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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : FAZ-Artikel: "Das Vertrauen der Ärzte in den Gesundheitsminister schwindet"



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Holthusen
11.07.2022, 10:07
Und welcher Gesundheitsminister war ne Granate in der Vergangenheit?
Ich kenne es nur so, dass Ärzte über ihn (egal welcher Name) drüber meckern. Errinnert mich an Waldorf und Statler.

cartablanca
11.07.2022, 10:16
Vielleicht raffen es die Letzten irgendwann auch mal dass man mit Angst wunderbar Politik machen kann.

Christoph_A
11.07.2022, 10:33
Ja, etwas mehr Sachlichkeit und medizinische Realitätsnähe hätte man sich hier durchaus gewünscht, man muß aber schon auch einschränkend anführen, daß wir es a) zu unseren Lebzeiten noch nicht mit einer Pandemie des Ausmaßes von Covid 19 zu tun hatten und b) einfach über einen langen Zeitraum die Entwicklung des Geschehens nicht absehbar war und da ist tendentiel vorsichtigeres agieren aus meiner Sicht schon angesagt.
Was man kritisch anfügen muß war die Schrillheit, mit der manchen Entscheidungsträger (an dieser Stelle einen schönen Gruß an die Herren Karagiannidis und Wiehler) insbesondere in der 2. Hälfte der Pandemie agierten und auch die Unentschlossenheit der Politik, die uns einiges an Unbill eingebracht hat. Erinnert sei nur exemplarisch an den unsinnigen Versuch, das Weihnachtsgeschäft irgendwie durchzupeitschen um dann aber andererseits wieder den damals zwingend erforderlichen Lockdown unnötig lange laufen zu lassen (Stichwort Osterruhe). Hier ist noch einiges an Aufarbeitung nötig, was man allerdings dann hoffentlich etwas emotionsloser angehen wird können.

Endoplasmatisches Reticulum
11.07.2022, 10:40
Selbst unter der Annahme, es spräche lediglich gegen Herrn Lauterbach, dass er in dem Job keine nukleare Katastrophe wäre: War das nicht eigentlich mal so, dass sich beruflicher Erfolg und Kompetenz durch hervorhebenswerte Leistungen definieren, anstatt durch die Abwesenheit nennenswerter Fehlleistung?

Und zu Covid: Auch wenn er mit sehr optimistischen 50% seiner Prognosen Recht gehabt haben sollte - dann zieht er immerhin schonmal mit einer herkömmlichen Münze gleich.

Christoph_A
11.07.2022, 11:17
Beruflicher Erfolg an Kompetenz gebunden? In der Politik? Wo kommen wir denn da hin? Dann dürften Leute wie Dobbie, der Scheuer Andi, klein Kevin, Frau Wissing oder Frau Lambrecht ja im Bundestag noch nicht einmal Pausenbrote schmieren. Die Politik war, zu allen Zeiten und in allen Parteien schon immer ein Auffangbecken verkrachter, gescheiterter oder gnadenlos opporunistischer Gestalten, aktuell schwimmen nur gerade sehr viele oben im Topf, daher kommt einem das subjektiv so vor, daß die Zahl der Vollversager zunimmt. Rein rational betrachtet, tut sie das gottseidank aber nicht.
P.s.: Das beste Beispiel, was man mit der Abwesenheit nennenswerter Fehlleistungen in einem Zeitfenster erreichen kann, ist unser aktueller Kanzler. Während der Karnevalsjeck und Frau Bärbock einen Klopfer nach dem anderen geliefert hatten, war er einfach nur da, das hat am Ende zur Kanzlerschaft gereicht. Wobei ich an dieser Stelle Frau Bärbock ausdrücklich loben will, sie hat sich als Außenministerin echt deutlich gesteigert, das hätte ich ihr so nicht zugetraut.

Endoplasmatisches Reticulum
11.07.2022, 11:21
Da hast du Recht! Aber die hier Diskutierenden sitzen ja, mutmaße ich, eher nicht selbst im Bundestag. Von daher darf man sich schon wundern, wenn Ärzte in einem Ärzteforum so argumentieren :-nix

Holthusen
11.07.2022, 11:24
Also man kann jetzt nicht pauschal sagen: Tja im Beruf oder Leben geschietert. Jetzt wirst du Politiker. Opportunismus mag vorteilhaft sein, fällt aber jenachdem auch manchen auf die Füße z.B. Söder.

Christoph_A
11.07.2022, 11:33
Reg dich nicht auf, sind ja nur bestimmte Kollegen, die man eh hier gut kennt. Ist sicher nicht die Mehrheit der Ärzteschaft. Verstehen kann man sowas allerdings halt nicht. Der aktuelle Gesundheitsminister ist seit Jahrzehnten ein Feind der Ärzteschaft und versteckt das ja nicht einmal geschickt.

Brutus
11.07.2022, 16:51
Da hast du Recht! Aber die hier Diskutierenden sitzen ja, mutmaße ich, eher nicht selbst im Bundestag. Von daher darf man sich schon wundern, wenn Ärzte in einem Ärzteforum so argumentieren :-nix

Naja, wenn mal wieder WM/EM/UEFA irgendwas ist, gibt es 82Mio Fußballtrainer in Deutschland. Wenn ich nach Deiner Argumentation gehen würde, dürfte hier niemand über Fußball diskutieren. ;-)
Genauso ist es halt mit der Politik. :-nix

Thomas24
11.07.2022, 19:28
Naja, wenn mal wieder WM/EM/UEFA irgendwas ist, gibt es 82Mio Fußballtrainer in Deutschland. Wenn ich nach Deiner Argumentation gehen würde, dürfte hier niemand über Fußball diskutieren. ;-)
Genauso ist es halt mit der Politik. :-nix

Jup. Schon erstaunlich, wie schnell 82 Mio Virologen/ Epidemiologen plötzlich zu Fußballtrainern umschulen können, um kurz danach als Osteuropa/ Russland Experten zu reüssieren :-oopss

Finde den Artikel etwas unglücklich formuliert- wie kann das Vertrauen in Gesundheitsminister Lauterbach schwinden, wenn es von Anfang an gar nicht vorhanden war? :-dance

Holthusen
11.07.2022, 20:10
Diese ständige Warnen von Lauterbach war echt anstrengend. Und dann war er wirklich in jeder Talkshow. Zumindest dafür hat er jetzt weniger Zeit. Sogar mit Hansi Flick gab's Konflikte. Gut, dass Covid wahrscheinlich nur noch ein Randthema bleibt.
Zumindest finde ich seine trockene Art
und den Umgang mit all dem Hass und der Häme lustig.


Aber nochmals die Frage, welcher Gesundheitsminister war jetzt "ein Mann bzw Frau" der Tat und ist uns besonders gut in Erinnerung geblieben? Über alle wurde gemeckert seitens der Ärzteschaft. Zumindest zu meiner Zeit. In den 50-80er Jahre war es etwa anders?
Wenn der Gesundheitsminister die Pharmaindustrie oder die Ärzte fragt, wo man denn sparen könnte, ist es wie wenn man die Frösche fragt, wie man den Sumpf trocken legen kann. :-)
https://youtu.be/BhuItp4Ui5o

Duck und weg

Endoplasmatisches Reticulum
11.07.2022, 20:52
Naja, wenn mal wieder WM/EM/UEFA irgendwas ist, gibt es 82Mio Fußballtrainer in Deutschland. Wenn ich nach Deiner Argumentation gehen würde, dürfte hier niemand über Fußball diskutieren. ;-)
Genauso ist es halt mit der Politik. :-nix
Was ist denn "meine Argumentation"? Das was du da andeutest jedenfalls nicht.


Jup. Schon erstaunlich, wie schnell 82 Mio Virologen/ Epidemiologen plötzlich zu Fußballtrainern umschulen können, um kurz danach als Osteuropa/ Russland Experten zu reüssieren :-oopss
Nicht 82 Mio. Virologen. Aber zumindest die Stimmen der Menschen im Gesundheitswesen sollten für den Gesundheitsminister vielleicht doch von besonderer Relevanz sein. Man stelle sich die Situation mal analog mit Frauen und der Frauenministerin vor.

Holthusen
11.07.2022, 21:09
Ja , da gibt es ganz unterschiedliche Stimmen und Interessen im komplexen Gesundheitswesen mit diametral entgegengesetzten Interessen. Da gibt es z. B. Versicherte und Steuerzahler mit leider begrenzten Mitteln. Pharmahersteller, PKV und GKV, Assis, Pflege, den Chefarzt, die MVZ Kette, private Klinikbetreiber, die kleinen und mittleren Krankenhäuser, die großen Maximalversorger und Unikliniken, Psychiatrische/ Psychosomatische Kliniken, die niedergelassenen Allgemeinmedizin, die niedergelassenen Fachärzte und noch mehr.
Und die musst du jetzt alle als Gesundheitsminister zufrieden stellen.
Übrigens ist der Ministerposten historisch eher unbeliebt im Vergleich zum Beispiel zum Außenminister, wo man einfacher Erfolge einfahren kann.

ehem-user-12-07-2022-0938
11.07.2022, 21:56
Es hat ihn ja niemand in dieses Amt gezwungen, sondern er wollte den Posten ja. Da er schon ewig in der Politik ist, weiss er, das das kein leichtes Amt ist, zumal die Zombieseuche schon Jens Spahn beschäftigt hat. Ich glaube nicht, dass die "AMPEL" die 4 Jahre durchhält. Ob es ein Nachfolger besser macht, weiss ich auch nicht. Auf jeden Fall müssen die Beitragszahler demnächst höhere Beiträge bezahlen

cartablanca
12.07.2022, 09:58
Wenn der Gesundheitsminister die Pharmaindustrie oder die Ärzte fragt, wo man denn sparen könnte, ist es wie wenn man die Frösche fragt, wie man den Sumpf trocken legen kann. :-)
https://youtu.be/BhuItp4Ui5o

Duck und weg

Wenn man die Antwort seit Jahrzehnten ignoriert...
Bei den über ein Dutzend Kassen. Bei der Bürokratie. Beim Verwaltungsapparat. Zusätzlich den Wehrdienst und Zivildienst wieder einführen.
Klar kann man auch Ärzte und Pflege ausbeuten und läbdliche Krankenhäuser schliessen. Damit wirkt man aber dem Ärzte/Pflegemangel nicht entgegen und erstärkt die Landflucht.

Holthusen
12.07.2022, 10:21
Die SPD stellt seit Jahrzehnten nicht mehr den Gesundheitsminister. Die letzte große Reform fand unter den "ähnlich" beliebten Ulla Schmidt statt.
Die Krankenkassen sowie die PKV haben auch ihre Argumente und möchten den Status Quo behalten. Eine Einheitskasse willst du doch auch nicht oder? Sie kann auch garnicht eingeführt, weil im Koalitionsvertrag die Beibehaltung des PKV/GKV Systems festgelegt wurde. Und welchem Gesundheitsminister fandest du jetzt gut? Oder kannst du nur über alle meckern?


. Zusätzlich den Wehrdienst und Zivildienst wieder einführen.


Ich halte das für eine maßlose Verschwendung von Resourcen und Zeitverschwendung für junge Leute. Die junge Bevölkerung soll für'n Hungerlohn auf dem Kasernenhof mit einem Bier sitzen oder alternativ natürlich auch für einen Hungerlohn im Krankenhaus als Hilftskraft arbeiten. Alles unter dem Deckmantel "Dienst an der Gesellschaft" sowie "Sozialisierung", damit nicht so hohe Kosten im Gesundheitswesen entstehen. Nein, das ist definitiv der falsche Weg.
Wenn jetzt ein verpflichtendes soziales Jahr kommt, dann jetzt mal für ältere Personen. z.B. ein Jahr nach Rentenbeginn nochmal Zivildienst leisten und im Krankenhaus auf den Stationen mithelfen, Transporte, Essen verteilen. Wenn die ältere Generation möchte, auch gerne für 500€/Monat oder ganz umsonst "der guten Sache wegen".
Duck und weg.

Kackbratze
12.07.2022, 10:23
Aber Wehrdienstleistende und Zivis ausbeuten ist wieder ok? Frage für einen Freund.

Endoplasmatisches Reticulum
12.07.2022, 10:27
Ich bin für ein verpflichtendes soziales Jahr für frisch approbierte Ärzte. Wer das teuerste Studium Deutschlands genießt und sich damit auch noch ein Leben als Maximalverdiener garantiert, darf auch mal 1-2 Jahre was an die Gesellschaft zurückgeben.

Züschata
12.07.2022, 10:43
Ich bin für ein verpflichtendes soziales Jahr für frisch approbierte Ärzte. Wer das teuerste Studium Deutschlands genießt und sich damit auch noch ein Leben als Maximalverdiener garantiert, darf auch mal 1-2 Jahre was an die Gesellschaft zurückgeben.

Was wäre mit einer unbezahlten Facharztausbildung?

Endoplasmatisches Reticulum
12.07.2022, 10:44
Wäre auch sehr angemessen, immerhin sind Assis Auszubildende und kosten das Unternehmen nur Geld. Eigentlich sollten sie noch Ausbildungsgebühren zahlen, schließlich nutzen sie die Ressourcen des Arbeitsgebers und verbrauchen mehr Materialien als Fachkräfte.