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Famulatur in Elim/Südafrika

Elim-Hospital 01.08.- 10.09. 1997

Ines Adam

Pädiatrie in einem südafrikanischen Krankenhaus

Pädiatrie: Die nächsten zwei Wochen verbrachte ich dann hauptsächlich auf der pädiatrischen Station. Visite wird, wie auf den anderen Stationen auch, nicht täglich durchgeführt. Oft werden nur die Problemfälle angeschaut. Es gibt sehr viele Kinder mit schlimmen Verbrennungen. Ab und zu habe ich bei diesen Kindern auch im OP bei Hauttransplantationen assistiert. Die Meshcraft-Technik ist hier sehr gut entwickelt. Säuglinge und Kleinkinder liegen oft mit schweren Durchfallerkrankungen und Dehydrierungserscheinungen auf Station. Auch Mangelernährung tritt in diesem Gebiet noch auf. Deshalb werden auch häufig „Breast feeding - Kampagnen“ durchgeführt. Bei den größeren Kindern dominieren dann mehr die Atemwegserkrankungen. Viele Kinder kommen auch zur Abklärung von Krämpfen bzw. Einstellung auf Antiepileptika, da Epilepsie überraschend häufig auftritt.
Nachmittags gab es auf der Station meist nichts mehr zu tun, da habe ich im PHC noch die Kindersprechstunde mitgemacht und Neuaufnahmen untersucht.

Einen Tag war ich auch mit einer mobile clinic unterwegs. Unter einem großen schattigen Baum in einem abgelegenen Dorf wurden die Kinder gewogen und geimpft. Es wird versucht die Unicef- Empfehlung GOBI-FFF einzuhalten. Das steht für Growth monitoring, Oral rehydration, Breast feeding, Immunization, Female education, Food supplementation, Family health care. Jedes Kind hat dort seinen Paß, auf dem die entsprechenden Größen eingetragen sind. Die Gelegenheit wird dann ebenfalls genutzt, um die Mütter über Verhütung, Ernährungsweisen und auch hygienische Verhaltensregeln aufzuklären. Dabei geben sich die community health care worker sehr viel Mühe und studieren richtige kleine Theaterstücke ein, um alles gut rüber zu bringen.

Maternity: Die letzten zwei Wochen verbrachte ich in der Maternity. Dort hat man die Möglichkeit im Gegensatz zu Deutschland eine Menge Geburten zu erleben und kann auch selber Schwangere untersuchen, Geburtsmonitoring betreiben, Entbindungen machen, Neugeborene untersuchen usw. Im OP kann man bei Sectionen zusehen oder assistieren. Der deutsche Anästhesist ist gern bereit, alles zu zeigen und zu erklären und läßt die Studenten auch intubieren oder eine Spinalanästhesie legen. Bei der Fülle von Entbindungen sieht man auch immer mal seltenere Lagen, Zangengeburten, Totgeburten usw. Einmal im Monat stellen die Hebammen in der Maternity die Geburtsstatistik vor und diskutieren mit den Ärzten einen schiefgelaufenen Fall, um daraus zu lernen. Das war sehr interessant.

Man ist nicht an einen bestimmten Arzt oder eine bestimmte Station gebunden, und kann im Prinzip jeden Tag überall hingehen. Ich finde es aber besser, sich über eine gewisse Zeitspanne hinweg mit einem Fachgebiet intensiver zu beschäftigen. Nichtdestotrotz muß man flexibel sein, und wenn in der Maternity mal nichts los ist, kann man auf alle Fälle im Operating Theatre bei Operationen zusehen oder assistieren oder einfach mal einen seltenen interessanten Fall auf einer anderen Station ansehen und untersuchen. Soetwas bekommt man früh im Doctors meeting mit. Mittwochs finden auch meist Obduktionen in der kleinen Pathologie statt. Einmal pro Woche hält früh im meeting einer der Ärzte einen Vortrag über die Handhabung eines häufigen Krankheitsbildes bzw. die Differentialdiagnose eines bestimmten Symptomes.
Weiterbildungsmöglichkeiten in Form von Vorträgen von Spezialisten aus Johannesburg wurden ebenfalls angeboten, ebenso wie auch hier Pharmafirmen Informationsveranstaltungen mit anschließendem Abendessen organisieren.
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