sich im Zweifelsfall auch dahinterklemmt, dass man sich selbst um seine Karriere kümmert. Es gibt in meinem Umfeld etliche Frauen, die diese Zielstrebigkeit inzwischen gelernt haben und mich öfters darauf hinweisen, dass ich doch mehr aus meinem Dasein machen könnte. Sie rechnen mir vor, was ich als Werbetexter oder Strategieberater verdienen könnte: Man muss solche Frauen einfach nur heiraten, dann machen sie jeden Tag Druck, und dann pariert man auch, weil die Angst vor dem Chef kleiner als die Angst vor dem Misserfolg bei der Frau sind. Und ganz ehrlich: Viele, die noch nicht so komfortabel wie ich leben, brauchen genau so eine Frau.
Manche werden auch sagen, sie stelle ihre Kinder zu sehr in den Vordergrund und kaschiere die Härte mit einem Firnis aus emotional aufgeladenen Erlebnissen. Ja. Sicher. Das macht sie. Ich aber sage, dass es einfach nicht anders geht, denn, schauen Sie, wir am Tegernsee haben hier auch Familien, da reiten die Kinder jeden Tag mit ihren privaten Pferden über grüne Wiesen, während die Eltern mit Privatjets fliegen und Firmen restrukturieren. Das gehört einfach zu der in meinen Kreisen üblichen kognitiven Dissonanz. Würden wir Frau Baerbock als Managerin und die Partei als Projekt betrachten, müsste man zugeben, dass es ihr in fünf Monaten gelungen ist, den Zuspruch zu halbieren und nur die Hälfte der erhofften Posten und Gewinne kommen werden. Ihr privater Ehrgeiz in Kombination mit den fehlenden Qualitäten – kein Vorwurf hier, wir sind alle keine Übermenschen - zerstört hunderte von Karrieren und Lebensplänen, ganz viele werden nicht über das Los von Bundestag und Regierung gehen und dabei viel Steuergeld einziehen. Baerbock hätte nur zurücktreten und Habeck das Ruder überlassen müssen. Ich glaube, wenn man so ein Debakel verursacht, gleichzeitig aber nach einem Ministerposten für sich selbst giert und dann noch die Rolle als fürsorgende Mutter betont, hat man alle Qualitäten, die man für das Leben auf einem Rottacher Bauernhof mit Reitstall, Range Rover und Sternemenü im Hotel „Überfahrt“ nach der Insolvenz einer überflüssigen Tochterfirma mitsamt Entlassungen braucht.
Die oben erwähnte frühere Bekannte hat natürlich keine Parteikarriere geschafft, aber sie wird Baerbock wählen, wie sehr viele andere auch, die keinen Range Rover haben und nicht in Rottach leben, und deren Kinder höchstens einmal im Streichelzoo auf einem Pony sitzen werden. Und, sehen Sie, ich kann sehr gut begründen, warum ich, oder besser, warum meine Klasse anschlussfähig für diesen Typus ist, der den Aufstiegswillen zwischen Lederjacke und Pumps so gut verkörpert. Baerbock ist, wie viele andere neue Spitzengrüne, eine von uns. Egal ob Bettina Jarasch, Katharina Schulze, die mal eben zum Skifahren jettende Jamila Schäfer oder die sich über Sexismus beschwerende Laura Sophie Dornheim: Sie alle kommen aus der privilegierten Schicht, die ich persönlich nur zu gut kenne. Es ist die Klasse, in der Leute wie ich naturgemäß heiraten, damit das Sach zusammengehalten wird, wie man in Bayern sagt, damit man aufgeräumt ist, damit die Klassengrenzen gewahrt bleiben. Und wenn man einmal schaut, welche Karrieren die Männer einiger grüner Spitzenfrauen gemacht haben: Dann muss ich auch sagen, dass sie selbst immer noch nach diesem sozialen Prinzip Partnerwahl betreiben. Manche werden sagen, das sei halt so. Ich aber sage: Das ist eine Kaste. Das ist meine Kaste. Und welcher echte, arme Grünenanhänger wäre so verrückt, ausgerechnet jemand wie mich zu wählen?
Ernsthaft, ich kann zwar nett sein, wie die meisten anderen auch, und ich habe Manieren, aber halt auch wie alle anderen gelernt, mit extremen Gegensätzen zu leben. Mit dem Selbstverständnis, mit dem bayerische Westvierteltöchter nach Bundestagskandidaturen greifen, greife ich lukrative Kolumnistenjobs ohne Verantwortung und niedere Dienste oder gar sinnlose Umwege wie Praktika ab. Es ist völlig klar, dass ich anderen Chancen und Privilegien wegnehme, und ich denke überhaupt nicht daran, zu teilen. Wir alle wissen, dass es nicht grenzenlos viele Westviertel, Bestlagen in Potsdam, Ministerien, Terrassen am Tegernsee, Staatsförderung für Projekte und Zugänge zu Luxusuniversitäten gibt. Wir sind aus einem ganz anderen, viel weicheren Holz als Gerhard Schröder oder Edmund Stoiber geschnitzt, die sich das selbst erarbeitet haben. Deshalb beißt man solche Leute weg und verachtet sie, gerne auch als „rechts“ und „sexistisch“. Ich käme nie auf den Gedanken, irgendjemand anderes als mich, meine Familie, meine Freunde und meine Klasse zu vertreten, und genau deshalb wäre ich als Politiker völlig ungeeignet. Annalena Baerbock verkörpert sogar das, was herauskommt, wenn meine Klasse unter dem Druck der Globalisierung weiter mutiert und härter wird.
Ich könnte das natürlich gefahrlos heiraten oder wählen. Der Typus wüsste genau, wie man die Aktien zu grünen ETFs und Windkraftanlagen umschichtet, der Typus würde meinen SLK verschrotten und die gesamte Steuerförderung für ein E-Auto der neuesten Generation ausgeben. Dieser Typus könnte selbstredend die Abschaffung der Gymnasien fordern, um die Gleichheit aller zu erringen, und gleichzeitig ist das auch der Typus, der genau weiß, welche Privatschulen und Internate momentan angesagt sind. Ich bringe im Kern die richtige Basis mit, weil ich vorbildlich grün alte Räder restauriere, obwohl ich das nicht müsste, und auf dem Wochenmarkt einkaufe. Unsere alten, ungedämmten Immobilien stehen unter Denkmalschutz, könnte meine etwaige grüne Frau sagen, ach wie schade, wir würden ja so gern klimaneutral restaurieren, aber so müssen wir nun weiterhin die Steuervorteile des Denkmalschutzes nehmen, es ist ein Jammer. Die Abschaffung von neuen Einfamilienhäusern kann mir nicht egal sein, denn wenn man erfreulicherweise alte Einfamilienhäuser hat, steigen die aufgrund des Mangels und der grünen Gier nach Gärten im Wert. Mehr Migration trifft nur diejenigen, die mieten müssen, und verknappt das Gut, das unsereins hat.
Manche werden sagen, das sei zynisch. Aber ich sage: Das ist Demokratie. Ich arbeite mobil zwischen meinen diversen Wohnsitzen. Andere können den Sprit nicht mehr zahlen und stehen stundenlang in der Mutantenschaukel, wie ein grün wählender Bekannter die öffentlichen Verkehrsmittel bezeichnet. Ich tanke ohnehin in Tirol, für 1,32, und habe einen 20-Liter-Kanister, denn ich bin sparsam. Ich glaube überhaupt nicht, dass irgendwelche Maßnahmen gegen Klima helfen, außer bei mir mit Biokäse und Dinkelbrot in den Bergen zu wohnen, wo es fünf Grad kälter als in jenen Städten ist, die mehrheitlich grün wählend vertrocknen und verbrennen werden, so die Gretischisten denn Recht behalten.
Wenn es mir hier zu blöd wird und die Proteste der Abgehängten, Abgezockten und Arbeitslosen nerven, kaufe ich halt noch ein Haus in Italien, und der Typus, um den es geht, wird auch einen Steuerberater kennen, der durchrechnet, wie man dort das Vermögen einbringt. Wir sind ein steinalter Clan, wir haben Währungsreformen, Königreiche, Fluten und Seuchen überstanden, wir werden uns schon arrangieren, und sollten die Grünen doch die Macht übernehmen, werden sie schon dafür sorgen, dass es den Ihrigen an nichts mangelt – und die Ihrigen sind nun mal Leute wie ich. Mag sein, dass es für mich privat wegen meiner Texte etwas unangenehm werden könnte, aber das ändert nichts daran, dass wir durchkommen. Und andere sehr schnell merken werden, dass der Umbau der Gesellschaft Opfer fordern wird, die sich die einen leisten können. Und die anderen nicht.
Manche werden sagen, ich sei verkommen, rücksichtslos und dreist, aber ich sage: Ich habe hier in Deutschlands teuerstem Landkreis Miesbach für den grünen Landrat gestimmt und würde es, wie viele andere, auch jederzeit wieder tun. Weil es nett klingt, Leute wie mich zu nichts verpflichtet und für mich absolut keine Folgen hat. Bei allen anderen müssten die Alarmsirenen losgehen, wenn sich die Chefs von staatsnahen Konzernen verklausuliert für Frau Baerbock verwenden: Die haben sich längst mit der neuen Realität und den neuen Einnahmequellen arrangiert, die denken nicht nach hinten zur Kohlengrube, wie auch Baerbock nicht zurück an angebliche Berufserfahrungen denkt. Dieser globalisierte Fortschrittshabitus denkt nach vorne, und nur an das, was zusammen für sie selbst möglich ist. Andere glauben an Vermögens- und Erbschaftssteuern für Reiche, aber ich glaube daran, wie Frau Baerbock bei der Oberschicht mit aufgeblasenen Pixelschubsereien und Popelseminaren um Anerkennung und Akzeptanz buhlte. Das kann bei allen menschlichen Defiziten ohne jeden Zweifel eine gute Partie in besseren Kreisen werden.
Aber nichts an Frau Baerbock spricht für einen kommenden sozialen Ausgleich. Höhere Steuern sind sicher denkbar, wenn man sich nicht anpasst und Profite beim Umbau der Gesellschaft mitnimmt. Inflation wird sicher auch kommen, Geld wird in die EU gehen, und findige Anlageberater werden entsprechende Strategien entwerfen. Ganz sicher wird es aber Opfer geben, und nicht jeder grüne Aktivist kann mit einem Posten im Erziehungsfunk belohnt werden. Manche werden sagen, dass die Grünen doch etwas für ihre Anhänger tun müssen. Eine Belohnung muss doch sein, für all die schönen Titelblätter und Texte und Forderungen, andere als Nazis und Rechte auszugrenzen. Ich aber sage, dass die Grünen aus ganz vielen Baerbocks bestehen, und die primär und auch bis zur letzten Sekunde vor der Wahl denken: „Ich will nur das, was mir zusteht.“ Das ist eine fantastische Einstellung, wenn die eigenen Töchter irgendwann ihre Männer beim Polospielen kennenlernen sollen. Das kann man heiraten. Aber davon regiert werden? Da kann man lange warten, bis unten etwas ankommt. Manche werden sagen, es geht um das Klima. Aber ich sage: Schauen sie auf die Pumps von Frau Baerbock und auf die Tränensäcke von Herrn Habeck, und wählen Sie weise."
Sehr fies. Aber zutreffend. Vielleicht wähle ich doch Frau Baerbock :-dance
Sorry für die "Wall of Text", aber die Kolumne wird sicher innerhalb einer Stunde hinter der Paywall verschwinden- und ich musste sehr darüber lachen und wollte euch den Text nicht vorenthalten.
Thomas24
23.09.2021, 22:17
Wir wollen doch nur spielen :-D
Mal was anderes, für unsere "Preiserhöhung für Energieträger wird schon nicht so schlimm werden für unsere heimische Wirtschaft, und außerdem zahlen das alles die Firmen und die Grünen legen noch 75 Euro oben drauf - und selbst wenn, dann schalten halt ein paar Fabriken ab" Fraktion im Forum. Mal ein klassisches Beispiel von: Inelastische Nachfrage trifft auf Angebotsverknappung. In etwa ist es ein Vorgeschmack auf das von Kackbratze, Bonnerin und anderen schon genannten Szenarios des verfrühten Ausstiegs aus fossilen Energieträgern, wenn regenerative Energien eben nicht so viel Energie liefern, wie Sie eigentlich "sollten" (wie in der derzeitigen Windflaute mit Abnahme des Windenergieanteils).
https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/klima-energie-und-umwelt/strom-und-gaspreis-steigt-an-gefahr-fuer-den-green-deal-17551558.html
Aus dem Artikel: "Am Ende des Treffens kündigte Energiekommissarin Kadri Simson an, die Kommission werde in den kommenden Wochen Vorschläge dafür vorlegen, wie die Staaten die Folgen des Preisanstiegs abmildern könnten. Dabei gehe es vor allem um nationale Programme zur Unterstützung von Haushalten, denen Energiearmut drohe, oder Steuererleichterungen für Unternehmen, stellte die Kommission am Donnerstag klar. Neue EU-Vorgaben sind dabei nicht zu erwarten. Es gehe darum, zu klären, was innerhalb der bestehenden Regeln möglich sei.
Für die Kommission kommt der Preisanstieg zur Unzeit. Denn eine schnelle Verabschiedung das „Fit-for-55“-Klimapakets vom Juli ist unter diesen Umständen kaum vorstellbar. Schon zuvor war die geplante Ausweitung des Emissionshandels auf Gebäude und Verkehr, ein Kernelement des Pakets, umstritten, da Länder wie Spanien oder Frankreich und faktisch alle osteuropäischen Staaten sich gegen die damit verbundenen höheren Kosten für ihre Bürger sperren. Die Preisrally droht die Unterstützung für den Green Deal nun weiter zu untergraben. „Wir brauchen jetzt Übergangsregeln, um die Verbraucher vor den schlimmsten Preisanstiegen zu schützen“, stellte stellvertretend der irische Energieminister Eamon Ryan am Mittwoch klar."
Fazit: Aha, Frankreich, Spanien, Irland und Osteuropa haben den Knall gehört.
Aber Herr Timmermann´s anscheinend noch nicht (klar, sein Job und seine politische Karriere hängen ja davon ab). Außerdem wird sein Haus als wohldotierter EU- Kommissar für Umwelt sicher nicht so kalt werden, wie der des ungewaschenen Wähler- Pöbels, die dann gefälligst sehen müssen, wie Sie zurecht kommen.
"Der für die Klimapolitik zuständige Vizepräsident der Kommission, Frans Timmermans, versucht den Anstieg der Gaspreise sogar zum Argument für den Green Deal umzudeuten. „Wenn wir den Green Deal schon fünf Jahre früher umgesetzt hätten, dann wären wir jetzt nicht in dieser Lage, sondern unabhängig von Gas und anderen fossilen Energieressourcen“, sagt er. „Das einzige was wir uns nicht leisten können, ist, dass die soziale Seite der Klimaseite entgegengesetzt wird. Ich sehe diese Bedrohung jetzt sehr deutlich, da wir über die Preiserhöhung im Energiesektor diskutieren“, gesteht Timmermans allerdings zu. Die Kommission will das durch einen Klima-Sozialfonds abfedern. In Deutschland wertet die Netzagentur die Energiepreisrally als „natürliches Marktgeschehen“. Schließlich gebe es mit den höheren Rohstoffpreisen und verteuerten CO2-Zertifikaten Gründe. Auch die zuletzt schwache Einspeisung aus erneuerbarer Energie nennt die Behörde als Grund – und verweist darauf, dass die für Donnerstag erwarteten Sturmböen sogleich einen Preisfall im Strom-Großhandel bewirkt haben. Der Anteil der Windkraft am deutschen Strommix lag im September mit rund 11 Prozent ungewöhnlich niedrig."
Facepalm für Herr Timmermanns. Die Schwankungsanfälligkeit der erneuerbaren Energien soll durch einen schneller ansteigenden und höheren Anteil erneuerbarer Energien ausgeglichen werden? Schönes Beispiel von: wenn Clont nicht hilft, dann nehmen wir eben mehr ... Clont! Derzeit sehe ich die Wahrscheinlichkeit, dass die verbleibenden sechs deutschen Atomkraftwerke doch nicht abgeschaltet werden als stetig steigend- und Polen wird seine Kohlekraftwerke nicht abschalten. In 5 Jahren werden wir Polen dafür dankbar sein. Wir alle sollten auf einen milden Winter hoffen, denn die Erdgaspreise kennen derzeit nur eine Richtung (aber die CO 2 Bepreisung mal auszusetzen und mindestens 20% Preissenkung zu induzieren- geschenkt). Und durch unsere verfehlte nationale Energiewende haben wir uns komplett abhängig gemacht von russ. Erdgas, franz. Atomstrom und polnischer Kohlekraft :-(.
Fun fact: in UK wird schon teilweise Benzin rationiert...
https://www.telegraph.co.uk/business/2021/09/23/bp-rations-fuel-deliveries-petrol-stations/
Und man denkt hinter den Kulissen bereits über eine Verkürzung auf eine 3 Tage Arbeitswoche nach, um Energie einzusparen.
Powered by vBulletin® Version 4.2.3 Copyright ©2026 Adduco Digital e.K. und vBulletin Solutions, Inc. Alle Rechte vorbehalten.