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McDreamy
30.01.2012, 08:58
coool

Rico
30.01.2012, 10:38
Darf ich mal ganz laut lachen? Dann hätten wir pro Tag 5 Schockräume! Mir wäre das egal - aber ich schätze, die Kollegen der anderen Fachrichtungen würden sich dann ziemlich bald beschweren :-D Und wenn wir dann bei jedem auch noch ne Traumaspirale fahren, leuchten bald alle Einwohner der Gegend im Dunkeln :-))

So gut Leitlinien und Standards auch sind - ein bisschen individuelle Abwägung sollte es schon geben :-nixWird im Haus meiner Frau so gehandhabt: Ab Auffahrunfall an der Ampel aufwärts gibt es eine Traumaspirale mit KM.
Bei >50km/h darauf zu verzichten wird so ziemlich jeder Gutachter zerreissen, wenn man gedeckte Perforationen, Dissektionen und Co nicht feststellt... :-meinung

Lava
31.01.2012, 19:36
Meinst Du diese?
Schädel-Hirn-Trauma im Erwachsenenalter (http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/008-001_S2e_Schaedel-Hirn-Trauma_im_Erwachsenenalter_leitlinientext_07-2007_07-2012.pdf)
Da wird in der Tat ein CCT empfohlen, aber nur wenn zu den Kopfschmerzen noch neurologische Auffälligkeiten dazukommen (z.B. Doppelbilder).

Nein, ich meine die NOC Kriterien:

The goal of our study was to derive and validate a set of clinical findings that could be used to identify patients with minor head injury who should undergo CT. Our results suggest that such patients can be identified by the presence of one or more of the following seven findings: headache, vomiting, an age over 60 years, drug or alcohol intoxication, deficits in short-term memory, physical evidence of trauma above the clavicles, and seizure.

Wenn man danach ginge, würden wir bestimmt zehnmal so viele Schädel CTs machen...

Evil
31.01.2012, 19:59
Jeder >60jährige mit Kopfverletzung soll automatisch ein CT bekommen? Was ist denn das für ein Schwachsinn?
Aprilscherz der Radiologen oder was?

dreamchaser
31.01.2012, 20:08
Jeder >60jährige mit Kopfverletzung soll automatisch ein CT bekommen? Was ist denn das für ein Schwachsinn?
Aprilscherz der Radiologen oder was?

Noch besser: jeder Demente (der ja Problemchen mit dem Kurzzeitgedächtnis hat) bekommt dann jedes Mal ein CT, wenn er nur einfach "ja" sagt auf die Frage, ob er gestürzt sei.

Janny
31.01.2012, 20:37
An die in der SHT-Leitlinie empfohlenen CT-Indikationen halten wir uns eigentlich im wesentlichen (und nicht erst, seit die Leitlinie "offiziell" ist). Aber wenn ich mich an die "one or more" (da soll echt EINES ausreichen???) Kriterien der von Lava zitierten Studie halten wollen würde, dann würde ich früher oder später von den Kollegen der Radiologie erschossen. Jeder Ü60 mit einer Schramme an der Stirn ins CT??? Opa Hans mit Plavix und Platzwunde steht natürlich außer Frage.

netfinder
31.01.2012, 21:42
Jeder >60jährige mit Kopfverletzung soll automatisch ein CT bekommen? Was ist denn das für ein Schwachsinn?
Aprilscherz der Radiologen oder was?

Hm? Was sollen wir denn damit? Dir ist klar, dass ich das befunden muss...

Evil
01.02.2012, 07:14
Hm? Was sollen wir denn damit? Dir ist klar, dass ich das befunden muss...
Wußtest Du, daß Du dafür bezahlt wirst? :-))

netfinder
01.02.2012, 17:38
Jaaa, aber wenn es pro Dienst 10 solcher CTs sind, macht das auch keinen Spass mehr...weil die haben dann meist auch noch irgendwas...und ausserdem wird dann gleich auch noch ein Angio-CT mitgefahren...

Rico
01.02.2012, 18:07
Aber wenn die was haben, dann war das CT doch auch jetzt nicht so verkehrt, oder? Außer Du meist jetzt "mikroangiopathische Veränderungen im Marklager," etc. bei der 92-jähirgen nach Bettsturz, die halt nicht im Focus der US standen, aber nebenbefundlich anfallen.

Aber mal ehrlich: Das "oh, das wäre aber viel Arbeit" ist doch kein guter Grund, einfach Untersuchungen nicht zu machen. Da tanzen doch die Anwälte auf den Gängen. Wenn wir ein Gutachten machen bei dem es um die Frage unterlassener Diagnostik oder Therapie geht, dann schauen wir immer wie die Leitlinien zu dem Thema sind und wenn die Behandler sich dadran gehalten haben, dann ist's gut - wenn die aber was nicht gemacht haben und aus der Doku nicht hervorgeht warum nicht, dann hat halt der Behandler ein echtes Problem zu beweisen, dass er adequat behandelt hat, wenn alle schlauen Köpfe der Fachgesellschaften sagen, dass in dieser Situation eigentlich dies&das erfolgen sollte...

netfinder
01.02.2012, 18:34
Aber wenn die was haben, dann war das CT doch auch jetzt nicht so verkehrt, oder? Außer Du meist jetzt "mikroangiopathische Veränderungen im Marklager," etc. bei der 92-jähirgen nach Bettsturz, die halt nicht im Focus der US standen, aber nebenbefundlich anfallen.

Aber mal ehrlich: Das "oh, das wäre aber viel Arbeit" ist doch kein guter Grund, einfach Untersuchungen nicht zu machen. Da tanzen doch die Anwälte auf den Gängen. Wenn wir ein Gutachten machen bei dem es um die Frage unterlassener Diagnostik oder Therapie geht, dann schauen wir immer wie die Leitlinien zu dem Thema sind und wenn die Behandler sich dadran gehalten haben, dann ist's gut - wenn die aber was nicht gemacht haben und aus der Doku nicht hervorgeht warum nicht, dann hat halt der Behandler ein echtes Problem zu beweisen, dass er adequat behandelt hat, wenn alle schlauen Köpfe der Fachgesellschaften sagen, dass in dieser Situation eigentlich dies&das erfolgen sollte...

Hm, das mit der Arbeit ist ja auch kein Argument. Ich hab mich nur gegen den Aprilscherz gewehrt.
Aber oftmals wird die Indikationsstellung etwas lax gehandhabt. Erstmal ein CT und dann untersuchen wir mal weiter...

Ich bezog mich auf "nebenbefundliches".

Evil
01.02.2012, 19:18
Hm, das mit der Arbeit ist ja auch kein Argument. Ich hab mich nur gegen den Aprilscherz gewehrt.
Aber oftmals wird die Indikationsstellung etwas lax gehandhabt. Erstmal ein CT und dann untersuchen wir mal weiter...
Letzteres ist ein Vorgehen, was schlechte Internisten häufig praktizieren... einfach mal Diagnostik machen, und kucken was passiert ;-)

Aber warte mal ab, bis Du Facharzt bist und Teilhaber in einer radiologischen Praxis, dann findet Du und Dein Bankkonto jedes CT toll :-D

Lava
01.02.2012, 20:12
@Evil: Die von mir zitierte Textpassage stammt aus den NOC Kriterien (New Orleans Criteria).

MissGarfield83
06.02.2012, 17:39
Sagt mal - ich bin gerade beim UCh lernen in einer Folie unseres Profs drauf gestoßen - ist das NASCIS II Schema bei spinaler Verletzung nicht out oder gibt es da neue Erkenntnisse zu ? Er propagierte es bei direkter Läsion des Rückenmarks - i.e. Stichverletzung.

Lava
08.02.2012, 17:19
Glaubenssache....

MissGarfield83
08.02.2012, 20:21
Okay ... Danke dir :)

god0t
09.02.2012, 21:50
Ich habe wiedermal eine sehr theoretische Frage, die unter Umständen nicht zu beantworten ist, dennoch stelle ich sie mal. Es geht um das Fach Orthopädie.

Wenn man Professor an der Uni werden möchte, ist eine Uni-Karriere unumgänglich. Wenn ich mich niederlassen möchte, dann sollte der Fokus auf der konservativer Orthopädie legen (Ausnahme man möchte als Belegarzt irgendwo operieren). Diese Wege sind klar.

Nun die Frage wie es bei einem anderen Weg aussieht: Wie gelangt man am besten in "Privatkliniken"? Ich meine ein typisches Modell a la: Morgens operieren, Nachmittags Sprechstunde, Physio direkt im Haus, viele ambulante Operationen plus eine im Umfang ausreichend große Station. Gehe ich dafür auch den "universitären Weg" nehme dafür aber weniger eigene Operationen in Kauf, gehe ich einen gemischten Weg oder ist die Uni gar nicht nötig? Sollte ich im Common Trunk auf eine umfassende intensivmedizinische Ausbildung inkl. Allgemeinchirurgie achten oder möglichst komplettt die Ortho / UCH Schiene fahren?

Wie minutiös sollte / muss dieser Weg geplant werden? Oder ist das sowieso alles hinfällig, weil es sowieso nur drauf ankommt mit wie vielen Euronen ich mich später in so'ne Klinik einkaufe?

Fragen über Fragen. Danke für Eure Erfahrungen.

Blauer Engel
09.02.2012, 22:13
@godot: Ich glaube viele Wege führen nach Rom.
Und ich verstehe Deine Frage vielleicht nicht ganz - sind das für dich zwei Wege oder einer? Ich glaube man kann entweder nur Uni-Prof werden oder eben der Weg in eine Niederlassung mit OP Zentrum (wenn Du das mit Privatklinik meinst). Es wird immer Leute von außerhalb geben, die sich dort hineinkaufen/wechseln und es wird den Altassistenten geben, der über die Oberarztschiene dann Chefarzt wird.
Was möchtest Du denn in so einer Privatklinik werden? Chef = Praxisteilhaber oder Angestellter?

god0t
09.02.2012, 22:22
@godot: Ich glaube viele Wege führen nach Rom.
Und ich verstehe Deine Frage vielleicht nicht ganz - sind das für dich zwei Wege oder einer? Ich glaube man kann entweder nur Uni-Prof werden oder eben der Weg in eine Niederlassung mit OP Zentrum (wenn Du das mit Privatklinik meinst). Es wird immer Leute von außerhalb geben, die sich dort hineinkaufen/wechseln und es wird den Altassistenten geben, der über die Oberarztschiene dann Chefarzt wird.
Was möchtest Du denn in so einer Privatklinik werden? Chef = Praxisteilhaber oder Angestellter?

Gute Frage. Chef klingt immer so utopisch. Es gibt ja verschiedene Arten von Privatkliniken. Es gibt die, bei denen man sich einkauft und Praxisteilhaber wird. Als Zweites gibt es die, bei denen man als Angestellter gelistet ist und deren System dem der Uniklinik / kommunalen Krankenhäusern ähnelt (Assistent, OA, CA). Von möglichen Umsatzbeteiligungsregelungen habe ich natürlich keine Ahnung. Ich präferiere eher das zweite Modell, weil es ein bisschen mehr Richtung Team geht und ich das nicht ganz aufgeben möchte.

Muriel
10.02.2012, 13:06
Klingt vielleicht bescheuert, aber gerade bei Privatkliniken achtet das Klientel doch sehr auf Titel. Ein PD sollte da schon drin sein ;-)