Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Alternativmedizin/Ganzheitsmedizin!Wie gut ist sie wirklich?
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Hippokrates2
25.01.2008, 22:55
Findet ihr nicht, dass eine Medizin, die weit davon entfernt ist alles verstehen oder heilen zu können, die noch große Defizite sowohl in Theorie als auch Praxiserfolg hat, es sich teilweise erschreckend einfach macht, bestimmte neue Konzepte zu verwerfen, und das auch noch in manchmal beängstigendem Tempo?
Finde ich schon! ICh bin der Meinung, dass man nicht mit Scheuklappen rumlaufen sollte; und dass neben der evidenz-basierten Studien auch solche ihren Platz finden, die auf Emperie basieren.
Ich verteufele keineswegs ärztlichen Fortschritt und auch nicht die medizinische Technologie, nur sollten wir dafür sorgen, dass der Fortschritt unsere Existenz nicht bedroht!
Exakte Logik, Naturwissenschaft und isoliertes Fachdenken auf der einen Seite und ärztliche Kunst, Intuition und eine mehr kybernetische Denkweise sind die beiden Gegenpole, unter denen sich heute die ärztliche Entscheidung zu bewegen scheint. Aber im Interesse der Kranken, denen wir dienen, sollte das Eine nicht das Andere ausschalten! Beide MÜSSEN sich sinnvoll ERGÄNZEN!
Hippokrates2
25.01.2008, 22:57
Der Weg von Ideologie zu Dogmatik ist nicht weit ;-)
Wenn jmnd. für Argumente einfach nicht empfänglich ist, kommt man keinen Schritt weiter. Aber versuchen wir Hippokrates2 zu überzeugen :-top
Wenn alle Heilpraktiker so "argumentieren" (würden), dann ist das blinde Ideologie pur.
Ich begrüße diese Diskussion prinzipiell auch & bin total d'accord das man nicht alles akzeptieren sollte ohne es kritisch zu hinterfragen - insbes. im Hinblick auf Scharlatanerie und Pat.-Gesundheit. EBM hat defintiv seine Daseinsberechtigung und als angeh. "Schul"-Mediziner breche ich dafür auch gerne eine Lanze...
Aber, Problem nach wie vor: Keine Partei kann sich von dem Vorwurf gänzlich befreien, nicht unvoreingenommen zu sein. Und im Zweifel kommt das als Totschlagargument - egal von wem. Dann beginnt der Spaß von vorne und das Karussell dreht sich fröhlich weiter...
Ich bin gespannt :-)
@ Hippokrates2: Ich hoffe, du findest nur meinen Beitrag interessant ;-) Ich werde mich aber dazu nicht mehr äußern....
Interessant ... :-top :-lesen
Hippokrates2
26.01.2008, 00:13
Die exakte Wissenschaft hat Grenzen gezogen, wo es besser wäre für die VIELEN Kranken, Brücken zu schlagen!
Kevin the Cannibal
26.01.2008, 05:08
Findet ihr nicht, dass eine Medizin, die weit davon entfernt ist alles verstehen oder heilen zu können, die noch große Defizite sowohl in Theorie als auch Praxiserfolg hat, es sich teilweise erschreckend einfach macht, bestimmte neue Konzepte zu verwerfen, und das auch noch in manchmal beängstigendem Tempo?
Neue Konzepte? Alles was Hippokrates2 hier aus seinem Hut zaubert sind olle Kamellen, die die Menschheit schon seit Anbeginn begleiten.
Kevin the Cannibal
26.01.2008, 05:26
Finde ich schon! ICh bin der Meinung, dass man nicht mit Scheuklappen rumlaufen sollte; und dass neben der evidenz-basierten Studien auch solche ihren Platz finden, die auf Emperie basieren.
Versuch einer Brücke für Dich:
Verknüpfe Deine Empirie mit experimenteller Erfahrung, sichere das Ganze statistisch ab und sorge dafür, dass der Faktor "Willkür" die Ergebnisse nicht beeinflusst, dann bist bei der Evidenz angelangt.
Ich verteufele keineswegs ärztlichen Fortschritt und auch nicht die medizinische Technologie, nur sollten wir dafür sorgen, dass der Fortschritt unsere Existenz nicht bedroht!
Der medizinische Fortschritt bedroht unsere Existenz? Inwiefern?
Ach, Du spielst auf den Aspekt an, dass durch die Eingriffe des Menschen die "natürliche Auslese", keine große Rolle mehr spielt und damit langfristig der Anteil mutierter/defekter Gene im Genpool der Menschheit steigt? Oder wie soll ich das verstehen?
Exakte Logik, Naturwissenschaft und isoliertes Fachdenken auf der einen Seite und ärztliche Kunst, Intuition und eine mehr kybernetische Denkweise sind die beiden Gegenpole, unter denen sich heute die ärztliche Entscheidung zu bewegen scheint. Aber im Interesse der Kranken, denen wir dienen, sollte das Eine nicht das Andere ausschalten! Beide MÜSSEN sich sinnvoll ERGÄNZEN!
Richtig. Außer Dir hat hier nie jemand etwas anderes behauptet. Nur Du sprichst Ärzten eine ganzheitliche Betrachtungsweise ab.
Die Niere
26.01.2008, 07:46
Auch wenn mein Aufruf hier ein wenig zu spät kommt, da sich die Luft ja schon wieder ein wenig beruhig hat und ich es sehr begrüsse, dass hier wieder eine ernsthafte Diskussion stattfindet.
Weitere Beleidigungen werden hier nicht geduldet und ich bitte auch von "subtilen" Auswüchsen dieser Art abzusehen. Wer nicht die Meinung der Kontrahenten teilen kann UND nicht vernünftig argumentieren will, der liest bitte hier nicht mehr weiter. Vielen Dank!
gruesse, die niere, mod
Hallo!
ICh bin der Meinung, dass man nicht mit Scheuklappen rumlaufen sollte; und dass neben der evidenz-basierten Studien auch solche ihren Platz finden, die auf Emperie basieren.
Genau das ist ja das Problem: gerade evidenzbasierte Medizin basiert auf Empirie, d.h. auf der kontrollierten, systematischen Beobachtung in Verbindung mit Auswertung der Beobachtung nach objektivierbaren Kriterien. Sich auf persönliche Erfahrungswerte zu stützen, womöglich in Verbindung mit dem Argument der "Tradition" ("Alte überlieferte Methode" usw.) ist keine Form der Empirie, die einen zu Rückschlüssen auf allgemeine Zusammenhänge berechtigt.
Wenn man so eine Form "subjektiver Empirie" als ausreichende Begründung für therapeutische / diagnostische Entscheidungen zulässt, dann erfährt der Patient nicht "individuelle, ganzheitliche Zuwendung", vielmehr begibt man sich in das Reich der Beliebigkeit, denn: irgendwo auf dieser Welt wird man immer jemanden finden, der mit irgendeiner bestimmten Methode "gute Erfahrungen" gemacht hat.
Ich verteufele keineswegs ärztlichen Fortschritt und auch nicht die medizinische Technologie, nur sollten wir dafür sorgen, dass der Fortschritt unsere Existenz nicht bedroht!
Das klingt sehr gut, aber ist eine nichtssagende Phrase, solange die Bezüge nicht geklärt sind: soll das ganze bedeuten, daß medizinischer Fortschritt unsere Existenz bedroht? Und im Umkehrschluß, daß der Verzicht auf medizinischen Fortschritt dazu beiträgt, unsere Existenz und unser Fortbestehen zu sichern?
Dafür würde ich gerne ein paar Beispiele und Begründungen hören, bevor ich es glaube...
Exakte Logik, Naturwissenschaft und isoliertes Fachdenken auf der einen Seite und ärztliche Kunst, Intuition und eine mehr kybernetische Denkweise sind die beiden Gegenpole, unter denen sich heute die ärztliche Entscheidung zu bewegen scheint.
Ärztliches Handeln (das vielleicht als Kunst bezeichnet werden kann), zeichnet sich gerade dadurch aus, daß man die individuelle (gesundheitliche, psychische, soziale) Situation des konkreten Patienten gleichermaßen berücksichtigt wie den anerkannten aktuellen Erkenntnisstand der medizinischen Wissenschaft.
Inwiefern sich - ich denke, das meinst Du - wissenschaftliche Medizin ausschließlich durch "exakte Logik, Naturwissenschaft und isoliertes Fachdenken" unter Ausschluß von "Intuition" auszeichnen soll, ist mir schleierhaft. Noch viel nebulöser klingt die Forderung nach "kybernetischer Denkweise" in der Medizin. Um über solche Dinge diskutieren zu können, müsstest Du schon klar machen, was das bedeuten soll, sonst reden wir über "Nebelschwaden", und zwar jeder über seine eigenen...
Grüße!
Hippokrates2
26.01.2008, 17:36
Ich versuch mal auf alle gestellten Fragen - die sich ja im Grunde für mich ähneln - eine passende Antwort zu formulieren. Wenn der Eine oder Andere dabei zu kurz kommt, dann ist das von mir keine Absicht und kein Ausweichen…
Das Studium von heute ist (leider) praxisfremd. Das rein Ärztliche kommt bei der Ausbildung zu kurz und die Entfaltung ärztlichen Denkens und Handelns wird keinesfalls gefördert. So ist der Kranke reinen Technikern ausgeliefert, die die Diagnostizier - Maschinerie mehr oder weniger perfekt beherrschen und die sich für die objektivierbaren Befunde mehr interessieren als für die Person des Kranken und sein Schicksal selbst!
Wobei nicht der Eindruck entstehen soll, dass es unter den vielen Wissenschaftlern und Klinikern nicht Ärzte in meinem Sinne gibt; aber die sind es wiederum nicht durch die Ausbildung geworden, sondern TROTZ der dabei geltenden Grundsätze!
Die Bedrohung resultiert eben aus dem Gesagten; Maschinen ersetzen immer mehr den ARZT, seine EXISTENZ!
Deswegen sollten alle mithelfen, dass das zu betonte mechanistische Denken und Handeln zu Gunsten einer unschädlichen Therapierichtung eingedämmt wird, die mehr auf die Regulationsmechanismen ausgerichtet ist und die Körpereigenen Heilmöglichkeiten mehr berücksichtigt!
Um diesen Auftrag gerecht zu werden müssen wir die exakte Wissenschaft im Sinne der Mathematischen Logik um eine mehr empirische Wissenschaft erweitern. Sonst wird die Humanmedizin immer mehr den Kontakt mit den Menschen verlieren und immer inhumaner und steriler werden.
Im Bericht der WHO über die WELTGESUNDHEITSLAGE von 1973-77 heißt es: ,, Der rapide Fortschritt in den letzten Jahren sowohl im biologischen Wissen wie in medizinischer Technologie geht nicht mit einer Verbesserung der Weltgesundheit parallel. Es klafft eine vielleicht größer werdende Lücke zwischen den medizinischen Möglichkeiten einerseits und der Verhütung und Heilung von Krankheiten andererseits.’’
Unser sich ständig erweiternde Wissen in der Morphologie und Physiologie hat bei den ’’FUNKTIONELLEN’’ und ’’essentiellen’’ Krankheiten keine große therapeutische Erfolge gebracht. Unsere praktischen Möglichkeiten , die Systeme und ihre Autoregulation
( Kybernetik) therapeutisch zu stabilisieren, sind unabhängig vom Wissen um die Strukturen.
Insofern stell ich hier wieder die Eingangs-Frage: Wie gut ist die Alternativmedizin wirklich? Ich erweitere die Frage: welchen großen Wert hat sie, setzt man diese komplementär ein?
Ich wünschte mir darüber entsprechende Debatte zu führen, als es leider bisher der Fall war!
Meine Meinung kennt ihr. Ich möchte nicht den Eindruck erwecken, die Schulmedizin durch die Alternativmedizin zu ersetzen, aber man kann sie sehr wohl erweitern und effektiver werden lassen!
Im Bericht der WHO über die WELTGESUNDHEITSLAGE von 1973-77 heißt es: ,, Der rapide Fortschritt in den letzten Jahren sowohl im biologischen Wissen wie in medizinischer Technologie geht nicht mit einer Verbesserung der Weltgesundheit parallel. Es klafft eine vielleicht größer werdende Lücke zwischen den medizinischen Möglichkeiten einerseits und der Verhütung und Heilung von Krankheiten andererseits.’’
Zum einen können sich viele Länder diese Medizin nicht leisten. Zum anderen wird "Krankheit" als solche nie weniger, denn dann wären wir unsterblich. Die Zunahme der Lebenserwartung ist da vielleicht ein besserer Parameter.
Unser sich ständig erweiternde Wissen in der Morphologie und Physiologie hat bei den ’’FUNKTIONELLEN’’ und ’’essentiellen’’ Krankheiten keine große therapeutische Erfolge gebracht. Unsere praktischen Möglichkeiten , die Systeme und ihre Autoregulation
( Kybernetik) therapeutisch zu stabilisieren, sind unabhängig vom Wissen um die Strukturen.
Ohne Belege der einzelnen Verfahren kommt das über bloße Heilsversprechen nicht hinaus und es bleibt bei leeren Worthülsen.
Ich wünschte mir darüber entsprechende Debatte zu führen, als es leider bisher der Fall war!
Meine Meinung kennt ihr. Ich möchte nicht den Eindruck erwecken, die Schulmedizin durch die Alternativmedizin zu ersetzen, aber man kann sie sehr wohl erweitern und effektiver werden lassen!
Du hast in diesem Thread schon einige Behauptungen aufgestellt. Vielleicht diskutieren wir die erst mal weiter. Was ist nun mit der DGE und ImuPro300 ?
Kevin the Cannibal
26.01.2008, 19:19
Im Bericht der WHO über die WELTGESUNDHEITSLAGE von 1973-77 heißt es: ,, Der rapide Fortschritt in den letzten Jahren sowohl im biologischen Wissen wie in medizinischer Technologie geht nicht mit einer Verbesserung der Weltgesundheit parallel. Es klafft eine vielleicht größer werdende Lücke zwischen den medizinischen Möglichkeiten einerseits und der Verhütung und Heilung von Krankheiten andererseits.’’
Wir sind mittlerweile 6,6 Mrd. Menschen auf der Erde, davon kommen lediglich 10% in den "Genuss" des medizinischen Kenntnisstandes, welchen wir hier in Europa und Nordamerika und einigen anderen Ländern erreicht haben. Das ist m.E. der Grund für diese "klaffende Lücke".
Unser sich ständig erweiternde Wissen in der Morphologie und Physiologie hat bei den ’’FUNKTIONELLEN’’ und ’’essentiellen’’ Krankheiten keine große therapeutische Erfolge gebracht.
Ein klassischer Fehlschluss, s.o.
Unsere praktischen Möglichkeiten, die Systeme und ihre Autoregulation
(Kybernetik) therapeutisch zu stabilisieren, sind unabhängig vom Wissen um die Strukturen.
Abgesehen davon, dass ich diese Meinung nicht mit Dir teile, rate ich Dir dringend ab, Humanmedizin zu studieren. Das Wissen um die Strukturen ist grundlegender Bestandteil des Studiums (Vorklinik), gewissermaßen die Basis, auf der die schulmedizinische Heilkunst aufbaut. Nach allem was Du hier von Dir gegeben hast, kann ich Dir jetzt schon sagen, dass Du eingehen wirst wie ein Primelchen. Tu Dir das nicht an; ein wirklich freundschaftlich gemeinter Rat.
Insofern stell ich hier wieder die Eingangs-Frage: Wie gut ist die Alternativmedizin wirklich? Ich erweitere die Frage: welchen großen Wert hat sie, setzt man diese komplementär ein?
Ich wünschte mir darüber entsprechende Debatte zu führen, als es leider bisher der Fall war!
Meine Meinung kennt ihr. Ich möchte nicht den Eindruck erwecken, die Schulmedizin durch die Alternativmedizin zu ersetzen, aber man kann sie sehr wohl erweitern und effektiver werden lassen!
Wir brauchen keine Alternativmedizin, schon gar nicht, wenn sie nicht evidenzbasiert ist. Wir brauchen Ärzte, die wirklich Zeit haben für ihre Patienten; für eine gute Anamnese, eine gute Diagnose, eine gute Therapie und nicht zuletzt für das eine oder andere gute Gespräch. Ziel muss es sein, dass sich der Patient wirklich angenommen und als Mensch wahrgenommen fühlt. Ich denke das ist es, was die Menschen vermissen, die sich von der Schulmedizin ab- und Heilpraktikern zuwenden. Der Heilpraktiker hat natürlich Zeit für sie, er bekommt schließlich Ba-Kesch für seinen Aufwand. :-))
Hippokrates2
27.01.2008, 00:34
Früher konsultierte der Patient den Arzt, weil er ein ''Wehwehchen'' hatte. Er sagte:,,Herr Dr., ich habe Kopfschmerzen.'' Heute hat der Patient nicht nur ein Problem. Er geht zum Arzt und sagt:,,Herr Dr., ich habe Kopfschmerzen, Schwindel, Herzstolpern, Bauchschmerzen, Rückenschmerzen und depressiv bin ich auch noch.'' Es ist nicht zu leugnen, dass wir heute vergleichsweise einen multimorbiden Patienten haben.
Nicht nur die Bevölkerungszahl dieser Erde hat zugenomen, sondern auch die Krankheiten , die eine Person betreffen.
Und es ist sicherlich richtig, dass die Medizin große Entwicklungsschritte gemacht hat ( möchte ich nicht missen!), aber es ist auch eine Tatsache, dass grad' die Diagnostik und Therapie der funktionellen Erkrankungen von diesem Fortschritt nicht wirklich profitiert haben. Daher sagte ich, dass das ständig wachsende Wissen um die Strukturen und der Physiologie bei den funktionellen Erkrankungen keine tatsächliche Effektivität gezeigt hat.
Der Fortschritt und damit das wachsende Wissen um Morphologie und Physiologie ist bedingungslos in der Pathophysiologie und Pathologie der Organe zu finden! Gar keine Frage und es ist auch gut so.
Angesichts der vielen unzufriedenen Patienten darf man - so wie ich finde - diese Tatsach nicht, mit dem Schutzmechanismus der Sublimation begegnen.
Deinen Rat kann ich leider nicht annehmen, da ich mit diesem sicher nichts anfangen kann.
Natürlich ist das Wissen um die Strukturen die ''Basis'' und ein ''grundlegender Bestandteil des Studiums'' und ich freue mich darauf dahingehend unterrichtet zu werden ; alles Andere wäre absurd. Aber nur diese als den ''Stein des Weisens'' anzusehen, wäre gewiss nicht richtig. Insofern werde ich nach dem Studium BEIDES, das Wissen um die Morphologie und Physiologie und das Wissen wie man am besten Funktionlle Erkrankungen behandelt - und zwar durch die Stabilisation der autoregulatorischen Mechanismen ( Kybernetik), warnehmen und in meinen Überlegungen und Schlüssen miteinbeziehen!
Lass mich noch eins sagen: Genau mit diesen persönlichen Ratschlägen gerät die Diskussion aus dem Ruder. Ich werde dazu verleitet, einmal wieder persönliche Details preiszugeben und das wird wieder dann als BESSERWISSERREI vertanden. Deshalb wäre ich all denen, die hier mitdiskutieren möchten, sehr verbunden, wenn sie nicht personalisieren würden, sondern eher verallgemeiner. Danke schon mal dafür.
Kevin the Cannibal
27.01.2008, 05:29
Früher konsultierte der Patient den Arzt, weil er ein ''Wehwehchen'' hatte. Er sagte:,,Herr Dr., ich habe Kopfschmerzen.'' Heute hat der Patient nicht nur ein Problem. Er geht zum Arzt und sagt:,,Herr Dr., ich habe Kopfschmerzen, Schwindel, Herzstolpern, Bauchschmerzen, Rückenschmerzen und depressiv bin ich auch noch.'' Es ist nicht zu leugnen, dass wir heute vergleichsweise einen multimorbiden Patienten haben.
Nicht nur die Bevölkerungszahl dieser Erde hat zugenomen, sondern auch die Krankheiten , die eine Person betreffen.
Ich halte es für eine subjektive Beobachtung und durch keinerlei objektive Fakten untermauerte Behauptung, dass die Menschen heutzutage kranker seien als in früheren Zeiten. Deswegen halte ich die von Dir postulierte Schlussfolgerung, Diagnostik und Therapie hätten von dem Erkenntnisgewinn in der medizinischen Forschung nicht profitiert, nach wie vor für unzulässig.
Gegenbeispiel: vor wenigen Jahren wurde Heliobacter pylori entdeckt und als Ursache für drei Viertel aller Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre ausgemacht. Heute behandelt man diese Krankheit sehr effektiv mit Antibiotika (Erfolgsrate 95%, Reinfektionsrate 1%; Quelle: Wikipedia). Früher musste man Basenpräparate schlucken und/oder bekam Hemmer der Magensäureproduktion verabreicht, und trotzdem kehrten die Beschwerden immer wieder zurück. Ganz davon abgesehen dass chronische Geschwüre das Risiko für ein Magen- oder Duodenalkarzinom erheblich steigern.
Angesichts der vielen unzufriedenen Patienten darf man - so wie ich finde - diese Tatsach nicht, mit dem Schutzmechanismus der Sublimation begegnen.
Es tut mir leid aber ich weiß nicht, was Du mit "Schutzmechanismus der Sublimation" meinst. In der Physik meint man mit Sublimation den direkten Übergang vom festen in den gasförmigen Aggregatszustand. In einem anderen Kontext ist mir der Begriff unbekannt.
Natürlich ist das Wissen um die Strukturen die ''Basis'' und ein ''grundlegender Bestandteil des Studiums'' und ich freue mich darauf dahingehend unterrichtet zu werden ; alles Andere wäre absurd. Aber nur diese als den ''Stein des Weisens'' anzusehen, wäre gewiss nicht richtig.
Nachdem es nur die Basis ist, wird es sicher etwas geben, was darauf aufsetzt, dessen sei versichert.
Insofern werde ich nach dem Studium BEIDES, das Wissen um die Morphologie und Physiologie und das Wissen wie man am besten Funktionlle Erkrankungen behandelt - und zwar durch die Stabilisation der autoregulatorischen Mechanismen ( Kybernetik), warnehmen und in meinen Überlegungen und Schlüssen miteinbeziehen!
Mit anderen Worten: Die Selbstheilungskräfte des Menschen fördern.
Wie gesagt: ich bin davon überzeugt, dass jeder gute Arzt sein Denken und Handeln als ganzheitlich begreift und deshalb auch solche Aspekte selbstverständlich in seine Therapie integriert.
Wusstest Du übrigens, dass es in der Medizin Denkrichtungen gibt, die sich speziell mit der Thematik "Der Mensch als Einheit von Körper, Geist und seiner Umwelt" auch wissenschaftlich auseinandersetzen? Zum Einstieg hier (http://www.aeksh.de/shae/2003/200304/rezension.html)
zweistein
27.01.2008, 05:35
...... für eine gute Anamnese, eine gute Diagnose, eine gute Therapie...Also ich wäre schon mit einer korrekten Anamnese der richtigen Diagnose und einer ausreichenden Therapie zufrieden.
..Wir brauchen Ärzte, die wirklich Zeit haben für ihre Patienten; .......... Der Heilpraktiker hat natürlich Zeit für sie, er bekommt schließlich Ba-Kesch für seinen Aufwand. :-))Alles klar: Wir brauchen Direktabrechnung. :-))
Alle Achtung, klasse gemacht. :-top
Und es ist sicherlich richtig, dass die Medizin große Entwicklungsschritte gemacht hat ( möchte ich nicht missen!), aber es ist auch eine Tatsache, dass grad' die Diagnostik und Therapie der funktionellen Erkrankungen von diesem Fortschritt nicht wirklich profitiert haben. Daher sagte ich, dass das ständig wachsende Wissen um die Strukturen und der Physiologie bei den funktionellen Erkrankungen keine tatsächliche Effektivität gezeigt hat.
HÄÄ???? Kannst du das auch irgendwie belegen? Glaubst du alle Fachärzte für Psychsomatk sind Idioten? Was ist die Grundlage deiner Behauptung? Was denkst du treibt ne psychosomatische Klinik so den ganzen Tag?
Ich warte immer noch auf deine Antwort bzgl. ImuPro...
Kevin the Cannibal
27.01.2008, 08:35
Also ich wäre schon mit einer korrekten Anamnese der richtigen Diagnose und einer ausreichenden Therapie zufrieden.
Danke. Für einen kurzen Moment verfiel ich auch der Schwurbelei. Scheint wohl abzufärben.
Alles klar: Wir brauchen Direktabrechnung.
Also falls Du damit auf diese Truppe (http://www.buendnis-direktabrechnung.de/) hier anspielst, so kann ich dazu nur sagen, dass ich persönlich von deren Zielen recht wenig halte, da sie doch reichlich unrealistisch sind. Ich liebäugele eher damit mich irgendwann als Privatarzt (ohne Kassenzulassung) niederzulassen, um wie der Heilpraktiker ausreichend Zeit für meine Patienten zu haben.
rate mal
27.01.2008, 10:36
Ich warte immer noch auf deine Antwort bzgl. ImuPro...Christo, hier geht's nicht um fachliche Aspekte alternativer Verfahren, sondern um Politik.
Deshalb wirst Du auf die Antwort auf Deine Frage noch lange warten können, genau wie alle anderen, deren konkrete Fragen zu fachlichen Aspekten alternativer Verfahren auch nicht beantwortet worden sind.
Sebastian1
27.01.2008, 16:36
Christo, hier geht's nicht um fachliche Aspekte alternativer Verfahren, sondern um Politik.
/s/Politik/Geschwurbel.
Woran ich bei meinem Kommentar dachte war ein Mediziner, der von Haus aus meinte, man könne alles in die Tone treten, was nicht Pharmakon, Krankengymnastik, Reizstrom oder OP ist. Ich meine woher will er das so sicher wissen? Hat er es je untersucht oder sich damit befasst? Es beruht nur auf einer generellen Ablehnung mit Gewohnheit als einziger Rechtfertigung.
Selbst die Wirkung einiger Pharmaka beruht auf unbekannten Mechanismen. Sogar bei schlichten Vasodilatatoren wie Dihydralazin ist das der Fall, aber auch einigen erwünschten Nebenwirkungen, die sich mit der Bindung des primär angesteuerten Rezeptors nicht erklären lassen. Fakt ist, dass nicht immer und nie bis ins letzte Detail bekannt ist, woran ein Pharmakon bindet, welchem Mechanismus manche Wirkungen zuzuschreiben sind oder was genau welche Signalkaskade auslöst, man kennt ja noch nichtmal alle von denen.
Wäre es nicht möglich, dass bestimmte elektrostatische Wechselwirkungen beim Verdünnungsprozess Änderungen in der Atomhülle bewirken, die durchaus Auswirkungen haben? Ist der Füllstoff ohne Kontakt zu einem Wirkstoff wirklich derselbe wie einer nach dem Mischen und Verdünnen? Woher wissen wir das? Wir können es nicht wissen, aber wenn wir es von Haus aus verwerfen, werden wir es nie rausfinden!
Genau so wird der Placeboeffekt unterschätzt. Wer sagt, dass nicht neuronale Schaltkreise dadurch angeworfen werden, die die Produktion bestimmter Mediatoren auslöst, die biochemische Effekte erzielen? Vielleicht sogar etwas Diffizileres auf quantenmechanischer Ebene etc.?
Lohnt es sich nicht, dem nachzugehen? Und braucht es dafür nicht vor allen Dingen einen offenen Geist, den man am besten mit positiver Ausgangshypothese bei Bewahrung wissenschaftlicher Methoden und einer wachen, nicht ablehnenden, Kritikfähigkeit erreicht?
Sicher ist es eine Gratwanderung, aber Neuerungen scheiterten in der Wissenschaft nur allzu oft am Establishment, was die Anwendung in der Praxis unnötig um Jahre verzögerte.
Es beruht nur auf einer generellen Ablehnung mit Gewohnheit als einziger Rechtfertigung.
...
Sicher ist es eine Gratwanderung, aber Neuerungen scheiterten in der Wissenschaft nur allzu oft am Establishment, was die Anwendung in der Praxis unnötig um Jahre verzögerte.
Wie schon gesagt wurde handelt sich oft nicht um Neuerungen sondern um alte Hüte. Zweitens muss tatsächlich nicht immer alles verstanden sein, ein schlichter Wirksamkeitsnachweis reicht oft schon. Schönes Beispiel ist die Homöopathie. In 200 Jahren hat es keiner geschafft die Wirksamkeit der Glaubuli zu belegen. Was meinst Du wieviele Jahrhunderte wir da noch warten müssen? Quantenmechanik hin oder her.
Hippokrates2
27.01.2008, 20:12
Ich halte es für eine subjektive Beobachtung und durch keinerlei objektive Fakten untermauerte Behauptung, dass die Menschen heutzutage kranker seien als in früheren Zeiten. Deswegen halte ich die von Dir postulierte Schlussfolgerung, Diagnostik und Therapie hätten von dem Erkenntnisgewinn in der medizinischen Forschung nicht profitiert, nach wie vor für unzulässig.
Gegenbeispiel: vor wenigen Jahren wurde Heliobacter pylori entdeckt und als Ursache für drei Viertel aller Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre ausgemacht. Heute behandelt man diese Krankheit sehr effektiv mit Antibiotika (Erfolgsrate 95%, Reinfektionsrate 1%; Quelle: Wikipedia). Früher musste man Basenpräparate schlucken und/oder bekam Hemmer der Magensäureproduktion verabreicht, und trotzdem kehrten die Beschwerden immer wieder zurück. Ganz davon abgesehen dass chronische Geschwüre das Risiko für ein Magen- oder Duodenalkarzinom erheblich steigern.
Es tut mir leid aber ich weiß nicht, was Du mit "Schutzmechanismus der Sublimation" meinst. In der Physik meint man mit Sublimation den direkten Übergang vom festen in den gasförmigen Aggregatszustand. In einem anderen Kontext ist mir der Begriff unbekannt.
Nachdem es nur die Basis ist, wird es sicher etwas geben, was darauf aufsetzt, dessen sei versichert.
Mit anderen Worten: Die Selbstheilungskräfte des Menschen fördern.
Wie gesagt: ich bin davon überzeugt, dass jeder gute Arzt sein Denken und Handeln als ganzheitlich begreift und deshalb auch solche Aspekte selbstverständlich in seine Therapie integriert.
Wusstest Du übrigens, dass es in der Medizin Denkrichtungen gibt, die sich speziell mit der Thematik "Der Mensch als Einheit von Körper, Geist und seiner Umwelt" auch wissenschaftlich auseinandersetzen? Zum Einstieg hier (http://www.aeksh.de/shae/2003/200304/rezension.html)
Ich habe nicht behauptet, dass die Diagnostik und die Therapie in der Medizin generell nicht vom medizinischen Fortschritt profitiert hätten, sondern, dass bezog sich lediglich auf die ''FUNKTIONELLEN ERKRANKUNGEN!''
Und dass die Menschen heute multiemorbid sind, ist kein Geheimnis. Siehe die langen Krankheitslisten und die dazugehörige Medikation in den Patientenkarteine!
Das Helicobater pylori Beispiel, ist ein gutes Beispiel für Strukturveränderung und der passenden Therapie dazu, hat aber gar nichts mit einer funktionellen Erkrankung zu tun!...
Suche das Stichwort SUBLIMATION nicht in die Physik, sondern in der Psychologie, da findest Du die passende Antwort dafür!...
Das von Dir angebotene Buch setzt sich offenbar mit der Psychosomatik auseinander. Schwerpunkt sind wahrscheinlich die Traumata während der pränatalen Phase, perinatalen Phase, die sich später in einer Somatisierung manifestieren können. Das ist nur ein Aspekt. Hat aber nicht konkret mit den Systemen der Autoregulation zu tun. Hierzu siehe mein terapeutisches Beispiel einer Sinusitis Behandlung in den ersten Seiten des treads.
Alle Denkmodelle zusammengenommen ( symptomatisches, psychosomatisches und kybernetisches) und von einem (Allgemein-)Arzt beherrscht, führen zu der Kompetenz, die ich mir insbesondere für den Allgemeinarzt wünsche.
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