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Kackbratze
11.06.2021, 09:22
Du gibst gerne das Geld anderer Leute aus und stellst dafür dann deine Bußfertigkeit in den Vordergrund, oder?
Versorgungswerke sind nicht exklusiv für Ärzte, auch andere Berufsgruppen haben sowas.
Einerseits nimmt man sich aus der Rente raus, andererseits bekommt man auch nix aus der Rentenkasse.
Die Frage war, wie ein Reset aussieht, der Vorschlag, "erstmal plündern, dann Übergangszeit und dann mal sehen" ist genau das, was die Politik macht und was übrigens beim Thema Umwelt und Klimaschutz ständig angeprangert wird.
Entweder man denkt an allen Fronten über nachhaltige Lösungen nach, oder man kann es gleich lassen.
Klar, das mit den Versorgungswerken wäre erstmal vergreifen an Eigentum bzw müsste man halt eine langjährige Übergangslösung schaffen, denn an sich gibt's ja keine sinnvolle Begründung, warum Ärzte ein anderes Rentensystem haben als andere.
Man hat als Arzt ja eh meist die finanziellen und kognitiven Ressourcen sich eine private Rücklage/anlage zu schaffen.
Diese Ausnahme hat eine lange Tradition. Die ersten Versorgungswerke für die freien Berufe gab es in Deutschland vor mehr als 90 Jahren. Nach der Rentenreform von 1957 entstanden weitere solche Einrichtungen. Grund: Man hatte Angehörigen der freien Berufe die Möglichkeit einer freiwilligen Versicherung in der gesetzlichen Rentenversicherung versagt. Inzwischen gibt es 89 Versorgungswerke mit mehr als 800.000 Mitgliedern.
Was zunächst wie eine Notlösung für jene erschien, die der Gesetzgeber bei der Rente nicht dabei haben wollte, wurde zum Erfolgsmodell. Anders als in der gesetzlichen Rentenversicherung arbeiten die Versorgungswerke nicht nach dem Umlage-, sondern nach dem Versicherungsverfahren. Die eingesammelten Beiträge werden also nicht, wie im staatlichen System, direkt für die Renten anderer Mitglieder verwandt, sondern im Wege des Kapitaldeckungsverfahrens angespart, verzinst und erst dann ausgezahlt, wenn der Versicherte Anspruch auf seine Rente hat.
Erst versagt man den freien Berufen den Weg in die GRV und jetzt will man an die üppigen Rücklagen. Ja nee, is klar...
DrSkywalker
11.06.2021, 14:54
Erst versagt man den freien Berufen den Weg in die GRV und jetzt will man an die üppigen Rücklagen. Ja nee, is klar...
Das hört sich ja so an als wäre das vor ein paar Jahren gewesen. Darüber hinaus möchte ich auch das Versorgungswerk behalten, aber vor allem aus egositischen Gründen weil es der deutlich bessere Deal ist. Wir sind da saumäßig priviligiert. Das muss man einfach auch mal sagen. Versorgungswerk >>> DRV.
Logische Argumente warum wir dieses Privileg haben dürfen? Hm, helft mir...
Matzexc1
11.06.2021, 15:14
Das hört sich ja so an als wäre das vor ein paar Jahren gewesen. Darüber hinaus möchte ich auch das Versorgungswerk behalten, aber vor allem aus egositischen Gründen weil es der deutlich bessere Deal ist. Wir sind da saumäßig priviligiert. Das muss man einfach auch mal sagen. Versorgungswerk >>> DRV.
Logische Argumente warum wir dieses Privileg haben dürfen? Hm, helft mir...
Logische Argumente das nach fast 60 Jahren wieder zu ändern, bzw. so etwas überhaupt zu machen? Logische Argumente seitens der Politik warum man 30 jahre geschlafen hat?
@Matzexc: Die weitere Anhebung des Renteneintrittsalters halte ich für keine praktikable Lösung. Welcher Dachdecker, Fliessenleger, Landwirt, Pfleger kann den ernsthaft bis 70 arbeiten???
Akademiker ja, da mag es möglich, oder sogar gewünscht sein, aber Berufe in denen man körperlich arbeiten muss? Eher nicht...
Und selbst bei Ärzten würde ich es ehrlich gesagt kritisch sehen....wer möchte schon von einem 70-jährigen Chirurg operiert werden, der langsam vergesslich wird, dessen Sehstärke abnimmt, und der seinen Facharzt vor 30 Jahren gemacht hat...? No offense meant, aber irgendwann denke ich, werden auch da die Fähigkeiten abnehmen.
Ich persönlich würde ja einen Umbau des Rentensystems favorisieren, mit einem staatlichen Aktienfonds, in den die Bürger einzahlen können, nach dem Beispiel von Schweden. Hat auch Risiken, ich weiß. Dennoch hat die Idee für mich einen gewissen Charme....
Ich halte von einer allgemeinen Anhebung auch nichts, eben aus den von dir genannten Gründen. Wer länger arbeiten kann und will sollte aber die Chance dazu haben.
denn an sich gibt's ja keine sinnvolle Begründung, warum Ärzte ein anderes Rentensystem haben als andere.
Man hat als Arzt ja eh meist die finanziellen und kognitiven Ressourcen sich eine private Rücklage/anlage zu schaffen.
Dir ist aber schon bewusst das gerade die private Altersvorsorge in Deutschland nur zu gerne besteuert/erschwert wird und welche sinnvolle begründung siehst du für eine Abschaffung des Versorgungswerkes?
https://www.bundesaerztekammer.de/fileadmin/user_upload/downloads/Taetigkeit2012_12.pdf
GelbeKlamotten
11.06.2021, 15:20
Das hört sich ja so an als wäre das vor ein paar Jahren gewesen. Darüber hinaus möchte ich auch das Versorgungswerk behalten, aber vor allem aus egositischen Gründen weil es der deutlich bessere Deal ist. Wir sind da saumäßig priviligiert. Das muss man einfach auch mal sagen. Versorgungswerk >>> DRV.
Logische Argumente warum wir dieses Privileg haben dürfen? Hm, helft mir...
Der Arztberuf bringt so viele Nachteile mit sich, da darf man auch mal irgendwo einen kleinen Vorteil haben. Aber ist ja leider typisch für unsere Berufsgruppe: 80h-Wochen und Arbeitsbedingungen, die sonst kein Mensch akzeptieren würde, nehmen wir gerne an. Aber wenns drum geht uns was wegzunehmen, dann sagen wir: „Ja nehmt das ruhig, warum durften wir das überhaupt so lange haben?“
Sollte die Überlegung nicht außerdem sinnvollerweise eher sein, wie man auch den Rest der Bevölkerung in ein offensichtlich besser funktionierendes kapitalgedecktes System überführen kann? Anstatt dass man die Reserven des besseren Systems ausschlachtet und alle ins schlechte System überführt damit bloß keiner mehr hat? glaubst du andersrum würde es auch so laufen? Wenn die GRV besser dastehen würde als die Versorgungswerke? Dann würde kein Hahn nach uns krähen. Marburger Bund und Co würden sagen: Die Ärzteschaft braucht eh nicht so viel Rente wie der Rest der Bevölkerung.
Davon abgesehen: so viel toller sind die Konditionen im Versorgungswerk hinsichtlich der Rente nun auch wieder nicht. Zumal wir im Gegensatz zu GRV Versicherten im Alter auch keinen Zuschuss zur PKV bekommen.
Was wehtun würde wäre ein Wegfall der zumindest rudimentären Absicherung gegen Berufsunfähigkeit, die die Versorgungswerke bieten. Die dürfte wohl gleichermaßen wegfallen, wenn man den Versorgungswerken das Kapital entzieht. Und das ist für den ein oder anderen Arzt durchaus ärgerlich, wenn er deshalb keine private BUV abgeschlossen hat und jetzt aufgrund von Alter und Vorerkrankungen keine mehr bekommt.
Nefazodon
11.06.2021, 16:49
Sollte die Überlegung nicht außerdem sinnvollerweise eher sein, wie man auch den Rest der Bevölkerung in ein offensichtlich besser funktionierendes kapitalgedecktes System überführen kann?
:-meinung Der Meinung bin ich auch
Was wehtun würde wäre ein Wegfall der zumindest rudimentären Absicherung gegen Berufsunfähigkeit, die die Versorgungswerke bieten. Die dürfte wohl gleichermaßen wegfallen, wenn man den Versorgungswerken das Kapital entzieht. Und das ist für den ein oder anderen Arzt durchaus ärgerlich, wenn er deshalb keine private BUV abgeschlossen hat und jetzt aufgrund von Alter und Vorerkrankungen keine mehr bekommt.
Ja, aber da muss man schon genau hinsehen: Die Deutsche Rentenversicherung kennt eine Teilerwerbsminderung, die Versorgungswerke nicht. Aus meiner Zeit als Assistent in der Psychiatrie kann ich berichten, dass viele Menschen mit psychischen Erkrankungen eben eine solche Teilerwerbsminderungsrente bekommen.
Der fehlende Zuschuss zu den Beiträgen der GKV später als Rentner ist ein weiterer Punkt. Sollte man schon im Auge haben.
Generell bin ich aber auch der Meinung, dass wir es mit der Alterssicherung durch die Versorgungswerke ganz gut getroffen haben...;-)
schmerz2000
12.06.2021, 20:34
Hat sich eigentlich noch niemand gefragt wie Fr. Baerbock zu ihrer Promotion zugelassen wurde?
https://annalena-baerbock.de/wp-content/uploads/2021/06/CV_deutsch_2021_06.pdf
In ihrem Lebenslauf gibt sie folgendes an: "Doktorandin des Völkerrechts, Freie Universität Berlin, Promotion nicht abgeschlossen"
Aber wie bitte wird man ohne Bachelor und mit einjährigem Master Doktorandin? Wie soll das bitte gehen?
schmerz2000
12.06.2021, 20:38
Ah schon egal. Die Ordnung der FU lässt das wohl zu.
DrSkywalker
12.06.2021, 21:04
Ich frage mich eher warum die Lehrtätigkeit von Armin Laschet nicht mehr in seinem Lebenslauf erwähnt wird? Vielleicht weil er Klausuren verschlampt und Noten erfunden hat und damit aufgeflogen ist?
https://www.welt.de/politik/deutschland/article141847297/Laschet-gibt-Lehrauftrag-nach-Noten-Skandal-auf.html
GelbeKlamotten
12.06.2021, 21:56
Ich frage mich eher warum die Lehrtätigkeit von Armin Laschet nicht mehr in seinem Lebenslauf erwähnt wird? Vielleicht weil er Klausuren verschlampt und Noten erfunden hat und damit aufgeflogen ist?
https://www.welt.de/politik/deutschland/article141847297/Laschet-gibt-Lehrauftrag-nach-Noten-Skandal-auf.html
Ist doch ein alter Hut. Würde mich wundern, wenn das nicht auch hier im Thread schon zwei drei mal diskutiert worden wäre. Aber das tut bei ihm ja auch gar nicht mehr viel zur Sache. Laschet mag eh keiner, nicht mal in der eigenen Partei.
DrSkywalker
13.06.2021, 04:57
Zu Recht. Hier ist nachzulesen was der Mann denkt und plant. Ich bin wirklich erschüttert. Kein Wahlprogramm und null Reform oder Aufbruchstimmung.
https://www.spiegel.de/politik/deutschland/armin-laschet-unions-kanzlerkandidat-lehnt-zentrale-gruenen-forderungen-ab-a-a01f1e8f-7d5b-4786-9f66-ae6e54589f0d#kommentare
Die rentnerpartei bleibt beim Status quo und wird wieder genug Wähler überzeugen können. Es ist traurig.
Ich hab gelesen, er macht eine Art „gefühligen Wahlkampf“- dadurch dass er kein Programm hat, kann jeder in ihn reinprojizieren, was er will und hat damit das Gefühl, es wird schon irgendwie gut werden, „irgendwie CDU-Linie halt“. Der Stammwähler WILL vielleicht auch gar nichts genau wissen. Das ist ja das „Problem“ der Grünen: sie werden konkret. Im Grunde gut, denn man will ja wissen, was man wählen soll oder eben nicht. Aber das Unkonkrete hat halt den Reiz, kaum angreifbar zu sein. Und im September heißt es dann „Gehen Sie wählen“ und der Durchschnittsdeutsche, der sich durchschnittlich 5min/Tag mit Politik beschäftigt, kreuzt halt das an, was er glaubt, was Opa schon angekreuzt hat, weil genauer weiß er es nicht.
Hat sich eigentlich noch niemand gefragt wie Fr. Baerbock zu ihrer Promotion zugelassen wurde?
https://annalena-baerbock.de/wp-content/uploads/2021/06/CV_deutsch_2021_06.pdf
In ihrem Lebenslauf gibt sie folgendes an: "Doktorandin des Völkerrechts, Freie Universität Berlin, Promotion nicht abgeschlossen"
Aber wie bitte wird man ohne Bachelor und mit einjährigem Master Doktorandin? Wie soll das bitte gehen?
Fragt sich halt, was überhaupt stimmt an diesem Lebenslauf.
Mir ist da einiges unverständlich.
Die Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland ist alt, dass im September Wahlen sind ist schon lange bekannt.
Die Senioren sind die grösste Wählergruppe und können Entscheidungen beeinflussen, der Rest dürfte klar sein.
DrSkywalker
13.06.2021, 09:00
Ich hab gelesen, er macht eine Art „gefühligen Wahlkampf“- dadurch dass er kein Programm hat, kann jeder in ihn reinprojizieren, was er will und hat damit das Gefühl, es wird schon irgendwie gut werden, „irgendwie CDU-Linie halt“. Der Stammwähler WILL vielleicht auch gar nichts genau wissen. Das ist ja das „Problem“ der Grünen: sie werden konkret. Im Grunde gut, denn man will ja wissen, was man wählen soll oder eben nicht. Aber das Unkonkrete hat halt den Reiz, kaum angreifbar zu sein. Und im September heißt es dann „Gehen Sie wählen“ und der Durchschnittsdeutsche, der sich durchschnittlich 5min/Tag mit Politik beschäftigt, kreuzt halt das an, was er glaubt, was Opa schon angekreuzt hat, weil genauer weiß er es nicht.
Das trifft es ziemlich gut. Alleine dass jetzt noch immer kein Programm vorliegt ist doch blanker Hohn. Das ist kalkuliert. Schön den politischen Gegner angreifen ohne selbst was vorzulegen.
Laschets kompletter Lebenslauf besteht aus Vetternwirtschaft und Klüngelei. Jobs hat er durch seine Verbindungen in den beiden Burschenschaften erhalten oder vom Schwiegervater... Sitzen geblieben, Abitur mit 20einhalb, 12 Semester fürs erste Staatsexamen jura gebraucht, zweites staatsexamen nicht gemacht. Dafür sich über Beziehungen in der Partei hochgedient. Genau mein Fall... Nicht!
schmerz2000
13.06.2021, 09:24
Ist das bei Fr. Baerbock anders? @DrSkywalker
Man muss bedenken, sie hat in ihrem Lebenslauf fälschlicher Weise behauptet einen Bachelorabschluss zu besitzen, in der freien Wirtschaft wäre dies ein fristloser Kündigungsgrund und würde ggfls. eine Strafanzeige nach sich ziehen, wenn wir für unsere Politiker nicht mindestens den selben Maßstab anlegen, dann weiß ich auch nicht mehr weiter.....
Ich denke allerdings wenn die Presse dies ordentlich propagiert hätte, wäre Fr. Bearbock politisch längst tot.
GelbeKlamotten
13.06.2021, 10:02
Laschets Lebenslauf ist leider heutzutage ein typischer Lebenslauf eines Politikers. In CDU und SPD finden sich ja fast nur noch solche Leute. Und bei den grünen fanden sich schon immer hauptsächlich politisch und persönlich sehr fragwürdige Menschen.
Man erinnere sich z.B. an Kanzlerkandidat Schulz, jüngst als großer Joker der SPD gehandelt.
Qualifikationen für das Kanzleramt: Ausbildung zum Buchhändler, langjähriger Alkoholiker.
Größter politischer Erfolg: Hat als Bürgermeister seines kleinen Heimatortes gegen den ausdrücklichen Willen der Bürger den Bau eines überteuerten Freizeitbades durchgesetzt, das die Kleinstadt mehr als 50 Mio. Euro gekostet hat und bis heute mit extremen Verlusten den Haushalt der Stadt belastet.
Dann hat er gemerkt, dass sich in der Europapolitik noch einfacher noch mehr „Spesen“ einsacken lassen. Dort beriet der Buchhändler dann unter anderem zu Entscheidungen über die Vergemeinschaftung europäischer Schulden in dreistelliger Milliardenhöhe. Bis er dann zum „bürgernahen“ „Geheimtipp“ für das Kanzleramt wurde.
Politiker, die tatsächlich eine sinnvolle Qualifikation haben, sind leider selten geworden.
Ein Musterbeispiel für einen tatsächlich hoch qualifizierten Politiker ist Christian Lindner.
Politisch engagiert seit Kindheit. Parteibeitritt aus Überzeugung mit 16 Jahren. Studierter Politikwissenschaftler, fundierte Magisterarbeit zu einem steuerpolitischen Thema. Erfahrungen in der Wirtschaft als Unternehmensberater und Gründer.
Größtes „Manko“: Seine Besonnenheit und Intelligenz wird ihm als Arroganz ausgelegt.
Solche Leute braucht man, um ein Land sinnvoll zu regieren. Nicht eine Trantüte Laschet oder eine Blenderin Baerbock, die kaum einen normalen Satz über die Lippen bringt, unsicher wie eine Teenagerin auftritt, ihre eigenen Reden „scheiße“ findet und die ihr Kanzleramt ohne jegliche Führungserfahrung am liebsten in Teilzeit als Nebentätigkeit ausüben würde, weil sie sich hauptsächlich um ihre Kinder kümmern will.
Thomas24
13.06.2021, 10:22
Können wir bitte auf die Sachebene zurückkehren? Pinocchio Baerbock vs. Lusche Laschet- das ist doch ganz einerlei.
Das der Souverän, also wir, ein Problem mit der Qualität der verfügbaren politischen Spitzenpersonals hat, ist hinlänglich bekannt.*
IMHO haben wir im Bereich der professionellen Bundespolitik einen evidenten Mangel an menschlich integren, intelligenten, am Gemeinwohl interessierten Kandidaten mit solider Vita auch außerhalb der Berufspolitik. Jedoch besteht ein deutliches Überangebot an Zivilversagern jeglicher Art, Nepotisten (Morbus Luschet, äh, Laschet), Ego zerfressenen Narzissten (fast alle), Manipulatoren und Hohlbirnen jeglichen Schweregrads und jeder Geschmacksrichtung. Wahlweise mit und ohne ideologischer Verblendung erhältlich von in allen Farbschattierungen von Dunkelbraun bis dunkelrot, wobei mir die Hohlbirnen persönlich sogar fast noch lieber sind, als der Typus des intelligenten Manipulators á la Machiavelli.
Wir haben im Politikbetrieb nun mal keine Meritokratie, keine Bestenauslese, die professionelle Politik spielt nach eigenen Regeln und rekrutiert sich aus einem Personenkreis, der woanders nichts werden konnten, oder der nach Macht und Einfluss über andere Menschen schielt. Die Zeiten, in denen wir noch aus Menschen, deren politischer Überzeugung wir nicht teilen, deren menschliche und moralische Integrität, Intelligenz und Sachkompetenz man aber anerkennen konnte (siehe Kaliber Herbert Wehner oder Helmut Schmidt), sind meines Erachtens lange vorbei. Nehmen wir die Auswahl eben hin, so wie Sie ist.
*Beitrag kann Spuren von Enttäuschung enthalten.
Thomas24
13.06.2021, 10:26
Das hört sich ja so an als wäre das vor ein paar Jahren gewesen. Darüber hinaus möchte ich auch das Versorgungswerk behalten, aber vor allem aus egositischen Gründen weil es der deutlich bessere Deal ist. Wir sind da saumäßig priviligiert. Das muss man einfach auch mal sagen. Versorgungswerk >>> DRV.
Logische Argumente warum wir dieses Privileg haben dürfen? Hm, helft mir...
Ich würde annehmen, dass Solidarität und Verantwortung keine Einbahnstraße sind. Wenn Ärzten und anderen Berufsgruppen der Eintritt in die gesetzliche Rentenversicherung verweigert wurde mit der Begründung, diese hätten die Solidarität des kleinen Mannes nicht nötig und sollten bitte selber für ihresgleichen vorsorgen (und so in etwa ist es damals tatsächlich gelaufen), dann finde ich es etwas merkwürdig, dass genau dieselben Personengruppen im Nachhinein ihre eigene Altersvorsorge opfern sollen, um ...na was? Genau, sich mal so richtig solidarisch zu zeigen. Diese Vorgehensweise finde ich persönlich etwas merkwürdig.
Thomas24
13.06.2021, 10:47
Klar, das mit den Versorgungswerken wäre erstmal vergreifen an Eigentum bzw müsste man halt eine langjährige Übergangslösung schaffen, denn an sich gibt's ja keine sinnvolle Begründung, warum Ärzte ein anderes Rentensystem haben als andere. Man hat als Arzt ja eh meist die finanziellen und kognitiven Ressourcen sich eine private Rücklage/anlage zu schaffen.
Siehe Beitrag weiter oben.
Das mit den Beamtenpensionen ist insofern ungerecht, als dass ja Beamte ihr "Ruhegeld" abhängig von ihrer letzten Besoldungsstufe erhalten, sodass wenn man kurz vorher noch den "goldenen Handschlag" bekommt, auch mehr Pension bekommt - während es ja bei normalen Altersrentnern um erarbeitete Rentenpunkte geht... Evtl könnte man das ja egalisieren.
Ok, denken wir uns das mal durch.
Das Beamtengehalt kommt von wem? Wer darf den Arbeitgeber Beitrag zur Rentenversicherung zahlen? Genau. Wir.
Die Steuerzahler- übrigens sind wir zahlenmäßig eine immer kleiner werdende Gruppe (auch durch Auswanderung von Hochqualifizierten!), während die Ansprüche und Begehrlichkeiten an uns immer größer werden.
Was passiert dann mit den Ansprüchen gegen die gesetzliche Rentenversicherung, wenn mehr Menschen in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen müssen? Zunächst mehr bekommt das System mehr Einzahler. Aber mit Verzögerung -bei Eintritt der Altersrente- eben auch mehr Ansprüche gegen die Rentenversicherung. Ob das netto für den Steuer- und Beitragszahler so viel günstiger wird, da habe ich meine Zweifel. Könnte unter dem Strich tatsächlich so sein, da sich die Höhe einer Beamtenpension nach der letzten Besoldung richtet, während in der gesetzlichen Rentenversicherung die Anzahl der Rentenpunkte entscheidend ist (multipliziert mit dem dann in Zukunft gültigen Punktwert).
Großes aaaber: was passiert dann mit den bereits laufenden Pensionsverpflichtungen zum Zeitpunkt X einer Systemumstellung? Für diese ehemaligen Beamten wurde zwar eine Rückstellung im Haushalt für Pensionsverpflichtungen geschaffen, bei einer Systemumstellung aber bereits vermutlich schnell verfrühstückt. Diese Pensionäre müsste die dann arbeitende Generation im Rahmen des Umlageverfahrens ebenfalls noch zusätzlich alimentieren, ohne den Vorteil der Systemumstellung jemals zu bekommen.
Sprich Generation X, Millenials, sowie ein Teil von Generation Z hätte dann im gesetzlichen Rentenversicherungssystem jahrelang eine zusätzliche Belastung, ohne selbst die entlastenden Effekte jemals zu erleben. Klingt fair.
Nicht dass wir uns falsch verstehen, ich gehe eh davon aus, dass die derzeitig berufstätige Generation X, und Teile der Millenials ohnehin die Umstrukturierung des Systems durch Mehrfachbelastung tragen dürfen. Die Schieflage der Sozialkassen haben eine Sprengkraft für unsere Gesellschaft, die sich -bislang zumindest- überhaupt nicht adäquat im medialen Diskurs wiederfindet. Und die Unfinanzierbarkeit unseres Sozialstaates auf dem bisherigen Leistungsniveau ist ein Szenario mit einer extrem hohen Eintrittswahrscheinlichkeit.
Thomas24
13.06.2021, 11:13
Sollte die Überlegung nicht außerdem sinnvollerweise eher sein, wie man auch den Rest der Bevölkerung in ein offensichtlich besser funktionierendes kapitalgedecktes System überführen kann? Anstatt dass man die Reserven des besseren Systems ausschlachtet und alle ins schlechte System überführt damit bloß keiner mehr hat? glaubst du andersrum würde es auch so laufen? Wenn die GRV besser dastehen würde als die Versorgungswerke? Dann würde kein Hahn nach uns krähen. Marburger Bund und Co würden sagen: Die Ärzteschaft braucht eh nicht so viel Rente wie der Rest der Bevölkerung.
Wobei man klar sagen muss, dass in einem Null Zins Umfeld auch Kapitalgedeckte Versicherungssysteme deutliche Probleme haben, ihre Auszahlungsversprechen an die laufende Generation von Leistungsbeziehern, zu erfüllen. Nehmen wir beispielsweise einige der US Versorgungskassen. Das liegt zum einen daran, dass Sie in den internen Kalkulationen zu hohe Rate of Returns annehmen, zum anderen, dass das Board mit der Materie überfordert ist/inkompetent, zum anderen - wie so oft- dass die Kassen von interessierten Personenkreisen als Selbstbedienungsladen angesehen werden, und fleißig geplündert werden, zu Lasten der Beitragszahler.
Gute Übersicht hierzu bei: https://www.amazon.de/Who-Stole-My-Pension-Looting/dp/1612681034/ref=sr_1_1?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3 %91&dchild=1&keywords=who+stole+my+pension&qid=1623578254&sr=8-1
Der Autor ist ehemaliger SEC Anwalt und hat sehr sauber die verschiedenen Wege, wie diese kapitalgedeckten Pensionskassen miss gemanaged/ geplündert/ fahrlässig vernachlässigt wurden, nachweisen können. Fun fact: In den USA kann man als Whistleblower eine Belohnung einstreichen. Der Autor erhielt eine Belohnung von 48 Mio US Dollar von der SEC und nochmal 30 Mio US Dollar von der CFTC. Ich würde sagen, er hat sein Rentenproblem damit erfolgreich gelöst.
Ich würde daher für ein Hybridsystem plädieren, in dem ein Umlagesystem eine Kapitalgedeckte Komponente hat, dass -aber 100% frei von politischer Einflussnahme und Selbstbedienungsmöglichkeiten für das Board sein muss- ansonsten besteht immer das latente Risiko, dass sich zu viele Menschen am Honigtopf bedienen möchten. Das ist ja regelmäßig bei der gesetzlichen Rentenversicherung bereits geschehen (aka: Versicherungsfremde Leistungen), und auch die Kapitalgedeckten Sicherungssysteme sind davor nicht gefeit (siehe Calpers, Teachers Retirement System, Judge Retirement System usw.) und keinesfalls der Königsweg aus der Misere. New Jersey, Illinois etc. werden noch ein warnendes Beispiel für die verheerende Wirkung aus Inkompetenz, Fahrlässigkeit, Plünderung und politischer Einflußnahme sein https://en.wikipedia.org/wiki/Illinois_pension_crisis
Was wehtun würde wäre ein Wegfall der zumindest rudimentären Absicherung gegen Berufsunfähigkeit, die die Versorgungswerke bieten. Die dürfte wohl gleichermaßen wegfallen, wenn man den Versorgungswerken das Kapital entzieht. Und das ist für den ein oder anderen Arzt durchaus ärgerlich, wenn er deshalb keine private BUV abgeschlossen hat und jetzt aufgrund von Alter und Vorerkrankungen keine mehr bekommt.
Sehr richtig. Der Schutz der Versorgungswerke ist zwar nur rudimentär (Eintreten erst bei 100% Berufsunfähigkeit), und gewisse Kollegen dürften es sehr schwer haben, diesen Schutz anderweitig aufzubauen. Produkte wie Grundfähigkeitsversicherung, Dread Disease etc. sind ja in der Höhe nicht dafür ausgelegt, dauerhaft den Ausfall des Einkommens (ggf. über Jahrzehnte) zu kompensieren. Diese Personengruppe wäre bei einer Aufgabe der Versorgungswerke deutlich schlechter gestellt, als vorher. Ein Umdenken im Bereich der gesetzlichen Rentenversicherung im Sinne eines Wiedereinführens eines BU Schutzes halte ich für extrem unwahrscheinlich, dieser wurde ja nicht ohne Grund auf die Jahrgänge vor 1961 begrenzt.
Am besten fände ich eine steuerfreie oder steuerbegünstigte Anlagemöglichkeit nach Muster der 401 K Verträge oder der Roth IRAs, wie Sie die USA anbieten, mit Eigentumsgarantie, d.h. der Staat verpflichtet sich ausdrücklich, seine Finger vom Eigentum seiner Bürger fernzuhalten. Aber das halte ich leider für unwahrscheinlich. Denn unsere politische Klasse kann es einfach nicht sein lassen, sich mit dem Geld anderer Leute, Stimmen kaufen zu wollen, äh, Wohltaten für die eigene Klientel auszuschütten- und mögen diese noch so unsinnig sein.
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