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MacAdder
07.06.2021, 08:13
@DrSkywalker:

Möchtest du damit aussagen, dass diese Partei aus Anhängern des Nationalsozialismus besteht? Denn so definiert zumindest Wikipedia den Begriff Nazi.
Oder verwendest du diesen Begriff auch in anderer Weise?
Und reflektierst du auch nur ansatzweise, was die mittelfristigen Folgen einer dadurch entstehenden Verwässerung dieses Begriffes sein werden?

Nachdem ich bereits in meinem zweiten post zu dem Thema geschrieben habe, crossie´s Positionen zu teilen und eben keiner der zur Wahl stehenden Parteien nahe zu stehen, möchtest du mir das also „nachsagen“. Wirklich sehr schlüssig. Entsprechend muss ich mich auch nicht zu Zitaten positionieren, die du hier selektiv präsentierst. Ich denke im Übrigen, dass hier im Forum tatsächlich Konsens herrschen dürfte, was derartige Äußerungen betrifft.

Ich hoffe inständig, dass du jetzt nicht auch crossie entsprechende Sympathien im Sinne einer Kontaktschuld unterstellst, weil ich ihre/seine Gedanken zum Thema Parteipolitik teile.

DrSkywalker
07.06.2021, 08:23
Du hast recht, das war nicht akkurat. Die afd besteht zu großen Teilen aus Neonazis. Jetzt stimmts.

Dr.Hackenbush
07.06.2021, 08:40
Ein Freund von mir (der einzig verbliebene Kontakt seit Beginn der Pandemie) ist
sozusagen ein "Die-Hard" AfDler. Wenn wir uns gemeinsam eine Satiresendung
wie Extra3 oder Heute Show oder Nuhr im Ersten angucken platzt ihm immer
der Kragen wenns dresche für die AfD gibt. Er fährt jedesmal aus der Haut und
schreit dann: "Systemhuren!"

Der würde aber niemals öffentlich sagen: "Klar wähl ich die AfD!" - schon allein weil
er seinen Job nicht gefährden will...



den antisemitischen Ausfällen eines Jürgen Möllemann

So schlimm fand ich das damals nicht. Es sagte 2002 auf dem Mannheimer Parteitag
"Sharon tut seiner Bevölkerung keine gafallen!" (bzgl. dessen Siedlungspolitik)

Darauf hin sagte Michel Friedman: "Möllemann verschafft den Antisemiten und Rechten zulauf!"

Möllemann konterte: "Ich glaube das niemand den Rechten mehr zulauf verschafft als
ind Israel Herr Sharon und in Deutschland Herr Friedman!"

Und das ganze ließ er auf ein Faltblatt drucken dessen Finanzierung äußerts dubios war.
(Ich glaube aus unversteuerten Parteigeldern)

MacAdder
07.06.2021, 08:46
Du hast recht, das war nicht akkurat. Die afd besteht zu großen Teilen aus Neonazis. Jetzt stimmts.

Gratuliere. Dieser Begriff kann durch ubiquitäre Verwendung unmöglich in gleicher Weise verwässert werden. Du hast es begriffen. Genial!

Fr.Pelz
07.06.2021, 08:54
Ach ich kann mir auch gut vorstellen, dass gerade aus kommunaler Ebene die AFD auch solide Politik machen kann und dass die anderen Parteien Probleme haben, einen vernünftigen Projekt zuzustimmen, weil die AfD dafür ist.. aber die Bundespolitiker distanzieren sich nicht von Nazi-Höcke, es gibt insgesamt zu viele Veeflechtungen ins Neo-Nazi-Milieu und davon eben auch zu wenig Distanzierung oder halbseidene Ausreden („maus-gerutscht“), dass die Partei für mich unzählbar wäre. Wenn man einen hohen moralischen Anspruch stellt (was GENAU war jetzt noch mal das Problem bei Baerbocks Lebenslauf?) dann ist die AfD halt so dermaßen Unterste Schublade, dass es nicht geht.

Oder man sagt „ist mir doch egal, wer welchen dreck am Stecken hat, ich wähle allein nach Programm“- (vielleicht sollten wir auf der Ebene diskutieren, rein sachlich), dann müsste mir halt ein AfD-Wähler immer noch bitte erklären, wie er sich das mit dem EU-Austritt vorstellt und warum er Gender-Forschung nicht fördern will.

Feuerblick
07.06.2021, 08:59
Jau, danke Pelz! Auf Grundlage der Programme diskutieren halte ich für sinnvoll. War ja auch vorher der Fall. :-)

Kackbratze
07.06.2021, 09:04
Zumindest den EU-Austritt hat man in Teilen mit England beobachten können, ob das ein Erfolg ist, muss sich noch zeigen.

Gender-Forschung ist ein Bereich wie andere akademische Bereiche auch. Die Forschung an Atomkraft ist nach Fukushima auch runtergefahren worden, deswegen kann man anderen Bereichen auch die Finanzierung streichen.

Es geht hier nur um die Möglichkeit, ich sehe einen kompletten Verzicht auf die EU sehr skeptisch, allerdings ein Aufgehen der Nationalstaaten, wie es in Brüssel erträumt wird, kann meiner Meinung nach auch nicht funktionieren.

Dr.Hackenbush
07.06.2021, 09:11
Oder man sagt „ist mir doch egal, wer welchen dreck am Stecken hat, ich wähle allein nach Programm“

Das wäre das einzig sinnvolle - leider entdecke ich in jeder Partei einen Punkt den
ich befürworte aber der Rest mehr als Käse ist.

Bei der AfD finde ich z.B. richtig das sie gegen eine Vergemeinschaftung von EU-Schulden ist.
In den Maastricht Kriterien wurde doch festgelegt das kein anderes Land für die Schulden
der anderen zur Rechenschaft gezogen werden soll.

Die Grünen wollten "Euro-Bonds"



Gegner befürchten jedoch, dass Eurobonds überschuldete Länder von einer
Haushaltskonsolidierung abhalten könnten. So ist insbesondere umstritten,
ob EU-Anleihen, die ein weiteres Instrument zur Staatsverschuldung sein
würden, übermäßig verschuldeten Staaten aus der Krise helfen können, oder
ob sich die Schuldenkrise in solchen Staaten durch das Instrument nicht sogar
verschärfen würde. Auch könnten solche Anleihen juristisch der in Art. 125
AEU-Vertrag geregelten Nichtbeistands-Klausel („No-bail-out-Klausel“) widersprechen.


https://de.wikipedia.org/wiki/EU-Anleihe

Matzexc1
07.06.2021, 09:56
Okay das ist für mich ein Niveau wo ich mich äußern muss:


Feuerblick, hast du den Thread gelesen?

Meine Annahme ist sehr gut begründbar. Matze findet es nicht traurig, dass die AFD hier in der Umfrage so gut weggkommt. Das reicht für die Annahme.


Also die Stelle will ich gezeigt bekommen wo ich mich über die Ergebnisse der AfD freue, ich finde die potentielle Anzahl an AfD Wählern nicht traurig sondern interessant und frage mich was deren Gründe sind so abzustimmen. Ich habe nämlich keine Angst plötzlich einen anderen Blickwinkel auf meine Meinung zu bekommen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Volksverpetzer
Deine Quelle ist also ein Blog der behauptet Fake News zu bekämpfen, gleichzeitig aber den Grundsatz hat:"Lebe so das die AfD was dagegen hat".
Ich habe auch keine Kommentare über den Parteitag der Linken gefunden:
https://www.welt.de/politik/deutschland/article206296277/Linke-Konferenz-Erschiessungen-von-Reichen-Skandal-in-Kassel.html

Es gibt bei allen Parteien Positionen mit denen ich mich identifizieren kann und welche die ich ablehne, und das gilt über das geamte Spektrum und meine Meinung ist, dass es überall Idioten gibt die AfD hat auf Dummheit kein Monopol.

Ich stimme übrigens Fr.Pelz bezüglich der Wählbarkeit der Afd restlos zu, ich habe auch keine Lust das wir uns hier jetzt gegenseitig mit Zitaten bombadieren. Daher zurück zum Thema der sachlichen Diskussion.

Fr.Pelz
07.06.2021, 10:25
Wenig verwunderlich. Ich bin absolut fest davon überzeugt, dass niemand der hier registriert ist jemals die "AfD" wählen würde. Da bin ich mir sogar sehr sicher.
Wer hier in der Umfrage so abgestimmt hat, will nur Unfrieden stiften. Das haben wir ja bereits durch Relaxometrie´s erhellenden Kommentar erfahren dürfen.
Es handelt sich ausnahmslos um renitente Zwölfjährige, gefangen im Körper erwachsener Männer - oder so ähnlich.
Diese Menschen sind zutiefst irrational und eine Unterhaltung mit ihnen wäre wirklich nur eine Verschwendung deiner Zeit.
Als mahnendes Beispiel möchte ich einen gewissen Dr.med Martin Vincentz zitieren:

„Bei allen Vorzügen der Globalisierung, dass ich im Winter Erdbeeren für 1,20 Euro im Lidl bekomme – das ist irre für unseren Planeten, aber es ist auch irgendwie irre, dass das die Lieferkette bei verderblichen Waren zu diesem Preis überhaupt ermöglicht – […] Und auch die Skepsis der Menschen demgegenüber ist berechtigt und kein populistischer Reflex, kein primitiver Wunsch nach einfachen Lösungen, kein Glorifizieren von gestern.“

Wenn du so etwas Extremes liest, kannst du dir dann noch ernsthaft vorstellen, mit so einem Menschen zu reden?
Entlastend muss man dem Mann allerdings zugutehalten, dass er gerade mal 35 Jahre alt ist, vielleicht entwickelt er sich noch.

Dass du soziale Erwünschtheit als Faktor in Betracht ziehst, ist jetzt nicht komplett abwegig.
Ich kann mich bzgl Parteipolitik nur crossie´s Äusserungen anschließen und bin mir lediglich sicher, dass ich unter keinen Umständen "grün" wählen werde. Schon aufgrund des von den "Grünen" initiierten Umbaus des Reinhardswaldes in ein Industriegelände… mit dem ich hier jetzt wirklich genug genervt habe.


Ich verstehe das mit den Erdbeeren nicht, wahrscheinlich weil Montag ist, ist das irgendwie doppelte Ironie? Soll das heissen, dass du es extrem findest, im Winter Erdbeeren kaufen zu können oder drauf verzichten zu müssen? Und warum soll das ein oder andere extrem sein oder war gerade das die Ironie da dran?

KB aber warum denn gerade Gender-Forschung? Wir wissen ja alle, dass zumindest Gender-Medizin viel zu lange vernachlässigt wurde. Und was die geschlechtsverändernden Operationen von intersexuellen Kindern angeht, hat die Gesellschaft Aufarbeitungsbedarf. Und 2 Jahre nach me-Too kann man jetzt auch nicht sagen, dass Sexismus besiegt wäre. Warum also gerade dort Forschung streichen?

Matzexc1
07.06.2021, 10:54
Ich verstehe das mit den Erdbeeren nicht, wahrscheinlich weil Montag ist, ist das irgendwie doppelte Ironie? Soll das heissen, dass du es extrem findest, im Winter Erdbeeren kaufen zu können oder drauf verzichten zu müssen? Und warum soll das ein oder andere extrem sein oder war gerade das die Ironie da dran?


Off-Topic Anmerkung:
Ich habe im November deutsche Erdbeeren auf dem Markt gekauft, es gibt Firmen die kühlen Erdbeerpflanzen und lassen diese im Herbst reif werden. Sehr beliebt für Crepes und Waffeln auf dem Weihnachtsmarkt.

@Hackenbush
Ich persönlich finde die Gedanken zur Europapolitik bunt gemischt, das Regelungen außer Kraft gesetzt werden sehe ich auch problematisch.
Einen Reformbedarf sehen alle, ich vermisse aber einen sinnvollen Fahrplan. Ein Euro ohne gemeinsame Finanz- und Wirtschaftspolitik ist eigentlich als ob man ein 3 Gänge Menü rückwärts isst(Frei nach Heinz Rühmann in "Ein Haus in Montevideo")

Kackbratze
07.06.2021, 11:23
KB aber warum denn gerade Gender-Forschung? Wir wissen ja alle, dass zumindest Gender-Medizin viel zu lange vernachlässigt wurde. Und was die geschlechtsverändernden Operationen von intersexuellen Kindern angeht, hat die Gesellschaft Aufarbeitungsbedarf. Und 2 Jahre nach me-Too kann man jetzt auch nicht sagen, dass Sexismus besiegt wäre. Warum also gerade dort Forschung streichen?

Warum dort die Forschung streichen? Das musst Du die Afd fragen, nicht mich. Ich habe nur erklärt, dass das möglich ist, weil es keine "heilige Kuh" sondern an den Unis ein Forschungsfach von Vielen ist. Das Thema polarisiert, das tut Atomkraft auch, da wurde dann das Messer angesetzt, weil die regierenden Parteien es indirekt den Unis mitgeteilt haben und die Afd möchten den Bereich kürzen. :-nix

GelbeKlamotten
07.06.2021, 11:34
Gerade als Mediziner sollte man nicht auf das Pseudo-Argument reinfallen, bei Gender Studies würde es um geschlechtsspezifische Medizin gehen. Tut es nicht. Jegliche in dieser Hinsicht relevante medizinische Forschung an den Universitäten findet an den medizinischen Fakultäten statt, nicht an den Gender Studies Fakultäten. Ist ja auch logisch, denn daran sollten Leute beteiligt sein, die einen naturwissenschaftlichen und/oder medizinischen Hintergrund haben und nicht nur 10 Semester lang dummgelabert haben.

Einfach mal eine beliebige Gender Studies Vorlesung auf Youtube schauen oder das Programm der entsprechenden Studiengänge anschauen.

Hier mal ein paar Kernaussagen aus einer zufällig ausgewählten Gender-Studies Vorlesung, die ich gerade mal durchgezappt habe:



Identität ist keine ‚Innerlichkeit‘, sondern Effekt einer Bezeichnungspraxis.


Sprachlich-diskursive Bedingungen der Möglichkeit von Aussagen über Geschlechter


Geschlecht ist kein Haben, sondern ein Tun, das über Darstellung, Erwartungen und Wahrnehmungen funktioniert. In sozialen Interaktionen wird soziale Wirklichkeit hergestellt: Das wiederholte ‚Tun‘ erzeugt den Schein der Natürlichkeit von Zweigeschlechtlichkeit.


Die Vorstellung einer ‚Natur der Differenz‘ ist kulturell hergestellt: Sex ist durch gender konstruiert und nicht umgekehrt.

DAMIT beschäftigen sich Gender Studies. Und das war sicher noch eine der inhaltlich hochwertigeren Vorlesungen aus diesem Bereich, viele arten komplett in hohlstes pseudointellektuelles Gefasel aus. Damit wird man dann Professorin, nistet sich nebenberuflich in irgendwelchen absurden Gleichberechtigungsgermien ein und verdient so viel wie ein Chefarzt ohne objektiv irgendeinen Mehrwert zu schaffen - bezahlt aus Steuergeldern.

Nefazodon
07.06.2021, 14:08
Da muss ich GelbeKlamotten recht geben.

Die sogenannten "Gender Studies" sind für mich eine Ideologie und keine Wissenschaft.

Warum? In der Wissenschaft schaut man sich an, was ist, und versucht daraus Schlüsse zu ziehen.
Aber in den "Gender Studies" steht das gewünschte Ergebnis nach meinem Eindruck schon vorher fest. Also "Gender Studies"= Ideologie.

Edit: Was natürlich, wie GelbeKlamotten auch schon richtig bemerkt hat, nicht heißen soll, dass es keine Forschung z.B. zum Arzneimittelmetabolismus von Frauen geben soll. Diese ist selbstverständlich dringend vonnöten, gehört aber in die Domäne der Medizin und Biologie.

Fr.Pelz
07.06.2021, 18:42
Da muss ich GelbeKlamotten recht geben.

Die sogenannten "Gender Studies" sind für mich eine Ideologie und keine Wissenschaft.

Warum? In der Wissenschaft schaut man sich an, was ist, und versucht daraus Schlüsse zu ziehen.
Aber in den "Gender Studies" steht das gewünschte Ergebnis nach meinem Eindruck schon vorher fest. Also "Gender Studies"= Ideologie.

.
Das ist halt dein Eindruck. Aber mit der Argumentation kannst du jeder Geisteswissenschaft die Grundlage entziehen. Denkl mal an die Literaturwissenschaften, die Soziologie, Philosophie.... Gender studies ist ein Querschnitt aus diesen Bereichen mit dem Blickwinkel aufs Geschlecht. Der eine nennt es einen wichtigen Diskurs, der andere pseudointellektuelles Gefasel- das sind aber halt nur persönliche Bewertungen und wir wollten ja hier gern auf der Sachebene diskutieren.

"Das ist für mich eine Ideologie" ist ja GENAU die Afd-Argumentation- und meine Frage war ja nach der Begründung FÜR diese Argumentation.

edit: nur mal aus Interesse: was ist denn für dich "das gewünschte Ergebnis" der Gender Studies? Mir ist nämlich ebenfalls nicht klar wie ein ganzes Studienfach "ein Ergebnis" haben kann.

Kackbratze
07.06.2021, 19:05
"Das ist für mich eine Ideologie" ist ja GENAU die Afd-Argumentation- und meine Frage war ja nach der Begründung FÜR diese Argumentation.

Wenn man nur von der Tatsache ausgeht, dass das Geschlecht sozial konstruiert ist, nimmt man das Ergebnis vorweg und sucht nur nach Begründungen. So präsentieren sich Gender Studies in der Öffentlichkeit.
Normalerweise formuliert man erst seine These und forscht dann daran, ob die These stimmt, nicht wie man die Gesellschaft dazu bekommt, diese These anzunehmen. Letztendlich ist es IMHO eine unnötige eigene Studienrichtung, die man besser in den jeweiligen Schnittmengen zu Biologie, Medizin, Psychologie, Philosophie, Sozialwissenschaften, Jura und vielleicht noch Theologie unterbringen kann und nicht als eigener Fachbereich an jeder Uni.
Aber das führt hier zu weit vom Thema weg und ist nur meine persönliche Meinung.

Ausserdem warte ich jetzt erstmal auf die erste Unterstellung, dass ich der falschen Seite zugestimmt habe und somit meinen Lebensmittelpunkt in Deutschland verwirkt habe.

Fr.Pelz
07.06.2021, 19:12
"Was zeichnet das Studium des Fachs Geschlechterstudien/Gender Studies an der HU aus?
Gender Studies verstehen Geschlecht als zentrale Kategorie, durch die unsere Gesellschaft, unsere Wahrnehmungen, Identitäten und Bewertungen strukturiert werden. Die Gender Studies am Zentrum für transdisziplinäre Geschlechterstudien (ZtG) der HU vermitteln bereits seit über 20 Jahren grundlegende Kenntnisse, Methoden und Arbeitstechniken zur Analyse von Geschlechterverhältnissen, Diskriminierungen und Privilegierungen in sozialen, kulturellen, historischen und politischen Kontexten.

Geschlecht wird in den Gender Studies als interdependent verstanden, weil es als Kategorie nur im Zusammenhang mit anderen Kategorien wie »race«, Ethnizität, sozialer Positionierung, Sexualität, Religion, Befähigung oder Alter analysiert werden kann.

Die Gender Studies sind transdisziplinär, weil die Verbindung unterschiedlicher disziplinärer Zugänge und ihre gleichzeitige Reflexion nur so zu fassen sind. Das Lehrangebot umfasst Lehrveranstaltungen aus 8 Fakultäten und 21 verschiedenen Fächern − von der Europäischen Ethnologie über Erziehungs-, Sozial-, Rechts- und verschiedene Literaturwissenschaften bis zur Geographie.

Gender Studies sind wissenschaftskritisch, weil die Analysekategorie »Geschlecht« neues Wissen generiert und in die Wissenschaft und andere Verwendungszusammenhänge von Wissen zurückwirkt.

Gender Studies sind intervenierend, weil nicht allein der Theorie verpflichtet; Gender Studies vermitteln auch Gender-Wissen in die Praxis. Das Studium sensibilisiert für gleichstellungs- und diversity-politische Fragen, die für Tätigkeiten in verschiedenen Bereichen (wie Unternehmen, öffentliche Verwaltung, Politik, Medien) qualifizieren."

https://www.hu-berlin.de/de/studium/beratung/angebot/sgb/gender

Kackbratze
07.06.2021, 19:21
...und jetzt die magische Frage: Wie willst Du das Oma Erna in 3 Sätzen vermitteln?

Spätestens bei der Definition oben steigt die aus und wenn ihr dann erklärt wird, dass sie neben dem Gendersternchen auch akzeptieren muss, dass ihr Enkel eigentlich kein Mann sein kann und eigentlich doof ist, wenn er hetero wird, hast Du einen Wähler einer Partei, die sowas ablehnt.

Fr.Pelz
07.06.2021, 19:32
...und jetzt die magische Frage: Wie willst Du das Oma Erna in 3 Sätzen vermitteln?

Spätestens bei der Definition oben steigt die aus und wenn ihr dann erklärt wird, dass sie neben dem Gendersternchen auch akzeptieren muss, dass ihr Enkel eigentlich kein Mann sein kann und eigentlich doof ist, wenn er hetero wird, hast Du einen Wähler einer Partei, die sowas ablehnt.

Entschuldige, aber wo ist das denn jezt ein sachliches Argument? Ich bezweifle, dass Oma Erna die Definition für "computational Neuroscience" versteht, willst du der deswegen auch die Förderung entziehen? Und der Enkel erklärt Oma selbst, wie er sich definiert und Oma akzeptiert das oder nicht, aber das hat doch genau NULL mit irgendeinem Studiengang zu tun.

Kackbratze
07.06.2021, 20:02
"Computational Neuroscience" betrifft Oma nicht in ihrem persönlichen Leben, sie freut sich, wenn es "mit die Wissenschaft" voran geht.
Die sachliche Begründung wäre: "was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht".

Es sind nicht Alles Akademiker in diesem Land, die Einen haben sich das Hirn weggeraucht, die Anderen haben von Natur aus nicht die Kapazitäten und wieder Andere haben nicht den Willen sich mit sowas auseinanderzusetzen.

"Kannst Du halten wie ein Dachdecker, nur nicht ganz so hoch".
Schonmal gehört?

Das ist der Grund, warum sich einfache Slogans wie "Wir oder die Afd", "Wer XXX nicht will, muss uns wählen" und "Für ein besseres Land in dem es gerecht und gut zugeht" vor der Wahl häufen und angenommen werden.

Deswegen steht nicht auf dem Wahlplakat "durch Erhöhung des Renteneintrittsalters kann die Finanzierung des Sozialsystems länger aufrechterhalten werden, damit ein Zusammenbruch vermieden werden kann", sondern "die Rente ist sicher*"
(*sofern sie bis 72 arbeiten und akzeptieren, dass weitere Senkungen des Rentenniveaus auftreten können)

Letztendlich hat die AfD ein klassisch konservatives Rollenbild im Zentrum und will gleichzeitig die Universitäten reformieren. Also wird ein Studiengang, der nicht dem Bild entspricht im Wahlprogramm zur Kürzung/Abschaffung eingetragen, damit Gelder für andere Studiengänge umgeleitet werden kann.
So wie die Abschaffung der Kernkraft vor Jahren Programm war und umgesetzt wurde, ist es bei der dieser Partei "Gender Studies".