Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : FAZ-Artikel: "Das Vertrauen der Ärzte in den Gesundheitsminister schwindet"
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Der Markt regelt nicht alles - zumindest nicht optimal.
Holthusen
31.08.2022, 23:46
Der Markt regelt nicht alles - zumindest nicht optimal.
War doch nicht ernst gemeint. Manch einer hier im Forum scheint jedoch wirklich dran zu glauben, zumindest solange die Silberlinge in der eigenen Tasche klingeln.
Lad dich auf ein Strongbow zu Fiedelmusik ein.
so langsam glaube ich war es doch keine schlechte Idee mit der Auswanderung nach Irland. Nicht berufstechnisch, aber Klima-technisch. Da hat man doch eine gewisse Garantie, dass man nicht monatelang diese Hitze hat .
Nicht berufstechnisch, aber Klima-technisch. Da hat man doch eine gewisse Garantie, dass man nicht monatelang diese Hitze hat .
Ja, die Hitze tut den Menschen nicht gut. Die macht sie ganz wirr im Kopf.
Anne1970
04.09.2022, 16:01
Ich fürchte, geringere Temperaturen bessern die Kognition nicht überall. :D
Holthusen
05.09.2022, 00:29
Das stimmt, gäbe es da einen linearen Zusammenhang, müsste die Kognition am besten in der kalten Zone wie Russland oder Alaska besonders gut sein.
Im Ernst: Spätestens ab 35°C ist man im falschen Arbeitsort.
Thomas24
07.09.2022, 10:13
War doch nicht ernst gemeint. Manch einer hier im Forum scheint jedoch wirklich dran zu glauben, zumindest solange die Silberlinge in der eigenen Tasche klingeln.
Reden wir hier vom selben Gesundheitssystem? Diesem kafkaesk anmutenden Hybriden aus zentralistischen Plan- und nur vereinzelt marktwirtschaftlichen Elementen, überzuckert mit einem immer dichter werdenden Netz aus Vorschriften, Durchführungsverordnungen, Regularien verschiedener staatlicher und nicht- staatlicher Instanzen, die sich mit schöner Regelmäßigkeit wieder ändern? Einem System, in dem sowohl die Preise, als auch die Mengen nicht über Marktmechanismen gesteuert werden, sondern von der Aufsichtsbehörde vorgegeben werden und die Preise der erbrachten Leistungen seit Jahren unterhalb der Inflationsrate bleiben? Einem System in dem munter Über- als auch Unter- und Fehlversorgung in verschiedenen Sektoren nebeneinander bestehen kann, so schön, wie es sich nur eine Planwirtschaft ausdenken kann? Aber ja- muss MArKtVersAgen sein, wenn es gar keinen Markt gibt :-nix Ganz klarer Fall von Marktversagen, völlig logisch :-dance
Kackbratze
07.09.2022, 10:48
Der Markt versagt, wenn er nicht da ist.
Endoplasmatisches Reticulum
07.09.2022, 10:52
Das Konzept ist genial. Man führt mit den DRGs eine Leistungsabgeltung ein, die sich an den Kosten der bisherigen Leistung bemisst. Dann privatisiert man den Gesundheitssektor, sodass Gewinnmaximierung notwendigerweise zum Leitmotiv der Leistungserbringer wird. Da die Erlöse unterinflationär steigen, sind die Investoren einem kriechenden Wertverlust ausgesetzt und müssen handeln. Ein Betrieb auf gleichbleibendem Niveau wäre verlustbehaftet. Da die Erlöse gleichzeitig nach oben gedeckelt sind, bleibt zur Ertragssicherung in der aktuellen Periode im Wesentlichen nur die Ökonomisierung der Arbeit. Das schnürt aber die Erträge der Folgeperiode ab, weil die wiederum anhand der nun gesunkenen Kosten der Vorperiode gedeckelt werden.
Als Investor habe ich im Gesundheitswesen also genau eine Möglichkeit: Ich presse im Hier und Jetzt raus, was geht. Das mache ich solange, wie ich im sich selbst zuschnürenden Sack noch Luft bekomme (= Gewinne erwirtschafte). Dann stoße ich das Objekt ab. Genau diese Entwicklung sehen wir auf dem Gesundheitsmarkt. Private Ketten kaufen auf, was geht, quetschen an Geld raus, was geht, und halten die Krankenhäuser dafür gerade so lange am leben, wie sie sich vertraglich dazu verpflichtet haben. Dann schließen sie diese bzw. schmeißen sie mit anderen Häusern zusammen, um durch den Abbau von durch die Zusammenlegung redundant gewordenen Doppelstrukturen dasselbe Spiel noch eine Weile weiter spielen zu können. Rinse, repeat.
Ein Rennen in die Tiefe, und politisch als genau solches konzipiert. Aber man stellt sich hin und betont Empathie mit Pflegern und (weniger) Ärzten auf Grund bewusst herbeigeführter Fehlstände ...
Holthusen
07.09.2022, 17:43
Einem System, in dem sowohl die Preise, als auch die Mengen nicht über Marktmechanismen gesteuert werden, sondern von der Aufsichtsbehörde vorgegeben werden und die Preise der erbrachten Leistungen seit Jahren unterhalb der Inflationsrate bleiben? Einem System in dem munter Über- als auch Unter- und Fehlversorgung in verschiedenen Sektoren nebeneinander bestehen kann, so schön, wie es sich nur eine Planwirtschaft ausdenken kann... völlig logisch :-dance
Da wäre jmd eindeutig besser in deb USA aufgehoben, da würden die Dollars in den Augen blinken bis sie heiß laufen.
Die Diskussion ist sehr müßig und zunehmend sinnlos. Ist eine Frage, was man will a) möglichst viel Geld scheffeln mit Medizin b) Medizin im Dienste der Gesellschaft.
Private Ketten kaufen auf, was geht, quetschen an Geld raus, was geht, und halten die Krankenhäuser dafür gerade so lange am leben, wie sie sich vertraglich dazu verpflichtet haben. Dann schließen sie diese bzw. schmeißen sie mit anderen Häusern zusammen, um durch den Abbau von durch die Zusammenlegung redundant gewordenen Doppelstrukturen dasselbe Spiel noch eine Weile weiter spielen zu können. Rinse, repeat.
Nun das ist eine politische Entscheidung, ob man mit Gesundheitsleistungen fette Gewinne einfahren kann als Investor/Aktiengesellschaft zum Wohle der Investoren/Aktionäre und natürlich nicht der Patienten.
Ich glaube man bewegt sich in die falsche Richtung, wenn Ärzte gefördert werden, die das Maximum an abrechenbaren Therapien durchführt idealerweise bei lukrativen P-Patienten. Arbeitszeiten 9 - 14 Uhr. Lieber mal gescheite klinische Forschung mit vielen Patienten machen und dort das viele Geld verbraten. Oder die Beiträge gerne senken.
Thomas24
08.09.2022, 09:49
Da wäre jmd eindeutig besser in deb USA aufgehoben, da würden die Dollars in den Augen blinken bis sie heiß laufen.
Die Diskussion ist sehr müßig und zunehmend sinnlos. Ist eine Frage, was man will a) möglichst viel Geld scheffeln mit Medizin b) Medizin im Dienste der Gesellschaft.
Erstens: interessant, wenn der schlichte Verweis auf die Tatsache, dass sich knappe Güter schlecht mit zentralplanerischen Maßnahmen allozieren lassen und das eben kein Marktversagen darstellt, weil gar kein Markt vorliegt, gewisse Forenteilnehmer derart triggert. Hony soit, quy mal y pense.
Zum anderen: meine Kollegen und ich- und ich denke, dass ich mit dieser Einstellung nicht alleine Bin- erbringen täglich eine qualitativ hochwertige Dienstleistung. Wir schaffen Arbeitsplätze und Investitionen in siebenstelliger Größenordnung und wir erwarten eine entsprechende Kompensation. Ja, wir erwarten bezahlt zu werden, shame on us. Wir erbringen diese Dienstleistungen nicht primär "zum Wohle der Gesellschaft" (welche ja - neben der Politik- sehr deutlich zum Ausdruck bringt, was Sie von uns wirklich hält - Stichwort: eine Runde klatschen auf dem Balkon anstatt ordentlicher Tarifverträge), sondern zum Wohle unserer Familien, unserer uns anvertrauten Patienten, unserer Angestellten und ihrer Angehörigen. Wer seine Arbeit primär als "Dienst an der Gesellschaft" verstanden werden will, kann gerne Priester werden und für einen Gotteslohn arbeiten :D
Thomas24
08.09.2022, 09:55
Der Markt versagt, wenn er nicht da ist.
Erstaunlich, dass diese schlichte Tatsache für viele so überraschend kommt. Naja, unser Minister für Wirtschaft und Nachhaltigkeit hat ja auch neulich behauptet, dass - wenn ganze Branchen mangels Energie ihre Tätigkeit einstellen müssen, das ja nicht zwangsläufig ihre Insolvenz zur Folge haben müsse... Naja,
ökonomischer Analphabetismus ist ja in allen Industrienationen mittlerweile so verbreitet wie Fettleibigkeit.
Holthusen
08.09.2022, 12:03
sondern zum Wohle unserer Familien, unserer uns anvertrauten Patienten, unserer Angestellten und ihrer Angehörigen. .... Nicht "zum Wohle der Gesellschaft" , sondern zu unserem Wohle
https://www.youtube.com/watch?v=2ZphJSjfUOE
Genau, das Gesundheitswesen ist nicht zum Wohle der Gesellschaft da. Dafür sind die Beiträge nicht da.Dazu ein letztes Wort. Basta: Es geht primär ums Verkaufen. Leute, es geht ums Verkaufen. Verkaufen. Verkaufen.
Christoph_A
08.09.2022, 12:45
Thomas hat in allem, was er sagt, Recht, verstehe da Deinen Aufruhr nicht. Es ist geradezu schizophren, daß wir in einem planwirtschaftlich willkürlichem System marktwirtschaftlich wirtschaften sollen. Daß wir, gerade als Niedergelassene, die ja auch das ganze Risiko schultern müssen, alles ausnutzen, was uns als Möglichkeit zum Gelderwerb gelassen wurde, ist legitim.
Wie Thomas sagt, wir sind alles hochqualifizierte Spezialisten und, bei aller Hingabe zum Beruf, nicht Mutter Theresa. Ich arbeite, weil ich Geld verdienen will, nicht aus Altruismus
Holthusen
08.09.2022, 15:38
Das ist doch alles kein Geheimnis und nix neues. Verkaufen, verkaufen, verkaufn. Je mehr Eingriffe, Diagnostik, je besser. Ob nun die Indikation besteht, ist auch mal ne Grauzone. Je mehr, je besser.
Christoph_A
08.09.2022, 15:43
Und was würde der Herr so als Gegenentwurf vorschlagen. Umsonst arbeiten? Balkonklatschen? Mehr Sozialismus wagen? Oder gleich eine Graswurzelbewegung a la NHS?
Thomas24
08.09.2022, 15:52
Das ist doch alles kein Geheimnis und nix neues. Verkaufen, verkaufen, verkaufn. Je mehr Eingriffe, Diagnostik, je besser. Ob nun die Indikation besteht, ist auch mal ne Grauzone. Je mehr, je besser.
Interessant, wo kommt denn eigentlich dieses "Verkaufen, verkaufen, verkaufen" her? Hast du das jemals irgendwo so im Gesundheitswesen gehört? Allenfalls in der Ästhetik vielleicht- Ich kenne jedenfalls keinen einzigen Kollegen, der so drauf ist :-nix.
Holthusen
08.09.2022, 16:02
Interessant, wo kommt denn eigentlich dieses "Verkaufen, verkaufen, verkaufen" her? Hast du das jemals irgendwo so im Gesundheitswesen gehört? Allenfalls in der Ästhetik vielleicht- Ich kenne jedenfalls keinen einzigen Kollegen, der so drauf ist :-nix.
Oh doch. Möglicherweise bin ich auch in einem der kommerziellsten MVZs gelandet (so sagt man zumindest in der Stadt).
Dass ganze hat hier wirklich was von schmieriger Gebrauchtwagenhändler, der dir ne Karre andrehen will. Ist auch nicht meins. Aber mal interessant zu sehen/eine Erfahrung mehr.
Ich geh jetzt zurück in die Klinik mit angeschlossenem MVZ.
Christoph_A
08.09.2022, 16:08
Klinik mit angeschlossenem MVZ, der Traum eines jeden Landrats. Holland oder NHS light sozusagen
Holthusen
08.09.2022, 21:59
Klinik mit angeschlossenem MVZ, der Traum eines jeden Landrats. Holland oder NHS light sozusagen
Nö Deutschtümelei, Pseudoverbindung aus ambulanten und stationären Bereich. Hauptsache der Rubel rollt , stimmt's?
Auch im NHS, Frankreich, Spanien, Canada oder in NL verdient man gut als Spezialist.
Aber so einen Quatsch an Übertherapie und schlechter Qualität wie in unserem MVZ kann man da wahrscheinlich (oder hoffentlich) nicht fabrizieren und damit Mio scheffeln über die Jahre.
Christoph_A
08.09.2022, 22:06
Wer hatte den Verdienst im Ausland in Frage gestellt?
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