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Nefazodon
12.04.2024, 20:04
Guter Plan, aber leider sind aktuell (noch) die Grenzen offen und die doofen Ärzte (die man zumindest anteilig noch braucht für die Verantwortung) können fliehen!

Ins Ausland zu gehen ist aber nicht für jeden eine Option.
Außerdem sind die Fluchtmöglichkeiten aus deutscher Sicht auch begrenzt....
Sind ja eigentlich nur Schweiz und Österreich.
Und in der Schweiz winken auch 50-Stunden Wochen....

Endoplasmatisches Reticulum
12.04.2024, 20:05
Weil du nicht gegen deinen Willen 100 km vom Wunschort entfernt arbeiten willst, ziehst du aus Protest 1.000 km weit weg?

Die Arbeitsbedingungen in Ballungsgebieten tragen sich doch gerade nur deshalb, weil der Wohnort für die meisten Menschen deutlich wichtiger als die Arbeitsstelle ist. Eher wird aus dem Beruf komplett ausgestiegen, denke ich.

Dooly
12.04.2024, 20:43
Für den Ausstieg ist der Zug irgendwann abgefahren. Im Verlauf wird man nicht attraktiver für die freie Wildbahn. Gutes Aussteigen muss vorbereitet sein. Auf planlose Ausgestiegene ü30 wartet eigentlich nur die Gesundheitsbranche. Und die Bereiche Soziales und Pädagogik.

Endoplasmatisches Reticulum
12.04.2024, 21:11
Joa, da ist schon etwas Wahres dran. Andererseits ist der durchschnittliche AiW zum Zeitpunkt der ersten Berufskrise vermutlich nicht so alt. Zum Anderen nimmt die Feminisierung der Medizin immer weiter zu und da fällt mir zumindest ein Ausstiegsweg ein, der ganz besonders ab etwa 30 Jahren attraktiv wird ...

Dooly
12.04.2024, 21:26
Ja, ich hab eher an frische FÄ gedacht, die aussteigen.

abcd
12.04.2024, 21:57
Was mich, trotz der ansonsten guten Erfahrungen durch eine absolut komplementär arbeitende PA (und andere ebenso gut arbeitende PA in anderen Fachbereichen in unserem Haus), etwas stört an dem Berufsbild der PA: aktuell wird dieses Berufsbild, wie auch so viele andere ‚Weiterqualifizierungen‘ und Studiengänge bewusst in eine Nicht-Dienst-Ebene gestellt. Das stösst mir ziemlich auf, selbst unsere (ITS) Stations-MFA arbeiten an Wochenenden 4-6h. Da schafft sich eine Berufsgruppe für mich einen sehr grossen Vorteil in der WorkßLife-Balance..

Bei uns unterstützen sie auch den Dienst am Samstag tagsüber - Zugänge legen etc. (sie haben trotzdem noch eine deutlich geringere Dienstbelastung)

Grzzly
13.04.2024, 17:25
Zum Anderen nimmt die Feminisierung der Medizin immer weiter zu und da fällt mir zumindest ein Ausstiegsweg ein, der ganz besonders ab etwa 30 Jahren attraktiv wird ...

Das ist meiner Meinung nach auch gerade der Punkt. Denke dieser Weg wird wieder attraktiver in Zukunft. Oder Teilzeit ab Fa. (je nach fach aber garnicht sinnvoll)

DA1994
13.04.2024, 18:37
Schade dass GelbeKlamotten nicht mehr da ist, hab ihre Ideen zur Feminisierung immer gerne gelesen

freak1
13.04.2024, 18:42
Schade dass GelbeKlamotten nicht mehr da ist, hab ihre Ideen zur Feminisierung immer gerne gelesen

Achja, ich fand ihre Art der Studiumsfinanzierung genial. ;-)

Endoplasmatisches Reticulum
13.04.2024, 18:56
Das war aber eher Vulgärfeminismus an der Klippe zur Prostitution. Männliche Kollegen und Vorgesetzte durch Anturnen zu Gefälligkeiten zu motivieren funktioniert ja gerade nicht mehr, wenn das Kollegium immer weiblicher wird.

Aber unterhaltsam war sie allemal.
Warte, das klingt jetzt falsch ...

anignu
13.04.2024, 23:06
Oder Teilzeit ab Fa. (je nach fach aber garnicht sinnvoll)
Warum soll denn Teilzeit je nach Fach nicht sinnvoll sein?

Meine These geht sogar noch viel weiter: in vielen, auch chirurgischen Disziplinen, wäre zumindest auch stunden- oder tageweise Home-Office möglich! Es will nur keiner wahrhaben und passt nicht zur Struktur der Chefs bei der vor allem in der Chirurgie immer jeder zu jeder Zeit verfügbar sein muss...

Es gibt ja so Möglichkeiten oder Stellen. Auch im Krankenhaus. Wo sich eine Teilzeitkraft genau raussucht wie sie arbeitet und das mit dem Chef so bespricht. Aber das sind halt zu wenige.

Endoplasmatisches Reticulum
13.04.2024, 23:36
Ich würde das nichtmal auf chefärztlichen Starrsinn, sondern blanke Kognition zurückführen. Als Chirurg musst du fürs Fach brennen. So richtig! Du musst nachts zuhause weinen, weil du gerade nicht in der Klinik sein darfst, oder zumindest schreiend aus Albträumen von falsch betonten Leberhaken hochschrecken. Alleine eine positive Einstellung zur Idee, im Home Office zu arbeiten, zeigt, dass du auf Grundsatzebene für den Job ungeeignet bist. Da fehlt dann einfach die Leidenschaft fürs Fach. So eine Vorstellung können universitär gewässerte Chefärzte nicht verarbeiten. Die dafür nötigen Neurone sind nie gewachsen.

TaraTamm
14.04.2024, 11:28
Das war aber eher Vulgärfeminismus an der Klippe zur Prostitution. Männliche Kollegen und Vorgesetzte durch Anturnen zu Gefälligkeiten zu motivieren funktioniert ja gerade nicht mehr, wenn das Kollegium immer weiblicher wird.

Aber unterhaltsam war sie allemal.
Warte, das klingt jetzt falsch ...

Kann mir jemand kurz erklären, worum es da geht/ging? :-angel

Trenn
14.04.2024, 13:03
Mein ihr es kann funktionieren, dass in einer Allgemeinmed-Zweigpraxis (paar Kilometer von der Hauptpraxis) eine PA stundenweise alleine mit MFAs hockt und ein "Gesundheitskiosk" betreibt? Es werden hauptsächlich nur jüngere Patienten bedient für AUs und Folgeverschreibungen. Telemedizinisch ist zu den Öffnungszeiten immer ein Arzt aus der Hauptpraxis erreichbar (der auch in max. 20 Minuten vor Ort sein kann). Sprechstunden mit den Ärzten dann per Terminvereinbarung, ein Arzt wäre sonst 2-3 Stunden täglich vor Ort. Kommunikation so gut es geht über Website, Praxis WhatsApp (gibt ja einige DSVGO-konforme Anbieter) etc. Meint ihr, sowas wird von den Patienten angenommen? Kann sich sowas rentieren bei ca 500 Scheinen in der Zweigpraxis (Miete, mind. 1 VZ-MFA, (TZ-)PA, Infrastrukturkosten läuft hauptsächlich über die Hauptpraxis).

OhDaeSu
14.04.2024, 13:26
Mein ihr es kann funktionieren, dass in einer Allgemeinmed-Zweigpraxis (paar Kilometer von der Hauptpraxis) eine PA stundenweise alleine mit MFAs hockt und ein "Gesundheitskiosk" betreibt? Es werden hauptsächlich nur jüngere Patienten bedient für AUs und Folgeverschreibungen. [...] Kann sich sowas rentieren bei ca 500 Scheinen in der Zweigpraxis (Miete, mind. 1 VZ-MFA, (TZ-)PA, Infrastrukturkosten läuft hauptsächlich über die Hauptpraxis).

Hoffentlich wird bis dahin das Patientenrechtegesetz reformiert inkl. Beweislasterleichterung, und du stehst den Patienten dann vor der Arzthaftungskammer erstmals persönlich gegenüber, wenn deine PA Mist gebaut hat :)

Trenn
14.04.2024, 16:24
Was ist der grosse Unterschied zwischen PAs mit Erfahrung und WBAs im ersten oder zweiten Jahr, die in ne Praxis anfangen. Da schaut auch nicht jedes Mal der Weiterbildungsbefugte drüber. Den FA-Standard für Allgemeinmediziner halte ich z.B. bei Mandelnentzündungen nicht für besonders hoch, da hat man immer noch ambulante Fachärzte, wo man hinschicken kann. Mittlerweile gibt es auch Stethoskope, die per Echtzeit die Auskultationsgerauesche versenden können. Telemedizin ist ja auch irgendwo legal. Und die meisten Praxen die ich kenne haben länger offen als dass der Arzt vor Ort ist. Kenne auch Modelle, wo ein Arzt zwei Praxen parallel offen hat. Die Frage ist nur, wo der PA in den ganzen Konstellationen rechtlich reinfallen würde.
Neuaufnahmen würden nur während den Sprechzeiten laufen, dann sieht man den Patienten halt das zweite Mal vorm Gericht. ;-)
Mein Post zielt eher auf die medizinische Machbarkeit. Die rechtlichen Rahmen sind ja noch relativ unklar. (PA auf Kassensitz? Welche Leistungen können über eine PA abgerechnet werden etc.)

Endoplasmatisches Reticulum
14.04.2024, 17:00
......

Trenn
14.04.2024, 17:17
Ich vergleiche doch nicht die PAs mit WBAs im dritten Jahr mit abgeschlossener stationärer Ausbildung sondern mit AÄ, die direkt nach dem Studium in ne Praxis anfangen. PAs haben auch Berufserfahrung, für die Praxis ist aber nur ein Pfleger aus der ZNA sinnvoll, ansonsten eine VERAH, welches sich zu PA fortbildet... Das Assistenzpersonal hat auch keine absolute Behandlungsfreiheit sondern agiert noch Vorgaben vom Supervisor. Die SOPs muss der Inhaber erstellen, am besten für die 100-300 gängigsten Erkrankungen (wie in der Klinik auch, wo der Frischling in der ZNA sich an die Klinikstandards hält). Darin liegt die Herausforderung, medizinisch ausreichende aber für die Praxis noch wirtschaftliche Entscheidungen zu treffen (degam-Leitlinien sind ja noch OK, was aber teilweise von anderen Gesellschaften empfohlene Laboruntersuchungen gefordert wird, sprengt sofort den Rahmen vom Laborbudget...) Und die Aufgabe bleibt beim Arzt und wird nicht abgegeben.

h3nni
14.04.2024, 17:41
Ich dachte, es gibt kein echtes Budget mehr?

Außerdem: wenn du mal schnell 100-300 SOPs ausm Arm schüttelst und dann auch noch uptodate hältst, kannst du mE genauso gut selbst in der Praxis selber arbeiten.

Endoplasmatisches Reticulum
14.04.2024, 19:24
......