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Tipps im Rahmen der Übernahme einer Zahnarztpraxis

Auf dem Weg in die eigene Praxis

Hans Albig (MEDI-LEARN)

 

Dein Examen ist Geschichte, das erste selbstverdiente Geld liegt bereits auf dem Konto und die Assistenzzeit neigt sich auch schön langsam dem Ende entgegen. Der Gedanke an eine eigene Praxis ist schon mehr als eine pure Vision, auf deinem Schreibtisch lockt nämlich ein Angebot für die Übernahme einer Zahnarztpraxis.
Die Frage, die sich nun stellt: Wie bewerte ich dieses Angebot? Hilfreiche Tipps bietet dir der vorliegende Artikel.

Nach Sichtung der Lage die wichtige Frage:
Wie gesund ist die Praxis eigentlich?

Du konntest bereits herausfinden, dass im Umkreis der Praxis nur wenige andere Zahnärzte zu finden sind, du weißt auch, wie alt die Inhaber der Praxen sind, der Einstieg in den Mietvertrag über die Räumlichkeiten ist gegeben und langfristig gesichert, die Angestellten sind informiert und werden auch mit dir weiter arbeiten. Was noch bleibt ist die Frage: Wie gesund ist die Praxis eigentlich? Da gibt es clevere Finanzexperten, die Dir mit cleveren Berechnungen eine lukrative Zukunft prognostizieren, aber du hast so Deine Zweifel und möchtest gerne selbst herausfinden, ob das Angebot wirklich so gut ist, wie es dargestellt wird. Zuerst einmal: Gratulation, du glaubst nicht alles, was dir vorgesetzt wird und du prüfst kritisch. Gute Voraussetzungen für ein vernünftiges Vorgehen!

Aber was tun? Wer kann dir Hilfestellung geben?
Keine Panik! Lies einfach weiter.

Bei der Bewertung einer Zahnarztpraxis gibt es viele Kriterien, eines davon ist z.B. die so genannte betriebswirtschaftliche Auswertung (kurz: BWA). Hier kannst du die Einnahmen und Ausgaben der Praxis ersehen und es wird auch der Gewinn ausgewiesen. Wie es jedoch zu diesem Gewinn gekommen ist, findest du hier allerdings nicht. Also Acht geben, denn die BWA stellt also zunächst nur einen ersten groben Überblick dar. Ob die Praxis wirklich interessant für Dich sein wird, steht auf einem anderen Blatt.

Es ist nicht alles Gold, was glänzt
Manchmal kann es nur lauten: Finger weg!

Was Du nämlich neben der BWA wissen solltest, sind z.B. Umstände, wie und was der abgebende Kollege gearbeitet hat. Wie hoch lag der Anteil an Zahnersatz, an Privatpatienten, wie viele Füllungen hatte er bei wie vielen Patienten pro Quartal gelegt, wie sieht die Altersstruktur der Praxis aus usw.? Ein Beispiel: Dein Vorgänger hatte relativ wenige „Scheine“ pro Quartal, liegt jedoch mit seinen Leistungen pro Patient deutlich über dem Landes-Durchschnitt aller Kollegen. Das heißt, er hat seine Patienten mehr oder weniger austherapiert, es bleibt für dich nichts mehr zu tun. Diese Praxis bedeutet ein großes Risiko für Dich. Finger weg!

Die Unterlagen, in denen du dies alles einsehen kannst, werden für jede Praxis von der jeweiligen Kassenzahnärztlichen Vereinigungen (KZV) erstellt und entweder per Quartal (für die Kons. / Chir. Abrechnung) oder monatlich (für ZE, KB, PA) an den Praxisinhaber verschickt.

Dein Glück oder Unglück steht auf dem Spiel
Suche den kollegialen Rat von Zahnärzten

Meine Empfehlung: Lass dich von einem erfahrenen zahnärztlichen Kollegen beraten, der sich in diesem Metier auskennt und dir mit kollegialem Rat weiter hilft. Er kann aus den Zahlen und Statistiken der KZV lesen, was anderen verborgen bleibt. Und noch etwas: Lass dir für diese Beurteilung Zeit. Es ist mehr wichtig und kann über Glück und Unglück deiner beruflichen Zukunft entscheiden. Erst, wenn alle Fragen und Umstände zu deiner Zufriedenheit geklärt sind, dann kannst du zusammen mit anderen Fachmännern an die Ausarbeitung eines Übernahmevertrages gehen.