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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : !!!INITIATIVE GEGEN UNBEZAHLTES PJ !!!!



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Ehemaliger User 20130505
04.04.2007, 17:15
Nicht ganz, PJ entspricht so irgendwie dem alten (Pre-Registration) House Officer, nun dem Foundation-Year 1. Der alte SHO ist nun Foundation Year 2. Ups, da hab ich mich vertan; ich meinte PrHO:-blush Hab' wohl SHO geschrieben, weil ich an den Senior Hausmeister gedacht hatte. ;)

Aber - soweit ich weiß- hat man doch eigentlich den Deutschen, die hier das PJ und das Exmaen gemacht und bereits die Approbation hatten, trotzdem geraten, in GB mit dem PrHO zu beginnen, weil sie noch zu wenig klinische Erfahrung für eine SHO-Stelle hätten. Oder nicht?



das heisst jetzt StR, Specialty Registrar. Ab August, wo genau weiss ich noch nicht, das entscheidet sich in den naechsten Wochen. Entweder London, Cambridge oder Plymouth.Dann viel Glück. Ich drück Dir die Daumen. :-top

Ich bin übrigens gerade dabei, Kommentare britischer Ärzte zu den Umstellungen im britischen Gesundheitswesen zu lesen. Die scheinen noch mehr über den NHS zu jammern als unsere über Ulla und Kalle.

Edit: :-))

Who would be an NHS doctor?
Don't worry about the NHS, or doctors.
Another few years of Blair and his incompetent fools, and the NHS will be like Monty Pythons Parrot.
Stone Dead. A fitting memorial to Mr Blair and his "New Labour" achievments. http://www.telegraph.co.uk/news/main.jhtml?view=BLOGDETAIL&grid=F11&blog=yourview&xml=/news/2007/03/07/ublview07.xml

alley_cat75
04.04.2007, 18:32
... Tagtäglich stehen wir PJs 8-12h im Krankenhaus und leisten wertvolle unbezahlte Arbeit. Sowohl der Praxisbetrieb in großen Unikliniken als auch in kleineren angegliederten Lehrkrankenhäusern würde de facto von heute auf morgen in sich zusammenbrechen - gäbe es die PJler nicht.

Moment, ich muss mal eben ganz laut lachen! :-wand

PJler sind in der Tat eine große Hilfe, aber der Stationsbetrieb würde sicher nicht zusammenbrechen. In der Zeit, in der ich PJler etwas erkläre oder zeige, könnte ich meine Briefe auch schnell allein diktieren oder mal eben allen Patienten ein BB bestimmen. Blutentnahmen und Flexülen? Meine beiden PJler kommen nach jedem 3. Patienten angerannt und brauchen Hilfe. Normal, denn sie lernen und genau hier liegt der Schwerpunkt - Lernen! Ich bin in meinem PJ spätestens nach 8 Stunden gegangen, meistens eher. Ausbeuten lassen muss man sich; wenn ja, Schuld eigen. Ich wünsche allen, die jetzt aufschreien und Geld wollen, dass sie nach dem Studium möglichst schnell eine Stelle bekommen. Dann werdet ihr begreifen, wie easy und unbeschwert man als PJler gearbeitet hat. Jederzeit gehen können, Null Verantwortung, tausend Fragen stellen können, ganz viel ausprobieren - nein, das sollte nicht bezahlt werden. :-meinung

KingLoui
04.04.2007, 18:45
Doch das sollte bezahlt werden :-meinung

Blut abnehmen, Zugänge legen, Patienten aufnehmen, alle möglichen Anforderungen machen, etc. ist Arbeit(!) und sollte zumindest als Aushilfarbeit, also ich denke da so an 500-600 Euro, vergütet werden.

ramirez
04.04.2007, 18:51
Moment, ich muss mal eben ganz laut lachen! :-wand

PJler sind in der Tat eine große Hilfe, aber der Stationsbetrieb würde sicher nicht zusammenbrechen. In der Zeit, in der ich PJler etwas erkläre oder zeige, könnte ich meine Briefe auch schnell allein diktieren oder mal eben allen Patienten ein BB bestimmen. Blutentnahmen und Flexülen? Meine beiden PJler kommen nach jedem 3. Patienten angerannt und brauchen Hilfe. Normal, denn sie lernen und genau hier liegt der Schwerpunkt - Lernen! Ich bin in meinem PJ spätestens nach 8 Stunden gegangen, meistens eher. Ausbeuten lassen muss man sich; wenn ja, Schuld eigen. Ich wünsche allen, die jetzt aufschreien und Geld wollen, dass sie nach dem Studium möglichst schnell eine Stelle bekommen. Dann werdet ihr begreifen, wie easy und unbeschwert man als PJler gearbeitet hat. Jederzeit gehen können, Null Verantwortung, tausend Fragen stellen können, ganz viel ausprobieren - nein, das sollte nicht bezahlt werden. :-meinung

War ja klar dass aus deiner Ecke wieder so'n Spruch kommt. Unsere PJs (Anästhesie) arbeiten sich sicher auch nicht kaputt, aber das liegt in der Natur der Sache. Aber frag mal die Chirurgen, ohne PJs könnten die ihre Stationen dicht machen. Entweder sind die PJs nämlich auf Station und machen da die ganze Drecksarbeit oder sie sind im OP und übernehmen setzen dort einen Chirurgen frei der sich in der Zeit um Staion kümmern kann. Lernen tut man dabei eher wenig glaube ich... also mach mal halblang... jede Stationshilfe die den ganzen Tag Briefe von A nach B trägt wird besser bezahlt als die PJs die mancherorts noch nicht mal ein Essen umsonst bekommen. Ich denke also dass eine kleine Aufwandsentschädigung schon drin sein sollte.

Ehemaliger User 20130505
04.04.2007, 18:58
........Lernen tut man dabei eher wenig glaube ich... also mach mal halblang... jede Stationshilfe die den ganzen Tag Briefe von A nach B trägt wird besser bezahlt als die PJs die mancherorts noch nicht mal ein Essen umsonst bekommen. Ich denke also dass eine kleine Aufwandsentschädigung schon drin sein sollte.Ich finde, Ihr solltet Euch lieber darüber beschweren, dass man im PJ "eher wenig lernt" als eine Aufwandsentschädigung für dieses "Nichtslernen" zu fordern. :-)

alley_cat75
04.04.2007, 19:39
War ja klar dass aus deiner Ecke wieder so'n Spruch kommt.

Yep! :-top Irgendeiner muss Euch ja hier im Zaume halten.



... die Chirurgen, ohne PJs könnten die ihre Stationen dicht machen. Entweder sind die PJs nämlich auf Station und machen da die ganze Drecksarbeit oder sie sind im OP und übernehmen setzen dort einen Chirurgen frei, der sich in der Zeit um Station kümmern kann.

Chirurgen können sehr wohl ohne menschliche Hakenhalter agieren - dafür gibt es spezielle Gestelle und Halteschienen, solltest Du aus der Anästhesie wissen! Ich habe während des Chirurgie-Tertials natürlich auch viel Stationsarbeit gemacht, aber seltsam, als ich weg war, sind die nicht im Chaos versunken. :-nix Wie schon angemerkt, statt um Kohle zu betteln, solltet Ihr Euch besser für eine anständige Ausbildung einsetzen. :-meinung

ramirez
04.04.2007, 19:52
Yep! :-top Irgendeiner muss Euch ja hier im Zaume halten.




Chirurgen können sehr wohl ohne menschliche Hakenhalter agieren - dafür gibt es spezielle Gestelle und Halteschienen, solltest Du aus der Anästhesie wissen! Ich habe während des Chirurgie-Tertials natürlich auch viel Stationsarbeit gemacht, aber seltsam, als ich weg war, sind die nicht im Chaos versunken. :-nix Wie schon angemerkt, statt um Kohle zu betteln, solltet Ihr Euch besser für eine anständige Ausbildung einsetzen. :-meinung


*g* ich glaube nicht dass ich mich von Dir im Zaum halten lassen muss...

aha... Gestelle und Halteschienen also... die Kameras führen und Taststäbe drücken.... wenn Internisten vom OP reden ist das ungefähr so wie wenn Chirurgen ein EKG befunden... :-D

außerdem setze ich mich hier für gar nichts mehr ein.. mich betriffts schließlich nicht mehr, Verständnis für die Forderung habe ich nach wie vor.

btw.: dass sich die Ausbildung bessern muss steht außer Frage... aber dass ist eine ganz andere Diskussion

alley_cat75
04.04.2007, 20:45
... aha... Gestelle und Halteschienen also... die Kameras führen und Taststäbe drücken.... wenn Internisten vom OP reden ist das ungefähr so wie wenn Chirurgen ein EKG befunden...


Na, na. Zufällig war ich vor meiner Assistenzzeit PJlerin - in der Chirurgie und in der Anästhesie. Knöpfe drücken kann die OP-Schwester und wenn Du keine Haltegestelle kennst, hast Du wohl eine Bildungslücke. :-D Kennst Du das echt nicht? Sieht martialisch aus, ist aber toll. Nachdem ich das gesehen hatte, weigerte ich mich fortan, im OP Haken zu halten - mit Erfolg. Kann ich nur weiterempfehlen...

Sackbauer
04.04.2007, 20:57
Nachdem ich das gesehen hatte, weigerte ich mich fortan, im OP Haken zu halten - mit Erfolg.

Du bist ja ne richtige harte Sau..... :-) :-)

Respekt. :-top

test
05.04.2007, 01:58
Na, na. Zufällig war ich vor meiner Assistenzzeit PJlerin - in der Chirurgie und in der Anästhesie. Knöpfe drücken kann die OP-Schwester und wenn Du keine Haltegestelle kennst, hast Du wohl eine Bildungslücke. :-D Kennst Du das echt nicht? Sieht martialisch aus, ist aber toll. Nachdem ich das gesehen hatte, weigerte ich mich fortan, im OP Haken zu halten - mit Erfolg. Kann ich nur weiterempfehlen...

Jaja Haltegestelle sind ja auch bei allen OPs einsetzbar. :-sleppy
Und wie ein Haltegestell eine Kamera führt hast du auch noch nich erklärt :-D

actin
05.04.2007, 07:44
Von dieser Medizinalassistentenzeit erzählen die älteren Ärzte immer wieder mal. Ich habe bisher nicht begriffen, was in der Zeit wirklich gemacht/gedurft/gekonnt worden ist.
Aber nach Paukers ergoogelter Definition klingt die Medizinalassistentenzeit sehr sinnvoll.Ich hab noch ein paar Medizinalassistenten gekannt, weil einige meiner Kommilitoninnen mit Medizinern verheiratet waren. Die haben sich nicht über eine schlechte praktische Ausbildung beklagt. Wieviel sie verdient haben, kann ich allerdings nicht sagen.
Ich denke, die Medizinalassistentenzeit war ein Äquivalent zum Referendariat der Gymnasiallehrer und Juristen; das PJ ist es nicht.
Dass heute, was die Voraussetzungen zur Erteilung der Approbation angeht, das PJ der Medizinalassistentenzeit gleichgestellt wird, halte ich für einen schlechten Witz und aus Patienten- und Arztsicht für unverantwortlich.

Flowrocka
05.04.2007, 17:11
Hallo alle zusammen! das bringt doch so alles nix. es wird weder der Medizinalassistent eingeführt (gottseidank) nach bekommen wir das AIP zurück, noch bringen irgendwelche hahnebüchenen Rechenbeispiele etwas, noch lassen sich PJler durch mechanische Hakenhalter ersetzen. (ich habe auch noch keinen Verschreibungscomputer in der Ambulanz anstelle eines Assistenzarztes gesehen) So ein schwachsinn. Die Garantie für eine super Lehre kann keiner gewährleisten schon gar nicht bei den Einsparungen auf dem Personalsektor (nur Ärzte, die Zeit haben, können lehren). Das einzige was vernünftig ist, ist ein Anerkennugsgehalt zu fordern, das zum Leben reicht (800- 900 € im Monat). Es geht einzig darum, den Medizin- Studenten, die Vollzeit für den Staat arbeiten, eine Lebensgrundlage zu geben. Soweit ich weiß, werden die Krankenhäuser auch für jeden Pjler ("der ja schließlich im Krankenhaus ausgebildet wird") vom Staat bezahlt. Wo sind Leute, die sich für eine Bezahlung des PJs engagieren würden? Freiwillige vor. Meine email adresse ist. Ich habe gestern mit dem Hartmannbund gesprochen, bekomme am Dienstag den Rückruf. Wer wäre bereit im Falle eines Falles ein paar Stunden seiner Freizeit einer guten gemeinsamen Sache zu opfern? Nur wenn ewir zusammenhalten und konsequent eine Bezahlung einfordern, werden wir erfolgreich sein. Ohne solche Leute müssten wir heute alle noch für 400 € im Monat als AIPs schuften, denkt dran!!!

okulix
05.04.2007, 17:34
Die Garantie für eine super Lehre kann keiner gewährleisten Also - wenn schon Ausbeutung statt Ausbildung - dann macht man sich lieber für die Abschaffung der Ausbeutung stark, indem man Geld für die Handlangerdienste, die zur Ausbildung nichts beitragen, fordert, anstatt sich für eine bessere Ausbildung einzusetzen? Geld statt Ausbildung? Ganz schönes Armutszeugnis.


Es geht einzig darum, den Medizin- Studenten, die Vollzeit für den Staat arbeiten, eine Lebensgrundlage zu geben. Ich dachte, es ginge im PJ darum, praktische Fähigkeiten für die zukünftige Tätigkeit als Arzt zu erwerben.



Soweit ich weiß, werden die Krankenhäuser auch für jeden Pjler ("der ja schließlich im Krankenhaus ausgebildet wird") vom Staat bezahlt. Da hab ich schon Unterschiedliches gehört. Wer kennt eine valide Quelle zu diesem Thema und postet sie mal?


Wo sind Leute, die sich für eine Bezahlung des PJs engagieren würden? Freiwillige vor. Und wo sind die Leute, die sich lieber für eine bessere Ausbildung während des PJ engagieren wollen anstatt sich ihr Recht auf Ausbildung durch eine Bezahlung nicht ausbildungsrelevanter Handlangerdienste abkaufen zu lassen?

okulix
05.04.2007, 17:43
Nachtrag: Ich bin auch für die Bezahlung einer Aufwandsentschädigung während des PJ, ähnlich wie bei den Referendaren, aber mir geht Deine Argumentation gegen den Strich.

Relaxometrie
05.04.2007, 18:13
nur Ärzte, die Zeit haben, können lehren
Genau so ist es. Und davon, daß der PJler bezahlt wird, hat kein Arzt mehr Zeit.


Soweit ich weiß, werden die Krankenhäuser auch für jeden Pjler ("der ja schließlich im Krankenhaus ausgebildet wird") vom Staat bezahlt.
Früher wurde den akademischen Lehrkrankenhäusern von der Uni für jeden PJler etwas gezahlt. Das ist aber nicht mehr überall so, und das Haus, an dem ich PJ gemacht habe, hat von der Uni keinen Cent mehr bekommen.


Nur wenn wir zusammenhalten und konsequent eine Bezahlung einfordern, werden wir erfolgreich sein.
Im Sinne der Spiel-Spaß-und-Geldgesellschaft wären wir mit einer Bezahlung "erfolgreich".
Ich definiere "erfolgreich" für mich anders und werde mich Deiner Initiative nicht anschließen.
Denn Du redest nur von Geld, und das als alleinige Forderung ist mir zu primitiv.

Flowrocka
05.04.2007, 19:59
Ja ich rede hier nur von Geld, weil ich es für utopisch halte, eine gleich gute Lehre Bundesweit zu errreichen, deshalb sollte sich jeder selbst darum kümmern, in ein gutes Haus zu kommen, bzw. die Gegebenheiten vor Ort so zu regeln, dass die Lehre besser wird. Jegliche Forderung auf Bundes- oder Landesebene nach Verbesserung der Lehre wird im Raum verpuffen, da nicht normbar und kontrollierbar. Hier kann man meiner Ansicht vor Ort mehr erreichen.

KingLoui
05.04.2007, 20:11
Sehe ich auch so, mit Verbesserung der Lehre wird auf Bundesebene wenig erreichbar sein. Es gibt nunmal Ärzte (traurig aber wahr) denen die Lehre völlig am Allerwertesten vorbeigeht und die wird man schlecht zum erklären, etc. zwingen können.

habichnicht
05.04.2007, 20:19
..noch lassen sich PJler durch mechanische Hakenhalter ersetzen.
Unsere gute Alley cat ist da zwar anderer Meinung, aber selbst wenn Du Recht hättest: durch OP-Schwestern bzw. -Pfleger oder OTAs wären die Haken haltenden PJler auf jeden Fall zu ersetzen.

Sackbauer
05.04.2007, 20:44
Der Thread ist suess, noch alle so naiv hier..... :-love :-love

Bradypus thorquatus
05.04.2007, 20:45
Die Einstellung, sich mit der stellenweise schlechten Ausbildung abzufinden anstatt geschlossen dagegen vorzugehen, und sich lieber mit Geld für die 'Sklavenarbeit' entschädigen zu lassen, erinnert mich an die Aussage eines Kollegen, für den Unterricht in manchen Klassen bekäme man eben kein Gehalt, sondern Schmerzensgeld. Diesem Kollegen habe ich damals geantwortet, für mich sei es psychische Prostitution, sein Grundrecht auf menschenwürdige Behandlung gegen ein gutes Gehalt einzutauschen. Ich wäre sogar bereit, für bessere Arbeitsbedingungen auf einen Teil meines Gehalts zu verzichten und auch für dieses Ziel zu streiken.