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ehem-user-19-05-2025-1430
15.04.2024, 19:54
1.) Also bei uns in der Hausarztpraxis haben wir auch VERAHs und NäPas die teilweise umfassend weitergebildet wurden mit vielen Jahren Berufserfahrung als MFA und/oder Pflege. Bin total zufrieden mit ihrer Arbeit aber dass sie Ärzte ersetzten irgendwann...das sehe ich überhaupt nicht. Sobald es nur ein wenig um was geht werden wir aktiviert. Mittlerweile bin ich mir nicht mal sicher ob die VERAHs mehr Hausbesuche abnehmen als neu rekrutieren über niederschwellige Indikation und dann "Nachforderung".... Frage mich ob hier nicht einige ihre eigene Kompetenz unterschätzen und die anderer überschätzen (außer rafiki :D :D)
2.) Trenn, bist du nicht auch Allgmeinmediziner*in? Bist du Quereinsteiger*in? Bist du sicher dass du den Beruf gerne machst/was für dich ist? :D Erkenne da meine allgemeindmed. Tätigkeit nicht unbedingt wieder in deinen Abhandlungen... vielleicht hab ich auch bisher "Glück" und keine Pfeifenhausärze kennen gelernt...
3) Bin übrigens wesentlich häufiger mit Studien beschäftigt als in der Klinik um meine Patienten vor krassester Überdiagnostik und -therapie aus monetären Gründen zu schützen....ob man einen Dr-Titel dafür braucht keine ahung ;)
3) Bin übrigens wesentlich häufiger mit Studien beschäftigt als in der Klinik um meine Patienten vor krassester Überdiagnostik und -therapie aus monetären Gründen zu schützen....ob man einen Dr-Titel dafür braucht keine ahung ;)
Fertige Paper lesen (am besten noch den Abstract der Kurzfassung) und klinische Studien am Menschen durchführen sind aber zwei ganz, ganz verschiedene Dinge. Wie YT-Video von arte über Herztransplantation gucken vs. selber machen.
ehem-user-19-05-2025-1430
15.04.2024, 20:14
Das ist völlig klar. Soll jetzt jeder Gastroenterologe oder Hausarzt ecxel tabellten nachts um 3 befüllen oder petrischalen beimpfen? 95% der Ärzte haben doch nichts mit Studien durchführen zu tun, weil sie ärzte sein wollen und nicht forscher....es gibt eine Medizin neben den unikliniken (>90% der medizinischen Versorgung in Deutschland)...
operativ tätige Ärztin ist schwanger = Wir haben eine Vollidiotin, die jetzt monatelang alle Briefe auf Station schreiben darf und allen Routinekram in der Ambulanz auffangen darf.
Eben genau nicht. Die setzen durch dass sie keine Dienste mehr machen müssen (ok, das ist Gesetz) und umso mehr in den OP dürfen...
Ein Pfleger der paar Jahre in der Notaufnahme gearbeitet hat traue ich schon zu, als Hausarztvertreter nach nem "Schmalspur-"Studium die gefährlich abwendbare Verläufe zu erkennen (und darum geht es ja in der Akutversorgung in der Primärpraxis).
Und eben genau das traue ich denen nicht zu. Weil die von den gefährlich abwendbaren Verläufen nix wissen. Da fehlt das Hintergrundwissen was es alles sein könnte. Die haben praktische Erfahrung, aber Situationen korrekt einzuschätzen ist schwierig.
Überleg einfach mal wer in eurer Klinik am Tresen sitzt und eine Triagierung in der Notaufnahme vornimmt. Und wie sinnvoll du die findest.
Weil die von den gefährlich abwendbaren Verläufen nix wissen. Da fehlt das Hintergrundwissen was es alles sein könnte.
Genau das kannst du von vielen schmalspurausgebildeten Ärzten ebenso sagen. Ärztliches Können ist nicht aus Lehrbuchwissen zu beziehen. Ich habe die Untiefen meines Faches beherrschen gelernt, wenn ich nachts in meinem 400-Betten-Akuthaus allein war und mehrere kritische Situationen gleichzeitig zu händeln hatte. Das Uni-Wissen nicht unbedingt weiterführt, merkt man in meinem Gebiet an den Psychologen, die vielerorts Oberärzten gleichgestellt sind und sich nicht im entferntesten "gefährlich anwendbare Verläufe" vorstellen können, weil sie sie nie gesehen haben, z. B. nie bei Suiziden dabeigesessen sind, nie gewalttätige Psychotiker bändigen mussten etc. pp. Aber zunehmend mit dieser Klientel konfrontiert werden und sich diese Posten aneignen und dann heulend nach dem Arzt rufen (der dann leider oftmals mangels Erfahrung und guter Ausbildung nicht wesentlich mehr zu bieten hat).
Überdurchschnittliche Leistung? Dass ich nicht lache. Was soll das sein. Und wie und wann erbringst du die, wenn du von morgens bis weit über den Feierabend hinaus damit beschäftigt bist, die sogenannte Tagesroutine wegzukloppen?
Aus meiner Assi-Zeit: Ich habe die Stationsarbeit-Tagesroutine mit sehr hoher Strukturiertheit und Effizienz "weggekloppt", so dass ich an einem Wochentag nachmittags Zeit hatte, um in der Nachbargroßstadt in einem somatischen Haus Konsile zu machen. Dafür habe ich einen Parkplatz auf meinem Klinikgelände gefordert (der sonst Assis verboten war), um flexibler zu sein. Ich hab ihn, nach Kämpfen, bekommen. Ebenso wie stundenlanges Einzelunterricht-Bettsideteaching. Also Leistung bieten und Gegenleistung einfordern. Ich weiß nicht, was daran so schwer sein soll. Klar, will und kann das nicht jeder - aber dann bitte auch keine besonderen Ansprüche stellen. Um in einem Fach wirklich gut zu werden, braucht es mehr als die schlechte Standard-FA-Ausbildung - meine Meinung.
Dem möchte ich drei Dinge entgegenhalten und einen Vorschlag machen:
1. Die Psychologen haben zwar viel Ahnung von Psychologie, aber kaum Ahnung von Krankheitslehre, Psychopathologie, Akutsituationen. Deshalb sind sie in solchen Situationen völlig ahnungslos. Es ist also sehr wohl auch ein Mangel an Theorie, nicht nur an praktischer Erfahrung.
2. Lernen im Rahmen der Facharztweiterbildung nach dem trial and error Prinzip kann zwar oft mittelfristig zum Erfolg führen, ist aber mit vielen Risiken verbunden und sollte nicht als Standard im Rahmen der ärztlichen Weiterbildung akzeptiert werden. Praxis ohne Theorie hat keine Struktur, kann nicht zu tiefgreifendem Verständnis führen. Das Ziel muss deshalb immer ein praktisches Lernen sein, das sich an theoretischen Konzepten und Strukturen orientiert und auf diesen aufbaut.
3. Wenn man an einer Abteilung arbeitet, die halbwegs gut aufgestellt ist, bedeutet überdurchschnittliche Leistung oft auch einfach, dass man die Tagesroutine gut erledigt. Das muss nicht notwendigerweise mehr Zeit in Anspruch nehmen als wenn man sie mittelmäßig oder schlecht erledigt. Und an einer Abteilung, die halbwegs gut aufgestellt ist, wird so eine überdurchschnittliche Leistung sehr wohl auch wahrgenommen, geschätzt und honoriert.
Vorschlag:
Aus meiner Sicht ist es völlig verantwortungslos, dass die ärztliche Weiterbildung, von einzelnen Interventionen wie etwa Sonokursen abgesehen, völlig unstrukturiert ist und primär nach dem trial and error Prinzip abläuft. Eine realistische Intervention wäre z.B., beispielhaft für unser Fach, aber gleichermaßen natürlich auf jedes andere Fach übertragbar, dass sich psychiatrische Kliniken einer Region, eines Bundeslandes zusammenschließen und jede Woche einen Fortbildungsnachmittag anbieten. Und zwar nicht für theoretische Themen, nicht für Forschungsthemen, nicht für psychotherapeutische Themen, sondern für psychiatrische Alltagsthemen, z.B. für Katatonie.
Ziel eines solchen Nachmittags wäre dann, die Brücke zu schlagen vom Studienwissen zum Facharztwissen, von der Theorie zur Praxis. Wie kann ich sie erkennen, insbesondere, was können Zeichen für die leichteren Formen sein und wie kann ich ihren Schweregrad einordnen, bei welchen Krankheitsbildern kann sie vorkommen, was sind mögliche Differenzialdiagnosen, wie kann und muss ich intervenieren, etc. Und diese Nachmittage sind dann natürlich bezahlte Arbeitszeit und auch verpflichtend.
Wenn man das konsequent umsetzt, erlebt man in vier Jahren Psychiatrie, abzüglich der Tage, an denen man Dienst oder Urlaub hatte oder krank oder nach dem Dienst war, sicher deutlich mehr als 100 praktisch orientierte Fortbildungsnachmittage. Das würde einen enormen Wissenszuwachs bedeuten. Das kann in Präsenz stattfinden, das kann online stattfinden, es muss im Anschluss natürlich auch eine Diskussion stattfinden, usw. In der Schweiz ist so etwas oft Standard, in den USA und in Kanada sowieso. Es wäre auch in Deutschland umsetzbar, aber dafür braucht es zuerst einmal das Bewusstsein, dass die ärztliche Weiterbildung, so wie sie ist, schlecht ist, und als zweites die Entschlossenheit, daran etwas ändern zu wollen, und langsam, Schritt für Schritt, eine qualitativ hochwertige klinische Lehre aufzubauen.
Wenn ich von Psychologen im klinischen Kontext spreche, meine ich natürlich Psychologische Psychotherapeuten. Und die haben natürlich sehr viel Wissen von Krankheitslehre u. a. Dingen. Aber dieses Wissen hat wenig mit echter Ahnung zu tun. Dieses Wissen kann sich auch ein Laie anlesen. Das Entscheidende für einen Arzt jeglichen klinischen Gebiets ist die Erfahrung, anderenfalls ist man Mediziner, aber kein Arzt (wo wie unser Gesundheitsminister).
Was du vorschlägst, davo, habe ich in den Nuller Jahren noch so erlebt an einer Großpsychiatrie. Im Rückblick war das sehr wertvoll, wenn ich sehe, wie jetzt Weiterbildung oft abläuft oder gar nicht stattfindet. Damals war ich durchaus schon unzufrieden, insbesondere mit der PT-Ausbildung.
Endoplasmatisches Reticulum
16.04.2024, 09:53
Aus meiner Assi-Zeit: Ich habe die Stationsarbeit-Tagesroutine mit sehr hoher Strukturiertheit und Effizienz "weggekloppt", so dass ich an einem Wochentag nachmittags Zeit hatte, um in der Nachbargroßstadt in einem somatischen Haus Konsile zu machen. Dafür habe ich einen Parkplatz auf meinem Klinikgelände gefordert (der sonst Assis verboten war), um flexibler zu sein. Ich hab ihn, nach Kämpfen, bekommen. Ebenso wie stundenlanges Einzelunterricht-Bettsideteaching. Also Leistung bieten und Gegenleistung einfordern. Ich weiß nicht, was daran so schwer sein soll. Klar, will und kann das nicht jeder - aber dann bitte auch keine besonderen Ansprüche stellen. Um in einem Fach wirklich gut zu werden, braucht es mehr als die schlechte Standard-FA-Ausbildung - meine Meinung.
Das glaube ich dir. Aber die Möglichkeit muss dir gegeben werden. Du kannst den Malmstrom des Krankenhausbetriebes nicht endlos durch Selbstoptimierung kompensieren. Mal als Vergleich:
Bei meiner letzten Stelle fing der Tag mit 2 Stunden Visite an, dann hatte ich 1-2 Stunden für die Stationsarbeit, wo mir regelmäßig Patienten von Kollegen im Dienstfrei hingeklatscht wurden, die seit mehreren Wochen im Krankenhaus waren und deren Entlassbrief nichtmal angelegt worden war. Dann war ich 2 Stunden in der Ambulanz eingeteilt. Dann hatte ich eine Stunde für diverse Neuaufnahmen, dann war Nachmittagsbesprechung und "offiziell" Schluss. Obendrauf gab es jeden dritten oder so Tag die tickende Zeitbombe a.k.a. Diensttelefon in die Hand. Parallel sollte noch Studentenbespaßung stattfinden. Oh, und Braunülenrufdienst für die Ambulanz war auch noch ganztägig, weil die MFAs entschieden hatten, dass sie keine Zugänge mehr legen "möchten", weil sie ja so viel zu tun hätten. Beschwerde beim Oberarzt, der hat sich feige bei den MFAs angebiedert. Echter Feierabend war dann regelmäßig zwischen 20 und 21 Uhr. Nur für die "erwartete" Tagesroutine! Ansprache beim Chef gab Pep-Talks zum Thema Leidenschaft für den Job und Chefkeks war ja früher auch immer gerne bis Mitternacht in der Klinik, warum ist denn das bei den Ärzten heute nicht mehr so. Und überhaupt, man muss doch gar nicht so lange bleiben, denn man kann ja einfach an freien Tagen nochmal reinkommen, wenn man die Arbeit "nicht schafft".
Das ist sicherlich ein Extrembeispiel, aber für Somatiker im Trend garantiert näher am Alltag als deine erlebte Situation. Also sorry. Aber wenn mir ein Psychosomatiker erzählt, was für ein All-Star er als AiW war, weil er ab 12 Uhr Zeit hatte, überdurchschnittliche Bonusleistungen zur Schau zu stellen ... ich wünschte, mein Freund, Ich wünschte! Da muss ich doch eher schmunzeln als dass ich in Ehrfurcht erstarre. Und ich glaube dir, dass du ein Top-Mitarbeiter warst und mehr gemacht hast, als nötig gewesen wäre. Aber das setzt offensichtlich eine Bubble voraus, die das begünstigt und überhaupt erst ermöglicht.
Bitte nicht so despektierlich. Ich bin Psychiater und wenn du schon einmal eine Großpsychiatrie von innen gesehen hast und weißt, wie es zugeht mit 6 geschlossenen Stationen auf dem Gelände, 400 Akut-Psycho-und-Neuropatienten und weiteren 200 chronisch kranken Bewohnern zur allgemeinärztlichen Versorgung, können wir diesbezüglich weiterdiskutieren! Übrigens fehlten schon damals 20 Assistenten in dieser Klinik mit entsprechender Dienstbelastung (die ich sehr gerne gemacht habe, allein schon wegen des Geldes).
Und wenn man unbedingt an eine Uni-Klinik muss - dann hat man diese Bedingungen zu akzeptieren oder sich eben etwas anderes zu suchen. Wie blöd ist denn dieses ewige Jammern, ohne die Konsequenzen zu ziehen, die möglich sind? Genau damit nämlich erhält man das System.
Endoplasmatisches Reticulum
16.04.2024, 18:19
Keine Uni-Klinik. Dass du sofort davon ausgehst, stützt aber meinen Verdacht. Wann hast du zuletzt in einer somatischen Abteilung gearbeitet? Die meisten Ärzte kämpfen mit viel Eifer und Leidensfähigkeit darum, mit einem Rest an Privatleben die Tagesroutine zu überstehen. Nicht weil sie Chaoten oder Leistungsversager sind, sondern weil sie mit Wagenladungen immer dichterer Arbeit zugeschüttet werden.
Erfahrung und gute Selbstorganisation drücken dann irgendwann die tägliche Arbeitszeit vielleicht von 11-12 Stunden auf 8-9, aber lange nicht auf 4. Noch mehr Kondensation ist nicht drin und würde auch sofort strukturell zum neuen Standard wegoptimiert werden. Selten entstehende singuläre Puffer werden schneller durch Querdelegation aus benachbarten Brandstapeln aufgefüllt, als du Blinzeln kannst. Dann hast du deine 70-Stunden-Woche voll und gerade einmal das von dir erwartete Soll erbracht, aber noch keinen Furz irgendeiner von Oben wahrgenommenen „überdurchschnittlichen“ Leistung. Das Krankenhaus ist ein schwarzes Loch. Die Ärzte passen sich an.
Du hattest neben deiner sicherlich guten Arbeitsmoral offensichtlich eine günstige Konstellation aus Klinik, Fach, Kollegen, Vorgesetzten und Zeitpunkt. Das gönne ich dir, alles richtig gemacht. Du beschimpfst aber heutige Jungärzte als minderleistende Idioten, deren erwartete Grundleistung mindestens nahe an dem liegen dürfte, womit du dich als „High Performer“ positionieren konntest. Stichwort Despektierlichkeit. Geh mal in eine typische somatische Abteilung und brilliere da im Jahr 2024 mit deiner preisgekrönten Leistung. Die Erfahrung könnte einen Hauch von Demut, Empathie und Respekt gegenüber dieser unerträglichen Jammergeneration knospen lassen.
Wenn du meine Beiträge genau lesen und verstehen würdest, hättest du bemerkt, dass ich vor allem heutige OÄ und CÄ als minderleistende Idioten bezeichne. Jungärzte erstmal nicht - sie aber lernen von den vorgenannten und daher sehe ich schwarz für die Zukunft. Ich sehe nur, dass sie zuviel jammern. Dass die Verhältnisse so sind, wie sie sind, ist seit langem bekannt. Wenn man das nicht möchte, geht man nicht in entsprechende Bereiche. Punkt. Was ich kritisiere, ist das, was ich auch bei vielen meiner jungen Patienten sehe: eine Opferhaltung, die nicht fähig ist, für sich etwas realistisch einzufordern. Das erfordert ein ganz klein bisschen Geist und Mut und unkonventionelles Handeln. Nicht Unterwürfigkeit oder Sich-abhängig-machen von "Gewerkschaften". Ändern, was änderbar ist, das akzeptieren, was nicht änderbar ist (oder weggehen), und die Kunst, zwischen beidem zu unterscheiden. Nicht änderbar wird aufgrund der Gesamtpolitik, die gefahren wird, immer mehr werden, auch das sollte jedem bewusst sein.
Endoplasmatisches Reticulum
16.04.2024, 18:56
Das klingt doch schon pässlicher. Würde ich im Wesentlichen unterschreiben. Dass man bei dir nicht immer genau weiß, über welche Hierarchiestufe du meckerst, kannst du anderen aber nicht zum Vorwurf machen, wenn du deine eigenen Heldentaten betont aus AiW-Zeiten als Beispiel anführst.
Jeanne d’Arc und Martin Luther King höchstselbst wären in diesem Forum als Jammerer verspottet worden.
ER, deine übliche Sicht ist halt, dass der Einzelne völlig machtlos, völlig ausgeliefert ist. Man darf auf keinen Fall etwas fordern oder für die eigenen Rechte eintreten, denn sonst ist man sofort seinen Job los - so zumindest deine Sichtweise.
Ich versteh nicht so ganz, wie das rein logisch-mikroökonomisch mit einem immer größeren Ärzte- und Bewerbermangel zusammenpasst.
Aber manche Dinge werden wohl für immer ein Rätsel bleiben.
1.) Also bei uns in der Hausarztpraxis haben wir auch VERAHs und NäPas die teilweise umfassend weitergebildet wurden mit vielen Jahren Berufserfahrung als MFA und/oder Pflege. Bin total zufrieden mit ihrer Arbeit aber dass sie Ärzte ersetzten irgendwann...das sehe ich überhaupt nicht. Sobald es nur ein wenig um was geht werden wir aktiviert. Mittlerweile bin ich mir nicht mal sicher ob die VERAHs mehr Hausbesuche abnehmen als neu rekrutieren über niederschwellige Indikation und dann "Nachforderung".... Frage mich ob hier nicht einige ihre eigene Kompetenz unterschätzen und die anderer überschätzen (außer rafiki :D :D)
Hat aber auch viel mit Verantwortlichkeiten und Bezahlung zu tun. Wenn man nicht als Entscheidungsträger angestellt ist, will man auch für eine falsche Entscheidung nicht den Kopf hinhalten. Nur wenige MFAs werden eine Berufshaftpflicht haben, womit sie sich gegen Ansprüche im Innenverhältnis wehren werden. Nach Außen haftet ja immer der Praxisinhaber. Für die PAs wird es anders sein, wenn sie eigenverantwortlich bestimmte Bereiche abdecken dürfen.
2.) Trenn, bist du nicht auch Allgmeinmediziner*in? Bist du Quereinsteiger*in? Bist du sicher dass du den Beruf gerne machst/was für dich ist? :D Erkenne da meine allgemeindmed. Tätigkeit nicht unbedingt wieder in deinen Abhandlungen... vielleicht hab ich auch bisher "Glück" und keine Pfeifenhausärze kennen gelernt...
Bin niedergelassen und finde den Mix aus Basismedizin, Mitwirken in allen Disziplinen und Unternehmertum interessant und abwechslungsreich. Leider ist man etwas an die Basisdiagnostik gebunden durch die ganzen Vorgaben der KV. Hat aber nicht jeder Patient Anrecht auf die notwendige erweiterte Diagnostik, die eben nur andere Fachrichtungen vergütet kriegen? Wie lange bist du schon in der Führungsposition, wo du auch wirtschaftlich verantwortlich für deine Mitarbeiter Entscheidungen treffen muss und nicht nur im Sinne deiner Patienten?
3) Bin übrigens wesentlich häufiger mit Studien beschäftigt als in der Klinik um meine Patienten vor krassester Überdiagnostik und -therapie aus monetären Gründen zu schützen....ob man einen Dr-Titel dafür braucht keine ahung ;)
Das nimmt dir auch keine PA weg. Wie gesagt, ich denke sie können Assistenzärzte im ersten Jahr ersetzen, nicht aber fachärztliche Aufgaben (wozu auch die Erstellung von SOPs zählen) übernehmen. Aber erhelle uns doch mit den Erkenntnissen, die du durch die Analysen von Studien gewinnen konntest. ;-)
Im Haunerschen in München werden PAs gesucht, die sollen Rezepte ausstellen und mitgeben. Und Aufsicht für "Studierende(...) und Assistent:innen bei der Aufnahme von Patient:innen".
Klar arbeitet man zusammen und lässt sich die ersten Jahre mal was von einer Pflegekraft sagen. Aber offiziell beaufsichtigt werden? Am Ende aber trotzdem Verantwortung haben? Vielleicht verstehe ich die Anzeige (https://www.lmu-klinikum.de/stellenanzeigen/physician-assistant/520595e4bcfb444e)aber auch nur falsch.
Puh, wenn die das wirklich so meinen wie sie es schreiben... Wäre auch interessant zu wissen, ob das befristet sein soll, oder ob der/die PA dann im Gegensatz zu fast allen Uniärzten unbefristet angestellt wird... Die andere PA-Stellenanzeige https://www.lmu-klinikum.de/stellenanzeigen/physician-assistant/6b3dc6a541325013 liest sich da schon etwas "angenehmer"...
Rezepte ausstellen heißt ja erstmal nichts anderes als ein Rezept bedrucken. Das machen bei uns auch die Case Managerinnen bzw. MFAs. Ich schreibe nur die Medikation ins System und die generieren daraus die Medikamentenplan und drucken die Rezepte. Ich musste ins 5. WBJ kommen bis ich zum ersten Mal selbst ein Rezept ausgestellt habe... das brauch ich auch echt nicht, können die gerne machen. Das, was da in der zweiten Stellenanzeige steht, wird eigentlich bei uns schon größtenteils durchs das Case Management und die MFAs übernommen. Nur meine Arztbriefe muss ich noch selbst schreiben...
Das "Beaufsichtigen" finde ich jetzt auch irgendwie interessant. Würde für mich im Umkehrschluss auch bedeuten, dass sie dann für die Studenten bzw. Assistenten verantwortlich sind. Oder was genau versteht man unter "beaufsichtigen"? Das hätte ich auch gerne nochmal genauer erklärt...
Jukka666
23.04.2024, 22:46
Puh, wenn die das wirklich so meinen wie sie es schreiben... Wäre auch interessant zu wissen, ob das befristet sein soll, oder ob der/die PA dann im Gegensatz zu fast allen Uniärzten unbefristet angestellt wird... Die andere PA-Stellenanzeige https://www.lmu-klinikum.de/stellenanzeigen/physician-assistant/6b3dc6a541325013 liest sich da schon etwas "angenehmer"...
Aber wenn man ehrlich ist, liest sich das doch gar nicht so schlecht, oder? Also aus ärztlicher Sicht.
Ist es denn nicht im Grunde genommen genau das, was man sich bei der Visite all die Jahre gewünscht hat? Jemanden dabeihaben, der medizinisch vielleicht auf Zack ist, mitdenkt, gewisse Tätigkeiten übernimmt, für die man sich jetzt keine Zacken aus der Krone bricht, aber die nicht gerade bedeuten, Arzt zu sein.
Die Erfahrung zeigt doch, dass gerade viele Pflegekräfte zwar lange dabei sein können, aber bei Visite medizinisch kein Tiefgreifendes Wissen haben oder Entscheidungen treffen wollen. eine studierte PA könnte doch hier gefordert und auch in die Pflicht genommen werden, sich zu kümmern.
Ich glaube schon, dass der PA ein Bindeglied bzw eine Mischung aus/zwischen einer (noch so pfiffigen, aber halt „beschränkten“) MFA und einer Pflegekraft sein kann, die eher ärztliche Aufgaben wahrnimmt und so entlasten kann.
Ich lese aus diesen Anzeigen nicht unbedingt eine „ Bedrohung“ des klassischen Arztes. Auch eine Aufsicht von Studenten wird wahrscheinlich nicht bedeuten, dass sie den Studentenunterricht übernehmen soll und alle PJler anleitet.
Aber selbst wenn, was wäre denn streckenweise so falsch daran? systematisch Visite lernen, und StationsArbeit anleiten ist doch auch nichts, was man unbedingt jetzt von Oberärzten lernen muss.
Und wenn man tiefgehendere weitere medizinische Fragen hat, kann man sich ja immer noch an die Kollegen wenden. Das ist ja kein entweder oder. Aber vielleicht bin ich ja auch zu blauäugig. Unsere PA im Haus scheint sehr pfiffig zu sein (weiter gebildete OperationsPflegekraft), aber ich werde mich ja mal da detaillierter umhören..
Im Haunerschen in München werden PAs gesucht, die sollen Rezepte ausstellen und mitgeben. Und Aufsicht für [...] Assistent:innen [...] Klar arbeitet man zusammen und lässt sich die ersten Jahre mal was von einer Pflegekraft sagen. Aber offiziell beaufsichtigt werden? Am Ende aber trotzdem Verantwortung haben? Vielleicht verstehe ich die Anzeige (https://www.lmu-klinikum.de/stellenanzeigen/physician-assistant/520595e4bcfb444e)aber auch nur falsch.
Ich nehme an, dass mit "Assistenten" Hilfsberufe wie MTAs gemeint sind und nicht Ärzte in Weiterbildung. Dennoch interessant wie das Thema Fahrt aufnimmt.
Endoplasmatisches Reticulum
24.04.2024, 08:49
Es gibt immer einzelne Tätigkeiten in diesen Ausschreibungen, die einem als Arzt gerne abgenommen werden dürfen. Das ist kein Argument gegen berechtigte Vorbehalte gegenüber den eindeutigen und immanenten Vorstößen, Physician Assistants als günstigere Discounterärzte zu etablieren. Wir werden von dieser Entwicklung nicht profitieren. Es gibt immer noch keinen Gratis-Trip nach Hawaii im Gesundheitswesen.
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