Ärzte und Sprachen in Südafrika
Die Ärzte sind nur zu einem sehr geringen Anteil Südafrikaner. Diese wandern nach ihrer Ausbildung oft aus, um woanders besser zu verdienen. Die Ärzte kommen meist aus den ärmeren afrikanischen Ländern wie Zaire oder Kenia, um wiederum in Südafrika besser zu verdienen als daheim. An weißen Ärzten gab es zwei Buren, die nur widerwillig dort arbeiteten, da die Einstellung zu schwarzen Menschen noch genauso in den Köpfen ist, wie zu Apartheidszeiten. Ein deutscher Anaesthesist, Dr. Schneider, arbeitet derzeit für drei Jahre in Elim und versucht, eine bessere Chirurgie aufzubauen.
Die Stammessprachen Venda und Shangan der Patienten werden von den ständig anwesenden Schwestern für die Ärzte auf Englisch übersetzt. Es kommt aber gut an, wenn man sich von den Schwestern oder Küchenfrauen zumindest ein paar Begrüßungsformeln sowie Bitte und Danke beibringen läßt.
Bewerbungsablauf:
Ich begann im November vorigen Jahres mit schriftlichen Bewerbungen an verschiedene Krankenhäuser in Südafrika. Das ganze war ziemlich kostenaufwendig, und brachte nicht viel. Abgesehen von 3 Absagen, antworteten die meisten gar nicht erst. So begann ich im April im Internet ein wenig zu stöbern, und fand die email- Adresse von Mrs McLean (

) welche an der University of the Witwatersrand in Johannesburg sitzt, und elective clerkships verteilt. Eigentlich kümmert sie sich nur um die teaching hospitals, aber sie war gerne bereit, für mich einen Platz in einem rural hospital zu organisiern. Meine Bewerbung war formlos und enthielt Angaben über meine Person, mein bisheriges Studium, warum ich dort gerne arbeiten möchte und was ich mir davon erwarte. Über die Internet-Kommunikation hatte ich dann meinen Famulaturplatz innerhalb einer Woche sicher und ich kann jedem nur empfehlen, es genauso zu machen, zumal es auch viel billiger ist. Mrs Mc Lean schickte dann noch einige Registrierungsformulare zum Ausfüllen, und verlangte einen Scheck von umgerechnet ca. 40,-DM als Registrierungsgebühr.
Aufgabenfeld:
Zunächst einmal würde ich dieses Krankenhaus nicht so sehr für jüngere Semester mit geringer klinischer Erfahrung empfehlen. Es sind nämlich nur sehr wenige Ärzte bereit, gute Erklärungen und Hilfestellungen zu geben. Man ist deshalb oft auf sich allein gestellt und muß selber Entscheidungen treffen. Deutsche Pünktlichkeit kann man sich abgewöhnen. Dort kommt jeder, wenn er ausgeschlafen hat und manchmal auch gar nicht. Wir Studenten waren meist die einzigen, die zu Arbeitsbeginn da waren.
OPD: Ich haben mir zunächst einmal alle Stationen angesehen, und mich dann für das OPD entschieden. Dort kann man täglich sehr sehr viele Patienten mit dem ganzen Spektrum von dortigen Erkrankungen sehen. Gynäkologische Untersuchungen müssen hier sehr oft durchgeführt werden, und es gibt eine Fülle von Schwangerschaften und Unterleibserkrankungen zu diagnostizieren. Kleinere chirurgische Tätigkeiten wie das Nähen und Säubern von Wunden, das Anlegen von Gipsverbänden usw. werden ebenfalls im OPD durchgeführt. Nach ein paar Tagen konnte ich dann schon selbständig eine eigene Sprechstunde halten und die Patienten untersuchen und behandeln. Es hat mich irgendwie schon gestört, daß das alles so locker gehandhabt wird, und sich niemand dafür interessiert, wie ich diese Patienten behandelte. Ein bißchen Feedback wäre oft hilfreich gewesen. Auf der anderen Seite hat man natürlich die Möglichkeit, viel mehr Verantwortung als in Deutschland übernehmen zu dürfen, was einen auch motiviert, in der Freizeit viel nachzulesen und sich weiterzubilden. Man sollte sich dieser Verantwortung aber auch bewußt bleiben, und nicht die Meinung eines burischen Arztes übernehmen: „Das sind ja nur Schwarze, an denen könnt ihr getrost üben“. Ins OPD kann man zu jeder Tages- und Nachtzeit gehen, weil es da immer Patienten gibt, und nachts auch häufig Notfälle. Man kann sich also im OPD erstmal einen Grundstein für die Arbeit auf den Stationen legen und sich mit der Arbeitsweise, den Patienten und den Krankheiten vertraut machen.