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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : !!!INITIATIVE GEGEN UNBEZAHLTES PJ !!!!



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Flowrocka
23.04.2007, 22:22
Hallo, habe hier einen Teil der e-mail angefügt, die ich vom Hartmannbund erhalten habe. Es wird am 13.06.2007 von 11:00 bis 14:00 eine bundesweite Protestaktion gegen das unbezahlte PJ geben. Ich hoffe, dass sich so viele Leute wie möglich, auch Ärzte und Vorkliniker beteiligen werden.


"Das Praktische Jahr: Ausbildung oder Ausbeutung?

Jeder Student der Humanmedizin muss im Rahmen seines Studiums nach Abschluss der theoretischen und praktischen Ausbildung über mindestens zehn Semester ein Praktisches Jahr (PJ) mit einer Dauer von 12 Monaten ableisten. Dieses Jahr ist unterteilt in drei Abschnitte à vier Monate (Tertiale). Die Medizinstudenten, PJler genannt, werden in den Disziplinen Innere Medizin, Chirurgie und in einem Wahlfach in den Universitätskliniken bzw. Lehrkrankenhäusern der jeweiligen Universitäten ausgebildet. Im Anschluss an das Praktische Jahr folgt die Überprüfung der Fertigkeiten und des Wissens der Medizinstudenten in Form eines Staatsexamens, das den Stoff der gesamten klinischen Ausbildung abfragt.
Während des Praktischen Jahres arbeiten die Studenten an den Wochentagen mindestens 38,5 Stunden pro Woche. Bezahlt wird diese Tätigkeit nur in einzelnen Ausnahmefällen.
Das Ziel des Praktischen Jahres ist die Festigung der im klinischen Abschnitt vermittelten theoretischen und praktischen Fähigkeiten, sowie die Erweiterung des Wissens und Erlangung arztspezifischer Fertigkeiten. Deshalb ist das Praktische Jahr der Kernpunkt der medizinischen Ausbildung.

Die Realität sieht allerdings aus.

Anstatt das praktische Jahr zur Vollendung der Wissensaufnahme nutzen zu können, werden die Studenten zur Verrichtung quasiärztlicher Tätigkeiten herangezogen. Der Lernaspekt kommt leider eindeutig zu kurz. Ein geregelter Stationsalltag ohne den Einsatz der Medizinstudenten ist vielerorts nicht mehr zu garantieren. Neue Studenten werden häufig mit den Worten „endlich haben wir neue Sklaven“ begrüßt. Die Studenten werden generell für „niedere Tätigkeiten“ auf Station missbraucht. Im Operationssaal verkommt der Student zum „biologischen Hakenhalter“, auf Station ist er für die Blutentnahmen und Patientenaufnahmen verantwortlich. Sicherlich hat jeder Patient während seines Krankenhausaufenthaltes Kontakt mit einem PJler und hat ihn für einen der Ärzte gehalten.
Es sind die täglichen Blutentnahmen, Patientenaufnahmen, intravenösen Gaben von Medikamenten, Verbandwechsel, Assistenzen bei Operationen, Verfassen von Arztbriefen, Dokumentationsaufgaben und weitere Aufgaben, die jeden Tag von den Studenten geleistet werden und auf diese Weise die Stationsärzte massiv bei ihrer Arbeitsverrichtung entlasten. Es kommt nicht selten vor, dass dabei zahlreiche Überstunden die Folge sind.
Ohne Zweifel besitzen diese Aufgaben, wenn sie in einer sinnvollen Intensität erledigt werden, eine große Relevanz für die Ausübung des späteren Berufs. Den Grundgedanken des Praktischen Jahres erfüllen sie jedoch nicht.

Verwunderlich erscheint, warum Rechtsreferendare bzw. Lehrreferendare für ihre praktische Ausbildung ein Entgelt beziehen (bis zu 1000 Euro). Dies ist bis jetzt für das PJ des Medizinstudiums noch nicht realisiert worden. Der PJler darf sich das Krankenhaus, in dem er das Praktische Jahr in Deutschland verbringen möchte nicht einmal aussuchen, sondern wird von der Universität per Zufallsprinzip dorthin gelost. Von den meisten Krankenhäusern erhält der Student häufig nur leihweise Arbeitskleidung. Selbst das Mittagessen muss er selber bezahlen. Viele Studenten leben in diesem Jahr am Existenzminimum und müssen einen Kredit aufnehmen oder gehen am Wochenende und an freien Tagen arbeiten! Einen Anspruch auf eine Vergütung und Urlaub besteht nicht, weil es sich um „verrichtete Tätigkeiten“ und nicht um „Arbeit“ handelt.
Die schlechten Arbeits- und Lernbedingungen, sowie die mangelnde Anerkennung der Arbeit in Form einer Vergütung haben dazu geführt, dass ein Großteil der Medizinstudenten Teile ihres Praktischen Jahres im Ausland (wahlweise in der Schweiz) ableisten. Dort sind die Lernbedingungen größtenteils deutlich besser. Außerdem erhält jeder Student ein Salär von ungefähr 500 Euro für seine Dienste. Eine negative Grundstimmung ist bei den meisten PJlern festzustellen. Die Erwartung im Praktischen Jahr seine Fertigkeiten zu verbessern und das Wissen zu erweitern wird auf Kosten von Routinetätigkeiten zerstört. Außerdem bekommt der Student für die mindestens 40 Stunden, die er pro Woche arbeitet, keine Cent.
Es besteht die Gefahr, dass sich der Trend zur Abwanderung junger Ärzte ins Ausland in den nächsten Jahren verstärkt.

Mit Beginn des Jahres ist jedoch eine Neuausrichtung für das Praktische Jahr vollzogen worden. Der Helios-Konzern lässt jedem PJler jeweils 400 Euro für seine Dienste pro Monat zukommen.
Die Studenten im Hartmannbund begrüßen und unterstützen diese Trendwende. Es ist ein deutliches Signal an die Studenten, dass ihre Arbeit angemessen geschätzt wird. Es ist nämlich gebräuchlich, dass eine Dienstleistung, die erbracht wird, bezahlt wird.

Deshalb fordern die Medizinstudenten im Hartmannbund eine Vergütung im Praktischen Jahr und rufen zum bundesweiten „Tag des Protestes“ am 13.06.2007 zum Thema PJ-Vergütung auf!

Bei dieser Protestaktion, die bundesweit am 13.06.2007 von 11:00 bis 14:00 Uhr an allen Fakultäten stattfinden wird, wollen sich alle Studenten der Medizin an den jeweiligen Universitäten versammeln und für die Vergütung protestieren."

Quelle: Hartmannbund

habichnicht
24.04.2007, 06:55
PJ war mit die schönste Studienzeit - allerdings ne gute Vorbereitung auf den Beruf schaut anders aus.Und wenn schon keine gute Vorbereitung auf den Beruf stattfindet, dann fordern Flowrocka und der Hartmannbund lieber ein paar hundert Euro Schmerzensgeld anstatt einer besseren Vorbereitung auf den Beruf. :-party

alley_cat75
24.04.2007, 08:43
... Wenn Du Dich da nicht vertippt hast, heißt das: Es gibt für das PJ keine Logbücher, keine Gegenstandskataloge und keine Lernzielsammlungen. ...

Auch wenn die Frage rhetorisch gemeint war... Einen Gegenstandskatalog gibt es, aber die wenigsten wissen das. Ich hatte in meinem PJ ein A4-Blatt mit Lernzielen in die Hand bekommen, welches auch fleissig abgehakt wurde. Nur kontrolliert hat es dann keiner. :-nix Die Idee an sich fand ich jedoch gut und eigentlich wäre es an der Uni, diese Lernzielkontrolle durchzuführen. Wie wäre es mit Kürzung der Gelder oder gar des Titels Lehrkrankenhaus, wenn die Kliniken sich nicht an den Gegenstandskatalog halten. Wie gesagt, ich halte primär an einer guten, fundierten Ausbildung fest. Die ist einfach wichtiger Geld, damit sich ebend niemand herausreden kann à la: was wollt Ihr, bekommt doch Geld.

alley_cat75
24.04.2007, 08:47
Bin gerade im PJ! Und ich fände es gerechtfertigt, daß wir zumindest auf eine Stufe mit den Zivis oder aber Schwesterschülerinnen gestellt werden, ...

:-dagegen Damit würdest Du Dich aber um viele hundert Stufen herabsetzen. Hier nochmal der Hinweis, dass z. B. Pflegeazubis kein 5jähriges Studium umsonst beziehen und daher die Bezahlung ihrer praktischen Tätigkeiten durchaus gerechtfertigt ist. Im Übrigen kannst Du die Schufterei am pflegebedürftigen Patienten, im 3-Schichtsystem, wohl kaum mit Deiner PJ-Tätigkeit vergleichen.

Stroke Unit
24.04.2007, 09:05
Es kann nicht falsch sein dass das PJ bezahlt wird- in welcher Form auch immer und wer das nicht so sieht, sry der ist einfach realitätsfern.
:-meinung

DocOliver
24.04.2007, 09:35
Ist garantierte, gute Ausbildung nicht auch eine Form der Bezahlung? Ich denke, dann wären wir uns hier doch alle ziemlich eins. :-meinung

astrophys
24.04.2007, 11:14
Ich find ja schon interessant, dass einige hier für ein bezahltes PJ sind, andererseits aber auch für Studiengebühren um die Lehre zu verbessern.
Ein Schelm...

alley_cat75
24.04.2007, 11:19
Ja, wer denn? *denmachichfertig*

jemand
24.04.2007, 18:04
Hallo, habe hier einen Teil der e-mail angefügt, die ich vom Hartmannbund erhalten habe. Es wird am 13.06.2007 von 11:00 bis 14:00 eine bundesweite Protestaktion gegen das unbezahlte PJ geben. Ich hoffe, dass sich so viele Leute wie möglich, auch Ärzte und Vorkliniker beteiligen werden.


"Das Praktische Jahr: Ausbildung oder Ausbeutung?

Jeder Student der Humanmedizin muss im Rahmen seines Studiums nach Abschluss der theoretischen und praktischen Ausbildung über mindestens zehn Semester ein Praktisches Jahr (PJ) mit einer Dauer von 12 Monaten ableisten. Dieses Jahr ist unterteilt in drei Abschnitte à vier Monate (Tertiale). Die Medizinstudenten, PJler genannt, werden in den Disziplinen Innere Medizin, Chirurgie und in einem Wahlfach in den Universitätskliniken bzw. Lehrkrankenhäusern der jeweiligen Universitäten ausgebildet. Im Anschluss an das Praktische Jahr folgt die Überprüfung der Fertigkeiten und des Wissens der Medizinstudenten in Form eines Staatsexamens, das den Stoff der gesamten klinischen Ausbildung abfragt.
Während des Praktischen Jahres arbeiten die Studenten an den Wochentagen mindestens 38,5 Stunden pro Woche. Bezahlt wird diese Tätigkeit nur in einzelnen Ausnahmefällen.
Das Ziel des Praktischen Jahres ist die Festigung der im klinischen Abschnitt vermittelten theoretischen und praktischen Fähigkeiten, sowie die Erweiterung des Wissens und Erlangung arztspezifischer Fertigkeiten. Deshalb ist das Praktische Jahr der Kernpunkt der medizinischen Ausbildung.

Die Realität sieht allerdings aus.

Anstatt das praktische Jahr zur Vollendung der Wissensaufnahme nutzen zu können, werden die Studenten zur Verrichtung quasiärztlicher Tätigkeiten herangezogen. Der Lernaspekt kommt leider eindeutig zu kurz. Ein geregelter Stationsalltag ohne den Einsatz der Medizinstudenten ist vielerorts nicht mehr zu garantieren. Neue Studenten werden häufig mit den Worten „endlich haben wir neue Sklaven“ begrüßt. Die Studenten werden generell für „niedere Tätigkeiten“ auf Station missbraucht. Im Operationssaal verkommt der Student zum „biologischen Hakenhalter“, auf Station ist er für die Blutentnahmen und Patientenaufnahmen verantwortlich. Sicherlich hat jeder Patient während seines Krankenhausaufenthaltes Kontakt mit einem PJler und hat ihn für einen der Ärzte gehalten.
Es sind die täglichen Blutentnahmen, Patientenaufnahmen, intravenösen Gaben von Medikamenten, Verbandwechsel, Assistenzen bei Operationen, Verfassen von Arztbriefen, Dokumentationsaufgaben und weitere Aufgaben, die jeden Tag von den Studenten geleistet werden und auf diese Weise die Stationsärzte massiv bei ihrer Arbeitsverrichtung entlasten. Es kommt nicht selten vor, dass dabei zahlreiche Überstunden die Folge sind.
Ohne Zweifel besitzen diese Aufgaben, wenn sie in einer sinnvollen Intensität erledigt werden, eine große Relevanz für die Ausübung des späteren Berufs. Den Grundgedanken des Praktischen Jahres erfüllen sie jedoch nicht.

Verwunderlich erscheint, warum Rechtsreferendare bzw. Lehrreferendare für ihre praktische Ausbildung ein Entgelt beziehen (bis zu 1000 Euro). Dies ist bis jetzt für das PJ des Medizinstudiums noch nicht realisiert worden. Der PJler darf sich das Krankenhaus, in dem er das Praktische Jahr in Deutschland verbringen möchte nicht einmal aussuchen, sondern wird von der Universität per Zufallsprinzip dorthin gelost. Von den meisten Krankenhäusern erhält der Student häufig nur leihweise Arbeitskleidung. Selbst das Mittagessen muss er selber bezahlen. Viele Studenten leben in diesem Jahr am Existenzminimum und müssen einen Kredit aufnehmen oder gehen am Wochenende und an freien Tagen arbeiten! Einen Anspruch auf eine Vergütung und Urlaub besteht nicht, weil es sich um „verrichtete Tätigkeiten“ und nicht um „Arbeit“ handelt.
Die schlechten Arbeits- und Lernbedingungen, sowie die mangelnde Anerkennung der Arbeit in Form einer Vergütung haben dazu geführt, dass ein Großteil der Medizinstudenten Teile ihres Praktischen Jahres im Ausland (wahlweise in der Schweiz) ableisten. Dort sind die Lernbedingungen größtenteils deutlich besser. Außerdem erhält jeder Student ein Salär von ungefähr 500 Euro für seine Dienste. Eine negative Grundstimmung ist bei den meisten PJlern festzustellen. Die Erwartung im Praktischen Jahr seine Fertigkeiten zu verbessern und das Wissen zu erweitern wird auf Kosten von Routinetätigkeiten zerstört. Außerdem bekommt der Student für die mindestens 40 Stunden, die er pro Woche arbeitet, keine Cent.
Es besteht die Gefahr, dass sich der Trend zur Abwanderung junger Ärzte ins Ausland in den nächsten Jahren verstärkt.

Mit Beginn des Jahres ist jedoch eine Neuausrichtung für das Praktische Jahr vollzogen worden. Der Helios-Konzern lässt jedem PJler jeweils 400 Euro für seine Dienste pro Monat zukommen.
Die Studenten im Hartmannbund begrüßen und unterstützen diese Trendwende. Es ist ein deutliches Signal an die Studenten, dass ihre Arbeit angemessen geschätzt wird. Es ist nämlich gebräuchlich, dass eine Dienstleistung, die erbracht wird, bezahlt wird.

Deshalb fordern die Medizinstudenten im Hartmannbund eine Vergütung im Praktischen Jahr und rufen zum bundesweiten „Tag des Protestes“ am 13.06.2007 zum Thema PJ-Vergütung auf!

Bei dieser Protestaktion, die bundesweit am 13.06.2007 von 11:00 bis 14:00 Uhr an allen Fakultäten stattfinden wird, wollen sich alle Studenten der Medizin an den jeweiligen Universitäten versammeln und für die Vergütung protestieren."

Quelle: Hartmannbund

Cool! Endlich tut einer was....! Ich bin dabei! Allerdings dann nicht mehr als 'PJ', sondern als 'Arzt'!

PS: vergiss nicht den flyer in die lokalen Fachschaftforen zu stellen.... aber wem sage ich das :-love

Sunnygirl
25.04.2007, 13:21
Hallo,

ich lese hier schon seit einiger Zeit mit und muss mich jetzt mal äußern, damit meine Haare nicht mehr zu Berge stehen. Wie könnt Ihr mehr Wert auf Bezahlung im PJ legen, als auf eine gute und vor allem fundierte Ausbildung? Woanders zahlt man viel Geld für das Studium an sich und geht außerdem noch "kostenlos" in der Klinik arbeiten. Was ist so dramatisch daran, 11 Monate lang (meist nur 4 Tage die Woche) praktische Tätigkeit ohne Bezahlung zu leisten. Ihr seid Studenten und das mit all den staatlichen Vergünstigungen.

HorstHützel
25.04.2007, 13:42
Hallo,

ich lese hier schon seit einiger Zeit mit und muss mich jetzt mal äußern, damit meine Haare nicht mehr zu Berge stehen. Wie könnt Ihr mehr Wert auf Bezahlung im PJ legen, als auf eine gute und vor allem fundierte Ausbildung? Woanders zahlt man viel Geld für das Studium an sich und geht außerdem noch "kostenlos" in der Klinik arbeiten. Was ist so dramatisch daran, 11 Monate lang (meist nur 4 Tage die Woche) praktische Tätigkeit ohne Bezahlung zu leisten. Ihr seid Studenten und das mit all den staatlichen Vergünstigungen.

Jetzt muß ich meinen Senf aber auch noch dazugeben.
Warum muß das eine das andere immer ausschließen ?
Ich persönlich definiere 400EUR auch nicht als Bezahlung, sondern allenfalls
als Aufwandsentschädigung. Von 400 EUR kann man nicht leben, aber es würde mir den Bildungskredit nebst Schuldenstart ins Berufsleben ersparen.
:-meinung

Außerdem lebt es sich von ermäßigten Theaterkarten
schlecht. Welche Vergünstigungen meinst du denn, die mich 1 Jahr lang speisen könnten ?
Die Fahrkarte ??
Die "günstige" Studentenkrankenversicherung ???
Oder gar Bafög ????
Alles in allem ein schlechter Tausch für 1 Jahr Vollzeitarbeit (Studientag hin oder her).

HH

Sunnygirl
25.04.2007, 13:50
Aufwandsentschädigung dafür, dass man Dir etwas beibringt? :-nix Warum gehen soviele Deutsche für das PJ ins Ausland und bezahlen auch noch dafür? :-nix Ich muss seit dem 1. Semester vormittags in der Klinik arbeiten - das ist Bestandteil meines Studiums + Praktika während der Sommerferien. Klar, nimmt man mit steigender Erfahrung den Ärzten eine Menge Arbeit ab, aber das ist Teil der Ausbildung. Wie soll man sonst wissen, wie die Station zu führen ist, wenn nicht selbst gemacht?

Christoph_A
25.04.2007, 14:11
@Sunnygirl: Irgendwie hast Du den Punkt der meisten Leute hier nicht getroffen, oder?
Erstens-während des Studiums macht man auch in D mindestens 4 Monate Praktikum in den Ferien. Dazu kommen noch 3 Monate sinnloses Krankenpflegepraktikum ( meineserachtens das sinnentleerteste, was es im Medizinstudium hier gibt-oder kennt ihr Lehrer, die in Ihren Sekretariaten Praktikum an der Schreibmaschine leisten, um die Tippse zu verstehen ).
Ausserdem fordern die Leute beides-ne verbesserte Lehre in Kombination mit einer Aufwandsentschädigung-schließlich sind viele PJs für uns Stationsärzte ne wirklich gute Hilfe, weil sie auch Briefe schreiben, unter etwas Supervision Patienten allein betreuen und vielen anderen Stationsarztkram ableisten. dafür hamse auch ne angemessene Bezahlung verdient :-meinung

Sunnygirl
25.04.2007, 14:20
... während des Studiums macht man auch in D mindestens 4 Monate Praktikum in den Ferien. Dazu kommen noch 3 Monate... Krankenpflegepraktikum ... schließlich sind viele PJs für uns Stationsärzte ne wirklich gute Hilfe, weil sie auch Briefe schreiben, ... Patienten allein betreuen und vielen anderen Stationsarztkram ableisten.

Das deutsche Medizinstudiums ist mit das theorielastigste überhaupt. Famulaturen tragen wohl kaum dazu bei, klinisch-praktische Fertigkeiten zu erlernen/zu festigen. Die deutschen PJler, die wir hier erleben, können ausser BEs wirklich nichts. Mag sein, dass jemand im letzten Tertial eine Riesenhilfe ist. Im 1-2 Tertial ist er es definitiv nicht - meine Erfahrung. Und bevor es Aufschreie gibt: ich habe vor dem Studium als Krankenschwester gearbeitet und wirklich sehr viele PJler kennengelernt. Oder es liegt daran, dass die Guten in D bleiben und die Nichtskönner ins Ausland flüchten. :-nix

Ehemaliger User 20130505
25.04.2007, 14:40
Dazu kommen noch 3 Monate sinnloses Krankenpflegepraktikum ( meineserachtens das sinnentleerteste, was es im Medizinstudium hier gibt..@ChristophA:

Es gab mal etwas noch Sinnentleerteres:


Am 17. Juli 1939 hatte die damalige Reichsregierung ein Studium von zehn Semestern, einen sechsmonatigen Krankenpflegedienst, einen sechswöchigen Fabrik- oder Landdienst und eine sechsmonatige Tätigkeit als Famulus vorgeschrieben.Ich frag mich, wie die das begründet haben.

DocOliver
25.04.2007, 15:01
Dazu kommen noch 3 Monate sinnloses Krankenpflegepraktikum (meineserachtens das sinnentleerteste, was es im Medizinstudium hier gibt - oder kennt ihr Lehrer, die in Ihren Sekretariaten Praktikum an der Schreibmaschine leisten, um die Tippse zu verstehen). ...

Du gibst ein sehr schönes Beispiel ab, warum manch einer erst mal ganz unten gearbeitet haben muss, um später oben nicht abzuheben. Wie herablassend wärst Du wohl ohne zwei Monate KPP? *kopfschüttel*

Christoph_A
25.04.2007, 15:08
*Ironiemodus an* Du hast als Krankenschwester gearbeitet, na, gratuliere, da kannst ja alle PJs super einschätzen *Ironiemodus aus*
Es ist richtig, daß in D mehr theorielastiger gelehrt wird als anderswo, keine Diskussion, aber obs woanders wirklich besser wird-nimm doch Deine US amerikanischen Studienkollegen-denen hämmert man 10 häufige Diffdiagnosen in die Rübe und wenn der Patient dann die elfte hat, hat er Pech gehabt-und das hab ich schon öfters erlebt. Doofe Studis gibts überall, aber, daß man in ner deutschen famulatur nix lernt, das kann ich jetzt nicht unterschreiben.
@DocOliver: Wo bitteschön liegt der Sinn darin, den Putzlappen für Station zu spielen, was medizinisch Relevantes lernt man dabei? Ich kanns Dir sagen, nix, aber auch gar nix! Und wer wann wie wo gearbeitet haben muß, um nicht abzuheben, das laß mal besser außen vor. Da hat jemand als OA wohl etwas den Bezug zur Realität verloren, aber im Elfenbeinturm der Neurochirurgie ist sowas ja nicht selten ( zum Thema abheben und so )
@Chris 06: Coole Recherche :-))

Sunnygirl
25.04.2007, 15:15
Du hast als Krankenschwester gearbeitet, na, gratuliere, da kannst ja alle PJs super einschätzen ... nimm doch Deine US amerikanischen Studienkollegen-denen hämmert man 10 häufige Diffdiagnosen in die Rübe und wenn der Patient dann die elfte hat, hat er Pech gehabt - und das hab ich schon öfters erlebt...

Und weil Du so etwas schon öfter erlebt hast, weisst Du genau, wie das amerikanische Medizinstudium vonstatten geht und vor allem, was genau gelehrt wird. :-??? Und ja, als Krankenschwester kann ich durchaus deutsche PJ einschätzen, da ICH in der Notaufnahme jahrelang mit ihnen zu tun hatte. Ein Grauen sondersgleichen.

DocOliver
25.04.2007, 15:20
Wo bitteschön liegt der Sinn darin, den Putzlappen für Station zu spielen, was medizinisch Relevantes lernt man dabei?

Etwas für`s Leben. Nämlich dass Du trotz Studentenstatus (den viele im KPP noch nicht einmal haben) kein Fünkchen besser bist, als die Kollegen von der Pflegschaft. Und Du leistet einen gesellschaftlichen Dienst; dafür dass Vater Staat Dich umsonst studieren lässt. Medizinisch Relevantes (ausser der unwichtige Patientenkontakt) ist nicht dabei. Da stimme ich Dir direkt zu.

DocOliver
25.04.2007, 15:20
Und ja, als Krankenschwester kann ich durchaus deutsche PJ einschätzen, da ICH in der Notaufnahme jahrelang mit ihnen zu tun hatte. Ein Grauen sondersgleichen.

Mein Beileid. Kommt mir sehr bekannt vor...