Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : FAZ-Artikel: "Das Vertrauen der Ärzte in den Gesundheitsminister schwindet"
Seiten :
1
2
3
4
[
5]
6
7
8
9
10
11
12
13
14
Christoph_A
28.07.2022, 07:18
Und jetzt stell Dir mal vor, wenn genau diese Impfdosen gefehlt hätten.....in diesem Fall ist lieber zu viel als zu wenig genau richtig gewesen, es haben sich auch hier nicht so viele Leute impfen lassen, wie gewünscht/geplant gewesen war. Denk nur mal an die Diskussionen zu beginn der Impfungen zurück, als noch nicht genug Impfstoff da war und was die Regierung sich da anhören durfte (auch zu Recht, by the way).
cartablanca
28.07.2022, 10:55
Entweder viel zu wenig bestellt oder viel zu viel. Der Schaden geht in die Hunderte von Millionen, aber er hats ja nur gut gemeint.
Evidence based
28.07.2022, 11:54
Entweder viel zu wenig bestellt oder viel zu viel. Der Schaden geht in die Hunderte von Millionen, aber er hats ja nur gut gemeint.
Vielleicht wäre Gesundheitspolitik ja genau dein Ding! Zeig denen doch mal, wie es zu laufen hat!
cartablanca
28.07.2022, 20:42
Das Siebenfache oder mehr verdienen und konsequenzlos Mist bauen? Gern.
Holthusen
29.07.2022, 01:24
Go for it! Das ist echt ein unbeliebtes Feld und Ministerium. Eine echte Nische. Außenpolitik kann (fast) jeder.
Ich bin echt gespannt, wie die Krankenhausreform aussehen wird. Wenn die Pandemie es zulässt, kann es gefühlt ja sehr schnell gehen.
Gestern hab ich vom Verband der Unikliniken ein Modell für einheitliche Versorgungsstufen gesehen, in dem sie sich selbst, in Abgrenzung zu anderen Maximalversorgern, auf eine eigene Stufe stellen. Läuft natürlich auch darauf hinaus, dass sie auch anders bezahlt werden wollen. Vorgestellt auf dem Hauptstadtkongress vor paar Tagen.
https://www.uniklinika.de/gesundheitspolitischethemen/spitzenversorgung-fuer-alle/
https://www.uniklinika.de/fileadmin/downloads/05_Pressegespraech_Versorgungsstufen.pdf
Endoplasmatisches Reticulum
29.07.2022, 11:21
Die Idee vom "Supramaximalversorger" ist allerdings nicht neu.
Damit plustern sich manche Uniklinika schon lange auf.
Nefazodon
29.07.2022, 11:23
Die Idee vom "Supramaximalversorger" ist allerdings nicht neu.
Damit plustern sich manche Uniklinika schon lange auf.
Supramaximalversorger. Triggert mich immer etwas, wenn ich es lese. Dieses unsinnige Wort. Mehr als maximal geht nicht.
Es geht ja im Kontext Krankenhausreform über eine „Idee“ und selbstvergebene Titel hinaus, sondern um bundeseinheitliche Versorgungsstufen und damit ggf. noch mehr Loslösen vom DRG System
Endoplasmatisches Reticulum
29.07.2022, 11:39
Supramaximalversorger. Triggert mich immer etwas, wenn ich es lese. Dieses unsinnige Wort. Mehr als maximal geht nicht.
Doch, doch! Ich habe gehört Supramaximalversorger sind so awesome, die können ihren Assistenzärzten Arbeitsverträge mit negativer Befristungsdauer aufdrücken und die lecken sich trotzdem die Finger danach. :)
Nefazodon
29.07.2022, 11:43
Naja @Dooly, essentiell geht es, wie Du in deinem Post oben schon andeutest, um Geld.
Daher glaube ich auch nicht, dass eine Krankenhausreform für die Patienten oder für uns Ärzte etwas verbessern wird, ehrlich gesagt.
Die Konzentrierung der Krankenhäuser wird dazu führen, dass es mehr große Krankenhäuser gibt, in denen man, sowohl als Patient, als auch als Arzt nur eine Nummer ist. Ich habe da wenig Hoffnung.
Endoplasmatisches Reticulum
29.07.2022, 11:49
Du bist als Arzt keine Nummer. Schlimmer - du bist eine Ressource. Und Ressourcen jongliert man zur Gewinnmaximierung. Je stärker der Gesundheitsmarkt kondensiert, je mehr große Ketten freie Häuser kaufen und sich gegenseitig kannibalisieren, je mehr Kliniken von der Bildfläche verschwinden, je mehr MVZs an Investoren übereignet werden, je größer der Sparzwang wird, desto schlimmer wird es für die Fische im Becken. Corona hat als Präzedenzfall eigentlich nur aufgezeigt, wie viel Minimierungspotential im Personalwesen weiterhin schlummert. Wer glaubt, irgendetwas wird besser oder dass wir auf einen Crash zusteuern, der ein Umdenken in die Wege leiten wird, verkennt meines Erachtens die Datenlage.
Nein, das Schlimmste steht uns noch bevor ...
Holthusen
29.07.2022, 11:53
Supramaximalversorger. Triggert mich immer etwas, wenn ich es lese. Dieses unsinnige Wort. Mehr als maximal geht nicht.
Deshalb steht es wahrscheinlich nicht im Konzept. Das Wort finde ich auch ungeeignet und abgehoben. Ganz davon abgesehen stimmt es natürlich, dass manche besonders komplexe oder seltene Erkrankungen zur Uniklinik geschoben werden. Gerne auch mal monatelange Langlieger mit grenzwertiger Aussicht auf Erfolg und schlechten Erlösen angesichts des Arbeitsaufwands.
Doch, doch! Ich habe gehört Supramaximalversorger sind so awesome, die können ihren Assistenzärzten Arbeitsverträge mit negativer Befristungsdauer aufdrücken und die lecken sich trotzdem die Finger danach. :)
Siehe es doch mal positiv. Da kann jeder einen Arbeitsplatz (zumindest für eine Zeit) bekommen, wenn er 2 Hände und 2 Beine hat.
Angesichts von erheblichen Personalmangel in den meisten Fachberufen des Gesundheitswesens (insb. Pflege, aber auch Ärzte, MFA, MTA) und auch nicht unendlich finanziellen Resourcen, wird es sicher spannend, wie eine Reform aussieht. Eins ist auf jeden Fall klar: Es wird drüber gemeckert werden und viele werden unzufrieden sein mit der Reform, dem Minister, der Kommission.
Endoplasmatisches Reticulum
29.07.2022, 11:57
Angesichts von erheblichen Personalmangel in den meisten Fachberufen des Gesundheitswesens (insb. Pflege, aber auch Ärzte, MFA, MTA) und auch nicht unendlich finanziellen Resourcen, wird es sicher spannend, wie eine Reform aussieht.
Es gibt keinen Mangel an Ärzten. Es gibt eine Akkumulation in Ballungsgebieten, und die wird durch den Wegfall potentieller Arbeitgeber deutlich aggraviert, nicht verbessert.
Holthusen
29.07.2022, 12:00
Falscher Thread.
OT beim Stichwort Investoren: Vor ein paar Tagen wurde brandaktuell Amazons tieferer Einstieg in den Gesundheitssektor in den Staaten diskutiert. https://app.handelsblatt.com/technik/thespark/us-konzern-amazon-wagt-drittgroessten-zukauf-seiner-geschichte-erneuter-vorstoss-in-einen-multimilliarden-markt/28540342.html
Zu den Entwicklungen hier in Deutschland hab ich noch gar keine Meinung. Ich hab auch einige ältere Artikel zum DRG System gelesen, die mich überzeugt hätten. :-oopss
Holthusen
29.07.2022, 15:04
Es gibt keinen Mangel an Ärzten. Es gibt eine Akkumulation in Ballungsgebieten, und die wird durch den Wegfall potentieller Arbeitgeber deutlich aggraviert, nicht verbessert.
Erstmal ja es stimmt. Es gibt genug Ärzte, aber zu viele Jobs für sie. Und ja du hast Recht, die gehen bevorzugt nach Berlin und Co.
Ähhh. Wenn ein Arbeitgeber wegfällt, dann werden mehrere Arbeitnehmer "frei". So ganz erschließt sich mir das nicht.
Besonders viele (manch einer würde sagen zu viele) Krankenhäuser und MVZ/Praxen finden sich übrigens in den Ballungsgebieten.
Jobs in der Pampa kann man attraktiv machen. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Gehalt, Wohnung bezuschusst, Betriebskindergarten, gute Arbeitsatmosphäre usw....das Problem mit den Pampa Jobs dürfte es in jedem Ländle geben und ist kein spezifische hierzulande.
Nefazodon
29.07.2022, 15:42
Erstmal ja es stimmt. Es gibt genug Ärzte, aber zu viele Jobs für sie. Und ja du hast Recht, die gehen bevorzugt nach Berlin und Co.
Ähhh. Wenn ein Arbeitgeber wegfällt, dann werden mehrere Arbeitnehmer "frei". So ganz erschließt sich mir das nicht.
Besonders viele (manch einer würde sagen zu viele) Krankenhäuser und MVZ/Praxen finden sich übrigens in den Ballungsgebieten.
Jobs in der Pampa kann man attraktiv machen. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Gehalt, Wohnung bezuschusst, Betriebskindergarten, gute Arbeitsatmosphäre usw....das Problem mit den Pampa Jobs dürfte es in jedem Ländle geben und ist kein spezifische hierzulande.
Richtig, es werden mehrere Arbeitnehmer frei. Ob die aber alle bei einem der tollen "Maximalversorger" anfangen wollen, mit sicher noch tolleren Arbeitsbedingungen und "Maximalbelastung", das darf bezweifelt werden.
Das ist das Eine. Auf der anderen Seite gibt es weiterhin ein strukturelles Problem und zwar ein strukturelles Ungleichgewicht zwischen Stadt und Land.
Ja, in den Ballungsgebieten gibt es besonders viele Krankenhäuser, MVZ und Praxen....dort wollen aber auch alle hin und die Konkurrenz ist deshalb größer.
Gerade dort gibt es eben keinen spürbaren Ärztemangel! Und als Arzt, der nach Berlin oder München will, muss man eben trotz des Ärztemangels bezogen auf Gesamtdeutschland, die Arbeitsbedingungen akzeptieren, die in den Kliniken dort geboten werden.
Jobs in der Pampa kann man attraktiv machen, ja. Aber erstens sind dieser Attraktivitätssteigerung per se Grenzen gesetzt (wenn jemand ein reichhaltiges Kultur- und Freizeitangebot möchte, wird er auf dem Land nicht glücklich werden, egal, was der AG bietet)
und zweitens sind der Attraktivitätssteigerung im Gesundheitswesen nochmal ganz andere *konkrete* Grenzen gesetzt, da das Budget begrenzt ist.
Ich hab ja Vorurteile gegenüber kleinen Pampa Häusern, seit ich in so einem im Chirurgie Tertial war. Im Sinne von desolaten Zuständen, bei denen man zunächst viel basaler angreifen müsste, bevor man an attraktiven Arbeitsbedingungen arbeiten kann. Diese wären für manche in meinem konkreten Beispiel sogar einigermaßen gegeben (Kinderbetreuung, Wohnen, Atmosphäre (war nicht meins, aber manche mochten das)).
Das Haus wirkte auf mich surreal, wie aus einer Doku aus den 70er Jahren. Einige Zimmer ohne Bäder, außer auf dem Flur, Gebäudeteile, die nicht barrierefrei erreichbar sind, OP Trakt ohne elektronische Türen usw. Zum Teil auch mental irgendwann in dieser Zeit steckengeblieben, wobei ich die ärztliche Riege aus den höheren Hierarchiestufen in medizinischen Belangen eher als progressiv empfunden hab. Meiner Einschätzung nach erbringt das Haus durchaus akzeptable Leistung und erscheint mir regional gesehen auch nicht völlig überflüssig. Ständig wird da irgendwas renoviert aber ich hab mich schon immer gefragt, ob es sich wirklich lohnt in diese Bruchbude zu investieren. Abreißen, neu bauen und komplett neu ausstatten wäre sicher ne Möglichkeit aber dann mind. doppelt so groß wie bisher, wenn man das gleiche Pensum anständig abarbeiten möchte, aber das wird sicher schwer zu finanzieren sein.
Endoplasmatisches Reticulum
29.07.2022, 16:29
Ähhh. Wenn ein Arbeitgeber wegfällt, dann werden mehrere Arbeitnehmer "frei". So ganz erschließt sich mir das nicht.
Dir erschließt sich nicht, welche Folge weniger Arbeitsplätze bei weniger möglichen Arbeitgebern für dieselbe Anzahl an Bewerbern auf dem Arbeitsmarkt hat?
Powered by vBulletin® Version 4.2.3 Copyright ©2026 Adduco Digital e.K. und vBulletin Solutions, Inc. Alle Rechte vorbehalten.