Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : !!!INITIATIVE GEGEN UNBEZAHLTES PJ !!!!
Traurig, traurig, traurig... so langsam verliere ich den Glauben daran, dass es irgendwann nochmal besser wird und freunde mich selbst schon mit dem Gedanken an, in der Schweiz zu bleiben. Allerdings wird hier irgendwann dasselbe passieren wie in D, nur ein paar Jahre später - wenn ich dann hoffentlich meinen Jaguar und das Haus mit Boot am Thuner See habe :-))
edit wg. hat sich erledigt...
edit wg. hat sich erledigt...
habichnicht
27.04.2007, 10:14
....und während Osteuropa teilweise in Riesensprüngen aufholt, gelingt es uns noch nicht einmal, das Lohnniveau der 70er Jahre zu halten. Das ist der Punkt. Der Trend geht um uns herum nach oben, während sich bei uns die Abwärtsspirale dreht .Also heitßt es demnächst: Auf ins Ärzteparadies Ostblock (http://www.aerzteblatt.de/v4/foren/beitrag.asp?id=63681)? :-wow
habichnicht
27.04.2007, 10:37
Ich habe im ersten WB-J. in einer westdeutschen Großstadt ("outgesourcte" Abteilung einer großen Klinik) jeweils ca. 1350 netto (Haustarif) rausbekommen. @tarumo: Andreas sucht Interviewkandiadaten (http://www.aerzteblatt.de/v4/foren/beitrag.asp?id=76423). Wäre das nichts für Dich?
edit wg. hat sich erledigt...
habichnicht
27.04.2007, 10:48
Auch hier hilft google beim Quellennachweis;-)
Ne, ne, ne, mein Lieber "tarumo" ;-) Der, der Behauptungen in die Welt bzw. das weltweite Netz setzt, hat die Quellen zu liefern. :-stud
...hat er auch.
Pressemeldung des Ärztlichen Nachrichtendienstes:
Riesa: Polnischer Arzt streicht nach nur drei Wochen die Segel
26.01.07
Leider ist die Meldung, wie ich sehe, mittlerweile im (kostenpflichtigen) Archiv gelandet und die Lokalzeitung ist auch nur für Abonnenten offen. Deswegen habe ich auch keine Links eingestellt. Im Februar war der Originalartikel aber noch für jedermann zu lesen. Allerdings habe ich mich geirrt: der Kollege hat es nur drei Wochen und nicht zwei Monate ausgehalten.
habichnicht
27.04.2007, 11:24
Pressemeldung des Ärztlichen Nachrichtendienstes:
Riesa: Polnischer Arzt streicht nach nur drei Wochen die Segel
26.01.07
Leider ist die Meldung, wie ich sehe, mittlerweile im (kostenpflichtigen) Archiv gelandet und die Lokalzeitung ist auch nur für Abonnenten offen. Deswegen habe ich auch keine Links eingestellt. Im Februar war der Originalartikel aber noch für jedermann zu lesen. Allerdings habe ich mich geirrt: der Kollege hat es nur drei Wochen und nicht zwei Monate ausgehalten.Diese Geschichte kenne ich auch. Link (http://209.85.135.104/search?q=cache:-mVuf86D9iQJ:www.sz-online.de/nachrichten/base.asp%3Fausgabe%3D315%26etag%3D26.01.2007+kinde rarzt+%22Bogdan+Kulesza%22&hl=de&ct=clnk&cd=1&gl=de)
Mit den KV-Honoraren kann das aber nach drei Wochen nichts zu tun gehabt haben.
habichnicht
27.04.2007, 11:44
Zitat:
>Zu den Ärztegehältern in Portugal und Griechenland habe ich im DÄ nichts gefunden. Würdtest Du bitte den Link zu Deiner Quelle im DÄ noch posten?
Ist ca. 1,5 Jahre her (zu dem Zeiten des Ärztestreiks). Im aktuellen (vor ein oder zwei Wochen) sind aber noch diverse Leserbriefe drin (an deren Absender man erkennen kann, daß es sich weiß Gott nicht um Jungrevoluzzer handelt), die diese Tatsache explizit herausstreichen. Wie gesagt, die Tabellen gibt es auf EU-Seiten. Mag auch sein, daß es vor 20 Jahren anders war....
Die Links, bitte, bitte :-)
Auch im Jahr 2007 sind leider nicht alle Dinge dieser Welt klickfertig im Internet abrufbar. Und was für die meisten medizinischen Fachzeitschriften gilt, gilt auch für diverse Vergleichstabellen, die im Frühsommer 2006 wiederholt und statistisch aufbereitet in Printform veröffentlicht worden (inkl. Quellenangaben) sind, so z.B. beim DÄ, MB-Mitteilungen und Spiegel.
Es langt, diese damals interessiert gelesen zu haben und sich ein paar Fakten gemerkt zu haben.
Wer es nicht glauben will, dem wird auch ein Gang in eine Bibliothek nicht helfen. Auf jeden Fall bezieht sich gerade wieder ein aktueller Leserbrief im DÄ auf die damals veröffentlichten Gehaltsvergleiche.
Ich hebe auf jeden Fall keine derartigen Publikationen auf, sorry.
>Mit den KV-Honoraren kann das aber nach drei Wochen nichts zu tun gehabt haben.[/QUOTE]
Sicher nicht...die gibt es nämlich nur gekürzt mit zwei Jahren Verspätung;-)
In Hessen gab es gerade einen sit-in vor der KV deswegen. Aber das ist ja gut so, sonst wüßten die Kollegen schon viel eher, daß sie eigentlich pleite wären.
Aber vielleicht mit dem Mangel an Privatpatienten, überbordender Bürokratie und der ständigen Angst vor einem kleinen großen Regress. Außerdem langt es ja schon, sich ein Bild über deutsche GKV-Ho(h)norare zu machen...die sind ja mehr oder weniger Verschlußsache und sicher nicht in der Ausschreibung veröffentlicht worden.
Ich empfehle übrigens jedem, sich in einem Hausarztforum (z.B. facharzt.de) umzuschauen, bevor hier über die guten Berufsaussichten auf dem Land, für Niedergelassene (oder beides) schwadroniert wird.
Um mal wieder on-topic zu kommen: Lehrer hin, Jurist her, warum man nicht nur überall in der Welt, sondern auch in der deutschen Zahnmedizin (!) ohne ein (unbezahltes) PJ auskommt, erschließt sich mir nach wie vor nicht.
Ich würde nun auch gerne wissen wollen, ob die status-quo-Befürworter die Zahnärzte für schlecht ausgebildet halten????
Im Forum des ÄND gibt es übrigens auch einen interessanten Beitrag zu dieser Diskussion, dem es eigentlich nichts mehr hinzuzufügen gibt:
Zitat:
Das "PJ" wurde ausschließlich (unter gleichzeitiger Abschaffung der Medizinalassistentenzeit) eingeführt, um kostenlose (fast-) ärztliche Hilfskräfte in Krankenhäusern zur Verfügung zu haben.
Denn Medizinalassistenten bekamen zwar sehr wenig, erschienen Politikern (!) aber immer noch zu teuer!
Zweite Stufe "AIP":
Nachdem das "PJ" ja als kostenloser "Ersatz" für die abgeschaffte Medizinalassistentenzeit eingeführt war, zündete Stufe zwei der Ärztevera...hung: Die Medizinalassistentenzeit wurde unter dem Begriff "Arzt im Praktikum" zusätzlich wieder eingeführt.
Resultat:
Nun hatte man die halbfertige akademisch ärztliche Meute ein Jahr lang kostenlos und hernach 1 Jahr lang zum Spottpreis für die Krankenhäuser zur Verfügung. Irgendwann erschien das "Spottpreisjahr" wieder mal zu teuer und wurde daraufhin justamente wieder abgeschafft.
Das Gesamtkonstrukt aus "PJ" und "AIP" darf man mit einiger Distanz wohl getrost als "Aufwärmübung" für das traurige spätere ärztliche Dasein verstehen:
Schön bei maximaler Leistung auch ohne jedwede oder später bestenfalls blamabel geringe Bezahlung malochen, damit die "Möhre" irgendeiner "Vollstelle später mal" schön weiter vor der Nase hängenblieb!
Die Konzeption hat funktioniert, wie man jetzt an der grotesk lächerlich geringen Forderung der PJ-Studenten feststellen kann:
Sie fordern die allgemeine Einführung einer PJ-Vergütung von mindestens 400 Euro pro Monat
Blamabel (alleine schon der Begriff "Vergütung" dafür), aber nicht verwunderlich, die Medizinstudiumsgehirnwäsche und die numerus-clausus Präselektion scheint immer noch einwandfrei zu funktionieren.
Hier formieren sich bereits potentielle Erfolgskader für später KV-Funktionärspöstchen!
Bereits der dämlichste Lehrling im Alter von 16 Jahren erhält eine höhere "Vergütung" (fürs Rumstehen im Wege mindestens im ersten Lehrjahr)!
Fast noch schlimmer erscheint in diesem Zusammenhang die fadenscheinige Begründung der PJ´ler für ihre Forderung:
...um die PJler stärker für ihre Arbeit zu motivieren und die Abwanderung junger Ärzte ins Ausland zu verhindern.
Häh???
Ist das deren Aufgabe? Wer verständlicherweise ohne Bezahlung nicht so richtig motiviert ist, geht halt ins Ausland. Na und?? Völlig richtig!!! Und die "zurückgebliebenen" PJ´ler? Fühlen die sich einsam? Müssen Sie deshalb die "Flucht" der Kommilitonen "verhindern" wollen??
Quatsch!!!
Die wollen einfach Kohle für ihre PJ-Arbeit! Und das völlig zu Recht! Und so lautet also der wichtigste Ausbildungsschritt für den angehenden Mediziner:
Drück Dein Rückgrat durch und tritt ohne wenn und aber (und vorgeschützte fadenscheinige Gründe) für Deine berechtigten Forderungen ein!
Ansonsten wirst Du halt nicht Arzt sondern typisch deutscher Kassenarzt (Ausgabe Duckmäuser), oder noch schlimmer KV-Funktionär!
KingLoui
27.04.2007, 15:45
Danke Tarumo, manchmal habe ich das Gefühl ich wäre der einizige, der denkt, dass hier in Deutschland die Ärzte von vorne bis hinten verar...t werden. Vermutlich sind die denen es ähnlich geht eh schon alle weg, ich lern auch schon holländisch. Schrecklich das die, die merken das hier was nicht stimmt auch noch von einigen Kollegen, als unverschämt oder undankbar hingestellt werden. Von Lehrern und anderen Fachfremden brauchen wir hier gar nicht anzufangen, da kommt mir nämlich die Galle hoch! O-ton einer Lehrerin kürzlich: "Warum sollten die Patienten denn so dankbar sein? Ist doch alles Dienstleistung."
Ja danke, dieses Land ist für Ärzte echt der Albtraum.
ich lern auch schon holländisch.Guckst Du dort::-top http://www.medi-learn.de/medizinstudium/foren/showthread.php?t=22118
"Ich hab irgendwie im Hinterkopf, das es in Holland vergleichsweise schwer ist, seinen Facharzt zu machen, da es nur eine bestimmte Anzahl von Weiterbildungsplätzen gibt und das diese zentral vergeben werden....."
Das stimmt. Deshalb gibt es in Holland die Unterscheidung AGNIO / AGIO, übersetzt mit Assistenzarzt Nicht in Ausbildung / Assistenzarzt in Ausbildung.
Fast alle holländisches Medizinstudenten arbeiten nach dem Studium 1-2 Jahre als AGNIOs, bis sie einen Platz für die Facharztausbildung bekommen.... .
Im Internet findet man Tariftabellen für holländische Ärzte (CAO), ...
-> im ersten Jahr als Assistenzarzt € 2733 brutto,
im zweiten Jahr € 2848 brutto,
jeweils plus Ortszuschlag fürs Umland
KingLoui
27.04.2007, 16:37
Es ging mir primär um die Bedingungen und weniger um die Bezahlung. Gut, das mit den schwierigen Aufnahmebedingungen war mir so nicht bekannt. Allerdings ist, wenn man den Platz hat, die Art des Arbeitens wesentlich angenehmer als hier. Muss da natürlich auf Infos von anderen vertrauen.
Es ging mir primär um die Bedingungen und weniger um die Bezahlung...... Allerdings ist, wenn man den Platz hat, die Art des Arbeitens wesentlich angenehmer als hier. Muss da natürlich auf Infos von anderen vertrauen.Nach dem, was ich darüber gehört habe, soll das Arbeiten dort tatsächlich angenehmer sein.
Hier ist noch ein Videobericht (http://www.zdf.de/ZDFmediathek/inhalt/17/0,4070,3970321-6-wm_dsl,00.html#) über deutsche Ärzte in einem niederländischen Krankenhaus.
Feuerblick
27.04.2007, 17:36
Jau, Tarumo, das zeugt von erwachsenem Denken! Sich hinstellen, mit dem Fuß aufstampfen und sagen "Ich will aber!!!". Wäre es nicht schlauer, sich vorher hinzusetzen und realistische (!) Pläne auszuhecken? Die man in Verhandlungen vielleicht als "Kompromiss" anbieten kann? Wie schon gesagt: Passt auf, was ihr euch wünscht, es könnte wahr werden...
EDIT: Übrigens dauerte das AiP 18 Monate. Erst mal informieren, mein Herr, bevor große Töne gespuckt werden...:-meinung
Salmonella
27.04.2007, 17:58
Lehrer hin, Jurist her, warum man nicht nur überall in der Welt, sondern auch in der deutschen Zahnmedizin (!) ohne ein (unbezahltes) PJ auskommt, erschließt sich mir nach wie vor nicht.
Ich würde nun auch gerne wissen wollen, ob die status-quo-Befürworter die Zahnärzte für schlecht ausgebildet halten????
anscheinend kennst du dich mit dem ablauf des zahnmedizinstudiums nicht aus....
zahnis behandeln vom 7. bis zum 10. semester ganztags klinikpatienten OHNE jegliche finanzielle vergütung...
vier semester arbeiten am patienten....wo soll also hier die schlechte ausbildung sein - praxisrelevanter geht das studium ja wohl kaum noch....
KingLoui
27.04.2007, 18:18
Allerdings behandeln die Zahnis auch eher so Spaß-Patienten (no offend) die sich freiwillig melden, ist mit durchgängigem Klinikalltag wie im PJ eher weniger zu vergleichen, wie ich meine. Die Ausbildung ist jedoch bestimmt gut.
@Feuerblick
Du hast sicherlich Recht mit deinen Bedenken die du im letzten Post angebracht hast. Allerdings fehlt mir da die Erklärung, warum der Heliosklinkenkonzern seine PJler freiwillig bezahlt, so ein Klotz am Bein, den hinterher niemand haben, will können sie ja wohl dann nicht sein.
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